30.11.2022

Das sind die Siegerteams von greenstart 2022

Die Startup-Initiative greenstart des Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) ging am Dienstag ins Finale. Die drei Sieger-Teams dürfen sich über ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro freuen.
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(c) greenstart

Am Dienstag war es wieder so weit. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Wiener Gartenbaukino wurden die drei Siegerteams der Top-10 greenstarter gekürt. Wie bereits die Jahre zuvor erhielten alle zehn Teams im Rahmen von greenstart ein halbes Jahr lang Coachings und Workshops, aber auch Zugang zu Netzwerken und Öffentlichkeitsarbeit sowie finanzielle Unterstützung.

Die Siegerteams von greenstart

In diesem Jahr heißen die Top 3: Sonnenschmiede, Beetle ForTech und Green Soul Technologies. Sie konnten die Fachjury und die Öffentlichkeit (via Online-Voting) überzeugen und sich über ein Preisgeld von je 20.000 Euro und den Titel „greenstar 2022“ freuen.

Green Soul Technologies möchte mit der Wärmebatterie „SoulHeat“ die Unabhängigkeit von Energielieferanten ermöglichen. „Soul Heat“ speichert Energie des Sommers aus Solarkollektoren, Photovoltaik oder anderen Energiequellen für den Winter – völlig emissionsfrei und ohne den Einsatz von seltenen Erden. Um die Wärme wieder freizusetzen, benötigen Nutzer:innen lediglich etwas Wasser. Das System kann ganz einfach mit bestehenden Heizsystemen und Wärmepumpen kombiniert werden.

Beetle ForTech entwickelt Technologien, die eine lückenlose Rückverfolgung von Baumstämmen bis zum exakten Wuchsort ermöglichen. Damit wirken sie illegalem Holzeinschlag entgegen, garantieren die Einhaltung von weltweit geltenden Gesetzen sowie von Zertifizierungssystemen und tragen zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit bei. Die Produkte bestehen unter anderem aus einem Markierungsgerät, das Stämme direkt nach der Ernte völlig fremdstofffrei markiert und einem satellitengestützten Waldmonitoringsystem.

Die Sonnenschmiede ermöglicht eine umfassende Gesamtlösung für gemeinschaftliche Photovoltaikanlagen auf Mehrparteienhäusern. Dabei wickelt das Team der Sonnenschmiede die komplette Planung, die behördlichen und bürokratischen Fragen, als auch den laufenden Anlagenbetrieb, Wartung und die Abrechnung der Photovoltaikanlagen ab. Die PV-Anlage bleibt dabei immer im Besitz des Eigentümers bzw. der Eigentümer:innen-Gemeinschaft. Alle Bewohner:innen im Haus (egal ob Eigentümer:in oder Mieter:in) können den Sonnenstrom vom eigenen Dach freiwillig und zu fairen Preisen beziehen, Überschuss-Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Sämtliche Gewinne aus dem Stromverkauf fließen an die Eigentümer:innen der Anlage zurück.

Achter greenstart Durchgang startet

Auch in der achten Runde des Programms „greenstart“ sucht der Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) wieder Startups oder Personen, die ihre innovative und klimarelevante Business-Idee weiterentwickeln wollen. In den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Mobilität, Landwirtschaft/Bioökonomie und Klimawandelanpassung können Interessierte bis zum 8. März 2023 online auf
www.greenstart.at einreichen.


Video-Tpp: Wie das Tullner Startup Beetle ForTech gegen illegale Abholzung vorgeht

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(v.l.) Antonia Riva-Frizberg, Theresa Kohl, Johanna Marie Reinedahl und Sara Kapeller sind für den Bierlein-Preis 2026 nominiert.

Der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis geht 2026 in die zweite Runde. Er zeichnet Frauen unter 35 für unternehmerische oder innovative Leistungen mit Österreichbezug aus. Aus rund 100 Bewerbungen haben das Wirtschaftsministerium (BMWET) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) 35 junge Frauen in die Shortlist aufgenommen, darunter Gründerinnen, Forscherinnen und Führungskräfte.

Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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