07.09.2020

Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

In der heutigen Folge der Höhle der Löwen stellte ein Startup eine App vor, mit der man die Handysucht in den Griff bekommen soll, ein anderes möchte eine Alternative zu Milch etablieren und ein drittes den Tennis-Partner ersetzen. Zudem konnte ein Startup gleich trotz hoher Forderung mehrere Löwen für ihre Zähneknirsch-Lösung begeistern.
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TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Die "Löwen" Georg Kofler und Nico Rosberg unterziehen die Trainings-App, mit deren Hilfe User einen gesunden Smartphone-Umgang erlernen sollen von "not less but better" einem Praxistest.
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Den Anfang der zweiten Sendung von „Die Höhle der Löwen“ machten Moritz Braunwarth, Nicolas Hartmann und Niklas Kattner. Ihr Startup vly stellt eine Milchalternative aus Erbsenprotein her.

Erbsenprodukt mit hoher Nährstoffdichte

Anders als die Produkte der Konkurrenz soll das Erbsenprodukt eine hohe Nährstoffdichte besitzen, was für die Ernährungsexperten ausschlaggebend war. Braunwarth ist ausgebildeter Koch und für die Produktentwicklung zuständig. Hartmann hat als Ernährungsberater für vegane Profisportler Expertise gesammelt und Niklas Kattner kümmert sich ums Business.

Vly in drei Varianten

Die Vision der drei jungen Männer ist es, Milch neu zu erfinden. Ihren cremigen Drink aus Erbsenprotein, den man auch als Milchersatz für Kaffee oder Müsli verwenden kann, gibt es in drei Varianten zu kaufen. Weitere sollen folgen.

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(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – (v.l.) Nicolas Hartmann, Niklas Kattner und Moritz Braunwarth präsentierten mit „vly“ eine Milchalternative aus Erbsenprotein.

Bei der Produktion des Erbsenproteins wird laut den Gründern 13 mal weniger Wasser verbraucht als bei herkömmlichem Milchprotein. Die Erbse habe eine 15 Mal bessere CO2-Bilanz und binde Stickstoff, heißt es. Die Forderung der ersten Pitcher: 500.000 Euro für acht Prozent Beteiligung.

Nach der Kostprobe waren sich Beauty-Queen Judith Williams, Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl und Handels-Experte Ralf Dümmel einig, dass vly gut sei, wobei der Medien-Profi Georg Kofler einwarf, dass das Produkt nach allem schmecke, nur nicht nach Milch.

Über 20.000 Liter verkauft

Das Startup hat den Firmenwert trotz bisher geringer Produktionsmengen derart hoch eingeschätzt, da vly innerhalb von vier Wochen in 30 Supermärkten in Berlin über 20.000 Liter ihrer Milch-Alternative verkauft habe. Umgerechnet wären das laut Gründern auf 5.000 Supermärkte ein Umsatz von einer Million Euro pro Monat. Der aktuelle Umsatz beträgt 30.000 Euro.

Höhle der Löwen-Pitcher sehen Branchen-Wandel

Nach dieser Erkenntnis nannte Kofler die ausgerufene Bewertung „sehr mutig“. Dies beirrte die Gründer nicht, die voller Überzeugung argumentierten, dass es in der Branche einen Wandel weg von tierischen Produkten gebe.

Potentieller Markt kein Faktor bei Bewertung

Den gut durchdachten Redeschwall unterbrach Dümmel, der nochmal darauf hinwies, dass die Größe des Marktes bei der Bewertung kein Faktor sei. Er stieg trotz des guten Auftritts aus.

Viel Geld fürs Marketing nötig

Der Rest der Jury war sich einig, dass die „Big Player“ der Branche drauf und dran sind, auf den Trend aufzuspringen. Wöhrl meinte, die Gründer benötigten weit mehr als die geforderte halbe Million, um ihre Marke rasch zu positionieren. Auch sie war draußen.

In drei Jahren 16 Millionen Umsatz?

Daraufhin präsentierten die Gründer ihren Drei-Jahres-Plan, an dessen Ende ein Umsatz von knapp 16 Millionen Euro stehen sollte. Dies machte Kofler etwas sprachlos und er ließ seinen Löwen-Kollegen Nils Glagau den Vortritt.

Verhandlungen in der Höhle der Löwen

Dem waren acht Prozent zu wenig. Er stieg schlussendlich aus. Williams ärgerte sich über die Bewertung und folgte ihren Vorgängern. Am Ende gab es dann doch noch ein Angebot. Kofler sprach die enormen Marketingaufgaben an, die dem jungen Unternehmen blühen würden und bot knallhart 500.000 Euro für 35 Prozent.

Die Gründer machten ein Gegenangebot: 10 Prozent für die halbe Million. Es kam wie es kommen musste: Kein Deal für vly.

Trainigsheft für Schreiberlinge

Der nächste in der Höhle der Löwen war Kai Döringer von Schreibathlet. Das gemeinsam mit Kindern und Pädagogen entwickelte System soll spielerisch dabei helfen, die Feinmotorik des Schreibens mit der Hand zu trainieren.

Rillen, die verschwinden

Dabei kommen in einem Übungsheft Rillen als Spurlinien zum Einsatz, durch welche die Schüler den Stift ziehen können. Mit jeder weiteren Zeile nimmt die Prägung ab, bis sie am Seitenende ganz verschwindet. Bis dahin sollen die Kinder bereits ganz eigenständig Buchstaben schreiben können.

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(c) TVNOW / Stefan Gregorowius – Investorin Dagmar Wöhrl beim Test des Grundschulhefts zum Schreiben lernen von „Schreibpilot“.

Der Schreibpilot, ein beigelegtes A4-Heft, beinhaltet neben den Buchstaben auch Abbildungen von Tieren. Die Lernreihenfolge richtet sich dabei nicht nach dem Alphabet sondern nach einer Reihenfolge, die den Kindern leicht fällt, weil sie bestimmte Striche oder Schwünge bereits können.

Bekämpfung von Analphabetismus

Neben Kindern kann das Heft auch in der Erwachsenenbildung bei der Bekämpfung von Analphabetismus eingesetzt werden und lasse sich laut Gründern für den internationalen Markt überarbeiten. Die Forderung von Döringer, der mit Geschäftspartner Hasan Hüseyin Saygili im Studio war: 50.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung.

Zurück in die Schule

Während dem Pitch wurden die Löwen in die Schulzeit zurückversetzt, als die beiden Gründer Aufgaben an die Jury verteilte. Multi-Investor Carsten Maschmeyer meinte, er hätte als Kind mit dem Schreibpiloten sicher mehr Spaß gehabt, als mit den klassischen Zeilenheften.

Tolle Idee ohne Erfolgschancen?

Kofler stieg als erster aus, weil er meinte, dass sich mit der zugegebenermaßen tollen Idee kein Unternehmen langfristig tragen könne. Wöhrl folgte ihm, da sie nicht die richtige Investorin für das Startup sei.

Zu analgoes Produkt bei der Höhle der Löwen?

Judith Williams nannte die Erfindung sinnvoll, mäkelte aber an, dass Kinder im Bildungsbereich auch mit der Digitalisierung mithalten sollen. Papier wäre der richtige Schritt, aber nicht umfassend genug, um gemeinsam eine „Company“ aufzubauen.

Einer sieht es anders…

Auch Maschmeyer meinte, die Schreibschrift wäre nicht mehr lange essentiell, er sei ein digitaler Investor. Dümmel hingegen zeigte sich deutlich unbeeindruckt von möglichen Digitalisierungstendenzen und wollte mitmachen. Er bot 50.000 für 25 Prozent Anteile. Deal für Schreibathlet.

Gesündere Handynutzung per App

Die dritten Pitcher in der „Höhle der Löwen“ waren Christina Roitzheim, Selcuk Aciner und Marius Rackwitz. Ihre App „not less but better“ ist eine mit dem EXIST Gründerstipendium geförderte Ausgründung der FU Berlin. Dem Trio geht es um eine gesündere Handynutzung.

Gründer wünschen reflektierte Nutzung

Laut den Gründern erzieht die Digitalgesellschaft zu einer Always-on-Mentalität. Das Handy verdränge in diesen Zeiten soziale Kontakte und sei fast ständig in der Hand. Das sei per se nicht schlecht, denn Smartphones sind durchaus nützlich und hilfreich, dennoch wünschen sich die Gründer eine reflektierte und bewusste Nutzung.

App, die gegen hohe Nutzungsfrequenz von Apps

Der Anwender soll lernen, positive Gefühle, Bestätigung und Wohlbefinden vermehrt auch wieder abseits von Apps zu finden und die Kontrolle über seine individuellen Trigger zur Smartphone-Nutzung zurückzubekommen. nach ihrem Beta-Test benötigen die drei Gründer für den Markteintritt 150.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent Anteile ihrer Firma feil.

User schaut 88 Mal pro Tag aufs Handy

Den Foundern nach schaut die gemeine Person 88 Mal pro Tag auf das Smartphone und verbringt im Schnitt vier Stunden am Tag mit dem Handy, ohne jegliches Ziel. Deshalb setzen die Gründer auf „Digitale Achtsamkeit“ oder, wie sie es bezeichnen: „Omline“.

Höhle der Löwen, not less but better
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Christina Roitzheim, Marius Rackwitz (l.) und Selcuk Aciner aus Berlin haben mit „not less but better“ eine Trainings-App entwickelt, mit deren Hilfe der Nutzer einen gesunden Umgang in Bezug auf seine Handynutzung erlernen soll.

Ein Assistent namens Leo führt durch ein paar Übungen und lehrt sinnvolle Handygewohnheiten, um Kontrolle über sein Handy wieder zu gewinnen.

Smartphone-Sucht als Gesellschaftsproblem

Neu-Löwe und Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg anerkannte, dass Smartphone-Sucht ein gesellschaftliches Problem sei. Er selbst habe aus diesem Grund seit einiger Zeit ein einfaches und altes Handy. Danach gab es eine Entspannungslehrstunde für die Jury durch die App, die an eine Meditation erinnerte.

Spannend war, dass Nico Rosberg, als Mensch der zweimal täglich meditierte, meinte, dass Meditation allein nicht gegen die Handy-Sucht helfe. Würde man allerdings, das was „not less but better“ bietet, in die eigenen Übungen einbauen und visualisieren, dann könnte man Erfolge erreichen.

Auch für andere Laster einsetzbar

Dümmel war der erste, der ging. Als falscher Investor fürs Geschäftsmodell wünschte er dem Trio alles gute. Rosberg allerdings blickte nach vorne und fragte nach, ob man das Trainingsprogramm für andere Laster und Süchte replizieren könne. Es kam ein klares „Ja“ der Gründer.

Zwei Löwen gehen

Während sich Maschmeyer und Rosberg berieten, meinten Wöhrl und Kofler, die 150.000 Euro seien fürs Wachstum und Marketing wohl zu wenig. Beide stiegen aus.

Rosberg gab das Smartphone auf für F1-WM-Titel

Danach gab Rosberg ein wenig von seinem Erfolgsrezept preis. Während er jahrelang Lewis Hamilton hinterher fuhr und in den Weltmeisterschaften das Nachsehen hatte, wurde er, so der Löwe, Formel 1-Weltmeister als er zu „digital detox“ griff und mehr auf Aufmerksamkeit setzte. Er und Maschmeyer boten 150.000 für 25 Prozent Beteiligung.

Ein hin und her bei „Die Höhle der Löwen“

Die Gründer kamen mit einem Gegenangebot zurück. 150.000 Euro für 13 Prozent. Georg Kofler, der dem ganzen Projekt skeptisch gegenüber stand, schaltete sich ein und mahnte die Founder, doch heilfroh zu sein, dass die beiden Löwen zu einem Deal bereit wären.

Rosberg und Maschmeyer verlangten letztendlich 20 Prozent für die geforderte Summe. Was dem Startup-Team noch immer zu viel war. Die Schmerzgrenze läge bei 15 Prozent. Dies ließ Rosberg zunächst aussteigen.

Erfolgreiche Löwenjagd

Maschmeyer merkte danach, dass sich Roitzheim einen anderen Ausgang erhofft hatte und sprach eindringlich auf die drei Pitcher ein. Es half. Es kam zu einem Deal für „not less but better“ mit zwei Löwen und dem erstem Investment von Nico Rosberg: 20 Prozent für 150.000 Euro.

Für Tennisspieler ohne Freunde

Die vorletzten in der illustren Runde der „Höhle der Löwen“ waren hitpartner. Dabei handelt es sich um ein portables, einfach zu montierendes Trainingsgerät für Tennisanfänger und Profispieler bestehend aus Stahlgestänge, Federung, Abprallbrett und einem Spanntuch. Kurz: eine mobile Tenniswand.

Während, laut Gründer Alexander Lenfers, das Gestänge dem Sportgerät die notwendige Stabilität auch für leidenschaftliche Aufschläge gibt, fängt das Spanntuch den geschlagenen Ball ein und rollt diesen wieder zurück zum Spieler ab. Dabei gibt das voreingestellte Abprallbrett den Ballwinkel und somit den Schwierigkeitsgrad vor. So soll es möglich sein, allein und ohne Partner Tennis zu üben, um auch in Zeiten geschlossener Sportclubs nicht aus der Übung zu kommen, wie der Gründer betont. Die Forderung: 200.000 Euro für 20 Prozent Anteile.

Das Ball-Untalent Williams

Judith Williams outete sich nach dem Pitch als „Untalent“ was Ballsportarten angeht, ließ es sich dennoch nicht nehmen die Tenniswand auszuprobieren. Maschmeyer unterstützte sie dabei.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg machte im Gegensatz zu dem einen oder anderem Kollegen eine gute Figur an der Tenniswand, die zurückspielt.

Nach eher wenig erfolgreichen Versuchen der Beauty-Queen, stellte sich Rosberg hitpartner und machte dabei eine gute Figur. Er erfuhr, dass bisher 136.000 Euro Umsatz erwirtschaftet wurden.

Dümmel widersprach Lenfers, dass seine Erfindung eher für private Hasuhalte gedacht sei und weniger für Vereine. Auch Wöhrl sah den Zielmarkt kleiner als der Gründer. Beide stiegen aus.

Zu analoges Produkt in der Höhle der Löwen

Maschmeyer fehlten bei der Wand die digitale Möglichkeit sowie „gamification-Elemente“, auch er verabschiedete sich als potentieller Investor. Nachdem Williams mit lobenden Worten ebenfalls ging, meinte Neu-Löwe Rosberg, das Startup sei noch in einem frühen Stadium und blieb ebenfalls ohne Angebot. Kein Deal für hitpartner.

Zähneknirschen als großes Problem

Den Abschluss der „Höhle der Löwen“ hatte das Thema „Zähneknirschen“ im Repertoire. Bianca Berk, die Gründerin von bruXane litt lange Zeit unter Bruxismus, dem medizinischem Begriff des nächtlichen Knirschens.

Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Bianca Berk und Jörg Köhler aus Marburg wollen mit „bruXane“, einer smarten Aufbissschiene, das Zähneknirschen im Schlaf beenden.

Da übliche Aufbissschienen nicht immer dazu führen, dass das Knirrschen weniger wird, haben die Gründerin und ihr Partner Jürgen Köhler die smarte bruXane Zahnschiene entwickelt. Sie soll dem Körper mithilfe von Biofeedback das Knirschen quasi abtrainieren. Die Zahnschiene gibt es in der Pro-Variante, die vom Zahnarzt angepasst wird und in der To-Go-Variante.

Körper wird per Signal aus dem Knirschen gerissen

Der in die bruXane-Schiene integrierte Microcontroller macht das Zähneknirrschen am Computer sichtbar. Zeitpunkt und Dauer der Knirschereignisse lassen sich somit auswerten. Die Zahlen des Startups sollen belegen, dass bruXane das Knirschen bessert und daraus folgende Schmerzen verhindern kann. Dafür sendet ein Biofeedback-Signal durch leichte Vibration und einen leisen Summton ein Feedback an den Körper.

Schlaf soll nicht gestört werden

Den Schlaf soll das nicht stören, dafür aber dem Körper ein Signal senden, damit dieser mit dem Zähneknirschen aufhört. Bis zu zwei Monate kann man laut bruXane die Einheitsschiene tragen. Das geforderte Kapital für zehn Prozent Anteile: 600.000 Euro.

Gründer werkeln seit neun Jahren an bruXane

Das patentierte und zugelassene Medizinprodukt ist seit neun Jahren im Entstehen und kann bisher auf einen Vorjahresumsatz von 55.000 Euro zurückschauen.

Probleme mit der Bewertung

Wie zu erwarten war, zeigten sich bei den Löwen bei diesen Umsatzahlen Probleme mit der ausgerufenen Bewertung. Kofler stieg als erster aus. Maschmeyer bat die Gründer darum, die Sechs-Millionen-Bewertung anders zu argumentieren.

Gründer kämpfen, aber…

Köhler erklärte, dass man bei einem Startup, das ein Medizinprodukt entwickelt, nicht einfach hergehen kann, sich die Statistik des letzten Jahres ansieht und dann linear umlegt. Das Produkt wäre fertig, für Europa zertifiziert und der Markt immens, so der Gründer.

…Löwe will nichts hören

Glagau schritt ein und unterbrach die Erklärung. Er kritisierte den mangelnden Fortschritt des Unternehmens, ließ es nicht zu, dass Bianca Berk auf seine Vorwürfe reagieren konnte, und stieg aus.

Auch Maschmeyer ging aufgrund der Bewertung. Dümmel sorgte folglich wieder für etwas Ruhe im Studio. Er erklärte, dass die Kritik nicht gegen das Produkt gerichtet sei, sondern gegen die Forderung.

Das Triumvirat berät

Danach änderte sich die Stimmung etwas. Dümmel und der bereits ausgestiegene Maschmeyer berieten sich leise, Wöhrl gesellte sich nach wenigen Momenten dazu.

Das Trio zeigte sich überzeugt, dass bruXane die Welt erobern kann. Sie boten die 600.000 Euro für insgesamt 36 Prozent Beteiligung – je zwölf pro Löwe. Dies ließ die Gründer kurz schweigend, aber auch begeistert von der Idee von den Netzwerken dreier Investoren zu profitieren zurück. Am Ende kam es zum Deal für bruXane.


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Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

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Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

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Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

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v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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AI Summaries

Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

  • Schreibathlet arbeitet mit schwächer werdenden Rillen für Kinder, die Schreiben üben.
  • Vly ist eine Milchalternative aus Erbsen.
  • Die App not less but better möchte einen sorgsameren Umgang mit dem Smartphone fördern.
  • Es kam zum ersten Investment von Nico Rosberg.
  • Hitpartner ist eine Tenniswand für das Solo-Spiel.
  • BruXane soll als smarte Zahnschiene das Zähneknirschen beenden.

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Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

  • Schreibathlet arbeitet mit schwächer werdenden Rillen für Kinder, die Schreiben üben.
  • Vly ist eine Milchalternative aus Erbsen.
  • Die App not less but better möchte einen sorgsameren Umgang mit dem Smartphone fördern.
  • Es kam zum ersten Investment von Nico Rosberg.
  • Hitpartner ist eine Tenniswand für das Solo-Spiel.
  • BruXane soll als smarte Zahnschiene das Zähneknirschen beenden.

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Höhle der Löwen: App gegen Smartphone-Sucht und smarte Schiene gegen Zähneknirschen

  • Schreibathlet arbeitet mit schwächer werdenden Rillen für Kinder, die Schreiben üben.
  • Vly ist eine Milchalternative aus Erbsen.
  • Die App not less but better möchte einen sorgsameren Umgang mit dem Smartphone fördern.
  • Es kam zum ersten Investment von Nico Rosberg.
  • Hitpartner ist eine Tenniswand für das Solo-Spiel.
  • BruXane soll als smarte Zahnschiene das Zähneknirschen beenden.