✨ AI Kontextualisierung
Die regelmäßige Überprüfung kritischer Infrastruktur ist für Betreiber wie die ÖBB oder Landesregierungen eine logistische Herkulesaufgabe. Brücken, Stützmauern und Tunnel müssen in festen Zyklen – von der jährlichen Begehung bis zur umfassenden Expertenprüfung alle sechs Jahre – kontrolliert werden. Das Grazer Tech-Unternehmen recordIT von Stefan Grubinger nutzt nun zwei Jahre Entwicklung im FFG-Basisprogramm, mit einem Projektvolumen von fast einer Million Euro, um diesen Prozess von der 2D-Dokumentation in die dritte Dimension zu heben.
recordIT greift auf Photogrammetrie zurück
Das Startup wurde 2017 von Grubinger gegründet, weil automatisches Reporting im Ingenieurs-Bauwesen damals kaum existierte. Der Gründer startete mit ersten Überlegungen bereits 2016 und wurde dabei u.a. von Simon Jimenéz von Storywise unterstützt.

Bis dahin basierte die Schadensaufnahme von Bauwerken oft auf punktuellen Fotos und textlichen Beschreibungen. Das recordIT-Team hat daher ein Verfahren entwickelt, das Dokumentation mittels Photogrammetrie (Anm.: berührungsloses Messverfahren, das aus überlappenden 2D-Fotos präzise 3D-Modelle, Punktwolken oder maßstäbliche Pläne rekonstruiert.) erfasst. Der entscheidende Vorteil: Das 3D-Modell steht unmittelbar vor Ort zur Verfügung.
Dreiviertel-Million Umsatz
Durch die Informationsdichte der Texturen lassen sich Schadensbilder wie Risse oder Feuchtstellen präziser interpretieren als durch klassische Aufnahmen, so der Claim. Da die Modelle maßstabsgetreu sind, erübrige sich in vielen Fällen das erneute Anfahren der Baustelle für Nachmessungen – eine enorme Zeitersparnis im Vergleich zur herkömmlichen Methode, wie es vom Startup heißt.
RecordIT verzeichnet ein jährliches Wachstum von 25 Prozent und steuert im laufenden Geschäftsjahr auf einen Umsatz von 750.000 Euro zu. Zu den Kunden gehören u.a. die Länder Steiermark, Salzburg und Vorarlberg sowie die Stadt Graz. Auch die ÖBB sowie spezialisierte Ingenieurbüros zählen zum Kundenstamm.
Mehr als „ein paar Striche“
Trotz des Erfolgs sieht das Team das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Ziel ist es, die Technologie noch spezifischer an die komplexen Anforderungen des Bausektors anzupassen. Um diese Entwicklung zu beschleunigen und die Marktpräsenz auszuweiten, setzt das Unternehmen auf weiteres Wachstum und die Akquise von Kapital.
„Am Ende des Tages geht es um die Qualität der Information“, sagt Grubinger. „Während herkömmliche Berichte oft nur ‚ein paar Striche‘ auf einem Plan bieten, liefert die photogrammetrische Erfassung eine Datentiefe, die eine vorausschauende Instandhaltung erst möglich macht.“





