17.08.2018

Grabb-It: Startup macht Autofenster zu digitalen Werbeflächen

Auf der Suche nach unerschlossenen Werbeflächen wurde das US-Startup Grabb-it fündig. Es bespielt die Fensterscheiben von Autos (nach außen) mit ortsgebundener Video-Werbung.
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Grabb-It
Grabb-It Labs (c)

Ein US-Startup will mit seinem Konzept eine zusätzliche Einnahmequelle für Personen im Ridesharing-Business bieten. Grabb-It macht eine der hinteren seitlichen Auto-Fensterscheiben zu einem Bildschirm, der lokal angepasste Werbung zeigen soll. Diese Werbungen sollen nur zwischen den Fahrten gezeigt werden, da es sonst unangenehm für den Fahrgast sein könnte. Im Moment gibt es in San Francisco ungefähr 25 Testfahrer, die etwa 300 Euro im Monat dazuverdienen, wenn sie 40 Stunden pro Woche fahren.

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Das einfache Prinzip von Grabb-It

Die Technologie dahinter ist dabei nicht sonderlich kompliziert. Grabb-It macht eines der hinteren Fenster zu einem Projektionsbildschirm, indem eine spezielle Folie aufgetragen wird. Ein kleiner Projektor im Auto projiziert die Werbeeinschaltungen so hell, dass man sie von außen sehen kann. Das aufgetragene Material ist dünn genug um das Fenster zu öffnen, aber zu dick um klar durchzusehen. Ein gewisses Verbesserungspotenzial ergibt sich durch die verwendete Technologie jedenfalls: Es wird empfohlen, den Projektor abzudrehen, wenn ein Fahrgast an Bord ist. Andernfalls hätte dieser die Werbung „im Gesicht“. Die Kosten für Hardware und Installation übernimmt Grabb-It. Da das Material individuell an jedes Fenster anpassbar ist, kommt jedes Auto als Werbefläche in Frage.

Offizielle Grabb-It Werbung:

Profitable Investition

Das Konzept soll sich naturgemäß nicht nur für FahrerInnen auszahlen, sondern auch für werbende Unternehmen. Auch wenn sich Grabb-It bei den präsentierten Statistiken selbst wohl nicht so sicher ist. Laut der Page konnten sich bei einer Umfrage von 100 Befragten, die an Testwägen vorbeigekommen waren, 43 an die Werbefläche und 22 an das Produkt erinnern. Im Blog hingegen steht, dass sich 45 an die Werbefläche und 43 an das Produkt erinnern konnten. 22 Leute wären bereit das Produkt zu kaufen, auf ihrer Website wird die Zahl dieser nicht einmal erwähnt. Egal welche Zahl nun stimmt, sie ist astronomisch höher als die zwei bis drei Prozent, die laut Studien von traditionellen Werbeflächen angesprochen werden.

Jedes Unternehmen kann Grabb-It bezahlen um eine Kampagne mit beliebiger Laufzeit zu zeigen. Die Werbung wird an die Umgebung angepasst, sollte ein Auto also an einem Geschäft vorbei fahren das gerade eine Kampagne bei Grabb-It gekauft hat, wird diese Werbung gezeigt. Ebenso behauptet Grabb-It erkennen zu können, wie viel Aufmerksamkeit eine bestimmte Werbung bekommt.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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