19.10.2020

Höhle der Löwen-Finale: Investoren treffen auf den „härtesten Verhandler der Showgeschichte“

Beim Staffelfinale von "Die Höhle der Löwen" wurden hohe Anteil abgegeben, es ging um Plastikeinsparung und lokales Superfood. Zudem kamen zwei Löwen beim Ausverhandeln eines Deals ordentlich "ins Schwitzen".
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Höhle der Löwen, Dümmel, Maschmeyer, Kofler, Wöhrl, Glagau, Rosberg, Williams, Nui Cosmetics
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer - Swantje van Uehm aus Berlin präsentierte mit NUI Cosmetics Naturkosmetik.
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Die ersten beim Staffelfinale auf der Höhle der Löwen-Bühne – die bisher immer Montags um 20.15 Uhr bei VOX zu sehen war und weiterhin jederzeit auf Abruf über TVNOW.at nachsehbar ist – waren Richard Birich und seine Cousine Inga Plochow. Sie präsentierten den Löwen die erste wiederverwendbare Wasserfilterkartusche. Leitungswasser zu trinken, erspart nicht nur das Kistenschleppen, sondern ist auch nachhaltig. Doch manchmal ist es unumgänglich, das Wasser aufgrund von enthaltenen Schwermetallen, Schadstoffen wie Blei und Chlor oder des Geschmacks zu filtern, so die Gründer.

24 Kartuschen pro Jahr im Müll

Mit einer Tischwasserkanne sei das zwar kinderleicht, aber der regelmäßige Austausch der Filterkartuschen produziert eine Menge Müll und macht aus Umweltschutzgründen keinen Sinn. Innerhalb von zwei Jahren werden 24 Kartuschen verbraucht. „So landen jährlich über zwölf Millionen Kartuschen im Restmüll. Dabei ist die Filterkartusche einwandfrei, es ist lediglich das Filtermedium erschöpft“, erklärt der Gründer.

Trinkwasserfilter-System in der Höhle der Löwen

Da es keine Alternative zu den üblichen Produkten auf dem Markt gab, hat Richard Birich Yucona entwickelt. Das Trinkwasserfilter-System besteht aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen. Nur diese müssten dann zukünftig gewechselt werden. Dadurch werde bis zu 96 Prozent des Kartuschenmülls eingespart. Die ersten Packages konnten bereits online verkauft werden. Um zu wachsen, benötigen die Gründer ein Investment von 250.000 Euro und bieten dafür 20 Prozent der Firmenanteile an.

Yucona
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Inga Plochow und Richard Birich brachten ihre wiederverwendbare Wasserfilterkartusche „YUCONA“ mit.

In einem Jahr zwei Millionen Umsatz?

Die Firma kann bisher 16.000 Euro Umsatz und für die Marke einen Gebrauchsmusterschutz vorweisen. Im Business-Plan seien zwei Millionen Euro für nächstes Jahr eingeplant.

Fehlendes Zertifikat

Konzernchef Nils Glagau glaubte jedoch nicht daran und stieg als erster aus. Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl folgte, da dem Startup in Sachen Trinkwasserqualität das deutsche Zertifikat noch fehle. Auch Carsten Maschmeyer zog sich zurück, ihm war unter anderem der Gründer „zu selbstbewusst“ und die Firmenbewertung zu hoch.

Produkt großartig

Beauty-Queen Judith Williams stimmte passiv zu und meinte, der Gründer müsste sich etwas beim Präsentieren und Verhandeln zurücknehmen, das Produkt wäre aber großartig.

Dümmel schickt Gründer hinter die Bühne und…

LEH-Experte Ralf Dümmel, der das Wasser-Geschäft gut kennt, meinte, die Gründer hätten etwas entwickelt, das der „absolute Hammer“ sei. Allerdings wäre die Bewertung deutlich zu hoch. Statt ein Angebot zu machen, sandte er die Gründer hinter die Bühne, um mit einem besseren Deal-Vorschlag zurückzukehren.

…fordert mehr Anteile für Cousine

Inga Plochow und Richard Birich kamen mit folgendem Vorschlag zurück: 250.000 Euro für 45 Prozent Beteiligung. Nach diesem überraschendem Angebot, machte der Löwe etwas Ungewöhnliches: Er nahm 35 Prozent für die Viertelmillion und verlangte, dass Plochow zu den bisherigen fünf Prozent Anteilen, die ihr gehörten, die restlichen zehn dazubekäme. Deal für Yucona.

2000 Jahre altes Rezept

Die nächsten Gründer in der Höhle der Löwen hatten die Idee zu einem lokalen Superfood. Jannis Birth und Alexander Wies verbrachten während einer gemeinsamen knapp dreijährigen Reise zwei Jahre auf einer Vulkaninsel inmitten eines Süßwassersees in Lateinamerika und arbeiteten dort auf einer biologischen Plantage. Durch sein Fernstudium der Philosophie stieß Birth zufällig auf ein 2000 Jahre altes Rezept – ein sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen.

Schon vor Ort haben sie dieses Rezept ausprobiert und die Rezeptur immer weiter verbessert. Zurück in Deutschland gründeten sie ihr eigenes Unternehmen AHO.BIO – mit lokalen Zutaten. Die Grundlage für ihre Cracker ist immer eine alte Getreidesorte, sowie Leinsamen und Sonnenblumenkerne aus Deutschland – je nach Geschmacksrichtung mit Gewürzen verfeinert.

Verpackung kompostierbar

Für zwei Tage wird der Getreidebrei schonend bei 42 Grad gedörrt, so bleiben alle Nährstoffe und Enzyme erhalten. AHO.BIO ist zu 100 Prozent bio und vegan, reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Omega 3-Fettsäuren. Die Verpackung ist kompostierbar. Für den Ausbau ihres Unternehmens benötigen Birth und Wies 75.000 Euro und boten den Löwen 15 Prozent der Firmenanteile.

Knäckebrot & Pizza

Nach der Vorstellung meinte Dümmel sich an Knäckebrot erinnert zu fühlen, während Maschmeyer und Kofler äußerten, die Pizza-Variante schmecke ihnen nicht.

Fragwürdiges Kompliment?

Das Konzept vom „lokalem Superfood“ indes kam bei den Löwen jedoch gut an. Kofler gratulierte beiden Gründern zur persönlichen Weiterentwicklung vom „Hippie-Dasein“ zu Unternehmern, stieg aber aus. Wöhrl fand das Gründer-Duo großartig, konnte aber nicht investieren, da ihr das Produkt nicht schmeckte.

Die letzte Hoffnung

Auch Maschmeyer stieß in die gleiche Kerbe und ging ebenso als potentieller Investor. Dümmel folgte seinen Vorgängern und ließ Nils Glagau als letzte Hoffnung über.

Kein Höhle der Löwen-Deal

Der gestand, ebenfalls einen bunten Lebenslauf zu haben, nannte die Gründer authentisch, hatte aber ebenfalls Probleme mit dem Geschmack. Kein Deal für Aho.

Der rote Lippenstift

Mit NUI Cosmetics hat Swantje van Uehm eine Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten erschaffen. Die Gründerin pitchte ihre Idee als Dritte im diesjährigen Finale der Höhle der Löwen und erzählte gleich von den Anfängen. Begonnen hat alles mit einem roten Lippenstift.

Blut der Schildläuse

Denn in den vielen herkömmlichen Produkten ist Karmin, das Blut der Schildläuse, enthalten. Alternativen aus der Naturkosmetik hatten aber nicht die gewünschten modernen Farben in ihrem Angebot. Also kreierte Swantje ihren eigenen Lippenstift ohne synthetische Inhaltsstoffe und ohne Karmin. Mittlerweile umfasst ihr Sortiment 13 Kategorien, darunter Produkte für die Augen oder den Teint.

NUI, Höhle der Löwen
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Swantje van Uehm drängt mit ihrer NUI Cosmetics“ in die glamouröse Naturkosmetikwelt hinein.

Patentierte Verpackung

Eine weitere Innovation ist ihr besonderes Packaging: Für Produkte wie Eyeshadow, Bronzer und andere hat die Gründerin eine patentierte Verpackung entwickelt, die aus recyceltem Material besteht und in Deutschland hergestellt wird. NUI Cosmetics ist bereits erfolgreich am Markt und war von Beginn an profitabel. Van Uehm erhofft sich durch einen Deal mit den Löwen vor allem einen strategischen Partner, mit dem sie ihre Produkte weiterentwickeln und die Marketing- und Vertriebsmaßnahmen ausbauen kann. Das Angebot der Gründerin an die Löwen: 250.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firmenanteile.

Style und Farben

Die Gründerin, die 2009 mehrere Monate im Krankenhaus lag, um ihr Leben gebangt und dort den Gedanken entwickelt hatte, Unternehmerin zu werden, diskutierte mit den Löwen um ihre genaue Intention in Sachen Naturkosmetik. Bisheriges in dem Bereich wäre langweilig. Sie würde mehr Wert auf starke Farben und Style legen.

Eine Million Euro Umsatz

Nils Glagau und Georg Kofler stiegen ziemlich rasch aus, während vor allem Judith Williams interessiert zuhörte. Besonders als die Gründerin kundtat, dass sie eine Million Euro Umsatz seit 2017 geschafft hatte.

Kein USP

Die drei Löwen waren allesamt relativ rasch weg. Wöhrl meinte indes, das Motto der Gründerin mit „natürlich & vegan“ wäre nicht neu und sogar zu stark am Markt vertreten. Auch sie ging ohne Angebot.

Löwin verlangt 40 Prozent

Swantje van Uehm wollte nicht aufgeben und sagte, sie gehe nicht ohne Löwen aus dem Studio. Williams hatte tatsächlich Lust mitzumachen und bot 250.000 Euro für satte 40 Prozent.

Deal or No Deal…

Die Gründerin ging in die Verhandlungsrunde und verlangte 300.000 Euro für 40 Prozent. Williams versicherte daraufhin, dass benötigtes Kapital natürlich folgen würde, die Gründerin müsse sich keine Sorgen machen. Schlussendlich blieb der Deal mit der Viertelmillion bestehen.

Inspiriert durch Kinder

Nummer vier in der Folge der Höhle der Löwen war Eike Meyer, der sich inspiriert durch seine beiden Kinder, auf die Suche machte, nach einer Möglichkeit Plastik zu sparen und nachhaltiger zu leben. Seitdem wird Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt und ohne Verpackung gekauft oder Wasser wird aus dem Wasserhahn bzw. aus Mehrwegflaschen getrunken.

Reinigungskonzentrate in Glasflaschen

„Doch bei einer Sache haben wir nichts für uns finden können, und das waren Reinigungsmittel“, erinnert sich der Familienvater. Das sollte sich ändern. Mit Twentyless stellte Eike den Löwen seine umweltfreundlichen Reinigungskonzentrate in Glasflaschen vor und sagt: „Ich möchte das Reinigen zu einer sauberen Sache machen.“

Milch- und Zitronensäure in der Höhle der Löwen

Das Reinigungskonzentrat aus natürlichen Stoffen wie Milchsäure, Zitronensäure oder Zuckertensiden wird mit Wasser gemischt und in die mitgelieferte Sprühflasche umgefüllt, sodass man mit dem Inhalt einer Glasflasche 20 Plastikflaschen mit Reinigungsmitteln ersetzen kann. Mit seinem Glasreiniger, Allzweckreiniger und Sanitärreiniger bietet der 37-Jährige drei Produkte in seinem Online-Shop an. Damit sein Unternehmen wachsen kann, benötigt der gelernte Einzelhandelskaufmann 70.000 Euro und bietet dafür 15 Prozent Firmenanteile.

Höhle der Löwen, Twentyless
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Eike Meyer möchte mit Twentyless“ 20 Flaschen Reinigungsmittel einsparen.

Nach dem Pitch sah man Löwen dem Putzfimmel verfallen, insbesondere Kofler, der den Boden wusch und Wöhrl, die eine vorbereitete Platte des Gründers säuberte. Auch Dümmel machte den Praxistest und zeigte sich wie Rosberg über „Null-Chemie“ überzeugt.

Über 12.000 Euro Umsatz

Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war das Produkt drei Monate am Markt und hatte in der Zeit kumuliert über 12.000 Euro Umsatz machen können. Da die USP des Gründers in der Glasverpackung lag und von den Löwen nicht sonderlich geschätzt wurde, schaffte es Meyer auf charmante Art und Weise zu erklären, dass er sich über sein Alleinstellungsmerkmal Gedanken gemacht habe. Und es in seinem Fall schwer sei.

Gründer ist selbst die USP

Jedoch würde ja, so der Founder, Wöhrl nicht aufhören Hotels zu betreiben, weil es andere Hotels gebe. Oder andere einen Toaster nicht verkaufen, weil es bereits drei andere gibt. Am Ende bezeichnete er sich selbst als USP und erntete sympathisierende Lacher der Löwen.

Zu wenig kommuniziert

Kofler ging dennoch als erster, er könne nicht viel mit Putzmitteln anfangen. Glagau fand den Gründer „klasse“, glaubte aber nicht an Twentyless. Nico Rosberg kritisierte, dass der Gründer die Besonderheiten des Produkts – Natürlichkeit, Einsparung von Plastikflaschen – nicht stark genug kommuniziere. Mit dem F1-Weltmeister waren drei potentielle Investoren plötzlich weg.

Twentyless B2B?

Wöhrl erwähnte, dass ihre Hotels rund drei Millionen Euro im Jahr für Reinigungsmittel ausgeben würden. Die Löwin ordnete das Produkt dem B2B-Bereich zu, stand damit konträr zum Gründer und war auch raus. Ralf Dümmel hingegen widersprach seiner Vorrednerin.

„Befreit die Haushalte!“

„Befreit die Haushalte von Plastikflaschen“, sprach der Löwe freudig, meinte jedoch, dass der Founder seine Idee leider nicht schützen könne. Das Thema sei jedoch riesig. Für den privaten Bereich gebe es ja bisher keine Glasflaschen. Dümmel bot 70.000 Euro für 25 Prozent. Der Gründer schlug schnell zu. Deal für Twentyless.

Verbindungselement für Metall und Faserverbundelemente in der Höhle der Löwen

Lars Molter – der fünfte Pitcher in der Höhle der Löwen – hat mit seinem Unternehmen HYCONNECT ein spezielles Verbindungselement namens FAUSST entwickelt, das Metall und Faserverbundelemente sicher miteinander fügt. Dies setzt dabei vor allem auf die Reduktion von Materialgewicht, denn gerade im Schiffbau oder auch in der Automobilindustrie kann mit leichteren Baumaterialien das Gewicht und somit der CO2-Verbrauch gesenkt werden. Denn 25 Prozent der globalen CO2-Emissionen entstehen im Verkehr, so der Gründer.

Metall und Leichtbauwerkstoffe durch Textil verbunden

„Je schwerer ein Transportmittel ist, desto mehr Energie wird auch benötigt. Wir verbinden Metall und Leichtbauwerkstoffe mit einem Textil. Dieses Textil wird wie ein Schal aus Metall- und Glasfaserfaden gestrickt und dann verbauen wir es zu Verbindungselementen, die wiederum in die Faserverbundbauteile integriert werden“, erklärt Molter.

Höhle der Löwen, FAUSST
(c) TVNOW / Bernd-Michael Maurer – Lars Molter aus Hamburg lieferte den Löwen eine kleine Verhandlungsschlacht.

Kein komplexes Klebeverfahren mehr

Der Clou: „Wir verzichten also auf das bisher komplexe Klebeverfahren und können Leichtbau-Bauteile schweißbar machen“, so der Gründer. Mit diesem Verfahren soll der Industrie ermöglicht werden, mehr Leichtbau einzusetzen. Das fördert leichtere Designs, weniger Gewicht und dadurch auch mehr Nachhaltigkeit. Dementsprechend großes Potenzial sieht der 39-Jährige in seiner Erfindung, die er mit einem Löwen weiterentwickeln möchte. Dafür benötigt er 500.000 Euro und würde 12,5 Prozent seiner Firmenanteile abgeben.

Textil macht leichter

Nach dem äußerst souveränen Pitch, der stark an eine Leichtmaterial-Bau-Lektüre erinnerte, mussten die Löwen durch Fragen erst verstehen, worum es in diesem Fall wirklich ging. Durch sein Textil würde Molter das „Leichter werden, leichter machen“, fasste Maschmeyer zusammen.

Strukturklebemarkt mit 1,6 Milliarden Euro Umsatz

Der Gründer servierte den Löwen den Schiffbau als Zielmarkt, meinte aber, er habe mit anderen Industrien bereits gesprochen, etwa mit dem Flugzeug- oder Automarkt. Allein im Vorjahr habe der Strukturklebemarkt rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht, nur in Europa.

„Was damit anfangen?“

Maschmeyer und Rosberg zogen sich nach diesem Informationsfluss nach hinten zur Beratung zurück. Dümmel und Wöhrl stiegen aus, der Löwin würden diverse Zertifizierungsprozesse zu lange dauern. Sie hatte auch keine Idee, was sie mit diesem, „zugegebenermaßen tollen“, Material anfangen würde.

Das kluge Nordlicht

Williams nannte Meyer ein „extrem gescheites Nordlicht“, stieg aber aus. Dann kehrten Rosberg und Maschmeyer zurück: Der Formel 1 Weltmeister meinte, genau wegen solchen Ideen wäre er der Höhle der Löwen beigetreten. Er übergab an seinen Kollegen, der hervorhob, dass Vertrieb und die Kontakte zur Automobilindustrie bei den Löwen nicht zu bezweifeln wären und dem Gründer das gewünschte Kapital in zwei Raten bot.

Zwei mal eine Viertelmillion in der Höhle der Löwen

250.000 Euro sofort und 250.000 Euro, wenn die Lizenz da ist. Und das für insgesamt 24,9 Prozent. Molter war das Angebot zu teuer. Nach kurzer Beratung kehrte er „bloß“ mit seinem Ursprungsangebot zurück. Seine Erklärung: In ein paar Jahren würde die Firma eine zweite Investitionsrunde brauchen, damit könne er heute nicht so viele Anteile abgeben.

Verhandlungs-Hick-Hack beim Finale der „Höhle der Löwen“

Dies ließ die beiden Investoren erneut aufspringen und zuerst vorsichtig nach einer Kompromissbereitschaft fragen. Molter bejahte, meinte aber dass er maximal 15 Prozent weggebe. Rosberg fragte dennoch nach 18,75 Prozent Beteiligung. Schlussendlich wurden es nach einem kleinen Hick-Hack 17,5 Prozent für 500.000 Euro. Deal für den, laut Maschmeyer, härtesten Verhandler der Löwengeschichte.

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v.l. Matthias Schabetsberger, Managing Director Polestar Österreich, mit dem stellvertretenden schwedischen Botschafter Anders Lindgren. | © René Lueger

Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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AI Summaries

Höhle der Löwen-Finale: Investoren treffen auf den „härtesten Verhandler der Showgeschichte“

  • Da es keine Alternative zu den üblichen Produkten auf dem Markt gab, hat Richard Birich Yucona entwickelt. Das Trinkwasserfilter-System besteht aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen.
  • Die nächsten Gründer in der Höhle der Löwen hatten die Idee zu einem lokalen Superfood. Durch sein Fernstudium der Philosophie sind sie zufällig auf ein 2000 Jahre altes Rezept gestoßen – ein sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen.
  • AHO.BIO ist zu 100 Prozent bio und vegan, reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Omega 3-Fettsäuren und die Verpackung ist kompostierbar.
  • Mit NUI Cosmetics hat Swantje van Uehm (32) eine Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten erschaffen.
  • Inspiriert von seinen beiden Kindern, machte sich Eike Meyer (37) auf die Suche nach einer Möglichkeit Plastik zu sparen und nachhaltiger zu leben. Deshalb erfand er einen umweltfreundlichen Reinigungskonzentrat in der Glasflasche.
  • Lars Molter hat mit Fausst ein spezielles Verbindungselement entwickelt, das Metall und Faserverbundelemente sicher miteinander fügt

AI Kontextualisierung

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  • Da es keine Alternative zu den üblichen Produkten auf dem Markt gab, hat Richard Birich Yucona entwickelt. Das Trinkwasserfilter-System besteht aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen.
  • Die nächsten Gründer in der Höhle der Löwen hatten die Idee zu einem lokalen Superfood. Durch sein Fernstudium der Philosophie sind sie zufällig auf ein 2000 Jahre altes Rezept gestoßen – ein sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen.
  • AHO.BIO ist zu 100 Prozent bio und vegan, reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Omega 3-Fettsäuren und die Verpackung ist kompostierbar.
  • Mit NUI Cosmetics hat Swantje van Uehm (32) eine Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten erschaffen.
  • Inspiriert von seinen beiden Kindern, machte sich Eike Meyer (37) auf die Suche nach einer Möglichkeit Plastik zu sparen und nachhaltiger zu leben. Deshalb erfand er einen umweltfreundlichen Reinigungskonzentrat in der Glasflasche.
  • Lars Molter hat mit Fausst ein spezielles Verbindungselement entwickelt, das Metall und Faserverbundelemente sicher miteinander fügt

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Höhle der Löwen-Finale: Investoren treffen auf den „härtesten Verhandler der Showgeschichte“

  • Da es keine Alternative zu den üblichen Produkten auf dem Markt gab, hat Richard Birich Yucona entwickelt. Das Trinkwasserfilter-System besteht aus der wiederverwendbaren Kartusche und den Filtertaschen aus Vlies mit natürlicher Aktivkohle aus Kokosnussschalen.
  • Die nächsten Gründer in der Höhle der Löwen hatten die Idee zu einem lokalen Superfood. Durch sein Fernstudium der Philosophie sind sie zufällig auf ein 2000 Jahre altes Rezept gestoßen – ein sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen.
  • AHO.BIO ist zu 100 Prozent bio und vegan, reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Omega 3-Fettsäuren und die Verpackung ist kompostierbar.
  • Mit NUI Cosmetics hat Swantje van Uehm (32) eine Produktwelt mit natürlichen und veganen – aber auch stylischen – Kosmetikprodukten erschaffen.
  • Inspiriert von seinen beiden Kindern, machte sich Eike Meyer (37) auf die Suche nach einer Möglichkeit Plastik zu sparen und nachhaltiger zu leben. Deshalb erfand er einen umweltfreundlichen Reinigungskonzentrat in der Glasflasche.
  • Lars Molter hat mit Fausst ein spezielles Verbindungselement entwickelt, das Metall und Faserverbundelemente sicher miteinander fügt