Greenstart 2024: Diese 3 Startups holen sich je 20.000 Euro Preisgeld
Die drei Sieger-Startups aktuellen Durchgangs von Greenstart stehen fest. Die Startup-Initiative des Klima- und Energiefonds geht 2025 in die mittlerweile zehnte Runde.
Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und traditionell ist dies auch in der heimischen Startup-Landschaft die Zeit für alle möglichen Rückblicke, Awards oder Rankings. Auch der Greenstart-Wettbewerb des Klima- und Energiefonds reiht sich in diese Liste ein und zeichnet alljährlich Ende November bzw. Anfang Dezember die Sieger-Startups aus. Heute Freitag war es nun wieder soweit: Die Sieger-Startups für 2024 stehen fest, die sich nun über je 20.000 Euro Preisgeld freuen dürfen.
Das sind die Sieger-Startups
In diesem Jahr wurden Businessmodelle ausgezeichnet, die mit nachhaltigen Lösungen zur Raumkühlung, CO₂-Speicherung und ökosozialen Sanierung die Fachjury sowie die Teilnehmer:innen im Online-Voting überzeugten. Der Titel „greenstar 2024“ ging an „Zukunft Bestand“, „TerraBreeze by Social Cooling“ und „sequestra“.
„Mit ihren innovativen Lösungen geben die Startups wertvolle Impulse für die Energiewende. Ihre Ansätze sind Vorbilder für eine nachhaltige Wirtschaft und machen sichtbar, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können“, so der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Bernd Vogl.
Die Lösungen und Geschäftsmodelle der Sieger-Startups
Die Förderinitiative des Klima- und Energiefonds ging 2024 in die mittlerweile neunte Runde. Hier ein Überblick zu den Lösungen der drei Sieger-Startups aus dem aktuellen Batch:
Zukunft Bestand von „projektstudio zt“ bietet eine standardisierte B2B-Dienstleistung zur ökosozialen Sanierung von Wohnhausanlagen an. Ziel ist es, Vorreiter für klimafreundliche Gebäudesanierungen in Österreich zu werden. Das Konzept ist darauf ausgelegt, den Gebäudebestand zu erhalten, für alle Altersgruppen zugänglich und barrierefrei zu gestalten sowie erneuerbare Energien effizient einzusetzen.
TerraBreeze by Social Cooling: Das Startup Social Cooling möchte die Kühltechnologie mit seiner Klimaanlage „TerraBreeze“ revolutionieren. Diese benötigt bis zu 40 Prozent weniger Strom als herkömmliche Geräte und zeichnet sich durch ihre Benutzerfreundlichkeit als Plug-and-Play-Lösung aus. Zum Einsatz kommen umweltfreundliche Kältemittel.
sequestra: Mit einem neuartigen Verfahren zur CO2-Sequestrierung aus industriellen Reststoffen will sequestra dazu beitragen, die CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Das Unternehmen entwickelt Technologien, die das Potenzial solcher Materialien als langfristige CO2-Senker maximieren. Neben der Speicherung und dem Einsatz in CO2-Zertifikaten bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, die karbonatisierten Materialien in neuen Märkten zu nutzen.
Greenstart: Der nächste Call startet
Auch in der zehnten Runde sind Startups eingeladen, sich zu bewerben und ihre klimarelevante Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Teams und Gründer:innen können bis zum 14. Feber 2025 einreichen. Aus allen Bewerbungen wählt eine Fachjury die TOP-10 Startups aus. Diese erhalten ein umfangreiches Unterstützungsprogramm, das ein halbes Jahr dauert.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
10 Jahre Global Incubator Network Austria: Ein Jahrzehnt internationaler Vernetzung – gefeiert im Herzen Wiens
Zehn Jahre, sechs Partnerregionen, 756 Startups: Beim Jubiläum von Global Incubator Network Austria (GIN) im Wien Museum wurde greifbar, wie aus einem Förderprogramm ein globales Netzwerk wurde. brutkasten war vor Ort.
Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).
Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.
Foto: epilogy.photography
Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“
Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.
Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien
Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.
Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.
Foto: epilogy.photography
Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“
Panel: Local Roots, Global Reach
Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.
Foto: epilogy.photography
Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre
Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.
Foto: epilogy.photography
Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein
Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.
Foto: epilogy.photography
Eine Community feiert
Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“
Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.
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