14.10.2019

Höhle der Löwen: Marketing-Expertinnen über die Startups aus Folge 7

Die Marketingexpertinnen Maimuna Mosser (IKEA Austria) und Sonja Felber (AHVV) beleuchteten die sechs Startups der siebten Folge der aktuellen Staffel "Die Höhle der Löwen" aus strategischer Perspektive und bewerteten das Marketingpotenzial der Produkte schon vorab.
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Die Höhle der Löwen - Marketing-Expertinnen zu Folge 7
(c) TVNOW: Christina Terbille (l.) und Sarah Wendlandt präsentieren bei "Die Höhle der Löwen" mit "Die Pferde App" eine Stall- und Pflegemanagement App. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.

Vergangene Woche lagen die Marketing-Expertinnen Sabrina Oswald und Evelyn Herl mit ihrem „Die Höhle der Löwen“-Favoriten-Tipp halb richtig. während sich BitterLiebe ein Investment holte, ging Strong Fitness Cosmetics leer aus.

+++ DHDL Folge 6: Streit zwischen Investoren um Lifestyle-Startup +++

Diese Woche analysieren die Marketingexpertinnen Maimuna Mosser (Chief Business Development Officer bei IKEA Austria und Vorstandsmitglied der Österreichischen Marketing-Gesellschaft) und Sonja Felber (Geschäftsleitung AHVV und Vorstandsmitglied der Österreichischen Marketing-Gesellschaft) für uns die sechs Startups aus Folge 7 aus strategischer Perspektive und bewerteten das Marketingpotenzial der Produkte schon vorab.

1. Mellow Monkey

Marshmallows einmal ganz anders – außen geröstet und innen mit einem Eiskern versehen. Von dieser spannenden Idee gibt es mittlerweile 20 verschiedene Sorten, allesamt handgemacht. Seit zwei Jahren ist Mellow Monkey am Markt: Die Gründer verkaufen ihre Gourmet-Marshmallows über ihren Online-Shop und in einem Foodtruck auf Food-Festivals in ganz Deutschland. Den Proof of Concept haben sie damit schon einmal mehr als erbracht. Außerdem sind sie bereits mit einer Mellow Monkey-Bar auch im Catering-Bereich unterwegs. Jetzt träumen die beiden Gründer vom Schritt in den Einzelhandel und eigenen Shops. Für diesen Schritt wollen sie sich bei „Die Höhle der Löwen“ 100.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile holen.

Die Einschätzung der Expertinnen

Die Webseite ist optisch sehr ansprechend und auch technisch gut umgesetzt. Allerdings könnten die Erklärungen ein bisschen informativer sein. Ein Video, das Menschen nur beim Essen zeigt – nicht gerade originell oder? Instagram und YouTube werden eingesetzt, allerdings noch viel zu sanft. Manchmal sollte man seine Geschichte schon etwas „aggressiver“ unter die Leute bringen.

Ob 49 Euro für eine Box mit gemischtem Inhalt wirklich in Relation stehen? Vor allem ist eine Box nur mit der Mengenangabe von 200 Gramm versehen – es wäre spannend zu wissen, wie viele Marshmallows das sind. Mellow Monkey ist ohne Finanzzahlen schwer zu beurteilen. Außerdem fänden wir es besser, wenn man Boxen nach eigenem Gusto zusammenstellen könnte.

Marketing-Tipp

Die Story von Mellow Monkey sollte mit viel mehr Druck zu den Zielgruppen gebracht werden. Hier ist man eindeutig noch zu brav. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn Kunden die Box nach eigenem Geschmack zusammenstellen könnten.

Marketing-Expertin Maimuna Mosser IKEA Austria) beurteilt für den brutkasten die
(c) APA / Ludwig Schedl: Marketing-Expertin Maimuna Mosser IKEA Austria)

2. Soccer Performancesack

Wenn Fußballer auf der Ersatzbank sitzen, kann es schon mal recht kalt werden während eines Spiels, vor allem im Herbst und Winter. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass die Beine gut geschützt und gewärmt sind. Dazu hat Bülent Yaman den „Soccer Performancesack“ erfunden, damit die Beine der Fußballer warm und trocken bleiben. Zudem kann man den Wärmespender außen auch noch mit Vereins- und Sponsorenlogos branden. Bei „Die Höhle der Löwen“ will sich der Gründer 80.000 Euro für 15 Prozent Anteile sichern.

Die Einschätzung der Expertinnen

Die Webseite ist in Ordnung, aus SEO-Sicht optimierungswürdig, jedoch relativ informativ. Für alle wesentlichen Informationen muss man eine Anfrage stellen. Was auf der Homepage allerdings wirklich fehlt, ist eine vermehrte Nennung des Namens „Soccer Performencesack“ – dieser kommt nämlich so gut wie gar nicht vor. Das macht die Bewertung nicht unbedingt einfach. Eine Facebook-Seite gibt es zwar, doch dort tut sich kaum etwas und Ads laufen auch keine. Auf Google waren auch kaum Berichte zu finden.

In Anbetracht dieser Umstände fällt es uns relativ schwer, eine Bewertung abzugeben ohne den Preis, die Umsätze und Deckungsbeitrag zu kennen.

Marketing-Tipp

Auch hier gilt ähnlich wie bei den Mellow Monkeys: Eine gute Idee alleine macht noch kein gutes Produkt. Es muss auch über das Produkt geschrieben und gesprochen werden, zudem wären Bewertungen von Vorteil. Leider konnten wir kaum Berichte dazu finden und auch das wäre eigentlich der Job eines jeden Gründers.

3. Easy Pan

Bei Easy Pan handelt es sich um eine Pfanne mit Überrollbügel, die beim Wenden von Essen das Beschmutzen des Herds verhindern soll. Bei „Die Höhle der Löwen“ wollen die Gründer für 20 Prozent Anteile gerade einmal 25.000 Euro.

Die Einschätzung der Expertinnen

Easy Pan klingt eigentlich nach einer guten Idee. Denn manchmal sind es genau die kleinen Dinge im Alltag, die viele Menschen stören und daher auch bei Investoren Interesse hervorrufen. Aus unserer Sicht lässt sich das Produkt aber leider kaum beurteilen, da wir keines zum Testen hatten und im Web weder Erfahrungen noch Bewertungen zu finden sind.

Die Webseite ist größtenteils in Ordnung, wäre aber aus SEO-Sicht noch verbesserungswürdig. Vor allem empfehlen wir den Einsatz von Videos, um den Produktnutzen – das problemlose Wenden von Essen – aufzuzeigen. Eine Facebook-Seite gibt es, diese befindet sich allerdings noch im Aufbau.

Die Gründer geben sich sehr zurückhaltend, würden für ein Investment von 25.000 Euro 20 Prozent ihrer Unternehmensanteile veräußern. Da stehen die Chancen auf ein Investment vor allem bei den Experten im Bereich Teleshopping sicher gut. Der Preis für die Pfannen ist auch sehr niedrig angesetzt.

Marketing-Tipp

Euer Produkt ist jetzt serienreif und wir wünschen viel Erfolg! Ebenso serienreif muss aber das Marketing sein – also vergesst nicht auf Videos und seht zu, dass ihr so rasch wie möglich viele Produktbewertungen erhaltet und diese über Facebook mit möglichst viel Reichweite verbreitet. PS: Ein anderer Name wäre für euer Produkt empfehlenswert, denn wer es googelt, findet eine Lösung für den Dach-Bau.

4. ahead

Zwei ehemalige Bundeswehr-Offiziere haben ein Unternehmen für Performance Food gegründet. Ihr spezieller Ansatz dahinter sind natürliche Food-Produkte zur Steigerung der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit. Damit wollen sie möglichst vielen Menschen helfen, ihr volles Potenzial im Alltag zu entfalten. Ihr neuestes Produkt ist ein Snack-Riegel für „ganz legales Gehirndoping“ – laut Gründern der erste pflanzliche Omega-3-Riegel weltweit, der DHA aus Meeres-Mikroalgen enthält und so auch Vegetariern diesen wichtigen Nährstoff zugänglich machen soll. Bei „Die Höhle der Löwen“ wollen die Gründer 400.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile aufstellen.

Die Einschätzung der Expertinnen

Sowohl die Webseite als auch der Shop sind professionell aufgesetzt. Facebook läuft mit Ads, Instagram zeigt viel Engagement, nur bei YouTube könnten es noch mehr Views sein. Die Bewertungen für den Shop und die Produkte sind sehr hoch und die Kunden scheinbar hoch zufrieden.

Jetzt würden wir den Riegel noch gerne kosten, um das Potenzial einschätzen zu können. 400.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile (wenn es um die ganze Firma und nicht bloß den Riegel geht) erscheinen jedenfalls realistisch.

Marketing-Tipp

Bleibt auf eurem Weg und geht ihn konsequent und professionell weiter – denn euer Konzept klingt wirklich äußerst vielversprechend! Die Disziplin und das Durchhaltevermögen habt ihr als Offiziere schon einmal gelernt, gut so.

Marketing-Expertin Sonja Felber (AHVV) beurteilt für den brutkasten die
(c) APA / Ludwig Schedl: Marketing-Expertin Sonja Felber (AHVV)

5. Die Pferde App

Die Pferde App soll alle Prozesse in einem Pferdebetrieb sinnvoll steuern und das Stall-Management so einfacher machen. Die Nutzer bekommen mit der App den Überblick über die Aktivitäten eines jeden Pferdes und können so alle Aufgaben rund um Bewegung, Fütterung und der gesundheitlichen Versorgung der Pferde planen. Alle wichtigen Informationen werden zentral verwaltet und auch die Mitarbeiterplanung kann über die App erfolgen. Weitere Features sind bereits in Planung, so soll zukünftig auch eine Verknüpfung mit den Pferdebesitzern möglich sein. Für 15 Prozent Anteile wollen sich die Gründerinnen bei „Die Höhle der Löwen“ 150.000 Euro holen.

Die Einschätzung der Expertinnen

Die Webseite ist in Ordnung, aber leider hat das Video bei unserem Zugriff nicht funktioniert. Verkauft wird die App in einem monatlichen Abo-System, abgerechnet wird nach der Anzahl der Pferde. Das klingt interessant, denn das Marktpotenzial ist vorhanden – alleine in Deutschland gibt es rund vier Millionen Pferdebesitzer.

Einige Tests und Vergleiche gibt es bereits, bei diesen hat die Pferde App gut abgeschnitten. Allerdings sind die Bewertungen durchwachsen: Etliche Nutzer sind aktuell wegen technischer Probleme unzufrieden, wie ein Blick in die App Stores zeigt.

Marketing-Tipp

Zu einer guten und intelligenten Story gehört auch ein technisch einwandfrei funktionierendes Produkt. Schaut, dass die Bugs verschwinden, denn gute Bewertungen sind das Um und Auf für rasche Skalierung und Expansion in andere Länder. Die Konkurrenz schläft nicht…

6. CLEW

Was beim Snowboarden nervt, ist das lästige An- und Abschnallen der Bindung. CLEW (für „clever & new“) hat ein zweiteiliges System mit Step-in-Funktion entwickelt. Der erste Teil kann an jeden beliebigen Softboot geschnallt werden und der zweite Teil ist fest auf dem Snowboard montiert. Durch einfaches Auftreten und ohne die Hände benutzen zu müssen, kann beides verbunden werden. Auch das Lösen der Bindung soll mit einem Handgriff getan sein. Bei „Die Höhle der Löwen“ bieten die Gründer 15 Prozent Anteile für 200.000 Euro.

Die Einschätzung der Expertinnen

Das Konzept klingt toll. Die Webseite ist fein gemacht und erklärt alles einfach und verständlich. Facebook und Instagram sind ebenfalls im Einsatz, zu unserer Überraschung mit recht wenig Engagement – da hätten wir uns etwas mehr Begeisterung aus der Community erwartet.

Problematisch könnte auch die recht hohe Firmenbewertung von 200.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile werden. Hier würden wir sehr gerne noch die bisherigen Umsatzzahlen sehen.

Marketing-Tipp

Ads, Ads, Ads – ihr habt ein tolles Produkt, aber die Snowboarder müssen davon auch erfahren. Und mit einer größeren Produktion könntet ihr auch den durchaus ambitionierten Preis noch senken.

Die Favoriten für Folge 7/2019 von „Die Höhle der Löwen“

Einen Favoriten für diese Folge auszumachen, ist für uns nicht einfach, da etwa Produkte im Bereich Essen besonders schwer zu bewerten sind. Wir lehnen uns einmal weit aus dem Fenster und sagen: ahead hat sehr gute Chancen auf ein Investment, dahinter folgen die Pferde App und Easy Pan. Clew räumen wir lediglich Außenseiterchancen ein. Wir wünschen aber natürlich allen Teilnehmern viel Erfolg.

⇒ Mellow Monkey

⇒ Soccer Performancesack

⇒ Easy Pan

⇒ ahead

⇒ Die Pferde App

⇒ CLEW

⇒ Österreichische Marketing-Gesellschaft

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Scaleups. | © brutkasten

Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

Helferline

v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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