26.04.2021

„Höhle der Löwen“: Schaumdrucke, Schokocreme und Stabilität der Fotomacher

In dieser Folge der "Höhle der Löwen" ging es um einsetzbare Pflanzentöpfe, palmölfreie Nusscreme und Kindergesundheit. Zudem zeigte ein Startup, wie man Motive auf Schäume druckt, während ein anderes die Stabilität von von Fotografen im Sinn hatte.
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Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Frank W. Hempel - Antonia und Alexander Cox (Foto) zeigten Inevstor Carsten Maschmeyer ihren Pottburri.
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Die ersten die sich in die Höhle der Löwen wagten – die es online auf TVNOW und immer Montags um 20.15 Uhr bei VOX zu sehen gibt – waren die Geschwister Antonia und Alexander Cox. Beide sind mit einem grünen Daumen auf die Welt gekommen. Seit über sechzig Jahren führt ihre Familie eine Gärtnerei und auch sie haben eine große Leidenschaft für Blumen. Genervt hat die beiden aber immer wieder der Abfall, der durch Einweg-Plastikblumentöpfe entstanden ist. Deshalb haben sie Pottburri entwickelt: einen biologisch abbaubaren Blumentopf, der mit eingepflanzt werden kann. Er besteht zu großen Teilen aus Sonnenblumenschalen, die ein Abfallprodukt der Lebensmittelproduktion sind. Mirko-Organismen zersetzen den Topf unter den natürlich gegebenen Bedingungen in der Erde zu Biomasse. Am Ende soll er vollständig biologisch abgebaut sein und keinerlei Schadstoffe oder Mikroplastik in der Erde hinterlassen. Die Forderung: 150.000 Euro für 12,5 Prozent Beteiligung.

Geringe Marge

Den Pitch führte der männliche Part des Gründerpaars in einem Sonnenblumenkostüm, was gleich zu Beginn zu einer guten Stimmung unter den Investoren sorgte. Diese hielt als Alexander Cox vorführte, wie einfach die Einpflanzung mit einem Pottburri sei. Medieninvestor Georg Kofler meinte danach, wüsste man es nicht, man würde den Topf des Startups für einen aus Plastik halten. Multi-Investor Carsten Maschmeyer strich nach Nachfrage heraus, dass der Topf in den b2b-Bereich gehöre. Dies bestätigten die Gründer und erklärten, dass sie ihr Produkt für 28 Cent das Stück an den Profigartenbau – allerdings bei rund 21 Cent Produktionskosten – verkaufen würden. Dies traf die Löwen – allerdings bloß kurz.

Potburri, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Frank W. Hempel – Antonia und Alexander Cox aus Straelen präsentierten mit „Pottburri“ einen Pflanzentopf aus Sonnenblumenschalen zum Eingraben.

Die Investoren erfuhren von bisher eine Million verkauften Stück, was einen Umsatz von 280.000 Euro ergab. Man rechne mit einem Umsatz von 20 Millionen Euro in drei Jahren. Diese Behauptung unterlegte Alexander Cox mit Zahlen: Er plane in den nächsten drei Jahren 2,7 bis drei Prozent des gesamten Marktes abzugreifen. Und das mithilfe eines Löwen, der sie in den Handel bringen solle, um den Endkunden zu erreichen. Danach stieg Kofler als selbsternannter Pflanzen-Amateur, aber mit Lob, aus.

Die Power der Löwen

Klug war, dass die Gründer herausstrichen, dass es „etwas anderes wäre, wenn ein Löwe in Verhandlungen mit dabei säße“, als wenn nur seine Schwester und er es täten. Man bräuchte starke Überzeugungs-Power. Nach dieser Aussage stand Maschmeyer auf und gesellte sich zu Konzernchef Nils Glagau. Währenddessen stieg Beauty-Queen Judith Williams aus – oder besser gesprochen, war kurz davor zu gehen, als sie der Gründer unterbrach. Und euphorisch meinte, mit ihr und ihrem Gesicht könnte man Frische in einen veralteten Markt bringen. Die Investorin blieb aber dabei, und verabschiedete sich, da sie kein Netzwerk in dem Gartenbereich habe.

Abhängigkeiten

Ein kleiner Dorn im Argumentationsfleisch der Gründer wurde die Erkenntnis, dass sich Potburri in einer Abhängigkeit von einem Entwicklungspartner befand, der ein weltweites Patent auf die Töpfe habe. Spannend wurde es, als Alexander Cox erklärte, dass sie sich (zum Zeitpunkt der Aufzeichnung) in Verhandlungen um eine Verlängerung der Exklusivitätsrechte mit ihrem Partner befänden.

Darauf schüttelte Maschmeyer wieder im Stuhl sitzend in Richtung Glagau den Kopf. Und ein sicher geglaubtes Angebot drohte zu platzen. In der Zwischenzeit hatte Handelsexperte Ralf Dümmel das Gespräch übernommen und gab einen Ratschlag, dass man nicht ständig verhandeln dürfe, sondern den Topf-Entwickler „committen“ sollte, indem man Umsatzziele vertraglich regele – und sich bei Erreichen jener die exklusiven Nutzungsrechte automatisch verlängern.

„Ein Hammer“, aber…

Mit dem Wort „sensationell“ schaltete sich Maschmeyer wieder ein. Die Nachhaltigkeit wäre gut, jedoch die Abhängigkeit weniger. Er stieg daher aus. Glagau sah es nicht ganz so streng, fand den Topf „Hammer“, ging aber dennoch ohne Angebot. Er sei in dieser Welt nicht beheimatet.

Die guten schlechten Nachrichten aus der „Höhle der Löwen“

Dümmel hingegen meinte, er habe schlechte Nachrichten für das Gründer-Duo. Es würde ganz viel Arbeit auf sie warten, wenn sie nur wollen würden. Er bot 150.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung. Nach einer kurzen Beratungsrunde und eigentlich ohne Zweifel sagten die Beiden zu. Deal für Potburri.

Fünf Jahre Bewerbung zahlt sich aus

Die zweite in der Höhle der Löwen war Ebru Erkunt, die es seit fünf Jahren Bewerbung dieses Mal in die Show geschafft hatte. Die Zeit vor der Einladung in die Löwenhöhle hat die Gründerin genutzt, um an ihrem Produkt zu arbeiten. Sie präsentierte ihre HaselHerz-Welt: eine Nuss-Nougat-Creme in Bio-Qualität ohne Palmöl und Industriezucker. Ihre Aufstriche gibt es in drei Sorten und auch zwei verschiedene Schokoriegel sind in ihrem Sortiment. Sie forderte 80.000 Euro für 20 Prozent Anteile.

Höhle der Löwen, haselherz, haselHerz
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Ebru Erkunt hat mit Haselherz Aufstriche für Nussliebhaber entwickelt, die auf Palmöl verzichten wollen.

Die äußerst gerührte Gründerin zeigte offen ihre Freude und weckte besonders jene von Williams, als sie all ihre süßen Produkte vorstellte. Und umgarnte die restlichen Investoren mit ihrem Charme. Dann kam die Kostprobe. Maschmeyer und Kofler meinten, im Vergleich zum Marktführer, würde HaselHerz etwas herber schmecken. Der Multi-Investor sagte aber zugleich, dass es ja mehrere Geschmäcker gebe, während sein Südtiroler Sitznachbar glaubte, die Produkte seien etwas pointierter und in Konkurrenz zum üblichen Verdächtigen der Branche weniger massentauglich.

Umsatz gesunken

Erkunt konterte mit der neuen, bewussten Zielgruppe, die auf Dinge wie weniger Zucker und dergleichen achten würden. Allerdings erklärte die Gründerin danach, dass sie aktuell bei 43.000 Euro Umsatz liegen würde, das Jahr davor aber bereits 83.000 Euro erreicht hatte.

Erste Absagen

Erkunt erklärte, dass sie Probleme mit einem Produzenten gehabt habe, der ihre bestellten Waren nicht geliefert hatte. Danach nannte Williams die Pitcherin resilient. Maschmeyer hingegen stieg aus. Glagau sah beim Preis (über fünf Euro für ein Gläschen) ein Problem. Und ging auch ohne Angebot.

Die Gründerin gab nicht auf, hielt einen kleinen Monolog über ihre Widerstandsfähigkeit und ihr, bis zum Einbruch, organisches Wachstum. Dies lockte Kofler lobende Worte hervor. Er habe jedoch zu großen Respekt vor der Schokoladen-Branche. Ein Löwe weniger.

Doch noch ein Angebot für HaselHerz

Dümmel und Williams zogen sich anschließend zur stillen Besprechung zurück. Williams zeigte nach dem Treff großen Respekt vor der Gründerin, meinte aber, sie wäre die Falsche für HaselHerz. Dümmel ging als Letzter in den Bewunderungs-Modus über, meinte, dass man an einigen Dingen schrauben müsse und bot 80.000 Euro für 25 Prozent. Deal für HaselHerz.

Startup-Gründung als Lichtblick einer schweren Zeit

Die nächsten in der Höhle der Löwen waren Angelo und Sandro Torcia. Die beiden Brüder sind die Gründer von Coffee Colorato. 2017 hatte Angelo die Idee Getränke als Marketing-Tool zu nutzen. Doch dann verstarb die Mutter der beiden mit 49 Jahren an Krebs. Der Schicksalsschlag hat die Brüder zusammengeschweißt. Der Lichtblick in dieser Zeit war die Gründung ihres Startups, wie sie sagten.

Bilder auf Kaffeeschaum drucken

Nach über vier Jahren Entwicklungsarbeit später präsentierten sie den Löwen ihren speziellen Kaffeedrucker für personalisierte Getränke. Die Technologie ermöglicht es jedes Motiv – ob Logo, Foto oder Schriftzug auf den vorgefertigten Kaffee zu drucken. Die Patronen sind gefüllt mit geschmacksneutraler Lebensmittelfarbe, womit jede schaumige Oberfläche individuell gestaltet werden kann. In ihrem Portfolio gibt es einen stationären Drucker namens „Coloranino“ sowie mit dem „Cignature“ eine mobile Variante, an die man per App Bilder senden kann. Zu ihrer Zielgruppe gehören Gastronomiebetriebe, Cateringfirmen, Hotels oder sogar Autohäuser. Für neue Produktentwicklungen sowie Marketing- und Vertriebsaktivitäten benötigten die Gründer-Brüder 175.000 Euro und boten 15 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Höhle der Löwen Coffee Colorato
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Angelo und Sandro Torcia stellten mit Coffee Colorato einen Getränkedrucker vor, mit dem man Kaffee- oder Bierschaum mit gewünschten Motiven bedrucken kann.

Bei der Vorführung im Studio beeindruckte das Founder-Duo mit einem live-gedruckten Kaffee, der den Schrifzug „Deal?“ auf der schaumigen Oberfläche trug. In einer anderen Tasse sah man das Gesicht von Familien-Investorin Dagmar Wöhrl.

Hoher Umsatz überzeugt „Höhle der Löwen“-Juroren

Kofler wollte für den Kaffeeverkäufer den Mehrwert wissen und erhielt als Antwort, dass Kunden heutzutage alles über Social Media teilen und somit Gratis-Werbung machen würden. Den Preis für die mobile Variante von 999 Euro und für die große Version 1.999 Euro empfanden die Löwen zuerst als zu hoch, hörten dann aber von einem Umsatz von 510.000 Euro in knapp 18 Monaten am Markt, bloß mit dem „Coloranino“.

„Marry me“ überzeugt

Kofler stieg dennoch als erster aus, er respektierte die Zahlen, glaubte aber, dass es schwer wäre zu wachsen. Die Gründer erzählten danach von einem Tiramisu und einem Wackel-Pudding, die sie beide bedruckt hatten. Und so Heiratenden auch als mögliche Zielgruppen innehätten. Darauf ging auch Glagau, als sich Wöhrl und Maschmeyer zur Beratung zurückzogen. Dümmel war bereits davor ohne Angebot gegangen. Maschmeyer ließ sich noch einmal bedienen und wollte von den Gründern einen weiteren Druck gezeigt bekommen. Nachdem er und die Löwin Wöhrl im Studio „marry me“ im Kaffee lasen, boten beide insgesamt 175.000 Euro für 25 Prozent Anteile. Deal für Coffee Colorato.

Der älteste Gründer der „Höhle der Löwen“

Der vorletzte in der „Höhle der Löwen“ war der 83-jährige Fotograf Gert Wagner. Der Filmemacher hat im Auftrag internationaler Marken und Magazine die ganze Welt bereist. „Eine Grundvoraussetzung für ein gelungenes Foto ist, dass es scharf ist“, erklärte der Erfinder des flexiblen Autofokus. Diese Technik findet sich heute in allen Kameras und Smartphones wieder. Doch das ist nicht die einzige Erfindung des 83-Jährigen. Gemeinsam mit seinem Sohn Tobias gründete er 2016 die Firma Swift Design, und sie entwickelten verschiedene Gadgets für Filmemacher und Fotografen.

Steadify
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Gert (l.) und Tobias Wagner haben mit Steadify_einen Kamerastabilisator für Film und Fotografie entwickelt.

Jetzt präsentieren der älteste Gründer in der Geschichte von „Die Höhle der Löwen“ und sein Spross ihren Kamerastabilisator Steadify. Ein übliches Stativ ist schwer und umständlich in der Handhabung. „Ehe man es aufgebaut hat, ist manch goldener Moment schon vorbei und dann funktioniert es auch nur auf festem Untergrund. Von all diesen Nachteilen wollten wir uns nicht mehr plagen lassen und haben eine Lösung entwickelt“, führte Tobias Wagner aus. Steadify – ein Stabilisator im Taschenformat – ist mit dem Gurt an der Hüfte anzulegen. Damit soll die Kamera stabil bleiben und scharfe Fotos und weiche Videoschwenks bei voller Beweglichkeit und viel Raum ermöglichen. Um ihr Produkt auf dem Markt zu etablieren, benötigten Vater und Sohn ein Investment von 350.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Kein Geld mehr…

Nach dem Pitch testete Hobby-Fotografin Wöhrl Steadify und zeige sich zufrieden mit der Handhabung. Bisher wurden innerhalb von eineinhalb Jahren am Markt rund 6.000 Stück verkauft. Nach einer Kickstarter-Kampagne wurde allerdings bei 200.000 US-Dollar an Einnahmen kaum etwas an den Kunden gebracht. Ein Werbepartner hatte einige Vorleistungen erbracht und ihnen eine „dicke Rechnung“ präsentiert. Zudem hatten sie bei ihrem chinesischen Produktionspartner bei 1.500 verkauften Stativen insgesamt 5.000 Stück bestellt. Das Problem sei jetzt der große Warenbestand bei sehr wenig Geld fürs Marketing.

Keine Zahlen, kein Investor

Da die Gründer keine genauen Umsatzzahlen nennen konnten, stieg Maschmeyer aus. Jene erklärten danach ihre Pläne für eine riesige Marketing-Kampagne. Was aber wenig half. Nico Rosberg meinte, er habe kein komplettes Vertrauen im betriebswirtschaftlichen Bereich der beiden Gründer. Dümmel hob das Produkt als sinnvoll und neuartig hervor, die Zielgruppe des Startups wäre jedenfalls nicht die seine. Auch er war weg.

Wöhrl sagte, dass es noch zu viele offenen Fragen gebe. Sie würde Kundin werden, aber wollte nicht investieren. Auch Williams strich die Wichtigkeit von Zahlen hervor, möchte man Investoren begeistern und blieb auch ohne Angebot. Kein Deal für Steadify.

Meditations-App für Kinder in der „Höhle der Löwen“

Die letzten auf der „Höhle der Löwen“-Bühne waren Jean Ochel, Ideengeber von Aumio, und seine Freunde Simon Senkl, Felix Noller und Tilman Wiewinner (30). Laut aktueller Studien zeigen rund ein Viertel aller Kinder psychische Auffälligkeiten. Das sind etwa sechs Kinder pro Schulklasse und in der Corona-Krise ist diese Zahl noch mal gestiegen. Leider bekommen aber nur die wenigsten Unterstützung, um mit Stress, Ängsten und Schlafproblemen umzugehen, wissen die Gründer. Daher haben sie eine App zur Entspannung und Meditation für Kinder entwickelt.

Spielerisch lernen

„Mit Aumio lernen Kinder in spielerischen Geschichten, Übungen und Meditationen, wie sie mit mentalen Herausforderungen umgehen können“, erklärte Jean Ochel. Es gibt verschiedene Kurse und Hörspiele, die speziell zur Linderung von Symptomen von ADHS, Einschlafproblemen oder Angstzuständen entwickelt wurden. Alle Kurse und Übungen basieren auf wissenschaftlich fundierten Methoden, die so auch in der Psychotherapie verwendet werden. Damit in Zukunft Kinderärzte und -therapeuten die App auf Rezept verschreiben können, soll die App auch als Medizinprodukt zertifiziert werden. Aumio ist eine Weltraumfigur, die erscheint, sobald die App gestartet wird. Ein Kurs besteht aus einer Reihe an Übungen, die zwischen fünf und sieben Minuten lang ist. Das Angebot: 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Aumio, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – V.l.: Felix Noller, Jean Ochel, Tilman Wiewinner und Simon Senkl sind die Entwickelr von Aumio, einem digitalen Coach für Kinder mit psychischen Problemen.

Die Löwen machten mit den Gründern nach dem Pitch eine kurze Achtsamkeitsübung, die ein wenig an eine Fantasiereise aus Schulzeiten erinnerte. Glagau komplimentierte anschließend das Founder-Team und die sanfte Alternative im Vergleich zu Medikamenten für Kinder, wie früher Ritalin. Bei Aumio handelt es sich um ein Freemium-Modell, mit möglichem Monats-Abo um zehn bis 15 Euro pro Monat.

Als Medizinprodukt zertifizieren

Die Gründer betonten nochmal, dass sie kurz davor wären, ihre Medizinzertifizierung abzuschließen. In Deutschland gebe es eine gesetzliche Änderung, die den Namen „digitales Versorgungsgesetz“ trägt. Das erlaube Medizinern „Apps“ zu verschreiben. Nach dieser Info gesellte sich Glagau zu Maschmeyer, wurde aber auch von Wöhrl interessiert angesprochen.

Ein, zwei oder drei…?

Kofler lobte die Idee, meinte aber das Thema wäre außerhalb seines Investment-Horizonts. Er ging ohne Angebot. Dümmel zeigte sich vom Thema berührt und hielt einen Monolog darüber, wie sehr er seine vorab gegen Apps kritische Gefühlslage im Lauf des Pitches geändert habe. Währenddessen lief Wöhrl zwischen den Löwen herum und wollte ein Investoren-Triumvirat schaffen. Während Maschmeyer Interesse signalisierte, meinte Glagau, drei Löwen wären im zu viel. Er würde es auch alleine machen.

Ein Doppel-Angebot

Nachdem Dümmel weg war, eröffnete Glagau das Finale. Der Löwe pitchte und stellte seine Fähigkeiten als Investor vor. Er betonte, er würde es alleine machen, würde aber auch mit Maschmeyer kooperieren, der ihnen die Brücke in die USA schlagen würde. Jener meinte, drei Leute wären tatsächlich zu viel und schlug mit Glagau folgenden Deal vor: 150.000 Euro für 20 Prozent. Wöhrl ließ es dann bleiben.

Das Gegenangebot

Nach der Beratung kamen die Gründer mit einem Gegenangebot zurück. Sie würden für die genannte Summe zwölf Prozent Anteile abgeben. Glagau, der sich kompromisslos gezeigt hatte, würde bei diesem Vorschlag nicht mitmachen. Maschmeyer bediente sich diverser Metaphern, was das Wachsen des Startups betraf und bat die Gründer sich nochmal zu beraten.

Löwen bessern nach

Jene kehrten erneut zurück und lehnten wieder ab. Daraufhin gab es doch Bewegung aufseiten der Investoren. Sie erhöhten für 20 Prozent Beteiligung auf 200.000 Euro. Während der dritten Beratung schaltete sich Wöhrl wieder ein und schlug Maschmeyer vor, dass sie fünf Prozent Anteile kaufen würde, während der Multi-Investor seine zehn haben könnte. Vorausgesetzt die Gründer würden sich in dieser Hinsicht gesprächsbereit zeigen. Die Gründer lehnten Glagau und Maschmeyer ab. Daraufhin fragte die Familien-Investorin nach, ob ihre Idee von 15 Prozent möglich wäre. Auch das wurde abgelehnt, was Maschmeyer aussteigen ließ. Kein Deal für Aumio.

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Jonas Jünger (Managing Director, Cyclops Europe) und Alex Wilson | (c) Martin Pacher

Es ist eine Art Homecoming: Alex Wilson, Co-Founder und Co-CEO des US-Stablecoin-Startups Cyclops, wuchs in den USA mit zwei Sprachen und zwei Kulturen auf. Mit seinem Vater sprach er nur Englisch, mit seiner Mutter – einer Tirolerin aus Innsbruck – ausschließlich Deutsch. Die Sommerferien verbrachte er bei den Großeltern in Österreich, Weihnachten ging es zum Skifahren nach Kitzbühel. „Ich hatte das Glück, sozusagen mit zwei Heimatländern aufzuwachsen“, erzählt Wilson im brutkasten-Gespräch.

Jetzt kehrt der Austro-Amerikaner mit seinem aktuellen Unternehmen nach Wien zurück. Vergangene Woche eröffnete Cyclops.io seinen neuen Standort in der Bundeshauptstadt – das EU-Headquarter und gleichzeitig die einzige weitere Niederlassung neben dem Hauptsitz in Miami.

Repeat Founder: Von Giving Block zu Shift4 zu Cyclops

Wilson ist kein Newcomer. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Pat Duffy und David Johnson startete er bereits 2018 das Krypto-Startup The Giving Block, eine Plattform, über die Non-Profit-Organisationen Krypto-Spenden entgegennehmen können. „2018 hat man uns angeschaut, als wären wir verrückt“, erinnert sich Wilson. „Aber wir sind dabeigeblieben.“ Das Unternehmen wurde 2022 an den börsennotierten US-Zahlungsdienstleister Shift4 verkauft. Wilson übernahm dort die Verantwortung als Head of Crypto und Head of Stablecoin – und sammelte über drei Jahre lang Erfahrung an der Schnittstelle von Krypto und traditionellem Payments-Business.

Genau diese Jahre wurden zum Ausgangspunkt für Cyclops. „Wir haben bei Shift4 Produkte für Pay-with-Crypto, Stablecoin-Settlement und Stablecoin-Payouts gebaut – mit einem Flickenteppich an bestehenden Lösungen. Es war viel schwieriger, als es hätte sein müssen“, so Wilson. Auf dem Markt habe es zwar viele Krypto-Infrastruktur-Anbieter gegeben, aber keiner sei wirklich auf die Payments-Branche spezialisiert gewesen: „Auf den Websites stand vielleicht: ‚Wir bedienen zehn Industrien, eine davon ist Payments.‘ Aber wenn man unter die Haube schaut, war das Produkt für eine Bank, einen Broker oder einen Payments-Anbieter identisch.“

Cyclops will diese Lücke schließen und fokussiert sich ausschließlich auf Zahlungsdienstleister (PSPs) – ein Hyperfokus, den die Gründer bereits bei The Giving Block (nur Non-Profits) verfolgt hatten. „Wir sind sehr B2B“, betont Wilson. Cyclops ist also keine Kryptobörse für Endkund:innen, sondern eine Infrastruktur-Plattform für Payments-Unternehmen, die ihren Händler-Kund:innen Krypto- und Stablecoin-Funktionalitäten anbieten wollen – ohne selbst zum Krypto-Unternehmen werden zu müssen.

Alex Wilson im Gespräch mit brutkasten-Chefredakteur | brutkasten

Warum Wien? FMA, Bitpanda – und der Talent-Pool

Bei der Standortwahl in Europa habe man einen umfassenden Prozess durchlaufen, betont Wilson: „Wir haben uns Deutschland, Irland, Malta und andere Länder angesehen.“ Ausschlaggebend für Österreich sei am Ende der MiCA-Pfad der Finanzmarktaufsicht (FMA) gewesen: „Die FMA hat einen der klarsten Wege zur Lizenz aufgezeigt. Es gibt viele Länder, die zwar ein MiCA-Framework haben, aber bisher kaum Lizenzen vergeben haben.“

Wilson nennt explizit auch Bitpanda als wichtigen Faktor: „Bitpanda hat hier großartige Vorarbeit geleistet. Danach sind KuCoin, Bybit, Bitget und viele andere gekommen. Das hat eine Community aufgebaut und uns die Tür geöffnet.“

Hinzu komme der Talent-Pool: „Wien ist ein Hub für große Finanzdienstleister. Das ist genau das Profil, das wir für Compliance-, Legal- und Regulatory-Rollen brauchen.“ Die meisten lokalen Hires sollen aus diesen Bereichen kommen, während Vertrieb und Marketing eher remote organisiert werden.

Der persönliche Bezug habe geholfen, sei aber nicht der Hauptgrund gewesen: „Wir hätten Österreich nicht gewählt, wenn die Rahmenbedingungen nicht gepasst hätten.“

Zehn Mitarbeiter:innen bis Jahresende, MiCA-Lizenz erwartet

Aktuell beschäftigt Cyclops weltweit rund 30 Mitarbeiter:innen, das lokale Team in Wien startet in kleiner Besetzung. Bis Ende 2026 soll der Wiener Standort auf rund zehn Mitarbeiter:innen wachsen. Geleitet wird das Büro von Managing Director Jonas Jünger, dazu wurden bereits ein MLRO und ein Deputy MLRO eingestellt – beides regulatorisch verpflichtende Compliance-Funktionen. Die MiCA-Lizenz selbst erwartet Wilson „hoffentlich bis Ende des Jahres“.

Damit reiht sich Cyclops in eine wachsende Liste internationaler Krypto-Unternehmen ein, die Österreich als Tor zum europäischen Markt wählen. Nach Bitpanda, Bybit, KuCoin, Cryptonow und 21bitcoin geht das nächste Unternehmen den MiCA-Lizenzweg über die FMA – mit dem Unterschied, dass es sich bei Cyclops nicht um eine Kryptobörse handelt.

Funding: Acht Millionen im Rücken – und mehr in Vorbereitung

Bereits im Oktober 2025 schloss Cyclops eine Finanzierungsrunde über acht Millionen US-Dollar ab, öffentlich kommuniziert wurde sie aber erst Anfang März 2026 – zeitgleich mit dem Stealth-Launch. Investoren waren Castle Island Ventures, F-Prime sowie strategisch Shift4 Payments selbst – also der ehemalige Arbeitgeber, der nun gleichzeitig Anchor-Kunde des Startups ist.

Im brutkasten-Interview bestätigt Wilson, dass aktuell eine weitere strategische Runde über zehn Millionen US-Dollar von Payments-Unternehmen geschlossen wird – noch vor einer formellen Series A, die im kommenden Jahr angepeilt wird. „Wir hatten gar nicht geplant, jetzt zu fundraisen“, so Wilson. „Aber nach dem Stealth-Launch im März waren wir überwältigt vom Inbound – von Kunden, Partnern, aber auch Investoren. Das hat unseren Zeitplan nach vorne gezogen.“

Zu den ersten Kunden zählen unter anderem Blue Origin – wer ein Ticket für einen Weltraumflug des Jeff-Bezos-Unternehmens kaufen möchte, kann die Zahlung über Cyclops in Krypto abwickeln – sowie der New Yorker Helikopter-Service Blade.

EU einfacher als USA – aber Mindset-Frage in Österreich

Wilson, der den US-Lizenzprozess parallel durchläuft, sieht in der EU-weiten MiCA-Regulierung einen klaren Vorteil gegenüber dem US-System: „In den USA brauchen wir Money-Transmitter-Lizenzen in rund 50 Bundesstaaten. In Europa ist es eine hohe Mauer statt 50 kleinen – aber dafür ein einheitlicher Ansatz.“

Kritischer äußert sich der Co-Founder zum unternehmerischen Klima in Österreich und der EU: „Man denkt bei Österreich nicht automatisch an Entrepreneurship. In den USA verbindet man Startup mit Hustle, Silicon Valley. Hier gibt es viele bürokratische Hürden – beim Firmen-Setup, beim Office-Lease, bei den Papier-Anforderungen.“ Es brauche aber nicht nur Vereinfachung der Prozesse, sondern auch einen kulturellen Wandel: „Wenn du wirklich ein Startup-Hub sein willst, musst du in der Schule anfangen, Unternehmertum zu vermitteln. Du musst Risikobereitschaft fördern.“

Gleichzeitig sieht Wilson Chancen in der europäischen Souveränitäts-Debatte: „Wenn man Innovation wie Stablecoins und Blockchain richtig nutzt, kann man digitale Souveränität tatsächlich neu denken – Wallets, Private Keys, alles lässt sich anders organisieren als im traditionellen System.“

Ausblick: B2B-Stablecoins und Agentic Payments

Für 2026 und 2027 erwartet Wilson, dass sich der Stablecoin-Markt primär im B2B-Segment entwickelt – konkret bei der Abwicklung von Merchant-Settlements: „Statt Wire Transfer oder SEPA werden Payments-Unternehmen zunehmend in USDC oder EURC abrechnen. Sieben Tage die Woche, auch an Wochenenden und Feiertagen. Das modernisiert Treasury-Prozesse, gerade für global agierende Unternehmen.“

Zum Hype-Thema Agentic Payments – also KI-gestützte, automatisierte Zahlungen – äußert sich Wilson zurückhaltend, aber überzeugt: „Das ist das Buzzword des Jahres, aber es steckt etwas Echtes dahinter. Wir bauen AI-first, weil wir glauben, dass die Welt dort hingeht. Ob das in einem, zwei, fünf oder zehn Jahren wirklich skaliert – wir müssen bereit sein.“

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