02.03.2026
FINANZIERUNG

Gropyus: Weitere 100 Mio. Euro Investment für Wiener Scaleup

Das Wiener Scaleup Gropyus holt sich laut dem deutschen Handelsblatt zum dritten Mal eine 100-Millionen-Euro-Kapitalspritze. Profitabel will man spätestens 2028 werden.
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Markus Fuhrmann, CEO und Gründer von Gropyus | (c) Gropyus
Markus Fuhrmann, CEO und Gründer von Gropyus | (c) Gropyus

Alle guten Dinge sind drei, lautet der altbekannte Spruch. Beim Wiener Scaleup Gropyus dürfte dieser nun auf 100 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunden zutreffen. Bereits 2023 schloss die Wiener AG rund um Delivery-Hero-Mitgründer Markus Fuhrmann erstmals eine Kapitalrunde in dieser Höhe ab, 2024 folgte eine weitere. Bei einer jetzt erfolgten Finanzierungsrunde wurde der investierte Betrag zwar offiziell nicht genannt, das deutsche Handelsblatt berichtet aber mit Bezug auf nicht konkret genannte ihm vorliegende Informationen von einem Volumen von abermals 100 Millionen Euro. Es ist die bislang mit Abstand größte Finanzierungsrunde in Österreich in diesem Jahr.

Diesmal kommt das Kapital laut Handelsblatt-Bericht neben Bestandsinvestor Vonovia – Deutschlands größtem Wohnungskonzern-, auch von Bestandsinvestor Semapa Next, dem Venture-Arm der portugiesischen Semapa Group. Mit einem Investment von 35 Millionen Euro in der aktuellen Runde wird das Semapa Group zum zweitgrößten Investor nach Vonovia. Neu hinzu kommt zudem der Pensionsfonds des US-Bundesstaats Michigan.

Zahlreiche Großaufträge mit Häusern vom Fließband

Gropyus baut Holz-Hybrid-Gebäude am Fließband – hochautomatisiert und entsprechend schnell. In den vergangenen Jahren konnten so schon eine ganze Reihe von Großprojekten umgesetzt werden – brutkasten berichtete etwa vergangenes Jahr von einem Projekt mit 158 Wohneinheiten in Berlin. Auftraggeber war, wie schon bei Projekten zuvor, die Vonovia-Tochter Buwog. Die Fertigungsanlage dafür wurde in Kooperation mit dem deutschen Konzern Kuka im baden-württembergischen (Deutschland) Richen errichtet, wie brutkasten berichtete.

In die Anlage floss laut Unternehmen damals bereits initial ein achtstelliger Betrag aus dem Gropyus-Budget. Doch der Kapitalbedarf bleibt hoch. Das nun aufgenommene Geld soll laut Handelsblatt-Bericht in den Ausbau der digitalen und automatisierten Planungs- und Bauprozesse und die technologische Weiterentwicklung fließen. „Wir wollen uns im Moment darauf konzentrieren, das Gesamtsystem zu perfektionieren, um unsere Produktionskapazitäten langsam hochfahren zu können“, wird Co-Founder Philipp Erler zitiert.

Laut Plan bis spätestens 2028 profitabel

Denn aktuell laufe die Fertigung noch im Einschichtbetrieb, mittelfristig soll aber auf drei Schichten aufgestockt werden. Dass man die Produktionskapazitäten zeitnah auf Vollauslastung hochfahren wolle, wurde bereits anlässlich der Kapitalrunde 2024 kommuniziert. Mittlerweile sind zahlreiche Großaufträge dazugekommen. Profitabel ist Gropyus aber noch nicht. Das soll laut Handelsblatt-Bericht „im Idealfall 2027, spätestens 2028“ der Fall sein.

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BodyWision
© zVg - Kasra Seirafi (l.) und André Seirafi.

„Niemand geht öfter zum Arzt als der Österreicher oder die Österreicherin.“ Auf diese Erkenntnisse kam die „Agenda Austria“ in einem im April 2026 veröffentlichten Bericht. Demnach verzeichnete Österreich im Jahr 2023 die meisten Arztkontakte pro Kopf im europäischen Vergleich (aktuellere vergleichbare Daten liegen noch nicht vor). Mit dreizehn Kontakten jährlich liegt Österreich damit vor der Slowakei und Deutschland.

Als Folge davon entstehen für jeden Menschen immer mehr Daten: Laborwerte, Befunde, Arztbriefe, Diagnosen, Medikamente, Spitalsberichte und vieles mehr. Das Problem dabei sei nicht der Mangel an Informationen, sondern ihre fehlende Verbindung, mein man beim Wiener Startup BodyWision. Gesundheitsdaten liegen verstreut in Arztpraxen, Spitalssystemen, E-Mails, Papierordnern und Portalen. Gleichzeitig sind Befunde für viele Menschen schwer verständlich und ohne Zusammenhang kaum einzuordnen. Das Unternehmen möchte dies mit seiner App-Plattform ändern.

BodyWision inklusive AI-Health-Coach

Die Anwendung soll Menschen dabei helfen, Befunde und medizinische Dokumente per Scan oder Upload sicher zu verwahren, besser zu verstehen und für Arztbesuche, Vorsorge und ein gesünderes Leben nutzbar zu machen. BodyWision verbindet dabei einen privaten digitalen Gesundheitssafe mit einem persönlichen AI Health Coach — mit Fokus auf Datenschutz, Datensouveränität und europäische Infrastruktur, wie es heißt.

„Wir haben nach einer Möglichkeit gesucht, wie AI und neue Technologien Menschen dabei unterstützen können, selbstbestimmt mit ihrer Gesundheit umzugehen“, sagt Kasra Seirafi, Co-Founder von BodyWision. „Wenn Menschen ihre verstreuten Gesundheitsdaten wirklich nutzen können, dann verändert das alles. Denn mit BodyWision verwahre und verstehe ich nicht nur meine Befunde. Ich bekomme individuelle Orientierung für Vorsorge und Health-Checkups, kann Fragen stellen und mich auf Arztgespräche vorbereiten. Im Gegensatz zu Google oder ChatGPT werden Antworten und Orientierungshilfen personalisiert auf Basis meiner aktuellen Gesundheitsdaten erstellt.“

Keinen Arzt ersetzen

Dabei ersetzt BodyWision keine Ärzte, vielmehr will die Plattform die Verbindung zwischen Patient:innen und Ärzt:innen stärken. Eine „Patient Summary“ kann auf Knopfdruck erstellt und mit Ärzt:innen geteilt werden. Diese strukturierte Zusammenfassung inklusive Vorbefunde wird eigenen Angaben zufolge dynamisch generiert und individuell auf den nächsten Arztbesuch zugeschnitten.

„Ärzt:innen haben oft sehr wenig Zeit, müssen aber komplexe Informationen schnell erfassen“, sagt André Seirafi, ebenfalls Co-Founder von BodyWision. „Wenn Patient:innen mit BodyWision besser vorbereitet sind, können wichtige Informationen schneller verfügbar sein. So kann sich die gemeinsame Behandlungszeit stärker auf das Wesentliche konzentrieren.“

BodyWision als europäische Alternative?

Allgemein versteht sich BodyWision als europäische Alternative zu gängigen US-Plattformen – sie soll Menschen ermöglichen, ihre Gesundheitsdaten sinnvoll zu nutzen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren: „Für uns war vom ersten Tag an klar, Gesundheitsdaten gehören den Menschen, nicht Plattformen oder Konzernen“, so André Seirafi weiter. „Unser Anspruch ist es, eine kompromisslos datensouveräne Sicherheitsarchitektur für die persönliche Nutzung von Gesundheitsdaten zu entwickeln.“

Bei BodyWision werden deshalb Befunde und Dokumente in einer persönlichen Health-Wallet verschlüsselt und lokal geschützt. Persönliche Gesundheitsdaten werden nicht verkauft, nicht zu Werbezwecken weitergegeben und nicht für das Training allgemeiner AI-Modelle verwendet, so der Claim.

Ab Juli beginnt die erste Early-Access-Phase. Registrierte Nutzer:innen können BodyWision als frühe Version testen. Perspektivisch ist ein Abo-Modell geplant.

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