05.11.2019

Höhle der Löwen Folge 10: Eine Scheibe, die Ratten ersäuft und raffinierter Zucker

In der vorletzten Folge von "Die Höhle der Löwen" 2019 ging es um gekeimtes Korn, einen Mega-Pez-Spender für Schnuller und um Vorteile von Vollrohrzucker. Außerdem bemäkelte Investorin Dagmar Wöhrl als "überzeugte Tierschützerin" das Produkt eines Startups, das Ratten ersaufen lässt.
/artikel/hoehle-der-loewen-folge-10-2019
Höhle der Löwen, Frank Thelen, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Judith Williams, Nils Glagau, Ralf Dümmel, Startup, Investment
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Jacqueline und Simon Burkhardt präsentierten den Rattenstopper "no rats on board".
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Den Anfang der zehnten und vorletzten Folge von „Die Höhle der Löwen“ dieses Jahr machte das Ehepaar Jennifer und Philipp Rathgeber. Mit ihrem Startup Elixr bieten sie Öle mit ätherischen Zusätzen zum „Ölziehen“ in drei Sorten an. Beim Ölziehen spült man den Mund mit Pflanzenöl für circa zehn Minuten und spuckt es danach aus. Das Öl soll Bakterien aus dem Mundraum binden und dabei Karies vorbeugen und das Immunsystem stärken. Die Gründer forderten für ihre Neubearbeitung der alten Ayurveda-Tradition für 20 Prozent Unternehmensanteile 75.000 Euro.

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Der „ziehende“ Dümmel

Während des Pitch musst Investor Ralf Dümmel als Versuchskaninchen herhalten und „zog“ neutrales Speiseöl. Damit wollten die Gründer zeigen, welche Überwindung man brauche, um das handelsübliche Produkt fürs „Ziehen“ zu nutzen. Danach versuchte das Founder-Duo ihr eigenes Produkt als weniger „ölige“ und „grausliche“ Alternative zu präsentieren. Elixr hätte gegenüber üblichen Ölen einen „tollen Geschmack“.

Thelen: „Keine Ahnung von Beauty“

Nach der Kostprobe meinte Dümmel, Elixr wäre tatsächlich viel angenehmer. Judith Williams erzählte davon, dass sie ein Fan von Ayurveda sei und sich für sie bereits eine einzige Massage dieser Art wie eine Woche Urlaub anfühlen würde. Frank Thelen lobte den Auftritt der Gründer, meinte aber, sein Problem wäre das Produkt. Er hätte von Beauty keine Ahnung.

„Davon träumen Investoren“

Carsten Maschmeyer zeigte sich daraufhin an den beiden Foundern interessiert. Er erfuhr, dass Philipp Rathgeber früher BWL-Professor war (gab die Professur auf, um sich ganz Elixr zu widmen) und Jennifer Rathgeber aus dem Marketingbereich kommt. Maschmeyers Urteil: „Davon träumen Investoren“. Als er gerade zu einem Angebot ausholen wollte, fiel ihm Dümmel ins Wort.

Löwen-Partnerschaft

Er sagte: „Bevor wir gleich Gegner werden, wollen wir Partner werden?“. Maschmeyer stimmte zu. Das Investorenpaar entschied sich still zu beraten und wartete ab. In der Zwischenzeit stellten die Entrepreneure ein weiteres Produkt, eine Seife, vor. Dümmel war zwischenzeitlich kurz zu hören, als er besorgt mutmaßte, ob die beiden Gründer lieber zur Shopping-Queen Williams wollten.

Ein Nein von Wöhrl

Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl meinte, für sie wäre es nichts Innovatives. Sie kenne das Produkt von Asien-Reisen und nehme sich immer wieder ätherische Öle mit. Sie stieg aus. Diese Absage nutzte Jennifer Rathgeber gleich dazu, darauf hinzuweisen, dass man „solche Produkte“ auch in Deutschland brauche, um sie nicht extra aus Asien einführen zu müssen. Es gab anerkennendes Nicken von Williams.

Bewertung massiv erhöht: Keine Chance für Maschmeyer und Dümmel

Die Shopping-Expertin erkannte sich in der jungen Frau wieder und bot die 75.000 Euro für 20 Prozent. Es schien, als ob es zwischen dem Trio „funken“ würde. Danach kam das Angebot von Maschmeyer und Dümmel: 150.000 Euro für 25 Prozent. Williams zog nach und „matchte“ das Angebot ihrer Kollegen. Nach dieser massiven Erhöhung der Firmenbewertung (von 375.000 auf 600.000 Euro) durch die Investoren, bekam schlussendlich Williams den Deal. Während Dümmel die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand, meinte Tech-Experte Thelen nur: „Judith, jetzt gibt’s ordentlich was zu ziehen“.

Lösung für schreiende Babys?

Den zweiten Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ hatte Sebastian Stahl. Als Vater zweier Kinder kenne er das Problem schreiender Babys und die verzweifelte nächtliche Suche nach dem Schnuller, erklärter der Gründer. Mit binkybox hat er einen Schnullerspender entwickelt, der Eltern diese Schnuller-Suche ersparen soll.

Höhle der Löwen, Frank Thelen, Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Judith Williams, Nils Glagau, Ralf Dümmel, Startup, Investment
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Sebastian Stahl hoffte mit seiner „binkybox“ –  Schnuller-Spender für das Kinderbett – auf ein Investment.

Für fünf Schnuller

Der Schnullerspender von binkybox biete geschützten Platz für fünf handelsübliche Schnuller und könne ohne Bohren befestigt werden. Es gibt den Spender in mehreren Farben. Der Rahmen des des Produkts leuchtet in der Nacht, sodass sich gegebenenfalls auch das Kind selbst in der Dunkelheit einen neuen Schnuller nehmen kann. Angeblich wären Kinder nach rund acht Monaten dazu in der Lage. Stahl forderte 75.000 Euro für 17 Prozent Beteiligung.

Leuchtschnuller als Konkurrenz

Der Gründer wartete zusätzlich mit einem Video auf, indem sein Baby-Sohn zu sehen war, der sich einfach einen Schnuller aus der Box nahm. Nach der Inspektion des Produkts durch die Jury, deutet Konzernchef Nils Glagau an, dass der leuchtende Schnuller, den er von seinen Kindern kannte, eine bereits vorhandenes Konkurrenzprodukt wäre. Der Gründer entgegnete unter anderem mit einer sauberen Umgebung und erzählte von Gesprächen mit Schlaftherapeuten für gestresste Neueltern, die ihm bescheinigt hätten, dass sein Produkt die Lösung wäre. Mit dem Leuchtschnuller würde das Kind aufwachen.

Messen-Marketing und Anfragen aus Israel

Bisher 15 verkaufte Stück der binkybox ließen die Investoren jedoch skeptisch werden, woraufhin Stahl von einem Vertrag seiner Firma mit dem Einkaufsverbund sprach. 200 Babyläden würden auf einer nahenden Messe den Schnullerspender präsentieren. Es gebe auch Anfragen aus Israel.

Eine Viertel-Million Euro ins Startup gesteckt

Maschmeyer nannte es eine nette Idee. Als Vater fände er die Box süß, jedoch wäre ihm das als Investor zu kleinteilig. Thelen ging danach als zweiter potentieller Financier. Ihm folgte Dümmel. Es sah danach aus, als ob es eine rasche Absagenrunde für den gebürtigen Schwaben geben würde, als er von Glagau gefragt wurde, wie viel Geld er bereits in seine Idee gesteckt habe. Seine Antwort: 250.000 Euro – die Hälfte davon als Bankdarlehen.

Keine Skalierbarkeit?

Kofler zeigte sich beeindruckt vom Einsatz des Gründers – aber, wie der Rest der Jury auch ein wenig geschockt. Ihm wäre die Verantwortung zu groß und der Markt zu klein, sagte der Social Media-Experte. Er stieg aus. Daraufhin meinte Stahl, auf dem von ihm kalkulierten Markt in Europa und Nordamerika gebe es jährlich elf Millionen Geburten. Glagau warf ein, dass man bei den rund 780.000 Geburten in Deutschland gar nicht wisse, wie viele tatsächlich jenes Problem hätten, das der Gründer beschrieb. Es wäre schwierig die Skalierbarkeit zu bestimmen. Auch er stieg damit aus – kein Deal für die binkybox. Über blieb ein sichtlich geknickter Gründer, dem die Skepsis der Investoren hinsichtlich Zielmarkt nahe ging.

Gekeimtes Müsli bei „Die Höhle der Löwen“

Michael Gebhardt und Erik Renk hatten das Vergnügen als dritte in der „Die Höhle der Löwen“-Sendung aufzutreten. Die beiden Schulfreunde haben mit ihrem Startup Keimster ein Unternehmen aufgebaut, das Müsli mit gekeimten Getreidesorten produziert. Das Sortiment umfasse neben dem Basismüsli weitere Mischungen in diversen Größen. Die Gründer forderten 300.000 Euro für 15 Prozent Geschäftsanteile.

Vorteile eines gekeimten Korns

Die Pitcher mussten gleich zu Beginn ein wenig Zeit dafür aufwenden, ihr Produkt zu erklären: Im Gegensatz zu einem normalen ungekeimten Korn könnten beim gekeimten die Nährstoffe leichter vom Körper aufgenommen und umgesetzt werden. Sie enthielten mehr Aminosäuren, Vitamine, Proteine und sekundäre Pflanzenstoffe. Das Startup habe einen Prozess entwickelt, in dem das rohe Getreide „angekeimt“ werde. Dann breche man vor der Entstehung einer neuen Pflanze den Keimvorgang ab. Danach wird das Ganze auf unter 42 Grad getrocknet, damit die „Rohkostqualität“ erhalten bleibe.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Michael Gebhardt (M.) und Erik Renk stellten mit „Keimster“ gekeimtes Bio-Müsli vor.

Werbung fürs eigene Produkt

Den Investoren mundeten die Müsli-Kostproben und noch mehr gefiel Williams die große Auswahl an 13 verschiedenen Sorten im Sortiment. Medieninvestor Kofler fragte nach der Konkurrenz und Wöhrl wollte es genauer wissen: Was wäre der Grund, Keimster zu kaufen, fragte sie. Gebhardt meinte daraufhin, dass es auch „gut wäre“ ein gekeimtes Produkt von einem Konkurrenten zu kaufen. Wöhrl hakte nochmal nach und betonte: „Sie müssen ja Werbung für ihr Produkt machen“.

Der Gründer brachte daraufhin die Nachhaltigkeit ins Spiel, woraufhin die Investorin ihn unterbrach und einwarf, dass der ökologische Aspekt eine tolle Nebenerscheinung wäre. Sie wiederholte ihre nachdrückliche Frage ein Drittes Mal.

Williams die Pitcherin

Daraufhin sprang Williams hilfreich zur Seite und antwortete für das Pitching-Duo: „Sie nehmen mir persönlich die Arbeit ab. Sie keimen für mich, alles was es zu keimen gibt auf der Welt. Und sie bieten einen Nähr- und Mehrwert für die Familie“. Die Jurorin war in ihrer Expertise kaum zu stoppen und erntete vom gesamten Studio Applaus. Danach ging es weiter.

„Themen nicht auf der Uhr“

Bei der Frage nach Produktionskosten gab es unter den Gründern derartige Verwirrung, dass Dümmel den Unterschied zwischen einem UVP, Einkaufspreis und Produktionskosten erklärte. Thelen strich danach heraus, dass es Kompetenz-Mängel bei den Gründern gebe. Das eigene Produkt zu präsentieren und dabei die Vorteile herauszustreichen, hätte Williams übernommen. Auch bezüglich der Frage nach den Produktionskosten sagte er abschließend: „Ihr habt die Themen nicht auf der Uhr“, bevor er ging.

Auch Kofler stieg aus

Renk schob dies auf die Aufregung zurück. Sie hätten die Zahlen eigentlich im Griff. Kofler ließt diese Aussage gelten, meinte aber, er traue den Beiden nicht zu, einen kleinen Markt zu erobern. Investor Nummer zwei war raus.

Altes Problem: Bewertung

Schlussendlich kamen die Startup-Juroren auf den Firmenwert zu sprechen. Der Umsatz von zurzeit der Aufzeichnung 230.000 Euro und der Plan, in drei Jahren die Umsatz-Million zu knacken, überzeugten Dümmel nicht. Die Bewertung sei zu hoch.

Doch ein Angebot

Williams verabschiedete sich weil sie keine Begeisterung bei den beiden Gründern, sehe was das Thema „keimen“ betreffe. Wöhrl und Dümmel überlegten, ob sie Interesse hätten. Die ehemalige Politikerin sah eine Zukunft für das Produkt, sah aber auch in der erwähnten Marge ein Problem: Drei Euro Produktionskosten bei einer Gewinnmarge von 0,55 Euro. Dennoch kam ein Angebot: 30 Prozent für 300.000 Euro.

Zweites Angebot

Dümmel meinte, er hätte viele Gründe zu investieren. Das Produkt wäre ein neues Thema – Chance und Risiko zugleich. Man müsste jedoch die Gesellschaft auf das „Keime essen“ aufmerksam machen. Das Hauptproblem bliebe die Firmenbewertung. Dennoch wollte er ins Startup einsteigen und meinte, er würde seine ganze „Power“ mitbringen. Das Angebot: ebenfalls 300.000 Euro für 30 Prozent. Er bekam den Deal.

„Rattenstop“

Als nächste bei „Die Höhle der Löwen“ trat die Schweizer Familie Burkhardt auf. Die beiden Geschwister Jaqueline und Simon stellten mit No rats on board ein Startup vor, das einen kreisförmigen „Rattenstop“ – mit Klicksystem – für Schiffe, Boote und Yachten produziert, der Ratten vom Betreten der Wasserfahrzeuge abhalten soll. Er sei leicht zu verstauen und lasse sich wie ein Schutzschild um das einzelne Halteseil befestigen, wenn das Boot im Hafen ankere. Auch eine Version für doppelte Festmacherleinen sei im Sortiment. Die Gründer, die die Erfindung ihres Vater präsentierten, forderten 150.000 Euro für 15 Prozent.

„Nur eine Ratte“

Als die Geschwister im Studio eine Ratte enthüllten und spaßhalber meinten, sie würden ohne Investment die Ratte „befreien“, konterte Wöhrl mit der Aussage, das sei ja nur eine Ratte. Dies verwirrte die Pitcher kurz, bevor sie ihre Präsentation fortsetzten. Sie erklärten die Gefahr zu See, wenn Ratten an Booten Schäden anrichten und Krankheiten mit sich führten.

Demo ging schief

Die Live-Demonstration im Studio mit einer Ratte funktionierte danach nicht so, wie sich die Gründer das vorgestellt hatten. Der Nager wollte partout nicht in Richtung des Stopps marschieren und tänzelte auf dem Seil herum. Eigentlich sollten Ratten bei einem Boot im Hafen vom scheibenartigen Rattenstopper, der sich bei Berührung dreht, ins Meer fallen.

„Over-engineered“

Von Wöhrl ging eine leichte Ablehnung gegen das Produkt aus, sie hatte als kleines Kind eine Ratte als Haustier. Thelen nannte es „over-engineerd“. Bootsbesitzer hätten zwar eine Preisflexibilität, aber man könne einen Schutz doch auch ganz billig herstellen.

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Tiermord mit Produkt?

Maschmeyer brachte daraufhin Tierschützer ins Spiel. Er wollte wissen, wie diese darauf reagieren, dass man Ratten im Hafen ersäufe. Jaqueline Burkhardt entgegnete, dass Ratten schwimmen könnten. Wöhrl ließ dies nicht gelten und erklärte, dass es beim Ankerplatz eine glatte Mauer gebe, an der die Ratte gar nicht wieder „herauf“ könnten. Co-Founder Simon Burkhardt darauf: „Dann muss sie rundherum schwimmen“.

Tierschützerin Wöhrl

Thelen meinte daraufhin, dass dieses Problem für ihn als Bootsbesitzer nicht existent wäre. Er stieg aus. Wöhrl merkte an, sie als Tierschützerin könne es gar nicht verantworten, dass die Ratte ertrinke. Eine potentielle Investorin weniger.

Singapur und die Ratten-Stop-Pflicht

Danach ging es um Häfen, die – laut Gründerin – Vorschriften hätten, dass Schiffe einen Rattenstopper besitzen und anlegen müssten. Ohne einen derartigen Schutz würde Schiffen die Einfahrt in manche Häfen verwehrt. Sie nannte als Beispiel den Singapurer Hafen.

Kein Deal für Ratten-Ersäufer

Dann stieg Kofler als nächster aus. Er hatte Skepsis, ob es tatsächlich so viele Häfen mit Rattenplagen gebe. Maschmeyer hingegen war der Rattenstopper zu nischig. Auch er ging ohne Angebot. Die Gründer gaben dennoch nicht auf. Sie erzählten von Möglichkeiten des „Brandings“ des Produkts und Stabiltätsvorteilen zur Konkurrenz. Dennoch stieg mit Glagau auch der letzte Juror aus. Kein Deal.

Zuckerprodukt bei Höhle der Löwen

Der Abschluss der vorletzten „Die Höhle der Löwen“-Folge des Jahres gebührte Anna Elisabeth Segovia, die in Wien studiert hatte. Die gebürtiger Kolumbianerin hat mit De Cana Panela ein Startup gegründet, das einen Bio-Vollrohrzucker aus Kolumbien vertreibt. Dort leben über 350.000 Familien vom Zuckerrohranbau. Dieser wird überwiegend zu „Panela“ verarbeitet. Die Gründerin forderte 200.000 Euro für 25 Prozent Anteile.

Die Nachteile des raffinierten Zuckers

Nach der Kostprobe mit Joghurt, Karottenkuchen und Limonade wollte Glaugau den Unterschied zum braunen Rohrzucker wissen. Die Gründerin meinte, wenn ein Zucker kristallin ist, wurde er raffiniert. Und ab dem Moment sei er tot. Tote Süße würde einem Körper nichts mehr bringen außer leere Kalorien.

(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Anna Elisabeth Segovia, die in Wien studierte, hat mit De Cana – Panela Naturzucker aus Kolumbien aus Kolumbien mitgebracht.

Weißer Zucker zu stark

Segovia zeigte im Gespräch hohe Kompetenz in Sachen Zuckerindustrie. Trotz Lob wurde Wunsch-Investor Glagau aber nicht überzeugt, dass die Gründerin den Geschmack des Vollrohrzuckers nach Europa bringen könnte. Der weiße Zucker wäre zu stark. Er stieg aus. Williams stimmte zu, dass es schwierig wäre die „Köpfe der Menschen zu drehen“. Auch sie ging.

Zwei Angebote

Wöhrl hingegen zeigte sich vollends vom Produkt überzeugt und bot 200.000 Euro für 25 Prozent. Dümmel meinte, die Gründerin hätte den gesünderen Zucker, der teurer wäre. Es würde nicht einfach werden, sich durchzusetzen. Er würde jedoch seit 30 Jahren genau so etwas machen und bot das Gleiche wie Wöhrl.

Löwengebrüll

Auch Kofler wollte um nichts nachstehen. Er warb für sich mit seinem Webshop für haltbare Lebensmittel und Influencer-Marketing. Storytelling wäre das richtige für Segovia. Danach sprach der Medien-Investor Dümmel an und meinte: „Ralf, in allen Ehren. Du machst es seit 30 Jahren, aber wir können das heute auch“. Das führte zu einem kleinen Streitgespräch zwischen den beiden Löwen.

Vergangenheit vs. Zukunft

Dümmel meinte, sie sollten doch vergleichen, wer mit wie vielen Produkten aus der Vergangenheit in wie vielen Läden stehen würde. Kofler gab zu, da nicht mithalten zu können, er rede aber über die Zukunft. Dann bot er das gleiche wie seine beiden Vorgänger.

Ein letzter Pitch

Nach einem Telefonat mit ihrem Mann, kehrte die Gründerin ins Studio zurück. Vor der Entscheidungsverkündung ergriff Wöhrl jedoch noch einmal das Wort. Sie hatte das Gefühl, zu wenig erklärt zu haben, wie sie De Cana unterstützen könne.  Wöhrl zählte ihre mehr als 30 Hotels und ihre Familien-Unternehmen auf, und befand sich im Pitch-Modus. Zudem, so die Löwin weiter,  hätte sie Zugang zu über 50 Gastronomiebetrieben und deutschlandweit über 5000 Mitarbeiter. Und sie würde Segovia diese ganze „Power“ zur Verfügung stellen. Dies wirkte. Wöhrl bekam den Deal.


⇒Elixr

⇒ binkybox

⇒ Keimster

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⇒ De Cana

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⇒ DHDL

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Ex-Telekom-Austria-CEO Boris Nemšić beim Business Angel Summit in Kitzbühel | Foto: Martin Pacher | brutkasten

Boris Nemšić zählt zu den prägenden Figuren der österreichischen Telekom-Geschichte. 1957 in Sarajevo geboren, kam er 1984 nach Wien, promovierte an der TU Wien und stieg 1997 bei der mobilkom austria ein, die er später als CEO zu einer der führenden Mobilfunkgruppen Zentral- und Osteuropas ausbaute. Bis Anfang 2009 stand er an der Spitze der Telekom Austria Group, danach wagte er den Sprung nach Russland und führte bis 2010 den Telekom-Konzern VimpelCom.

Heute lebt Nemšić in Dubai und ist längst fixer Bestandteil des Startup- und Investoren-Ökosystems: Er ist Industry Advisor bei KKR im Technologie-Bereich, Gründungsmitglied der Austrian Angel Investors Association (aaia) und Aufsichtsrat in mehreren Hightech-Unternehmen, darunter die börsennotierte Frequentis AG. Als Beiratsvorsitzender begleitete er den kroatischen Kommunikationsanbieter Infobip auf dem Weg zum ersten Unicorn des Landes. In Österreich ist er unter anderem am Drohnen-Software-Startup Dimetor, am Fintech Seasonax und am Grazer Video-Tech-Unternehmen eyeson beteiligt.

Beim Business Angel Summit in Kitzbühel saß Nemšić am Panel „Quo vadis Europa und Austria“, das mit der provokanten Frage „Are we fucked?“ eröffnet wurde. Seine Antwort dort machte die Runde, im Gespräch mit brutkasten führt er aus, was er damit meint, warum er das Rennen um generative KI noch nicht verloren gibt und woran seine eigene Initiative gegen SMS-Spam gescheitert ist.


brutkasten: Du bist heuer beim Business Angel Summit und bist in mehrere österreichische Startups investiert. Wie würdest du deine Rolle als Investor selbst beschreiben?

Boris Nemšić: Business-Angel-Investor wäre zu breit als Beschreibung. Was ich für mich selbst gemacht habe, waren frühe Investments, schon in den Zehner-Jahren, in Startups, die in meinem Gebiet tätig sind: Technologie, Telekommunikation, ICT. Dort bilde ich mir ein, dass ich mich ein bisschen auskenne, was nicht immer stimmt. Aber das mache ich mit vollem Herzen. Es geht nicht um ein Finanzinvestment als solches, sondern darum, ob ein Produkt einen Nutzen für die Kunden bringen kann und die Technologie weiterbringt. Und vielleicht ergibt sich auch eine Wertsteigerung.

Gab es in deiner Investorenlaufbahn schon erfolgreiche Exits?

Ich habe bis jetzt größte Misserfolge dokumentiert. (lacht) Die Erfolge kommen noch. Obwohl, ich hatte auch einige, allerdings hauptsächlich in Verbindung mit meiner Tätigkeit für KKR, wo ich Industry Advisor bin und mitinvestieren darf. Das waren durch die Bank hervorragende Investments.

Hast du einen spezifischen Branchenfokus? In welcher Phase steigst du ein?

Natürlich schaue ich, dass ich in einer frühen Phase einsteige, weil da die Tickets so sind, dass ich sie persönlich stemmen und die Chancen ergreifen kann. Es ist hauptsächlich ICT, alles, was sich um die Telekom- oder IT-Industrie dreht. Ich hatte auch positive Exits im Education-Bereich, aber wieder IT-getrieben. Das Gebiet, das mich derzeit sehr interessiert, sind Drohnen. Allerdings Drohnen im Sinne der Kommunikation mit Drohnen, nicht die Drohne selbst. Ein fliegendes Objekt kann fast jeder bauen. Die Frage ist, wie man Drohnen beyond line of sight, also auf lange Distanzen, reguliert und verkehrstechnisch richtig steuert. Man braucht Command and Control. Dass Drohnen inzwischen eher eine Dual-Use- und Defense-Geschichte geworden sind, hat die Geschichte ergeben.

Bei welchem Unternehmen bist du da engagiert?

Bei Dimetor in Österreich, dort bin ich Mitinvestor. Zwei meiner guten Freunde kommen von der gleichen Schule, der TU Wien, junge Doktoranden damals, als ich noch auf der Uni tätig war. Das ist eigentlich ein Brainpool, der fantastisch ist. Wir haben Produkte, die sowohl zivil als auch für Defense möglich sind. Zum Beispiel können wir fliegende SIM-Karten entdecken. Und wenn diese fliegende SIM-Karte in einer Drohne ist, dann kann es unangenehm werden. Wir können das detektieren, und dann kann man entscheiden: Ist das eine freundliche oder eine feindliche? Und dann tut man was damit.

Du lebst aktuell in Dubai. Schaust du dir von dort aus weltweit Startups an oder hast du dennoch einen Österreich-Fokus?

Ich habe vor allem einen Europa-Fokus. Ich habe in Kroatien sehr viel gearbeitet und das erste Unicorn Kroatiens mitbetreut, als wir diese Bewertung bekommen haben. Dubai ist natürlich ein unglaublicher Umschlagplatz. Dort gibt es sehr interessante Firmen, die aus irgendeinem Grund dort ansässig geworden sind. Ich glaube kaum, dass Leute hinkommen und sagen: Ich mache jetzt in Dubai ein Startup, weil Dubai. Das ist nicht der Fall. Dubai hat den Vorteil, sehr nahe an Indien, Bangladesch und Pakistan zu sein, mit einem großen Ingenieurs- und Wissenspool.

Beim Panel „Quo vadis Europa und Austria“ wurdest du gefragt: „Are we fucked?“ Deine Antwort?

Ich habe es ein bisschen frech ausgedrückt: We are not fucked yet. Wir sind im Vorspiel. Das heißt, es kann alles rauskommen. Was ich gemeint habe: Wir nehmen diese Dinge noch nicht ernst. Das ist ein Kritikpunkt, den ich mich traue, sehr laut zu sagen. Was ist Europa? Es ist ein Friedensprojekt. Wir sind reich, wir sind frei, wir sind eigentlich die beste Gegend der Welt. Jeder will zu uns kommen. Und was jetzt passiert, ist: Wir schlafen fast ein und reagieren nicht auf die Entwicklungen, die rund um uns sind. Sind das Kriege? Leider. Sind das Entwicklungen wie AI? Sind das Businessentwicklungen? Am Ende brauchen wir Wachstum, wir brauchen eine funktionierende Wirtschaft. Was wir als Europa machen, ist hauptsächlich Fokussierung auf Regulierung und Verlangsamung von allem Möglichen. Mich wundert nur, dass sie noch nicht sagen: Ein Fußball darf nicht schneller als sechzig Kilometer pro Stunde fliegen, weil sonst ist es nicht fair. Ich sage das bewusst überspitzt. Es ist traurig, dass wir unsere hervorragenden Ressourcen, unser Wissen, unsere Leute, unser Entrepreneurship verwalten, statt sie freizulassen. Das ist keine Kritik an Österreich. Österreich hat manchmal vernünftige, manchmal supergute Ansätze. Wir können nur als ganzes Europa erfolgreich sein in diesem Rennen.

Kannst du das konkretisieren?

Ich sage es in einer Metapher: In Wien habe ich in der Wohnung meines Sohnes leider fünfzehn Megabit pro Sekunde Internetverbindung. Und er ist weltweit in Competition mit Südkoreanern, die ein Gigabit haben. Wer wird gewinnen? Oder: Wir haben sechzehn Jahre gebraucht, um den Hochspannungsring in Österreich zu schließen. Gott sei Dank ist es, dank dem Verbund und den anderen, zu keinem Blackout gekommen. Wir waren ein paar Mal sehr nahe dran. Warum haben wir das nicht schneller gemacht? Weil wir alles schützen außer den Menschen. Wir schützen jede Pflanze, Hochachtung. Jede Schnecke, Hochachtung. Nur der Mensch, habe ich den Eindruck, ist nicht so wichtig. Ich überspitze ganz bewusst. Da soll man sehr viel pragmatischer sein. Wenn wir schauen, wer heute erfolgreich ist: Es sind die pragmatischen Zugänge, ob in Dubai, in den Emiraten, in China oder in den USA. Ein Problem wird erkannt und die Lösung wird gesucht. Und nicht der Prozess zur Lösung.

Fairerweise muss man sagen: Das sind unterschiedliche politische Systeme. Europa ist eine Demokratie mit 27 Mitgliedstaaten.

Du hast recht. Nur das politische System soll den Menschen dienen und nicht die Menschen behindern. Das ist der große Unterschied. Wir können uns nicht damit rühmen, dass wir ein besseres System haben. Ja, wir haben es. Nur wenn das System uns behindert, dann soll man das System so anpassen, dass es für uns gut ist. Das ist so banal. Aber wir verlieren uns in Parteien, in Strukturen, in Diskussionen. Und im Endeffekt: Ich will Strom haben. Ich will Internet haben. Ich muss Gesundheit haben, Education haben. Es ist keine Ausrede, dass es so lange dauert, weil wir eine Demokratie sind. Das ist eine faule Ausrede, die ich persönlich nicht akzeptieren kann. Noch einmal: Ich lobe keine Diktaturen und Königreiche, bei Gott nicht. Aber wenn man sich anschaut, was in den Emiraten passiert: Es wird ein Ziel gesetzt, das der Wirtschaft, den Menschen, der Entwicklung dient. Und dann wird das durchgezogen.

Wo siehst du das Problem, wenn nicht in einer Fehlkommunikation zwischen Industrie und Politik?

Du bist ja sehr nett. Wenn man Dinge falsch macht, dann sagt man, es ist falsche Kommunikation. Das lasse ich nicht gelten. Die Politik hat alle Möglichkeiten, sich beraten zu lassen, und muss das gesamtheitlicher sehen. Die Politik ist nicht blöd. Sie hat leider oft Partikularinteressen. Und es ist eine nachvollziehbare, aber schwierige Situation, dass immer irgendwo Wahlen sind. Wenn das Interesse an einer Partikularwahl das große ganze Ziel überwiegt, dann haben wir ein Problem. Wenn wir nicht in der Lage sind, das zu lösen, dann werden Systeme, die dieses Problem nicht haben, die Oberhand gewinnen. Schau, was China ist: eine Planwirtschaft, ein Einparteiensystem, alles, was wir eigentlich nicht wollen. Aber die wesentlichen Dinge machen sie richtig. Die haben uns innerhalb von dreißig Jahren in unheimliche Abhängigkeiten gebracht. Unglaublich. Und ich bin sicher, dass das viele Menschen in Europa erkannt haben, nicht heute, sondern vor zwanzig Jahren. Warum reagieren wir nicht? Weil wir kurzfristige Ziele setzen. Das Ziel ist das nächste Quartal, das Ziel ist die nächste Wahl. Statt das große Ganze zu sehen. Wir haben die Wissenschaft, wir haben Hirn, wir haben Geld, wir haben Ressourcen, um breiter und größer zu denken. Nur irgendwo am Weg verlieren wir uns.

Hast du ein Beispiel, wo du selbst an dieser Regulierung gescheitert bist?

Ich habe mich die letzten zwei, drei Jahre mit SMS-Spam beschäftigt. Jeder von uns bekommt irgendwelche blöden SMS, wo oben eine Bank steht, Unicredit oder Bitpanda oder was auch immer, und drinnen steht irgendein Scam. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht: Wie kann man das verhindern? Weißt du, woran ich gescheitert bin? Am deutschen Briefgeheimnis. Das deutsche Briefgeheimnis wird auf SMS angewendet. Wie rückständig und ignorant muss man sein, um das anzuwenden? Es geht darum: Darf ich in den Header der SMS hineinschauen? Wenn dort Unicredit steht und ich erkenne, das ist die falsche Nummer, dann ist es Scam, und dann filtere ich es aus. Es ist so einfach. Die Erklärung ist: Das ist ein Verfassungsgesetz in Deutschland, es geht nicht. Und die Bevölkerung hat Millionen an Schaden. Wen schützen wir jetzt? Die armen Menschen, die auf das reinfallen und Millionen verlieren? Oder wen schützen wir da? Wenn ich krank bin, soll historisch gesehen auch ein Arzt kommen und mir Blut rauslassen statt eine CT zu machen. Ich meine, das ist absurd. Man muss mit der Zeit gehen.

Die Bundesregierung hat einige Maßnahmen für das Innovationsökosystem gesetzt, Stichwort Dachfonds. Wie bewertest du das?

Ich bewerte es positiv, eindeutig positiv. Ich habe mich 2011 als Chef der ÖIAG beworben. Bin es nicht geworden, Gott sei Dank. Eine meiner Thesen damals in meinen Bewerbungsunterlagen war, dass die ÖIAG-Companies, heute ÖBAG, einen Teil ihrer Dividende in einen Forschungsförderungsfonds oder Startup-Fonds einzahlen sollen, damit wir einen Geldpool haben, mit dem wir dieses Ökosystem stärken.

Das war vor fünfzehn Jahren. Jetzt wird genau das diskutiert.

Eben. Wenn eine Idee kommt und man sie fünfzehn Jahre später diskutiert, darf ich ein paar Fragezeichen stellen. Es gibt einen Punkt: Die Zeit kannst du nicht kaufen. Die Zeit kann man fast nie mit Geld erschlagen. Und ich glaube, wir gehen sehr sorglos mit der Zeit um. In der Wirtschaft ist das noch schlimmer.

Gibt es Tipping Points, die schon erreicht sind? In generativer KI etwa haben wir das Rennen doch verloren.

Nein, glaube ich nicht. Da bin ich anderer Meinung als einige Teilnehmer im Panel. Ich bin sicher, dass man das in drei Jahren aufholen kann. Weil das ist pure Force: Du nimmst so viel Geld, baust so viele Data Center. Wir haben die Wissenschaft, wir haben die Leute, die das können. In drei Jahren, so wie DeepSeek das gemacht hat, können wir es schaffen. Das Rennen ist nicht verloren. Es ist nur die Entscheidung, ob man es macht oder nicht. Mir wäre am liebsten, dass wir überhaupt nicht auf die Idee kommen müssen. Nur die Situation ist so, dass irgendjemand in den USA, China oder wo immer sagen kann: Mir gefällt überhaupt nicht, dass Österreich LLMs oder KI hat, ich drehe es ab. Das darf nicht passieren. Das heißt, wir brauchen einen gewissen Grad an Autonomie. Das heißt nicht, dass wir alles nachbilden und doppelt haben müssen. Aber man muss einen gewissen Grad an Selbstständigkeit haben oder mindestens Hebel, um diese Selbstständigkeit erhalten zu können.

In Europa ist nur ASML ein wichtiger globaler Player. Und nachdem er der Einzige ist, ist man erpressbar. Gott sei Dank haben wir das. Aber da sind wir nicht unbedingt die großen Meister. Ich habe noch die Hoffnung, dass sich die KI in eine Richtung entwickelt, dass die Industrievertikalen, die KI anwenden, so stark werden, dass sie sich selbstständig entwickeln. Eine wird in Europa sein, eine in Amerika, eine in Österreich, egal wo. Das wird sich ausgleichen. Aber die Infrastruktur muss man haben. Und auch damit gehen wir nicht besonders proaktiv um. Es ist blöd, dass ein Glasfaseranschluss in Österreich und Deutschland Pi mal Daumen dreitausend Euro kostet und gleichzeitig in Spanien zweihundertsechzig Euro. Es gibt ein paar Gründe dafür, ein paar sind legitim. Aber die Mehrzahl der Gründe ist einfach erfunden. Da sieht man, wie inkonsistent wir agieren.

Du hast sehr viel erreicht in deiner Karriere. Welche Ziele hast du dir noch gesteckt?

Ich habe mir in meiner Karriere, Karriere unter Anführungszeichen, nie persönliche Ziele gesetzt. Ich habe Business-Ziele gesetzt: Wenn ich Vorstand einer Firma bin, will ich diese und jene Ziele erreichen. Aber keine persönlichen Ziele, weil man so offen und so breit sein muss, dass man entscheiden kann, ob man eine Chance wahrnimmt oder nicht. Ich bin nach Russland gegangen, obwohl ich überzeugt bin, dass ich den besten Job in Österreich hatte, zehn Jahre lang.

Beim Summit haben zwölf Startups gepitcht, die noch am Anfang stehen. Was gibst du jungen Unternehmer:innen mit auf den Weg?

Es war interessant, dass die zwölf aus sehr verschiedenen Ecken kommen, was gut ist. Ich persönlich glaube an Startups, die entweder etwas sehr tangibles machen oder ein Businessmodell haben, das global anwendbar ist. Das kann eine kleine Sache sein, aber global anwendbar. Ich hoffe, sie denken in die Richtung, dass sie nicht nur ein kleines Problem lokal lösen, sondern dass ihre Plattform oder ihr Produkt eine globale Anwendung haben kann. Da gibt es viele Chancen, und auch viele Dinge, die man gut überlegen muss.

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Die Startups dieser Folge: ⇒Elixr ⇒ binkybox ⇒ Keimster ⇒ No-Rats-On-Board ⇒ De Cana

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