16.03.2017

Das nächste große Ding – made in Austria

Wieso kommen weltweite Erfolgsgeschichten meistens nicht aus Österreich? Die Jungunternehmer im österreichischen Gewerbeverein trauten sich und stellten diese Frage ganz direkt an Markus Breitenecker und Richard Lutschuonig.
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Experten treffen Jungunternehmer beim Open House Vol.9.
kooperation

Dass sich für Österreichs Jungunternehmer-Szene derzeit einiges tut, steht außer Frage. Dennoch: Eine kommerzielle Grundlage zum „Think Big“ wurde bislang noch nicht gefunden. Im Global Innovation Index liegt Österreich lediglich auf Platz 20, bei den Venture Capital Deals schneidet das Land noch schlechter ab (Platz 33). Die Jungunternehmer im österreichischen Gewerbeverein wollen sich mit dieser schlechten Bilanz nicht zufrieden geben. Am Dienstag gingen sie darum in Form von Expertengesprächen der Frage nach, warum weltweite Erfolgsgeschichten nicht aus Österreich kommen. Als Gäste waren Richard Lutschuonig von Paybon und Markus Breitenecker, Gründer von Puls 4, geladen.

Nur Mut

Ein Hauptproblem sei, dass für die zweite und dritte Finanzierungsrunde in Österreich zu wenig Investorengeld zur Verfügung stehe, meinten die Experten. Breitenecker betonte weiter, dass Angriff die beste Verteidigung sei und man sich nicht vor den „big Five“ aus dem Silicon Valley fürchten dürfe. Immerhin wäre der Testmarkt im deutschsprachigen Raum groß genug. Wichtig sei aber eine gezielte Förderung österreichischer Stärkefelder – vor allem in den Bereichen Industrie, Maschinenbau, Sport/Tourismus und Ökologietechnologie.

Redaktionstipps

Auch Oma versteht Startups

Darüber hinaus gehe es laut Lutschuonig auch um eine Zusammenarbeit mit den Medien. So würde jeder einzelne Beitrag helfen, das nötige gesellschaftliche Bewusstsein für junge Unternehmen und Startups zu schaffen. „Seit meine Oma 2 Minuten 2 Millionen schaut, glaubt sie zu wissen, was ich den ganzen Tag tue“, sagte Lutschuonig. Woran weiterhin gearbeitet werden müsse: An einer verbesserten Scheiterkultur und einem experimentierfreudigerem Investorenumfeld.

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© Envato/Rawpixel - Beispielfoto.

Die Elevatry GmbH hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 3 Mio. Euro abgeschlossen. An der Runde beteiligen sich Bayern Kapital, die Unternehmensberatung H&Z sowie mehrere Business Angels, darunter Jan Henner-Theißen, Martin Berr-Sorokin, Mike Simon, Markus Ehrle, Andreas Junck und Alexander Bruehl.

Elevatry und Companions

Der strategische Einkauf beeinflusse Kosten, Qualität, Resilienz und Compliance des gesamten Einkaufsvolumens maßgeblich, doch in der Praxis reiche die Kapazität von Einkaufsteams oft nur, um einen Teil der Lieferanten und Warengruppen aktiv zu managen, heißt es von Elevatry. Somit bleibe dem Unternehmen zufolge ein großer Teil des möglichen Hebels ungenutzt. Ein Großteil der Arbeitszeit im strategischen Einkauf skaliere bisher nicht, denn sie fließe in analytische und anspruchsvolle Arbeit. Hier setzt das Startup an.

Hinter dem Unternehmen stehen drei Gründer. Heiko Schwarz (CEO) bringt rund 25 Jahre Erfahrung im strategischen Einkauf und in Procurement-Software mit; zuvor gründete er riskmethods, das von Sphera übernommen wurde. Christian Ruck (Chief Product Officer & Operations) war Associate Partner bei McKinsey und COO des Procurement-SaaS-Anbieters Orpheus, der an McKinsey verkauft wurde. Tizian Ruck verantwortet als AI Lead die technische Entwicklung der Plattform.

Die Companions der Plattform, u. a. Category Strategist, Negotiation Coach sowie Risk & Integrity Manager, übernehmen die analytischen Arbeiten, Recherchen sowie Szenariobewertungen entlang des gesamten Source-to-Contract-Prozesses. Das reicht von der Bedarfsanalyse über Sourcing-Strategie, Ausschreibung und Lieferantenauswahl bis zu Sollkostenanalyse, Verhandlung, Vertrag und Erfolgscontrolling.

System of Initiative

Elevatry versteht sich als „System of Initiative“ statt als „System of Record“. Die Plattform plant proaktiv, priorisiert nach Impact in Euro und bereitet Vorschläge vor, heißt es. Entschieden wird im Team. Autonomiegrade, Freigaben und Datenhoheit konfigurieren die Kunden selbst, auf einer offenen Multi-LLM-Architektur.

„Strategischer Einkauf ist einer der größten Ergebnishebel im Unternehmen. Gezogen wird er bisher nur dort, wo die Kapazität reicht und entsprechendes Wissen verfügbar ist“, sagt Schwarz, CEO von Elevatry. „Unsere Companions übernehmen komplexe Denkarbeiten und führen Aufgaben auf höchstem Niveau aus. So können Einkaufsteams die Methodik ihrer besten Category Manager auf jede Warengruppe anwenden. Unsere Investoren bringen Kapital, exklusive Einkaufsexpertise und Marktzugang zusammen. Ab jetzt beweisen wir den Impact beim Kunden.“

Und Monika Steger, Geschäftsführerin Bayern Kapital, ergänzt: „Elevatry verbindet ein sehr erfahrenes Gründerteam mit einer klaren Vision für die Zukunft des strategischen Einkaufs. Die KI-native Plattform adressiert einen erheblichen Effizienz- und Wertschöpfungshebel in Unternehmen und schafft durch die intelligente Nutzung von Einkaufswissen und -daten einen unmittelbar nachvollziehbaren Kundennutzen. Gleichzeitig agiert das Unternehmen in einem attraktiven, stark wachsenden Markt für KI-gestützte Procurement-Software.“

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