22.01.2025
OFFENER BRIEF

Heizma: Politik bedroht Wirtschaft, Arbeitsplätze und Klimaziele

Das Wiener Wärmepumpen-Startup Heizma kritisiert in einem offenen Brief den abrupten Förderstopp und richtet einen Appell an die künftige Bundesregierung.
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(c) Heizma

Das Wiener Wärmepumpen-Startup Heizma prangert in einem offenen Brief die aktuellen, politischen Ausrichtungen und Pläne an. Bereits am 21. Dezember 2024 wurden die Förderaktion „Raus aus Öl und Gas“ sowie der Sanierungsbonus abrupt gestoppt. Aktuell bleibt unsicher, welche Förderungen künftig fortgesetzt werden. Das bremse den Markt und unterstütze Haushalte nicht, welche langfristig auf klimafreundliche Heizlösungen setzen wollen, argumentiert man im Brief.

Heizma selbst spezialisiert sich auf die Installation von Wärmepumpen. Dabei zielt das Startup auf das Heizen in privaten Haushalten ab – das drittgrößte Klimaproblem Europas. Obwohl Heizma erst im März 2024 gegründet wurde, holte das Startup bereits Aufträge über insgesamt mehr als zehn Millionen Euro (brutkasten berichtete).

Heizma: „Heizungsbranche zu Kündigungen gezwungen“

Im offenen Brief schreibt Heizma davon, dass rund 5.000 Arbeitsplätze bedroht sind. Hinzu komme eine nicht geringe Anzahl an Kürzungen bei den Zulieferern.

Mehrere Aspekte werden in dem offenen Brief angesprochen. Nutzer:innen und Privathaushalte überlegen sich demnach in der aktuellen Lage die Investitionen in moderne, nachhaltige Heizungssysteme doppelt und dreifach. Zudem ist es ungewiss, ob die Investitionen vom letzten Winter rückwirkend gefördert werden. Aufgrund der jetzt schon fehlenden Aufträge sind viele Unternehmen zur Kündigung von Mitarbeiter:innen gezwungen. Mittel- bis Langfristig könnte ein spontaner Nachfrageanstieg in der zweiten Jahreshälfte zu Lieferengpässen führen.

Die Wärmepumpe selbst wurde 1855 in Österreich erfunden. Die heimische Branche hat deshalb den Ruf als Innovationsführer – Heizma sieht auch diesen Status als bedroht.

„Klarheit für nachhaltige Energiewende“

Der vorübergehende Ausfall der und des Sanierungsbonus verlangsamt die Energiewende. Laut Heizma könnte dies teuer für Österreich werden. Dem Klimaministerium drohen bei Nichterreichung der EU-Klimaziele Strafzahlungen von bis zu 5,8 Milliarden Euro.

Heizma fordert deshalb – gemeinsam mit den unterzeichnenden Unternehmen – die langfristig transparente Gestaltung der wirtschaftlichen Maßnahmen und Klimaschutzprogramme. Denn Klimaschutz sollte als Chance für Innovation und mehr Arbeitsplätze gesehen werden

Der ganze, offene Brief, samt unterzeichneter Unternehmen, kann auf der Website von Heizma nachgelesen werden.

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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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