01.04.2025
HASSREDE

Hateblocker.io: Ex-Storebox-Manager zieht Hasskommentar-Poster zur Verantwortung

Hateblocker.io ist eine Plattform, die Nutzer:innen vor Hassrede, Bedrohungen und Beleidigungen im Internet schützen soll. Dabei unterstützt Gründer Thaddäus Leutzendorff auch bei der rechtlichen Verfolgung von Täter:innen.
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Hateblocker.io, Hasskommentare, Julia Gruber
© LinkedIn - Thaddäus Leutzendorff von fairesLeben bzw. fairesNetz.

„Ich schlitze dir die Kehle auf, du veganes Miststück.“ Das ist nur eine der Hassnachrichten, die Influencerin Julia Gruber im Netz erhalten hat. Sie setzt sich für Empowerment, gegen sexuelle Gewalt sowie gegen die Sexualisierung von Frauen ein und wird bei ihren Posts beinahe täglich mit zumindest seltsamen oder extrem feindseligen Kommentaren konfrontiert. Ihr Bekannter Thaddäus Leutzendorff hat vor fünf Jahren das LegalTech fairesLeben gegründet. Damit möchte er Kund:innen helfen, in finanziell wichtigen Angelegenheiten ihre Rechte gegenüber vermeintlich stärkeren Vertragspartnern wahrnehmen zu können. Im Zuge dessen lernte er Gruber kennen, die ihm erzählte, sie hätte schon wieder Morddrohungen bekommen. So ist zuerst die Meldestelle fairesnetz und später Hateblocker.io als Tochtergesellschaft davon entstanden.

Hateblocker.io: KI-gestützt

„Julia fragte mich“, erzählt Leutzendorff, „ob man da etwas tun kann. Es gab damals wenig Anlaufstellen und kaum Judikatur. Wir haben dann zwei Jahre lang ein Verfahren geführt gegen Täter:innen und Plattformen, auch um zu sehen, wie man am effektivsten gegen Hass im Netz vorgehen kann.“

Anm.: Der deutsche Täter in diesem Fall wurde ausgeforscht und geklagt. Er hat sich außergerichtlich mit Gruber und dem Gründer verglichen und musste über 3.000 Euro bezahlen (Schadenersatz inklusive Rechtsanwaltskosten).

© trinksaufmich/Instagram – Julia Gruber erhielt strafrechtlich relevante Nachrichten.

Leutzendorff merkte bald, bei welchen Plattformen man an Daten herankommen kann, erkannte dabei aber ein großes Problem: „Für Kund:innen wie Julia wäre es viel zu viel Arbeit, zu recherchieren, die Identität herauszufinden, alles zu sichern, Screenshots und dergleichen. Also wussten wir, wir müssen eine Software bauen, die alles automatisiert erledigt“, erinnert er sich.

Hateblocker.io hat zum Ziel, Nutzer:innen vor Hassrede, Bedrohungen und Beleidigungen im Internet zu schützen. Dabei analysiert das KI-gestützte System in Echtzeit Kommentare und Nachrichten auf verbundenen Social-Media-Kanälen, um schädliche Inhalte frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.

Kategorisierung möglich

User:innen erhalten mittels hateblocker.io eine Übersicht über alle als unangemessen markierten Inhalte und können direkt Maßnahmen ergreifen.​ Das System hilft zudem dabei, die Identität hinter anonymen Profilen aufzudecken, um bei Bedarf rechtliche Schritte einleiten zu können. Kommentare können zusätzlich nach Schweregrad kategorisiert werden.

„Wir haben 41 verschiedene ‚Marker‘ und können sehen, um welche Art von Hassrede es sich handelt. Ob Rassismus oder Morddrohungen etwa. Dann wird automatisch ein Screenshot erstellt“, sagt Leutzendorff.

Laut einer Erhebung von Statistik Austria aus dem Jahr 2023 waren rund 31 Prozent der österreichischen Bevölkerung mit feindseligen oder erniedrigenden Kommentaren gegenüber bestimmten Personengruppen konfrontiert. Besonders betroffen waren Nutzer:innen sozialer Medien: 39 Prozent von ihnen berichten von solchen Erfahrungen, während es bei Internetuser:innen ohne Social-Media-Aktivität 20 Prozent sind. ​Inhalte beziehen sich dabei am häufigsten auf politische oder gesellschaftliche Ansichten (27 Prozent)​, Religion oder Weltanschauung (22 Prozent),​ ethnische Zugehörigkeit (20 Prozent)​ sowie sexuelle Orientierung mit 19 Prozent und​ Geschlecht mit 17 Prozent.

Hateblocker.io mit 10.000 Verarbeitungen pro Tag

Leutzendorff selbst war, bevor er Gründer wurde, von 2019 bis 2020 „Business Operations Manager“ bei Storebox, davor nicht ganz zwei Jahre „Corporate Sales Manager“ bei foodora, bevor er sich selbstständig machte und nun das Thema „Fairness“ bedient: „Bisher haben wir mehr als 1.000.000 Kommentare und Nachrichten unserer Kunden verarbeitet und bearbeiten aktuell rund 10.000 pro Tag. Das Ziel ist es, bis Jahresende auf 200.000 zu erhöhen.“

Zu den Kund:innen von Hateblocker.io gehören, Personen aus dem Sport, der Politik und auch Moderator:innen, hier vorwiegend weibliche, die nach einem Auftritt bis zu 10.000 Mails erhalten – inklusive wüster Beschimpfungen.

Leutzendorff und Gruber treten heute bei „2 Minuten 2 Millionen“ auf und wollen neben einem potentiellen Investment auch die Leute für das Thema Hass im Netz sensibilisieren.

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40 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten bzw. Tochtergesellschaften in Wien, Budapest, Dornbirn, München und Zürich; dazu Referenzkunden wie ABB, Andritz, EnBW, Lufthansa, Verbund, Hitachi Energy, ÖBB, Erste Stiftung und die Europäische Investitionsbank. Der in Vorarlberg gegründete Venture Builder V_Labs hat in den zehn Jahren seines Bestehens sein Konzept bewiesen. Er stand etwa auch bei der Ausgründung von MyFlexbox aus der Salzburg AG und dem folgenden Investment von 75 Millionen Euro im Hintergrund.

Strategie statt Experimente

Die Weiterentwicklung in der vergangenen Dekade war aber nicht nur quantitativer Natur, erzählt Managing Partner Lukas Meusburger gegenüber brutkasten: „Die ganze Szene hat sich seitdem massiv gewandelt. Es geht heute viel weniger ums Experimentieren. Die Initiativen kommen mittlerweile direkt aus der Unternehmensstrategie und sollen richtigen Impact erzielen.“

Was der Gründer sagt, spiegelt sich auch in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Wiener Mitbewerbers whataventure wieder – brutkasten berichtete. Schon im Vorjahr hatte man dort an gleicher Stelle konstatiert, Venture Building sei „über die Experiment-Phase hinaus“. Durch aktuelle Budgetkürzungen fällt der Befund dieses Jahr noch schärfer aus: Die klare Kopplung von Corporate-Venturing-Aktivitäten an die Unternehmensstrategie sei mittlerweile Überlebenskriterium.

Extrinsischer Beitrag zu intrinsischen Zielen

V_Labs habe sich im Lichte dieser Entwicklungen bereits in den vergangenen mindestens fünf Jahren gewandelt, erzählt Meusburger. Und eines sei dabei klar geworden: Die Selbstdefinition als Labor, die sich im Namen V_Labs widerspiegelt, passt 2026 nicht mehr. Auch „Venture Builder“ reiche heute nicht mehr aus, sagt der Gründer. Nun wurde die neue Brand präsentiert: Trinsik tritt als „Business Creation Studio“ auf. „Wir zeigen damit, dass wir noch näher am Kerngeschäft sind“, so Meusburger.

Und warum Trinsik? Man wolle Partnern das notwendige extrinsische Element liefern, um ihre intrinsisch motivierten Innovationsbestrebungen zu erfüllen. „We help you build the bold ideas you can’t afford to leave on paper“, lautet der neue Slogan dazu. „Die Corporates, die es ernst meinen, scheuen nicht davor zurück, große Wetten einzugehen. Aber die Execution bleibt dabei die große Herausforderung“, sagt Meusburger. Das habe sich auch durch KI nicht geändert. „Man kann zwar schneller einen Prototypen bauen, aber die internationale Ausrollung und Skalierung braucht nach wie vor Erfahrung und Wissen.“

Auch dieser Befund deckt sich – nicht ganz überraschend – mit jenem von Mitbewerber whataventure. Dabei machen beide eine weitere Entwicklung im Corporate-Venturing-Bereich aus, die negativ gedeutet werden kann, ihnen aber dennoch in die Hände spielt: Zahlreiche interne Innovationsprogramme – auch bei großen Corporates – wurden in den vergangenen Jahren wieder gestrichen. Die Innovationsagenden wanderten dabei direkt in die Business-Units zurück. Das ändere aber nichts an einer Tatsache, ist Meusburger überzeugt: „Der Bedarf bei Corporates, sich strategisch weiterzuentwickeln, hat sich kein bisschen verändert.“ Und der Bedarf für externe Hilfe sei dabei größer denn je.

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