Wiener Startup Hektar Nektar startet Honig-Abo für Privatpersonen
Mit "Projekt 2028" möchte Hektar Nektar die Bienenpopulation bis 2028 um zehn Prozent steigern. Ab sofort können sich Privatpersonen mit einem digitalen Honig-Abo an der Bienenschutz-Initiative beteiligen.
Die Plattform von Hektar Nektar ging im Oktober 2017 online und bietet einen digitalen Marktplatz für Imker. Gegründet wurde das Startup von Martin und Mark Poreda. Das Brüder-Paar aus Wien hatte 2007 die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu gegründet und 2013 an das Business-Netzwerk XING verkauft.
Teil der Plattform ist unter anderem die Bienenschutz-Initiative „Projekt 2028„. Hektar Nektar verfolgt damit ein ambitioniertes Ziel. Gemeinsam mit Unternehmen und Imkern soll die Bienenpopulation in den kommenden neun Jahren um zehn Prozent gesteigert werden – der brutkasten berichtete.
Seit dem Start des „Projektes 2028“ haben sich laut dem Startup bereits knapp 100 Unternehmen an der Initiative beteiligt und rund 200 Imker in Österreich und Deutschland mit Investitionen in ihr Bienenvolk unterstützt.
Für einen Betrag von 950 Euro wird ein Jungimker mit 60.000 Bienen, einer Königin und einer Bienenbehausung ausgestattet. Im Gegenzug sollen Unternehmen über die Teilnahme am „Projekt 2028“ ihre eigene Marke stärken, indem sie diese in Verbindung mit einem Engagement für Bienen bringen.
Erweiterung der Zielgruppe
Wie das Startup nun bekannt gab, können sich ab sofort nicht nur Imker und Unternehmen, sondern auch Privatpersonen am „Projekt 2028“ beteiligen. Konkret erfolgt dies über sogenannte „Honig Abos“.
Martin Poreda, Co-Founder & CEO von HektarNektar, erläutert: „Alles, was Interessierte tun müssen, ist der Abschluss eines Honig-Abos auf hektarnektar.com und prompt werden bis zu 3.000 Bienen zusätzlich gezüchtet. Je nach ausgewähltem Abo gibt es dann übers Jahr bis zu 1,5 Kilogramm Honig aus kontrollierter regionaler und rückverfolgbarer Ernte.“
Für das erste Jahr geht Hektar Nektar von einem Abschluss von rund 5000 Honig-Abos aus. Damit soll die Bienenpopulation um rund fünf Millionen Bienen erhöht werden. Die Abos starten mit fünf Euro pro Monat. Dafür bekommen die Unterstützer pro Jahr einen halben Kilo Honig eines am „Projekt 2028“ teilnehmenden Imkers.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.
Strategiearbeit im Fokus
Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.
(c) Ruiz Cruz
Mehr Role Models?
Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”
Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.
Die Frage des Budgets?
Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”
(c) Ruiz Cruz
Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.
Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.
Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen
Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.
Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.
Verbündete in der Politik?
Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
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Wiener Startup Hektar Nektar startet Honig-Abo für Privatpersonen
Die Plattform von Hektar Nektar ging im Oktober 2017 online und bietet einen digitalen Marktplatz für Imker.
Seit dem Start des „Projektes 2028“ haben sich laut dem Startup bereits knapp 100 Unternehmen an der Initiative beteiligt und rund 200 Imker in Österreich und Deutschland mit Investitionen in ihr Bienenvolk unterstützt.
Im Gegenzug sollen Unternehmen über die Teilnahme am „Projekt 2028“ ihre eigene Marke stärken, indem sie diese in Verbindung mit einem Engagement für Bienen bringen.
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Dafür bekommen die Unterstützer pro Jahr einen halben Kilo Honig eines am „Projekt 2028“ teilnehmenden Imkers.
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