19.05.2025
QUANTEN

Grazer Silicon Austria Labs ist federführend bei Pilotprojekt für Quantentechnologie

Europas erste Pilotlinie für die Herstellung von Ionenfallen wird in Villach entstehen. Silicon Austria Labs will mit der Führung den österreichischen Standort in der Quantentechnologie stärken.
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Unter Leitung von SAL nehmen fünf österreichische Organisationen an der Initiative CHAMP-ION teil. Sie bündelt europäische Expertise auf dem Gebiet der Ionenfallen für die skalierbare Quantenchipproduktion. © Silicon Austria Labs / Sarina Dobernig
Unter Leitung von SAL nehmen fünf österreichische Organisationen an der Initiative CHAMP-ION teil. Sie bündelt europäische Expertise auf dem Gebiet der Ionenfallen für die skalierbare Quantenchipproduktion. © Silicon Austria Labs / Sarina Dobernig

Konkret wird am Kärntner Standort von Silicon Austria Labs (SAL) eine eigene Pilotlinie aufgebaut. „Die Quantentechnologie wird uns neue Möglichkeiten eröffnen, um Cybersecurity, das Bankenwesen oder die Fabrikprozessplanung effizienter und energieschonender zu machen“, so Christina Hirschl, Geschäftsführerin von SAL. Europaweit sollen insgesamt fünf Pilotlinien für die Herstellung von Ionenfallen entstehen. Diese Linien entstehen im Rahmen der EU-Initiative Champ-Ion, die im Rahmen des EU Chips Acts gestartet wurde. Über diesen kommen auch 40 Millionen Euro Förderung für das Projekt.

Österreich als Standort

Wie die kleine Zeitung berichtete, sind bei dem Projekt in Villach insgesamt 21 Partner aus sechs Ländern dabei. Darunter sind Forschungszentren, Universitäten und Unternehmen. „In diesem Konsortium kommt Österreich mit der Leitungsfunktion die Führungsrolle zu“, bestätigt Christina Hirschl. Silicon Austria Labs ist ein bundesländerübergreifendes, außeruniversitäres Forschungsprogramm im Bereich der elektronikbasierten Systeme. Brutkasten berichtete bereits über SAL.

Das Ziel des Projekts ist es, vollintegrierte, validierte und skalierbare Ionenfallen mit integrierter Elektronik und photonischen Strukturen auf einem Chip zu realisieren. Die Teilnahme von fünf österreichischen Organisationen an dieser Initiative sei ein wichtiger Meilenstein zur Absicherung Österreichs in der internationalen Quantenforschung und in der Entwicklung praktischer und marktreifer Anwendungsmöglichkeiten, so Innovationsminister Peter Hanke von der SPÖ in einer Aussendung.

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Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo
Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo

Mit rund 55 Millionen Euro Schulden war die Insolvenz des von Katharina Schneider aufgebauten Unternehmens MediaShop im Februar eine der aufsehenerregenderen in diesem Jahr. Zunächst war die Zukunft der Marke ungewiss. Mit dem Unternehmer Christoph Bauer mit One Spot fand sich ein Käufer, der die Marke seit Anfang Juni weiterführte und neu aufstellte. Im Zuge dessen wird nun auch die Logistik am deutschen Markt umgestellt. Dieser ist mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze der wichtigste Einzelmarkt des Unternehmens. In den drei Monaten nach dem Neustart Anfang Juni wurden dort nach Unternehmensangaben mit rund 60.000 Bestellungen mehr als vier Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neuer Partner im Fulfillment ist das vom österreichischen Gründer-Duo Christoph Glatzl und Georg Weiß geführte Scaleup Quivo, das stark auf Automatisierung setzt. Dieses war 2022 aus der Fusion des Wiener Startup Logsta mit der deutschen Ancla hervorgegangen und hat seinen formellen Hauptsitz in Deutschland, seinen operativen Sitz aber in Wien. Vor etwa einem Jahr machte es mit einer großen Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam, wie brutkasten berichtete.

Logistische Herausforderungen durch kurzfristige Peaks

Mit der Logistik-Umstellung von MediaShop in Deutschland werden nun rund 10.000 Paletten Ware vom bisherigen Zentrallager in Augsburg nach Frankfurt verlagert. Das ist aber nur die erste von vielen zu erwartenden logistischen Herausforderungen, will das Teleshopping-Unternehmen seine Präsenz am deutschen Markt doch noch stärker ausbauen. So steigerte man die TV-Einschaltungen in Deutschland seit dem Neustart von zwischenzeitlich nur drei Sendern auf zwölf. International stieg die Zahl der Sender seit dem Neustart von 16 in zwei Ländern auf 50 in fünf Ländern.

Das Geschäftsmodell von MediaShop stelle enorme Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität, sagt Quivo-CEO Weiß: „Bei MediaShop zeigt sich besonders deutlich, dass modernes Fulfillment weit mehr ist als Lagerfläche und Paketversand. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Bestellmengen eingehen, müssen Technologie, Prozesse und Personal nahtlos zusammenspielen.“ Die Plattform verbinde unterschiedliche Systeme und automatisiere große Teile der Bestellabwicklung. „Gleichzeitig haben wir die Infrastruktur und die personellen Ressourcen, um auch kurzfristige Nachfragespitzen abzufangen. Genau für solche Wachstumsszenarien haben wir Quivo aufgebaut“, so der Gründer.

„Wir haben MediaShop in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt und sind wieder auf Kurs. Dafür brauchen wir eine Logistik, die nicht nur unser heutiges Bestellvolumen zuverlässig bewältigt, sondern auch mit uns wachsen kann“, kommentiert der neue MediaShop-Inhaber und -Chef Christoph Bauer. „Mit Quivo haben wir einen Partner gefunden, der Technologie, operative Erfahrung und die notwendige Skalierbarkeit verbindet. Das ist für uns insbesondere in einem Geschäft entscheidend, in dem Nachfrage sehr kurzfristig entstehen kann.“

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