03.02.2026
ÜBERNAHME

Grazer Bitcoin-Broker Coinfinity übernimmt bitcoin.wien

Der Grazer Bitcoin-Broker Coinfinity übernimmt das stationäre Bitcoin-Geschäft bitcoin.wien. Damit soll der Anlaufpunkt für persönliche Bitcoin-Beratung und -Bildung langfristig gesichert und gezielt weiterentwickelt werden. 
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bitcoin.wien-Gründer Emanuel Sanchez de la Cerda und Max Tertinegg, Geschäftsführer von © Coinfinity.

Coinfinity will mit der Übernahme von bitcoin.wien ein “klares Zeichen” für den Ausbau von Bitcoin-Infrastruktur, persönlicher Beratung und Bildungsangeboten im stationären Handel setzen, heißt es in einer Presseaussendung. Dabei soll bitcoin.wien weiterhin ein physischer Ort bleiben, an dem sich interessierte Personen persönlich, offen und fundiert über Bitcoin informieren können. Geplant sei, das bestehende Angebot im Geschäft stufenweise auszubauen.

bitcoin.wien als Ort des Austausches

Man plane, bitcoin.wien als einen Ort für ausgewählte Begegnungs- und Bildungsformate zu positionieren. In Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Bitcoin-Umfeld, etwa dem Verein Bitcoin Austria, sowie gemeinsam mit Aprycot Media sind Veranstaltungen vorgesehen, die den persönlichen Austausch rund um Bitcoin fördern sollen. 

Der Gründer von bitcoin.wien, Emanuel Sanchez de la Cerda, wird Coinfinity laut Aussendung künftig in einer neuen Rolle begleiten und dem Standort bitcoin.wien sowie dessen Kund:innen weiterhin eng verbunden bleiben. Wie genau das ausschauen wird, wurde noch nicht kommuniziert.

„Ideale Ergänzung“

Im Zuge der Übernahme soll Coinfinity zudem als Bitcoin-Partner vor Ort integriert werden. „bitcoin.wien hat sich in den vergangenen Jahren als wichtiger Treffpunkt für Bitcoin-Interessierte in Wien etabliert. Für uns ist das Geschäft eine ideale Ergänzung zu unserem digitalen Angebot, weil persönliche Beratung und Bildung rund um Bitcoin für viele Menschen weiterhin eine zentrale Rolle spielen“, sagt Max Tertinegg, Geschäftsführer und Co-Founder von Coinfinity. 

Erst Ende des vergangenen Jahres erhielt das 2014 gegründete Unternehmen die MiCAR-Lizenz (brutkasten berichtete). Damit zählt Coinfinity neben Bitpanda, Bybit, Cryptonow, 21Bitcoin und KuCoin zu jenen Brokern in Österreich, die die EU-Verordnung erfüllen.

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Dynatrace Engineering Headquarters in Linz © Dynatrace

Dynatrace wurde 2005 in Linz von Bernd Greifeneder, Sok-Kheng Taing und Hubert Gerstmayr gegründet und betreibt dort bis heute sein globales Engineering Headquarter. Nach dem ersten Exit an Compuware 2011 verlegte das Unternehmen seinen offiziellen Sitz in die USA, ging 2019 an die New Yorker Börse (NYSE: DT) und zählt mittlerweile zu den Weltmarktführern im Bereich KI-basierter Observability. Rund 28 Prozent der weltweit knapp 5.600 Mitarbeiter:innen arbeiten nach wie vor in Österreich, an Standorten in Linz, Wien, Graz, Klagenfurt, Hagenberg und Innsbruck.

Nun erweitert der Konzern sein Portfolio per Zukauf: Wie Dynatrace heute bekanntgab, hat man eine definitive Vereinbarung zur Übernahme des AI-Observability-Spezialisten Arize unterzeichnet.

915 Millionen Dollar Bewertung

Dynatrace bewertet Arize mit insgesamt 915 Millionen Dollar. Der Großteil davon, rund 815 Millionen, wird in bar bezahlt, den Rest erhalten Arize-Mitarbeiter:innen in Form von Ersatz-Aktienprogrammen, sobald sie zu Dynatrace wechseln, heißt es in der Aussendung. Finanzieren will Dynatrace den Kauf aus eigenen Mitteln oder über die bestehende Kreditlinie, frisches Fremdkapital ist dafür nicht nötig.

Laut Unternehmensangaben soll der Deal noch im laufenden oder im frühen dritten Quartal des Geschäftsjahres abgeschlossen werden, vorausgesetzt die zuständigen Behörden stimmen zu.

Finanziell dürfte sich der Zukauf zunächst gemischt auswirken: Er soll das Wachstum der wiederkehrenden Umsätze (ARR) um rund 200 Basispunkte, also 2 Prozentpunkte, beschleunigen, gleichzeitig aber die Non-GAAP-Operating-Marge im Geschäftsjahr 2027 um etwa 175 Basispunkte (1,75 Prozentpunkte) drücken. Kurz gesagt: Arize soll das Umsatzwachstum ankurbeln, geht kurzfristig aber auf Kosten der Profitabilität, ein bei Übernahmen wachstumsstarker, aber margenschwächerer Startups übliches Muster.

Was Arize baut und wie es zu Dynatrace passt

Arize, ansässig in San Francisco, hat sich auf die Bewertung der Ergebnisse von KI-Modellen und -Agents spezialisiert: Die Plattform erkennt etwa Halluzinationen, misst die Qualität von KI-Ausgaben und überwacht laufend, ob Sprachmodelle und Agents wie vorgesehen funktionieren. Arize Co-Founder Jason Lopatecki erklärt: „Wir haben Arize gegründet, weil KI-Teams eine Möglichkeit brauchten zu wissen, ob ihre Agenten tatsächlich richtig arbeiten und nicht nur laufen.“

Für Dynatrace schließt die Übernahme eine Lücke: Bislang überwachen viele Unternehmen die Qualität ihrer KI-Anwendungen, etwa ob ein Chatbot korrekt antwortet, getrennt von der klassischen IT-Infrastruktur wie Serverlast oder Anwendungsleistung. Fällt dann ein Kund:innen-Prozess aus, lässt sich oft nur schwer feststellen, ob die Ursache im KI-Modell, im Prompt oder in der darunterliegenden Infrastruktur liegt. Mit Arize will Dynatrace beide Ebenen – KI-Bewertung und klassische Observability – in einem durchgängigen System zusammenführen.

Arize-Gründer:innen wechseln zu Dynatrace

Die beiden Arize-Gründer:innen Jason Lopatecki und Aparna Dhinakaran wechseln mit Abschluss der Transaktion zu Dynatrace, heißt es in der Aussendung. Lopatecki bleibt Leiter des Arize-Teams und berichtet künftig direkt an Dynatrace-CEO Rick McConnell.

„Die Übernahme von Arize stärkt unsere Führungsposition im Bereich AI-Observability, beschleunigt unsere Roadmap und erweitert unsere Reichweite in der Entwickler:innen-Community“, wird McConnell in der Aussendung zitiert.

Der Markt für AI-Observability soll laut Dynatrace bis 2030 auf über 10 Milliarden Dollar wachsen. Im Mai hatte das Unternehmen die 2-Milliarden-Dollar-ARR-Marke geknackt.

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