12.11.2025
AUSZEICHNUNG

Grazer DeepTech-Startup Ecolyte gewinnt Innovation Radar Prize 2025

Das Grazer Startup Ecolyte hat einen Preis nach Hause geholt: Den Innovation Radar Prize 2025. Ausgezeichnet wurde das TU-Graz-Spin-off für seine nachhaltige IonLeaf-Technologie.
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Stefan Spirk von Ecolyte | Foto: TU Graz / Helmut Lunghammer

Das Grazer Startup Ecolyte entwickelt Batterien ohne kritische Rohstoffe. Bereits im Jahr 2023 holte man sich dafür 4,6 Millionen Euro von der EU. Mit der Förderung hat man die Produktentwicklung bis zur Marktreife unterstützt – brutkasten berichtete. Das Geld kam dabei vom Europäischen Innovationsrat.

Gegründet wurde Ecolyte Anfang 2022, Geschäftsführer ist Stefan Spirk. Unterstütz wurde das Startup auch von der TU Graz, der Montanuniversität Leoben sowie der TU Darmstadt. Zudem hat das GründerCenter der Steiermärkischen Sparkasse den Förderprozess begleitet.

Vanillin nicht als Backmittel, sondern als Energiespeicher

Bei Ecolyte soll Vanillin als Speicherstoff in Batterien dienen. Dabei handelt es sich um ein Abfallprodukt aus der Papierindustrie, konkret die Verbindung Lignin, wie sie auch das NÖ-Startup Lignovations (brutkasten berichtete) verwertet.

Nun schreibt das Startup neue Schlagzeilen: Das Spin-off der TU Graz wurde von der Europäischen Kommission mit dem Innovation Radar Prize 2025 in der Kategorie „Climate, Energy & Mobility“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im AI Hub der Unicorn Factory Lisboa in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon statt.

Ausgezeichnet wurde die IonLeaf-Technologie des Startups, die umweltschädliche PFAS-Membranen ersetzt. PFAS-Membranen galten lange als Industriestandard – vor allem in der Batterieproduktion. Eine tiefere Recherche zur Situation am Batteriemarkt – und der Lösung von Ecolyte – gab es im brutkasten-Printmagazin „Neue Welten“ – zu lesen hier.

Ecolyte arbeitet daran, herkömmliche PFAS-Membranen durch biobasierte und vollständig recycelbare Alternativen zu ersetzen. Das Ergebnis ist eine Membran, die bis zu 90 Prozent kosteneffizienter produziert werden kann, heißt es per Pressemeldung. Außerdem sollen die Membranen aus „über 98 Prozent biologisch abbaubaren Materialien bestehen und in Europa hergestellt werden“.

Nachhaltige Alternative zu PFAS-Membranen

Darüber hinaus verwendet Ecolyte Papier als Trägermaterial für seine ionenleitenden Membranen. Dadurch entsteht „ein flexibles und nachhaltiges Material, das branchenübergreifend Anwendung findet“, heißt es weiter. Genutzt wird die Technologie unter anderem bei Redow-Flow-Batterien oder bei Wasseraufbereitungssystemen.

PFAS-basierte Materialien werden aufgrund ihrer Umweltbelastung zunehmend reguliert. Dahingehend bietet Ecolyte mit seinen IonLeaf-Membran eine nachhaltige Alternative, heißt es weiter. Das Startup arbeite bereits mit Industriepartnern, die deren Technologie in bestehende Energiesysteme integrieren.

Nun will Ecolyte weiter skalieren. Bis 2028 will das Unternehmen seine Produktionskapazitäten auf 10.000 Quadratmeter pro Woche erhöhen.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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