09.03.2020

Grindr: Dating-App für mehr als 600 Millionen Dollar verkauft

Aufgrund eines Einspruch eines US-Ausschusses und Druck der US-Regierung verkaufte der chinesische Konzern Beijing Kunlun 98,59 Prozent seiner Anteile an der in LGBTQ-Kreisen beliebten App Grindr. Der Kaufpreis betrug 608,5 Millionen US-Dollar.
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Grindr
(c) Adobe Stock

Die in LGBTQ-Kreisen beliebte Dating App Grindr hat seinen ursprünglichen Sitz in Kaliforniern. Im Jahr 2016 erwarb allerdings der chinesische Spielekonzern Beijing Kunlun  die Mehrheitsanteile an dem US-amerkanischen App-Anbieter. Der damalige Kaufpreis betrug 93 Millionen US-Dollar. 2018 erfolgte die komplette Übernahme.

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Einspruch der US-Regierung

Bei der Übernahme gab es allerdings einen Haken: Das im US-Finanzministerium angesiedelte „Committee on Foreign Investment in the United States“ (CFIUS) stimmte der Übernahme aber nicht zu. Dementsprechend musste die App bis spätestens Juni 2020 wieder verkauft werden. Als Grund äußerte das CFIUS, dass es besorgt darüber ist, dass die Daten der 27 Millionen Grindr-Nutzer in die falschen Hände geraden könnte.

Kaufpreis: 608,5 Millionen US-Dollar

Wie nun über Reuters bekannt wurde, hat sich Beijing Kunlun von seinen 2016 erworbenen Anteile auf Druck der US-Regierung getrennt. Das Geschäft hat sich für das chinesische Unternehmen gelohnt. Die Investorengruppe San Vicente Acquisition LLC hat die Anteile für 608,5 Millionen US-Dollar gekauft.

Der Fall ist laut US-amerikanischen Medienberichten ein seltenes Beispiel dafür, dass die zuständige US-Behörde einen nachträglichen Einspruch gegen die ausländische Übernahme einlegt. Beijing Kunlun musste sich allerdings zuvor verpflichten die Firmenzentrale von Grindr in den USA zu belassen.

Sicherheitsbedenken

Bereits in der Vergangenheit gab es an den chinesischen Eigentümern Kritik am leichtfertigen Umgang mit den Daten. So wurde 2018 ohne Wissen der Nutzer hochsensible Daten, wie der HIV-Status oder die GPS-Daten, an externe Unternehmen weitergeben.


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Invisible-Light Labs
@ Romana Maalouf Photography - (v.l.) Hajrudin Besic, Silvan Schmid, Josiane P. Lafleur und Niklas Luhmann.

Invisible-Light Labs (ILL), ein Spin-off der TU Wien, das Infrarot-Analysetechnologie für Nanomaterialien entwickelt, hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 1,5 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Runde wurde gemeinsam von XISTA Science Ventures und dem aws Gründungsfonds angeführt, unter Beteiligung von Fund F.

Invisible-Light Labs ermöglicht chemische Analyse von Nanomaterialien

Das Kapital soll die internationale Kommerzialisierung des Flaggschiffprodukts des Unternehmens, das Analyse-Tool EMILIE, beschleunigen und die Entwicklung neuer Produkte für die Umweltüberwachung, die pharmazeutische Analyse und Nanotechnologie-Anwendungen unterstützen.

Gegründet von Silvan Schmid, Josiane P. Lafleur, Niklas Luhmann und Hajrudin Bešić, kombiniert Invisible-Light Labs nanoelektromechanische Sensortechnologie mit Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie (FTIR). Dies ermöglicht die chemische Analyse von Nanomaterialien und Substanzen, die nur in extrem geringen Mengen zur Verfügung stehen – und das über verschiedene Branchen hinweg, von der Pharmazie bis zur Umweltüberwachung, heißt es per Aussendung.

EU-Grant 2022

Bereits im Jahr 2022 zeichnete der Europäische Innovationsrat (EIC) Invisible-Light Labs mit einem EIC Transition Grant in Höhe von 2,22 Millionen Euro für das Projekt NEMILIES aus, um deren NEMS-Technologie aus dem Labor auf den Markt zu bringen. EMILIE wurde schließlich 2024 kommerziell eingeführt und vom Fachmagazin „The Analytical Scientist“ sogar zur Innovation des Jahres 2024 ernannt. Im Jahr 2025 ging Invisible-Light Labs eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics ein, um die weltweite Verfügbarkeit des gemeinsam gebrandeten EMILIE-Systems auszubauen.

Wissenschaftlich bestätigt

Die technologische Leistungsfähigkeit der Plattform wurde im April 2026 durch zwei Peer-Review-Publikationen wissenschaftlich bestätigt:

Im Fachjournal ACS Nano (Timarac-Popović et al. 2026) dokumentierte das Forschungsteam die präzise chemische Identifizierung von Nanoplastik im Pikogrammbereich. Die Validierung erfolgte unter anderem anhand des Nachweises von Nanoplastikpartikeln, die von einem einzelnen Nylon-Teebeutel freigesetzt wurden.

Eine weitere Studie in Science Advances (Surdu et al. 2026) belegt, dass die Plattform in der Lage sei, die chemische Zusammensetzung atmosphärischer Aerosole im Submikrometerbereich quantitativ zu bestimmen. Die Nachweisgrenzen liegen hierbei um das rund 1.000-Fache unter denen herkömmlicher Analyseverfahren.

Rollout geplant

„EMILIE verbindet die hohe Empfindlichkeit nanomechanischer Sensorik mit der breiten Verfügbarkeit von Infrarotspektrometern. Diese Finanzierung wird es uns ermöglichen, diese neue Technologie mehr Anwendern zugänglich zu machen – von Forschern, die neue medikamentöse Nanopartikel und Nanomaterialien entwickeln, bis hin zu Atmosphärenwissenschaftlern, die an den Polen der Erde arbeiten“, sagt CEO und CO-Founderin Josiane P. Lafleur.

Und Alexander Schwartz, Partner bei XISTA Science Ventures, kommentiert: „Wir sind zutiefst beeindruckt davon, wie das Gründerteam von ILL fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse in eine außergewöhnliche Technologie und ein hervorragendes Produkt übersetzt hat, das nun gemeinsam mit Bruker, dem Marktführer auf diesem Gebiet, vertrieben wird. Dies mit begrenzten Ressourcen zu erreichen, spricht für die Fähigkeiten, den Fokus und die Entschlossenheit des Teams.“

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