26.08.2021

Handelsexperte verstärkt go2market-Geschäftsführung

Das Wiener Startup go2market verstärkt sein Führungsteam mit dem ehemaligen Zentraleinkaufs-Chef der Rewe Group in Österreich.
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Erich Riegler go2market
Branchenexperte Erich Riegler ist neues Geschäftsführungsmitglied von go2market. © Rewe International AG

Erich Riegler dockt beim stark wachsenden Wiener Startup go2market als Mitglied der Geschäftsführung an. Damit gewinnt der innovative Marktforschungssupermarkt – der sein Team laut Gründer Thomas Perdolt innerhalb eines Jahres auf 30 Mitarbeiter*innen in Österreich, Deutschland und den Niederlanden ausgebaut hat und neben Österreich auch über einen ersten Standort in Deutschland verfügt, einen ausgewiesenen Branchenkenner für sich.

Erich Riegler zuvor bei Rewe Group in Österreich tätig

Riegler bringt über 25 Jahre internationale Erfahrung im Lebensmittel- und Drogeriefachhandel mit, wo er unter anderem als Geschäftsführer den Zentraleinkauf der Rewe International AG leitete sowie als Vorsitzender der Geschäftsführung von Bipa für die Länder Österreich und Kroatien verantwortlich war. Bei go2market wird sich Riegler um das operative Geschäft sowie den Bereich Unternehmensstrategie kümmern und hat sich dafür viel vorgenommen: „Ich freue mich, in diesem innovativen Startup die internationale Expansion voranzutreiben und die dazu erforderlichen Strukturen zu schaffen. Als Innovationstreiber mit Kundennähe und attraktiven Partnern werden wir unsere Position am Markt zügig weiter ausbauen“, so der erfahrene Top-Manager.

go2market treibt Expansion voran

go2market ist kontinuierlich auf Wachstumskurs und konnte sich bereits im Sommer 2020 ein Millioneninvestment sichern. Daran beteiligt haben sich die „Raiffeisen KMU Beteiligungs AG“ sowie Tricentis Co-Founder & eQventure-Investor Franz Fuchsberger.

Das real-life Marktforschungstool des Unternehmens, das ursprünglich als Weekend Supermarkt gestartet ist, ist laut eigenen Ausgaben einzigartig am Markt und stellt der FMCG-Markenartikelindustrie durch die Arbeit mit realen Konsumenten besonders spezifische und wertvolle Insights zur Verfügung.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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