29.10.2019

„Geld ist für Frauen immer noch ein Tabu-Thema“

Am 8. November startet the female factor mit der neuen Konferenzserie “limitless”. Den Anfang macht ein eintägiges Event unter dem Titel "Hacking Money". Wir sprachen dazu mit den Initiatorinnen und Gründerinnen Mahdis Gharaei und Tanja Sternbauer.
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Mahdis Gharaei und Tanja Sternbauer, Gründerinnen von the female factor
©Tamás Künsztler: Mahdis Gharaei und Tanja Sternbauer, Gründerinnen von the female factor.
kooperation

„2020 werden Frauen 72 Milliarden US-Dollar des weltweit investierbaren Vermögens kontrollieren. In Sachen Finanzkompetenz schneiden wir laut Statistiken aber immer noch schlechter ab als Männer“, sagt Tanja Sternbauer. Gemeinsam mit Mahdis Gharaei startete sie Anfang des Jahres „the female factor“, das seit Mai als eigenständige Organisation agiert. Mit der neuen Konferenz-Serie „limitless“ gehen die beiden nun einen weiteren Schritt im Thema Persönlichkeitsentwicklung und Karriere für Frauen. Den Anfang macht ein eintägiges Event für 200 Frauen unter dem Titel „Hacking Money“ im Wiener Talent Garden, bei dem das eingangs dargestellte Problem angegangen werden soll.

+++ Talent Garden startet Partnerschaft mit “the female factor” +++

Notwendige Beschäftigung mit dem „Tabu-Thema“

Denn „Geld ist für Frauen immer noch ein Tabu-Thema“, sagt Mahdis Gharaei. Selbst gute Freundinnen würden oftmals miteinander nicht über ihr Gehalt oder sonstige finanzielle Themen reden. „Auch in Beziehungen werden die Finanzen häufig den Männern überlassen. Dabei sollten Frauen sich allein aus praktischen Erwägungen frühzeitig damit beschäftigen. Sie haben immerhin – so hart das jetzt klingt – eine deutlich höhere Lebenserwartung und eine dementsprechend große Chance, irgendwann alleine dazustehen“, sagt die Co-Initiatorin.

„Hacking Money“: Gleich loslegen statt berieseln lassen

Bei der „limitless“-Konferenz und so auch beim Auftaktevent zum Thema „Hacking Money“ will the female factor den Teilnehmerinnen an nur einem Tag Werkzeuge in die Hand geben, die sie sofort nutzen können. „Das ist keine ’normale Konferenz‘, wo man sich berieseln lassen kann. Wir gehen mit zwölf Masterclasses wirklich in die Tiefe und Frauen können danach in Themenbereichen wie Gehaltsverhandlungen, Self-Management, Unternehmensfinanzierung und private Aktien- und Immobilieninvestitionen gleich loslegen“, sagt Mahdis Gharaei.

Viel Leidenschaft und lockere Atmosphäre

Dabei sorge man über die Speakerinnen für viel Leidenschaft und eine lockere Atmosphäre im oft als „trocken“ wahrgenommenen Thema, sagt Gharaei. Es sprechen u.a. Larissa Kravitz und Linda Paierl. Kravitz war zuletzt als Risk Managerin bei Immofinanz tätig und produziert einen eigenen Podcast („Investorella“), in dem sie Frauen über den richtigen Umgang mit Geld informiert und empowert. Paierl blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung als internationale Wirtschafts- und Finanzberaterin zurück.


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Hard Facts

Wann? 8. November 2019 | 8:00 bis 21:00 Uhr

Wo? Talent Garden | Liechtensteinstraße 111-115, 1090 Wien

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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