04.10.2021

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

In dieser Folge der "Höhle der Löwen" ging es um edle Rasierer, Löwenkinder und um das Ende von analogen Visitenkarten. Zudem wollte ein Startup 1,6 Millionen Euro haben, was so manche Löwen sauer aufstieß.
/artikel/hoehle-der-loewen-maschmeyer-draengt-auf-rasches-ende-nach-16-mio-bewertung
Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer - Investor Nico Rosberg testet die 3-Konsole Lymb.iO.
sponsored

Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die immer montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – war das Vater-Tochter-Gespann Armin Lutz Seidel und Romy Lindenberg. Beide widmen sich dem Thema nachhaltige Körperpflege. Ihr Schwingkopf-Rasierer Shavent soll Plastikmüll vermeiden und altbekannten Komfort bieten.

500 Millionen Wechselköpfe im Müll

„Übliche Rasierer und ihre Wechselköpfe bestehen aus dem Material-Mix Metall, Plastik und Gummi. So sind sie nicht recyclebar und in keinster Weise nachhaltig. Allein in Deutschland landen im Jahr bis zu 500 Millionen Stück dieser Wechselköpfe im Müll. Das sind 3.000 Tonnen pro Jahr und das entspricht dem Gewicht der Freiheitsstatue in New York mal 13“, erklärten beide Pitcher den Löwen.

Shavent, Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Romy Lindenberg und Armin Lutz Seidel präsentierten mit Shavent einen plastikfreien Schwingkopf-Rasierer.

Alternativen wie Rasiermesser oder der Rasierhobel waren für Seidel nicht die perfekte Lösung. Also baute er sich seinen eigenen Rasierapparat. Geeignet für Körper und Gesicht: „Shavent ist komplett aus Metall gefertigt, der geschwungene Griff mit den Rillen lässt den Rasierer gut in der Hand liegen und die drei eng zusammenliegenden Klingen sorgen für eine sichere und sanfte Rasur“, führte der 64-Jährige im Studio aus.

Italien und Deutschland

Ein leichtgängiger Schwingkopf soll sich Gesichts- und Körperkonturen anpassen – Standardklingen sich einfach austauschen lassen. Nachdem die ersten Tests im Familienkreis bestanden wurden, meldeten die Gründer die Idee zum Patent an und brachten Shavent auf den Markt. „Unser Produkt ist ‚designed in Italy‘ und ‚made in Germany‘. Es findet bei unseren Kunden großen Anklang, wir kommen mit unseren Bestellungen kaum hinterher und sogar nach Japan hat es Shavent schon geschafft. Wir könnten dringend Löwen-Unterstützung gebrauchen, um unseren Bestellungen Herr zu werden“, erklärte Lindenberg. Acht Prozent für 220.000 Euro bot das Gründer-Duo den Investoren an.

Rasierte Löwen

Nach einem angenehm harmonischen und klaren Pitch lobten die Löwen das Design und das Gefühl beim Halten von Shavent. Beauty-Queen Judith Williams legte gleich Hand an und rasierte ihren Arm, während LEH-Experte Ralf Dümmel sein linkes Bein enthaarte. Auch Formel 1 Weltmeister Nico Rosberg erprobte Shavent auf Knöchelhöhe und lobte das Produkt.

Multi-Investor Carsten Maschmeyer erfuhr, dass das Team bisher 215.000 Euro Umsatz gemacht hatte und dabei bereits profitabel war. Mit geplanten 1,9 Millionen fürs nächste Jahr. Der Löwe hielt jedoch die Bewertung zu hoch, zudem wäre er überzeugter Trockenrasierer.

Das Bieten beginnt

Danach ging es darum, ob e-Commerce oder eine Handelslistung der Weg für das Startup wäre. Während Williams und Rosberg für den digitalen Weg plädierten, warb Dümmel für das direkte Erlebnis des „Anfassens“ von Shavent.

Familien-Investorin Dagmar Wöhrl stieg zwischenzeitlich aus, als das große Buhlen begann. Williams argumentierte damit, dass die Gründer unbedingt Kosmetik (Rasierschaum etwa) in ihrem Sortiment bräuchten, um den Kunden immer wieder zur Rückkehr zu bringen. Ihr Rasierer wäre ja fürs ganze Leben gedacht. Daher bot sie gemeinsam mit Rosberg – Online-Verkauf als den richtigen Weg im Hinterkopf – 220.000 Euro für insgesamt 20 Prozent Beteiligung.

Neues Angebot

Dümmel nannte das Produkt den „absoluten Wahnsinn“ und meinte, man müsse den Rasierer spüren. Er bot 220.000 für 15 Prozent. Seidel und Lindenberg zogen sich zurück, während das vorige Löwen-Duo diskutierte und mit einem neuen Angebot auf die Rückkehr wartete. Nach dieser boten Williams und Rosberg zweimal acht Prozent für 220.000 Euro. Das erforderte eine neue Beratung. Und mündete darin, dass die Shavent-Gründer beiden Investoren 7,5 Prozent anboten. Deal für Shavent mit der Kosmetikfee und dem Rennweltmeister.

Löwenkinder in der „Höhle der Löwen“

Simone Hilble, Tochter eines Heilpraktikers, war die zweite in der „Höhle der Löwen“. Die 34-Jährige war schon immer mit der Natur und ihren heilenden Kräften verbunden. „Mein Interesse an der heilenden Wirkung von Kräutern kam mir bei einem Schlüsselerlebnis, das ich vor vier Jahren mit meiner Tochter hatte, zugute. Deswegen gibt es jetzt Löwenkind“, erklärte sie.

Als ihr weiblicher Sprössling einst mit einer Erkältung im Bett lag, legte sie ein Lavendel-Kräutersäckchen neben das Kopfkissen und war erstaunt über die positive Wirkung. Da sich das Kind im Schlaf jedoch viel bewegte, suchte Hilble nach einer Lösung für ihre Tochter, damit sie sowohl nachts als auch tagsüber von der Wirkung der Kräuter profitieren könne. Das Ergebnis: Eine Produktkombination zwischen einem Body und Heilkräuterpads, die bei den unterschiedlichen Kinder-Wehwehchen eigesetzt werden können.

Körperwärme aktiviert Kräuter

Der Body besteht aus 100 Prozent Bio-Baumwolle und einer speziellen Brusttasche, in der das Pad eingelegt werden kann. „So befindet es sich im perfekten Abstand zu den Atemwegen. Durch die Körperwärme des Kindes wird der Duft der Kräuter aktiviert und ganz natürlich über die Atemwege aufgenommen – ob beim Spielen, Schlafen oder Autofahren“, so die Gründerin weiter.

Löwenkind
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Simone Hilble aus Laupheim hat mit Löwenkind Kräuterpads für Kinder entwickelt, die man in den Body stecken kann.

Das Löwenkind-Sortiment umfasst verschiedene Kräutermischungen, wie z.B. „Gute-Nacht“, „Rotznäschen“ oder „Wonnebäuchlein“. Diese sollen bei typischen Leiden wie Schlafproblemen, Bauchschmerzen, Schnupfen, Zahnen, Reiseübelkeit oder innerer Unruhe Babys und Kleinkinder unterstützen.

Skalierung benötigt Löwen

Neben dem Body gibt es zusätzlich ein Halstuch mit integrierter Tasche, das für größere Kinder und Erwachsene geeignet sei. Bei der Umsetzung ihrer Produktideen wurde die gelernte Büro- und Hotelkauffrau von ihrem Vater und einer Apothekerin unterstützt. Bisher wird Löwenkind über die eigene Website verkauft, doch zukünftig möchte Simone Hilble neue Vertriebswege erschließen. Ihre Forderung: 130.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Konkurrenz zu „Aspuraclip“?

Die Gründer betonten, dass sie bisher 11.000 Sets zu rund 41 Euro verkauft hätten – ohne Marketing. Danach stand Maschmeyer auf und traf sich mit Dümmel. Wöhrl fühlte bei Konzernchef Nils Glagau nach, der sich aber noch unsicher gab. Williams sah das Produkt als zu nischig an und ging ohne Angebot. Anschließend lobte Maschmeyer Löwenkind und erzählte, er sei bereits mit Dümmel an Aspuraclip, dem „kleinsten Inhalator der Welt“, beteiligt, die ebenfalls mit Kräutern arbeiten würden. Beide Investoren sahen Löwenkind jedoch als Konkurrenz und gingen ohne Offerte.

Wöhrl war hin- und hergerissen, erhob sich und überlegte. Sie fasste einen Entschluss und bot 130.000 Euro für 25 Prozent. Glagau zeigte sich ebenfalls überzeugt, hatte nette Worte für die Gründerin über und wollte auch mit 130.000 Euro für 25 Prozent einsteigen. Den Deal mit Löwenkind erhielt jedoch Wöhrl.

Spaß mit Bällen in der „Höhle der Löwen“

Der nächste Teilnehmer der „Höhle der Löwen“ war Markos Kern. Der Gründer von Lymb.iO, vormals Fun with Balls, erklärte im Studio: „Wir wollen die Menschen so richtig zum Schwitzen bekommen und das mit jeder Menge Spaß.“

Lymb.iO, Fun with balls
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Investor Nils Glagau (r.) neim Testen von Lymb.iO von Markos Kern (l.) und Ben Piltz.

Der 38-Jährige kann er auf ein bewegtes Leben zurückblicken: Mit 20 Jahren gründete er seine erste eigene Firma, hat viele Events auf der ganzen Welt veranstaltet, Clubs in China designt, die erste Surfschule Nordkoreas gegründet und Kunstaktionen in der Antarktis durchgeführt.

Mehr Bewegung erwünscht

„Markos ist garantiert der aktivste Mensch, den ich jemals kennengelernt habe. Was er zu viel hat, haben viele Leute heutzutage zu wenig – nämlich Bewegung“, ergänzte CTO Ben Piltz. „Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigen die Zahlen der inaktiven und übergewichtigen Menschen. Das möchten wir ändern und zu mehr Bewegung motivieren.“

Vor einigen Jahren haben sie MultiBall auf den Markt gebracht – eine 3×4 Meter große Touchwall für verschiedene Spiele und professionelles Training, wodurch Computerspiele mit echtem Sport verbunden werden. Ihre Systeme konnten sie bisher im B2B-Bereich in 30 Länder verkaufen, doch dann kam Corona und vor allem die Umsätze im Hotel- und Fitnesssegment brachen ein.

Kleine Version für Daheim

„Wir haben die Zeit genutzt, um uns einer Idee zu widmen. Das relativ große MultiBall wollten wir so klein schrumpfen, dass es in jedes Wohnzimmer passt“, erklärte Kern. Mit Lymb.iO präsentierten sie den Löwen nun als Prototyp ihre 3D-Spielekonsole, die zusammen mit einem Projektor Wände zu einer interaktiven Spielfläche wandelt. „Unser eigenes Sensorsystem tastet die ganze Wand ab und die Motion-Tracking-Kamera erkennt die Spieler vor der Wand.“

Aktuell beinhaltet das System 35 verschiedene Games für Spiel- und Sportanwendungen. Das Startup hatte bisher über zwei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Für den Ausbau der Software und Marketingmaßnahmen benötigten Kern und Pilz 1,6 Millionen Euro und boten den Löwen dafür zehn Prozent ihrer Firmenanteile an.

Spielende Löwen

Nach dem Pitch führte Piltz ein Spiel vor, in dem man mit einem weichen Ball auf der Wand erscheinende Bomben treffen musste, um sie zu „entschärfen“. Williams war die Erste, die das Produkt ausprobieren wollte, da sie bis dato noch nie ein Computerspiel gespielt habe. Dies sah man ihr an. Danach kam Rosberg und auch Glagau versuchte sich an der Wand. Allen drei Investor:innen schien es Spaß zu machen, man merkte auch, dass das Gerät nicht bloß zum Spielen, sondern auch für die Fitness geschaffen wurde. Die Löwen keuchten nach dem Training.

Maschmeyer drängt auf Ende des Auftritts

Da das Startup direkt vor Corona 1,4 Millionen Euro Umsatz aufweisen konnte, im Pandemiejahr aber auf 810.000 Euro fiel, meinte Maschemeyer, dass sie zu den aufgerufenen Konditionen keinen Deal erhalten würden. Der Investor wurde ziemlich forsch und fragte, ob denn überhaupt jemand hier ein Angebot machen wollen würde. Sonst würde er sagen, „Wir sind raus“.

Dies wirkte: Nach dieser direkten Absage, stimmte ihm Williams zu. Rosberg nannte die Idee phänomenal, berief sich aber auch auf den Fehler der hohen Bewertung. Der Rest ließ nicht lange auf sich warten: Wöhrl und Glagau blieben auch ohne Offerte. Kein Deal für Lymb.iO.

Digitale Form der Visitenkarte in der „Höhle der Löwen“

Davis Zöllner (17) und Berkay Cankiran (18) gehören zu den jüngsten Gründern Hamburgs und präsentieren den Löwen mit MyTaag eine digitale Form des Kontaktaustausches. Denn, weltweit werden jährlich zehn Milliarden Visitenkarten gedruckt, doch Daten wie Mobilnummer und E-Mail-Adressen müssen immer noch zum Abspeichern in den eigenen Kontaktdaten abgetippt werden, erklärten die Junggründer.

Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Davis Zöllner (l.) und Berkay Cankiran erfanden MyTaag, eine Software für NFC-Visitenkarten.

„Das ist völlig unnötig. Die Kontaktdaten ändern sich mit der Zeit und es werden Unmengen an Papier verschwendet“, wusste Cankiran zu berichten. „80 Prozent der verteilten Visitenkarten werden nach wenigen Tagen wieder weggeschmissen.“

SM-Verlinkungen möglich

Die Lösung: MyTaag – eine digitale Form der Visitenkarte, mit der man alle gewünschten Kontaktinformationen innerhalb von kürzester Zeit teilen kann. „Dafür geht man einfach auf unsere Website, bestellt sich seine eigene Taag-Card und nach Erhalt der Karte muss man mit seinem Handy nur den QR-Code scannen und kann auf der Einrichtungsseite alle gewünschten Kontaktdaten hinterlegen”, erklärte Zöllner den Löwen. „Das Besondere daran ist, dass man auch alle seine Social-Media-Pofile verlinken und seine Kontaktinformationen jederzeit selbst bearbeiten kann.“

Wenn man sein Handy mit dem Taag oder der Karte an das Smartphone vom Gegenüber hält, erfolgt unmittelbar die Datenübertragung und das Gegenüber kann Informationen wie Name, Telefonnummer, Adresse oder Standort in der Kontaktliste seines Handys abspeichern.

Endkunden können ihr Produkt über ihren Webshop erwerben, zukünftig möchten die Beiden ihren Fokus aber auf den B2B-Bereich legen und haben für Firmenkunden eine spezielle Software entwickelt. Um ihre Vertriebs- und Marketingmaßnahmen auszubauen, benötigten Zöllner und Cankiran 50.000 Euro und boten 30 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Big Brother?

Nach dem Pitch zeigten sich die Löwen von den jungen Männern schwer beeindruckt. Allerdings rief ihr Geschäftsmodell Zweifel auf: Firmen würden für Taag fünf Euro pro Mitarbeiter bezahlen, dafür für drei Monate ein eigenes Company-Dashboard erhalten – mit Features, sodass die Personalabteilung alles verwalten könne. Danach müssten Firmen bei gewünschter Fortsetzung einen Euro pro User im Monat zahlen.

Es waren nicht die Preise, die Wöhrl und Maschmeyer aufhorchen ließen, sondern eine mögliche Kontrolle, wie oft ein Mitarbeiter seine digitale Visitenkarte weitergeben würde. Das könnte Druck auf Mitarbeiter erzeugen. Das Gegenargument der jungen Männer lautete, man könne sich auch nur anzeigen lassen, wieviel Papier und Geld man gespart habe. Ohne mehr Daten zu sehen.

Gründer vor Gericht

Williams sah in der Idee keinen Business-Case und stieg aus. Danach mussten die Gründer erklären, warum es zwischen den ersten 3.000 Euro Umsatz und den letzten 1.000 eine mehrmonatige Pause gab. Zöllner erklärte, dass er unter anderem vor Gericht darum kämpfen musste, um seine volle Geschäftsfähigkeit durchzusetzen. Was er auch geschafft habe.

Dümmel war der erste, der ohne Angebot blieb. Rosberg wollte Kunde werden, ging aber auch. Wöhrl bewunderte den Mut und das Know-how der beiden, wollte jedoch auch nicht investieren. Sie könne wenig helfen. Maschmeyer rügte seine Kollegen, die nicht an die Idee glaubten und bot die gewünschte Summe. Deal für Taag.

120 Liter in zehn Minuten

Die beiden Gründer Karsten Gaedke und Alexander Schulze präsentierten in der „Höhle der Löwen“ ihre Erfindung bluegreen, einen Aufsatz für die Dusche, mit dem man bis zu 50 Prozent Wasser einsparen können soll. Schulze selbst liebt es, unter der Dusche zu entspannen, doch der Verbrauch von 120 Litern in zehn Minuten hatte den 39-Jährigen schockiert.

Höhle der Löwen, bluegreen, puregreen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Alexander Schulze und Karsten Gaedke (l.) zeigten den Löwen den Dusch-Wassersparer bluegreen, der später in puregreen umbenannt wurde.

„Das sind 43.000 Liter Wasser pro Jahr nur allein für mich. So verschwenderisch wollte ich nicht sein, aber auf meine ausgedehnten Duschen wollte ich auch nicht verzichten“, sagte er. Und so kam Karsten Gaedke ins Spiel, der seit zehn Jahren im Sanitärhandel tätig war, und wusste, dass es zwar bereits Wassersparer für die Dusche gebe, doch jene lediglich die Durchflussmenge reduzieren würden. Und damit auch den Wasserdruck.

Wasserverwirbelung

Mit bluegreen (nach der Sendung in puregreen umbenannt) soll sich das ändern. Der genormte Wassersparer wird zwischen Armatur und Duschschlauch angebracht. Durch den entstehenden Unterdruck wird durch eine kleine Öffnung an der Seite Luft angesaugt, mit dem Wasser verwirbelt und das Wasservolumen durch die Luft vergrößert.

„Das hört sich relativ kompliziert an. Aber denken Sie an Mousse au Chocolat. Das Wasser wird fluffig und angenehm weich“, erklärte Gaedke den Löwen. Mit bluegreen soll nicht nur rund 50 Prozent weniger Wasser verbraucht werden, sondern die Nutzer damit auch Geld einsparen. Die Forderung: 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile.

Die Sauer-Löwen

Bisher wurden von bluegreen 550 Stück verkauft, bei einem Preis von knapp 30 Euro. Dies ließ Medien-Profi Georg Kofler und Maschmeyer am Committment der Gründer zweifeln. Das Argument der Pitcher, dass sie sich zwei Jahre nicht um ihr Geschäft kümmern hätten können, ließ der Multi-Investor nicht gelten und wurde zur Absage. Der Südtiroler sprach ähnlich genervt und ging mit den Worten „eine Zumutung“ ohne Angebot.

Danach erfuhr man, dass die Founder im ersten Jahr über zwei, im zweiten neun und im dritten Jahr rund 30 Millionen Euro an Umsatz kalkuliert hätten – wenn ein Löwe einsteigen würde.

Ein etwas anderer Löwe

Glagau lobte die Idee zwar, sah aber kein Feuer in den Gründern brennen. Auch er blieb ohne Angebot. Dann kam die letzte Hoffnung: Ralf Dümmel. Ein Löwe, der oft Dinge anders sieht als sein Rudel. So auch diesmal. Er fand das Produkt sensationell. Auch das Thema „Wasser sparen“ wäre immens wichtig. Er bot 100.000 Euro für 30 Prozent.

Der Handelsexperte bekam danach in Wöhrl sogar noch Konkurrenz. Sie warb damit, ihre Hotels auszustatten und bot ebenfalls 100.000 Euro, allerdings für 25 Prozent. Nach einer längeren Beratung kehrte das Duo zurück und nahm Dümmel mit ins Boot. Deal für bluegreen.

Deine ungelesenen Artikel:
09.07.2026

Österreich stagniert im Innovation Scoreboard 2026 – Risikokapital bleibt Problem

Österreich hält im European Innovation Scoreboard 2026 den achten Rang, verliert aber an Dynamik. Während Spitzenwerte bei Patenten und Kooperationen überzeugen, bremsen spürbare Schwächen bei Wagniskapital und digitaler Infrastruktur den Startup-Standort im EU-Vergleich aus.
/artikel/oesterreich-stagniert-im-innovation-scoreboard-2026-risikokapital-bleibt-problem
09.07.2026

Österreich stagniert im Innovation Scoreboard 2026 – Risikokapital bleibt Problem

Österreich hält im European Innovation Scoreboard 2026 den achten Rang, verliert aber an Dynamik. Während Spitzenwerte bei Patenten und Kooperationen überzeugen, bremsen spürbare Schwächen bei Wagniskapital und digitaler Infrastruktur den Startup-Standort im EU-Vergleich aus.
/artikel/oesterreich-stagniert-im-innovation-scoreboard-2026-risikokapital-bleibt-problem
Die Fahne der EU (c) Adobe Stock

Im aktuellen „European Innovation Scoreboard 2026“ der Europäischen Kommission behauptet sich Österreich im oberen europäischen Mittelfeld. Mit einer Innovationsleistung von 113 Prozent des EU-Durchschnitts im Jahr 2026 belegt das Land wie schon im Vorjahr den achten Rang unter den EU-Mitgliedstaaten und verbleibt in der Klasse der sogenannten „Strong Innovators“. Langfristig verzeichnet Österreich zwar einen Zuwachs der Innovationskraft von 8,9 Prozentpunkten gegenüber dem Basisjahr 2019, im Vergleich zu 2025 gab der nationale Gesamtindex jedoch um 2,3 Prozentpunkte nach. Diese Abschwächung spiegelt eine wirtschaftliche Dynamik wider, die infolge anhaltender externer Schocks und gestiegener Betriebskosten an internationaler Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat.

Im Schatten der Spitzenreiter

Angeführt wird das europäische Gesamtklassement unverändert von der Schweiz, die mit 141,3 Prozent des EU-Durchschnitts den innovativsten Standort des Kontinents darstellt. Innerhalb der EU-Grenzen sichert sich erneut Schweden die Spitzenposition (139 Prozent), gefolgt von Dänemark und den Niederlanden. Finnland, das in den Vorjahren fest zur Spitzengruppe der „Innovation Leaders“ zählte, verlor an Schwung und stürzte in die Leistungsklasse Österreichs ab.

Im Vergleich mit dem größten Handelspartner Deutschland (EU-Rang 9) hat Österreich zwar knapp die Nase vorn. Einige Diskrepanzen: Während Deutschland bei den forschungsbezogenen Staatsausgaben im öffentlichen Sektor auf Platz 5 liegt, belegt Österreich hier den hervorragenden dritten Platz. Bei der direkten und indirekten steuerlichen Forschungsförderung für Betriebe verweist Österreich den Nachbarn (Deutschland Rang 23) mit dem vierten Platz klar auf die hinteren Ränge.

Die Achillesferse: Wagniskapital und Skalierungsbarrieren

Für die heimische Startup- und Scaleup-Szene liefert das Scoreboard eine ernüchternde Bilanz in puncto Wachstumsfinanzierung. Als chronischer Schwachpunkt erweist sich einmal mehr der Bereich Venture Capital: Bei den Wagniskapital-Investitionen erreicht Österreich magere 47,9 Prozent des EU-Durchschnitts und belegt im EU-Vergleich lediglich Platz 15.

Diese strukturelle Finanzierungslücke schlägt sich auch im komplementären „European Startup and Scaleup Scoreboard“ (ESSS) nieder: Zwar wird Österreich dort mit 113,8 Prozent des EU-Durchschnitts auf Rang 10 als „High-performing“ eingestuft, die Erhebung attestiert dem Standort jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen einer hohen Startup-Dichte pro Kopf und einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Zahl an schnell wachsenden Unternehmen („Centaurs“ und „Unicorns“). Bereits im Zuge des letztjährigen Rankings stand die stagnierende Entwicklung im Fokus der Kritik, insbesondere im Hinblick auf strukturelle Finanzierungshemmnisse (brutkasten berichtete).

Spürbarer Rückgang bei KMU-Innovationen trotz starker Schutzrechte

Sorge bereiten zudem die Innovationsaktivitäten im KMU-Bereich. Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die Produkt- oder Geschäftsprozessinnovationen einführen, ist mittelfristig deutlich zurückgegangen – ausgewiesen wird ein Minus von 24,4 Prozentpunkten bei Produkt- bzw. 21,2 Prozentpunkten bei Prozessinnovationen seit dem Jahr 2019. Demgegenüber steht eine traditionelle Stärke bei der Sicherung von geistigem Eigentum, wo Österreich im Bereich der intellektuellen Vermögenswerte im EU-Vergleich den hervorragenden zweiten Platz belegt.

Doch auch dieses Fundament zeigt Ermüdungserscheinungen: Seit 2019 verzeichneten die Designanmeldungen einen spürbaren Rückgang um 49,7 Prozentpunkte, während Patentanmeldungen (-16,8 Prozentpunkte) und Markenanmeldungen (-11,1 Prozentpunkte) ebenfalls schrumpften. Positiv hervorzuheben ist die enge Vernetzung im System bei den öffentlich-privaten Co-Publikationen (EU-Rang 3), wenngleich die Jobmobilität von hochqualifizierten Fachkräften in Wissenschaft und Technologie im Jahresvergleich um empfindliche 32,4 Prozentpunkte einbrach.

Das Transferproblem: Viel Input, zu wenig messbarer Output

Ein altbekanntes, strukturelles Paradoxon des österreichischen Innovationssystems bleibt die mangelnde Effizienz im Transfer von Forschungserfolgen in den Markt. Während das Land beim reinen Innovations-Input die dritthöchsten Investitionen in der EU verzeichnet, reicht es beim tatsächlichen Output nur für Rang 8. Besonders deutlich wird dies bei den Verkäufen von Marktneuheiten und firmeninternen Innovationen, bei denen das Land seit 2025 einen spürbaren Rückgang verzeichnet. Dem Standort gelingt es somit unzureichend, seine enormen Forschungsförderungen und Investitionen in marktfähige, produktivitätssteigernde Produkte zu übersetzen.

Digitalisierung und weitere Kernbereiche im Überblick

In den weiteren Dimensionen des Scoreboards zeichnet sich ein differenziertes Bild ab:

  • Digitalisierung (Rang 14): Ein widersprüchliches Feld. Die Verfügbarkeit von High-Speed-Internet hinkt mit Rang 23 im EU-Vergleich hinterher, hat sich jedoch seit 2019 um 174,7 Prozentpunkte verbessert.
  • Forschungssysteme & Human Ressources: Österreich verfügt über ein hochattraktives akademisches System (Rang 8), getragen von einem sehr hohen Anteil ausländischer Doktoratsstudierender (Rang 5). Bei den Human Ressources insgesamt reicht es wegen einer im EU-Vergleich geringeren Akademikerquote jedoch nur für Rang 14.
  • Nachhaltigkeit & Außenhandel: Während der heimische Öko-Innovations-Index mit 177,1 Prozent weit über dem EU-Schnitt von 127,5 Prozent liegt (beides gemessen an 2019), ist der konsumbedingte Treibhausgas-Fußabdruck fast 20 Prozent zu hoch. Zudem schwächelt Österreich massiv beim Export wissensintensiver Dienstleistungen.

Das politische Spannungsfeld: „Champions League“ vs. „Ergebnisverwaltung“

Die Interpretation des achten Platzes sorgt auf nationaler Ebene für teils konträre Statements von Politik und Wirtschaft. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstreicht: „Das European Innovation Scoreboard zeigt klar: Österreich investiert überdurchschnittlich in Forschung und Innovation. Beim Output schöpfen wir dieses Potenzial aber noch nicht ausreichend aus.“ Mit Platz 3 beim Input und Platz 8 beim Output könne man sich nicht zufriedengeben; man müsse exzellente Forschung schneller in marktfähige Produkte übersetzen.

Innovationsminister Peter Hanke betont wiederum die Stabilität in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld: „Platz 8 im European Innovation Scoreboard ist ein starkes Zeugnis für den Innovationsstandort Österreich. Dieses Ergebnis kommt nicht von ungefähr: Es ist der Verdienst unserer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der vielen klugen Köpfe in diesem Land.“ Er verweist auf das massive staatliche Investment von 5,5 Milliarden Euro durch den FTI-Pakt bis 2029. Stefan Harasek, Präsident des Patentamts, hält fest: „Diese starke Platzierung bestätigt einmal mehr: Österreich zählt in der sich nur zögerlich erholenden Wirtschaftsdynamik zu den Innovationsmotoren Europas und muss sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken.“

Eine gänzlich andere Tonlage schlägt die Industriellenvereinigung (IV) ein. Generalsekretär Christoph Neumayer warnt vor Selbstzufriedenheit: „Der Abstand zur europäischen Spitze droht zum Dauerzustand zu werden. Wir stecken mit Platz 8 im Mittelfeld fest.“ Wer ein „Innovation Leader“ werden wolle, müsse deutlich dynamischer agieren und an Geschwindigkeit zulegen. Neumayer zieht dabei einen sportlichen Vergleich heran: „Wer an die Spitze will, darf nicht nur auf Ergebnisverwaltung spielen. Champions entstehen durch Geschwindigkeit und Angriff, nicht in der Defensive.“

Auch Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mahnt zur Bewegung: „Österreich behauptet sich im European Innovation Scoreboard 2026 erneut auf Rang 8 […] gleichzeitig zeigt das aktuelle Ergebnis aber auch, dass wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfen.“ Der Vergleich mit 2023 – als Österreich noch bei knapp 120 Prozent des EU-Schnitts lag – zeige deutlich, dass zusätzliche Dynamik notwendig sei, um den Anschluss an die europäische Spitzengruppe nicht zu verlieren.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Höhle der Löwen“: Maschmeyer drängt auf rasches Ende nach 16 Mio. Bewertung