06.07.2023

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

Bei einer Konferenz in der Schweiz sprechen führende KI-Expert:innen darüber, wie uns KI bei der Bewältigung von Krisen helfen kann. Auch der israelische Historiker Yuval Harari war dabei.
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Bei dem Summit in Genf sind viele Roboter unterwegs. Bild: (c) Owen Beard/Unsplash
Bei dem Summit in Genf sind viele Roboter unterwegs. Bild: (c) Owen Beard/Unsplash

„Wir haben weniger als 10 Jahre Zeit, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen“, so die Initiative „AI for Good“, die sich am Donnerstag zum Summit in Genf traf. Die Vertreter:innen sind überzeugt, dass in der KI viele Lösungswege für Probleme stecken. KI könne dafür riesige Datenmengen nutzen, die derzeit zu menschlichen Emotionen, unserem Verhalten, der Gesundheit, Handel, Kommunikation, Migration und in anderen Bereichen gesammelt werden.

KI soll bei Sustainable Development Goals helfen

Die Initiative „AI for Good“ will KI-Anwendungen finden, welche die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen vorantreiben und Lösungen für Probleme wie die Klimakrise, die Verschmutzung der Meere oder den Welthunger finden. „AI for Good“ ist ein gemeinsames Projekt von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) und 40 UN-Organisationen.

Viele Vortragende erzählen, welche Lösungen die KI für unsere Probleme anbietet. Roboter sind in Genf auch reichlich vertreten, ob auf der Bühne oder als Servicepersonal. Als Roboter „Sofia“ auf der Bühne aber zum Singen aufgefordert wird, bleibt sie peinlich still.

Harari: Die gefährlichste Technologie aller Zeiten

Der amerikanische Journalist Nick Thompson (The Atlantic) und der israelische Historiker und Bestseller-Autor Yuval Noah Harari sprachen über KI und die Zukunft der Demokratie. Der Historiker warnt eindrücklich vor der aktuellen, aus seiner Sicht zu schnellen KI-Entwicklung: „Es ist das erste Tool in der menschlichen Geschichte, das selbst Entscheidungen treffen kann“, so Harari. Zudem sei es auch noch nie der Fall gewesen, dass ein Tool „selbstständig neue Ideen entwickeln kann“.

Besonders eindringlich warnt Harari daher vor der immensen Geschwindigkeit der technischen Entwicklung: „Menschen sind nicht sehr gut darin, neue Tools zu verwenden, denn wir machen Fehler. Wir brauchen Zeit“. Er zieht dabei Parallelen zu Fehlern der Vergangenheit – etwa dem Nationalsozialismus. „Wenn wir mit KI ähnliche Fehler machen, könnte es das Ende unserer Spezies sein“, so der Historiker. Die Zeit wäre so knapp wie nie zuvor. Als Negativbeispiel nennt er auch Social Media: Algorithmen hätten schnell erkannt, dass sie für Aufregung sorgen müssten, um Engagement zu erzeugen.

KI-Entwicklung einbremsen

„KI ist die gefährlichste und zu gleich beste, chancenreichste Technologie, die jemals erfunden wurde“, meinte Harari. Die KI-Geschichte von heute sei erst zehn Jahre alt. Aber: „Es schreitet mit enorm schneller Geschwindigkeit fort, niemand weiß wo wir in zehn Jahren sein werden“, warnt Harari. Er wünscht sich daher einen stärkeren Fokus auf KI-Regulierung.

„Ein neues Auto darf auch nicht ohne Sicherheitschecks auf die Straße. Für KI sollte das selbe gelten, vorher sollten wir sie viel besser verstehen“, so der Historiker. Vor allem bräuchten die Regulierungsbehörden aber mehr Budget. Harari findet, dass 20 Prozent des in KI investierten Kapitals in die Regulierung fließen sollten. „Ein fixer Prozentsatz von jedem KI-Investment soll in die Sicherheit von KI fließen“, meint er.

Demokratien am Leben lassen

„Jetzt ist es zum ersten Mal in der Geschichte möglich, falsche Menschen zu erschaffen. Es wird fast unmöglich sein, zwischen Deepfakes und realen Menschen zu unterscheiden“, warnt er. Vor allem Demokratien würden damit nicht klar kommen. Daher fordert Harari rasch Gesetze: „Wenn ich mit einem KI-Doktor oder KI-Journalisten interagiere, muss ich das wissen“, findet Harari. „Um die demokratische Gesellschaft am Leben zu halten, müssen wir verhindern, dass der Diskurs online von Bots bestimmt wird“, so der Historiker. Andernfalls würde die Demokratie nicht überleben.

Die „UN AI for Good Summit“ findet vom 6. Juli bis zum 7. Juli 2023 in Genf statt.

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Vom Editor zur KI: Wie Neuron Automation aus St. Pölten durch vier Jahrzehnte Tech-Wandel navigierte

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Neuron Automation
© zVg - (v.l.) Heinrich Steininger, Michael Plankensteiner und Michael Kübeck.

Wir schreiben das Jahr 2006. Irgendwo über den Wolken sitzt Michael Kübeck in einem Flugzeug. Der Private-Equity-Investor, der nach Jahrzehnten bei Philips in Wien eine eigene Firma gegründet hat, sucht nach spannenden Zielen für seine Privatinvestoren. Eine Startup-Szene, wie wir sie heute kennen, existiert in Österreich noch nicht. Im Flieger schlägt das Schicksal zu und er kommt mit einem Bekannten ins Gespräch. Der erzählt ihm von einer kleinen, hochspezialisierten Wiener Softwarefirma im Bereich der Industrieautomatisierung.

Zwei der Gründer wollen aussteigen, ein anderer – Heinrich Steininger – will weitermachen. Kübeck wird hellhörig. Er ahnt damals noch nicht, dass dieser Flug der Startschuss für eine bemerkenswerte Transformationsgeschichte der österreichischen Tech-Industrie werden wird: die Evolution eines stillen Hidden Champions zum international vernetzten Unternehmen.

Die Anfänge von Neuron Automation

Die Wurzeln des 2025 auf Neuron Automation (bis vor kurzem noch als logi.cals firmierend) umbenannten Unternehmens reichen tief in die 80er Jahre hinein. Heinrich Steininger, damals Student der technischen Mathematik, programmiert nebenbei Steuerungen für Kläranlagen und Mischfutterwerke. Als 1986 die Anfrage kommt, ein Programm zu schreiben, das aus, in einem CAD-Programm gezeichneten, Funktionsplänen den Code für eine Steuerung generiert, weigert er sich im „jugendlichen Übermut“, wie er erzählt. „Das kann man schon so tun, aber ich halte das für keine gute Idee“ war seine damalige Antwort. „Wenn, dann sollte man das ordentlich machen.“ So entwickelte über den Sommer einen kompletten Editor.

Ein mutiger Schritt, der sich auszahlt. Ein großer Kunde wird aufmerksam, gibt Geld, und die Firma wird gegründet. Das Unternehmen (Anm.: damals noch Kirchner Soft, ab 2007 logi.cals) wächst organisch, stets nah am Kunden. Ohne Venture Capital, aus dem eigenen Cash Flow heraus, etabliert sich die Firma als Hidden Champion.

© zVg – Die drei Kirchnersoft-Gründer (v.l.): Gründer: Thomas Mayer, Heinrich Steininger und Friedrich Kirchner.

Ein Drittel aller globalen Wasserkraftwerke wird bald mit ihrer Software laufen – ebenso wie ein Großteil der Tachos und Zentralsteuergeräte in Autobussen weltweit. Ein interessantes Detail am Rande ist die Marktstellung eines führenden internationalen Anbieters von Fahrzeugelektronik. Das Unternehmen hält bei Tachos und Zentralsteuergeräten in Bussen einen Marktanteil von 80 Prozent. In der Praxis bedeutet dies: Wer in Wien mit einem Bus fährt und den Haltewunsch Knopf drückt, löst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Funktion aus, die mit dem Editor von logi.cals programmiert wurde.

„Ganz wichtig war, dass wir relativ rasch erkannt haben, dass wir das System öffnen mussten“, erinnert sich Steininger. „Uns war klar, dass wir anderen Steuerungsherstellern die technische Anbindung ihrer Steuerungen erleichtern müssen. Das war damals nicht unbedingt üblich. Deshalb haben wir uns überlegt, wie wir das umsetzen können, welches Framework dafür geeignet ist, und dabei einige spannende Dinge entwickelt. Das hat uns ermöglicht, über die nächsten Jahre und Jahrzehnte zwar moderat, aber kontinuierlich gut zu wachsen. Und auch mehr als 20 Jahre später ist das Unternehmen nach wie vor profitabel.“

2007: Das Jahr der Weichenstellung

Mit dem Einstieg von Michael Kübecks Investorennetzwerk 2007 werden somit die Weichen auf Wachstum gestellt – doch dann schlägt 2008 die globale Finanzkrise ein. Von einem Tag auf den anderen brechen zwei Drittel des Umsatzes weg.

Zusperren ist in dieser Situation dennoch keine Option. Stattdessen nutzt das Team die Krise für einen radikalen Schnitt. Das Kernprodukt wird technologisch komplett neu aufgesetzt (Re-Engineering), erneut gestemmt durch die finanzielle Rückendeckung von Privatinvestoren, die an die Substanz der Firma glauben.

Diese Überlebensfähigkeit in Krisenzeiten zieht sich wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte – getragen von Vertrauen und Beziehungspflege. Als das Unternehmen später Kredite benötigt, verzichtet man auf vage Versprechungen und legt den Banken stattdessen 15-seitige, schonungslos transparente Sanierungs- und Entwicklungspläne vor. Das Resultat: Die Banken vertrauen dem Team, die Kreditlinien fließen und Transparenz schlägt Pitch-Deck-Geschwaffel.

2016 folgt der nächste essentielle Schritt des Unternehmen: Es kommt Michael Plankensteiner als neuer CEO an Bord. Und bringt frischen Wind mit sich: Nach Stationen bei Boston Consulting Group (BCG) und als Sanierer der Industriegruppe Industrie Holding Operations suchte Plankensteiner Anfang 2016 eine neue unternehmerische Herausforderung. „Ich habe gemerkt: Nach all den Jahren Beratung und Sanierung habe ich keine Lust, dauernd als Söldner in Projekte rein- und dann wieder rauszugehen“, sagt er. Der Unternehmergeist war für ihn nicht neu: Sein Großvater führte einen Greißler-Betrieb in der Südsteiermark, zudem gründete er bereits vor seiner Zeit bei BCG gemeinsam mit Partnern das Karriereservice der Universität Wien.

Das Abhängigkeitsproblem

So tat er sich mit Steiniger und Kübeck zusammen und hatte eine strategische Antwort auf das Abhängigkeitsproblem der beiden: Fokussierung durch M&A (Mergers & Acquisitions). Der erfahrene Berater und Sanierungsexperte analysiert die Lage schonungslos: Das Unternehmen hat zwar eine technologisch brillante Basis, macht aber einen Großteil des Umsatzes mit wenigen großen Kunden. Eine gefährliche Abhängigkeit. Zudem drückt ein deutscher Mitbewerber auf den Markt, der zehnmal so groß ist.

„Das Spannende war, die logi.cals hatte zu dem Zeitpunkt fünf Kunden, mit denen sie 80 Prozent ihres Umsatzes gemacht hat – und alle fünf waren Weltmarktführer“, sagt Plankensteiner. Darunter sehr prominente Unternehmen, deren Namen jedoch ungenannt bleiben sollen. „Alle haben auf unseren Engineering-Editor geschworen. Und trotzdem hatten wir knapp über zwei Millionen Euro Umsatz und waren so am Rande der Profitabilität. Die Frage war: Wo ist eigentlich der Hebel?“

Der Grund für diese Situation lag u.a. in der damaligen Entwicklungsstruktur. Der Editor war zwar ab 2011 durch die gemeinsame Initiative von Steininger und Kübeck neu entwickelt worden, aber 2016 fehlte es an Ressourcen, um das Produkt weiter zu skalieren.

© zVg – Alter Bildschirm mit logiCAD Programmiereditor.

Eine Nische in der Nische

„Wir hatten zehn Entwickler, aber eigentlich keine Investitionen, um die Entwicklung zu pushen. Vieles ist mit den fünf Kunden passiert, dadurch ist relativ viel in die Kundenarbeit geflossen und wenig ins Produkt“, so Plankensteiner. Gleichzeitig war klar, dass ein direkter Wettbewerb mit dem größeren Konkurrenten Codesys nicht sinnvoll war. „Die waren damals ungefähr zehnmal so groß wie logi.cals und hatten rund 100 Entwickler. Hinter denen herzufahren, machte keinen Sinn. Deswegen habe ich gesagt: Wir brauchen eine Fokussierung. Wir brauchen eine Nische in der Nische, damit wir mit weniger Firepower schneller zeigen können, dass wir mehr draufhaben als der Mitbewerber.“ Diese Nische wurde folglich 2017 in Deutschland gefunden.

Die Firma ISH, 1989 gegründet von Axel Helmert, hatte sich auf auf Funktionale Sicherheit (Functional Safety) spezialisiert. Helmert war auf der Suche nach einem Nachfolger – und fand ihn in dem österreichischen Team. 2019 wurde die ISH gekauft und gilt bis heute firmenintern als ein strategisches Masterpiece: Das Engineering-Know-how der Österreicher verschmilzt mit der Safety- und TÜV-Kompetenz der Deutschen. Und so wurde das Unternehmen plötzlich Experte für „Functional Safety“.

Functional Safety

Zur Erklärung: funktionale Sicherheit ist der Teil der Automatisierung, der dafür sorgt, dass eine Maschine abschaltet, bevor Menschen oder die Umwelt zu Schaden kommen. Ein japanischer Automatisierungs-Chef formulierte es bei einem Abendessen in Siegen, Deutschland, gegenüber Investor Kübeck einst so, wie er erzählt: „Safety is a pain in the ass“, hatte jener salopp formuliert.

„Sie betrifft vielleicht nur 15 Prozent einer Anlage, frisst aber dreimal so viel Aufwand. Alles muss redundant ausgelegt sein, jeder Fehler muss vorab überlegt, dokumentiert und beherrschbar gemacht werden. Für Techniker, die Maschinen eigentlich zum Laufen bringen wollen, ist die Programmierung von Not-Aus-Szenarien und Fehlerbeherrschung extrem frustrierend und teuer. Funktionale Sicherheit sagt man immer so leicht daher. Es ist ein Feature der Automatisierung, das eigentlich jeden nervt, aber total wichtig ist, weil es überall dort gebraucht wird, wo es um Menschenleben geht“, betont Kübeck.

Ein zentrales Prinzip dabei sei Redundanz: Steuerungen werden mehrfach ausgelegt, damit Ausfälle verhindert werden. Eine Besonderheit des Marktes: Die Zertifizierung funktionaler Sicherheit erfolgt weltweit über den deutschen TÜV. „Der Japaner muss sich mit dem deutschen TÜV auseinandersetzen, der Franzose und auch der Amerikaner. Das ist für viele die Hölle.“

Vorteil durch Netzwerk

Genau hier sieht Kübeck einen Wettbewerbsvorteil von logi.cals: Mit Helmert habe das Unternehmen nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein tiefes Verständnis für die TÜV-Prozesse und ein gewachsenes Netzwerk aufgebaut. „Er kennt dort alle , ruft an und sagt, ‚wir haben die und die Idee‘. Das ist unglaublich viel wert.“

Funktionale Sicherheit stellt technisch besondere Anforderungen an die Entwicklung. „Für einen Programmierer ist es psychologisch gar nicht so einfach, sich da hineinzudenken“, erklärt Plankensteiner. „Während klassische Automatisierung darauf abzielt, Anlagen zuverlässig am Laufen zu halten, muss funktionale Sicherheit sicherstellen, dass Systeme im Gefahrenfall kontrolliert abschalten.“

Zwei zentrale Säulen

Die beiden zentralen Säulen seien dabei Fehlervermeidung und Fehlerbeherrschung. „Bei der Fehlervermeidung geht es darum, im Entwicklungsprozess sicherzustellen, dass möglichst wenige Softwarefehler entstehen. Die Anforderungen an Entwicklung und Tests sind dadurch deutlich höher.“ Gleichzeitig müsse ein System auch dann sicher bleiben, wenn Fehler auftreten – etwa durch technische Defekte oder unerwartete Ereignisse“, so der CEO weiter.

Mit der Übernahme der ISH 2019 baute logi.cals genau diese Kompetenz weiter aus und entwickelte daraus ein breiteres Angebot. Heute verbindet das Unternehmen Dienstleistungen mit eigenen Technologien und arbeitet an einer Transformation hin zu einem stärker lizenzbasierten Geschäftsmodell. „Unser Ziel ist, funktionale Sicherheit schneller, günstiger und investitionssicherer zu machen“, so Plankensteiner. Auch KI spielt dabei eine Rolle: Mit einem neuen Ansatz will das Trio die Entwicklung sicherer Automatisierungslösungen weiter vereinfachen und hat dafür bereits ein Patent beantragt.

Man muss wissen, dass Künstliche Intelligenz in der funktionalen Sicherheit lange als unmöglich galt, da KI von Natur aus indeterministisch (also in ihren exakten Ergebnissen schwer vorhersehbar) sei. Doch dem Team ist es gelungen, einen Ansatz zu entwickeln, der KI-gestütztes Programmieren in diesen starren Zertifizierungsrahmen presst.

Das Ende der Bewegung

„Denken wir an humanoide Roboter, wie sie derzeit von großen Tech-Visionären entwickelt werden. Damit so ein Roboter einem Menschen im Alltag nicht den Arm bricht, müssen seine Gelenke über Sensorik erkennen, wenn ein Mensch zu nah kommt. Das Gelenk muss die Bewegung verlangsamen und notfalls blockieren“, sagt Plankensteiner. „Ein Kunde in der Schweiz liefert für einen namhaften Humanoiden die Automatisierung im Gelenk. Die Entwicklung der Hardware dazu, die Firmware und die funktionale Sicherheit kommen von uns“, präzisiert er.

Diese komplexe, sicherheitskritische Programmierung für das Gelenk übernimmt künftig (Anm.: ab nächsten Jahr am Markt) der „Neuro Transformer“ von Neuron Automation. Er nimmt, eigenen Angaben nach, dem Programmierer 90 Prozent der repetitiven, fehlervermeidenden Code-Arbeit ab. Der menschliche Ingenieur steige so in die Rolle des Architekten und Reviewers auf, während die KI zunehmend die Umsetzung übernimmt.

Der geplante Wandel von Neuron Auromation

Dass Technologie allein jedoch nicht reicht, das weiß das Team. Jahrzehntelang war das Unternehmen stark im Projektgeschäft tätig. Das bedeutet: 70 Prozent einmalige Dienstleistungsumsätze (Non-Recurring), 30 Prozent Lizenzen (Recurring). Der Plan bis 2030 sieht eine komplette Umkehrung vor.

Durch hardwareunabhängige Sicherheitslösungen und KI-Tools wie den „Neuro Transformer“ möchte sich das Unternehmen in ein hybrides Modell transformieren: Die Zielvorgabe lautet 70 Prozent Recurring Revenue (wiederkehrende Lizenzen) und 30 Prozent Dienstleistung. Die Projektarbeit bleibt dabei die Antenne zum Markt, um Innovationen überhaupt erst zu erkennen, während das Softwaregeschäft die Profitabilität jenseits der 20-Prozent-Marke treiben soll. So der Plan.

Die DNA des Erfolgs

Allgemein ist festzustellen, dass sich besonders ein Faktor durch die Historie von Neuron Automation zieht. Es ist eine DNA der Zusammenarbeit: Ob es der Einstieg von Kübeck war, die Übernahme von Axel Helmerts Lebenswerk oder das Halten von Schlüsselfiguren über Jahrzehnte hinweg: Alles basiert auf einem tiefen Verständnis von Beziehungen und Partnerschaften.

„Bei uns gibt es keine Schauspieler“, sagt Plankensteiner. „Wenn die Eigentümer, die Entwickler, die in St. Pölten sitzen und die Zukäufe in Deutschland nicht auf einer extrem vertrauensvollen, menschlichen Basis kommunizieren würden, wäre ein solcher Wandel unmöglich gewesen. Innovation entsteht hier oft im Joint-Development – Hand in Hand mit den Kunden, die wir nicht als reine Käufer, sondern als Entwicklungspartner sehen.“

Blick ins nächste Jahrzehnt

Heute steht Neuron Automation, bei 16 Millionen Euro Umsatz und 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Vorsprung der einst übermächtigen Konkurrenz sei drastisch geschmolzen. Durch M&A, sensibles Cash-Flow-Management, Branchenvertrauen und eine besondere KI-Lösung für funktionale Sicherheit .

„Der Wettbewerber ist – statt zehnmal – heute nur noch dreimal so groß. Und sein Vorsprung ist deutlich kleiner geworden. Wir sind technologisch aus unserer Sicht, und das bestätigen unsere Kunden (und auch die des Konkurrenten), deutlich voraus“, sagt Plankensteiner. „Wir haben nicht mehr ‚zehn Jahre Nachteil‘. Als ich 2016 zu Steiniger und Kübeck dazugestoßen bin, war er (Anm.: Der Konkurrent) seit 2006 mit seinem Engineering-Tool breit im Markt unterwegs. Jetzt hat er nur mehr ein Jahr Vorsprung. Schauen wir, was beim nächsten Sprung passiert.“

Die Pipeline von Neuron Automation sei zudem bereits gut gefüllt: Erste Kunden starten noch vor der geplanten Zertifizierung´, wie Planeksteiner mitteilt: „Der erste Schritt unserer Transformation passiert dann zwischen 2028 und 2030. In dieser Zeit wollen wir die 20-Millionen-Euro-Umsatz-Grenze deutlich überschreiten und uns auch klar über 20 Prozent Profitabilität bewegen. Mit dem zunehmenden Anteil des Lizenzgeschäfts soll dann die Marge auch weiter steigen.“

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AI Summaries

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Artikel hebt die Bedeutung der künstlichen Intelligenz (KI) bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen hervor, insbesondere im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Es wird betont, dass KI das Potenzial hat, Lösungen für Probleme wie Klimakrise, Umweltverschmutzung und Welthunger zu finden. Gleichzeitig werden jedoch auch Bedenken bezüglich der Sicherheit und Regulierung von KI ausgedrückt. Der Historiker Yuval Noah Harari warnt vor den potenziellen Gefahren von KI, insbesondere vor ihrer Fähigkeit, selbst Entscheidungen zu treffen und neue Ideen zu entwickeln. Er fordert daher eine stärkere Regulierung und Sicherheitschecks für KI-Anwendungen. Darüber hinaus warnt er vor der Manipulation von Informationen und dem Einfluss von Bots auf den demokratischen Diskurs. Insgesamt verdeutlicht der Artikel die gesellschaftspolitischen Auswirkungen von KI und betont die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen und gezielten Nutzung dieser Technologie, um die demokratische Gesellschaft zu schützen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Die Initiative „AI for Good“ und die Befürwortung von Yuval Noah Harari für Investitionen in die Sicherheit von KI haben potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen. Durch die Konzentration von 20 Prozent des KI-Investitionskapitals auf die Regulierung und Sicherheit von KI könnte dies zu einer erhöhten Nachfrage nach KI-Regulierungsbehörden und Sicherheitsmaßnahmen führen. Dies könnte wiederum neue Arbeitsplätze und Investitionsmöglichkeiten in diesen Bereichen schaffen. Darüber hinaus kann die Nutzung von KI zur Lösung globaler Probleme wie der Klimakrise und der Bekämpfung des Welthungers auch einen positiven Einfluss auf die Wirtschaft haben, indem neue Geschäftsmöglichkeiten und Innovationen entstehen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in ist der Inhalt dieses Artikels für Sie von großer Relevanz. Die Diskussion um künstliche Intelligenz (KI) und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft wird immer wichtiger. Der Historiker Yuval Noah Harari warnt vor den Gefahren einer zu schnellen KI-Entwicklung und stellt die Notwendigkeit einer besseren Regulierung heraus. Dies betrifft auch Sie als Innovationsmanager:in, da Sie dafür verantwortlich sind, Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie ethisch und sicher sind. Die Forderungen nach Investitionen in die Sicherheit von KI und nach Gesetzen zur Erkennung von Fälschungen haben direkte Auswirkungen auf Ihre Arbeit und könnten Ihre Innovationsstrategien beeinflussen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in ist der Inhalt dieses Artikels relevant, da er darauf hinweist, dass die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) sowohl große Chancen als auch potenzielle Gefahren mit sich bringt. Der Historiker Yuval Noah Harari rät dazu, einen stärkeren Fokus auf die Regulierung von KI zu setzen, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich empfiehlt er, 20 Prozent der Investitionen in KI in die Sicherheit zu investieren. Für Investor:innen bedeutet dies, die potenziellen Risiken von KI zu berücksichtigen und sicherzustellen, dass ihre Investitionen in KI-Projekte auch die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in ist der Inhalt dieses Artikels von großer Relevanz, da er sich mit der Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen befasst. Die Initiative „AI for Good“ strebt an, mithilfe von KI-Lösungen Probleme wie die Klimakrise, die Meeresschmutzung und den Welthunger anzugehen. Der Historiker Yuval Noah Harari warnt jedoch vor den Gefahren der raschen KI-Entwicklung und fordert eine verstärkte Regulierung und Investitionen in die Sicherheit von KI. Als Politiker:in sollten Sie daher die Auswirkungen und Herausforderungen im Zusammenhang mit KI-Technologien in Betracht ziehen, um angemessene politische Maßnahmen zu entwickeln und die demokratische Gesellschaft zu schützen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Der Artikel befasst sich mit der Initiative „AI for Good“, die sich zum Ziel gesetzt hat, Künstliche Intelligenz (KI) zur Lösung globaler Herausforderungen einzusetzen und dabei die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu fördern. Während viele Vortragende die positiven Potenziale von KI hervorheben, warnt der Historiker Yuval Noah Harari vor den Risiken einer unregulierten und zu schnellen Entwicklung von KI. Er betont die Notwendigkeit, die Sicherheit und Regulierung von KI zu gewährleisten und hält es für entscheidend, dass ein Teil der Investitionen in KI in die Sicherheit fließt. Zudem warnt Harari vor den Konsequenzen von Deepfakes für die Demokratie und fordert die Einführung entsprechender Gesetze. Das Bigger Picture dieses Artikels liegt darin, dass die KI-Entwicklung nicht nur enorme Chancen, sondern auch erhebliche Herausforderungen mit sich bringt, die hinsichtlich der Sicherheit, Regulierung und dem Schutz demokratischer Prinzipien angegangen werden müssen.

Harari: „20 Prozent von jedem KI-Investment sollten in die Sicherheit von KI fließen“

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Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

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  • Nick Thompson: amerikanischer Journalist (The Atlantic)
  • Yuval Noah Harari: israelischer Historiker und Bestseller-Autor

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  • 40 UN-Organisationen
  • Nick Thompson (The Atlantic)
  • Yuval Noah Harari

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