02.12.2022

GoStudent übernimmt Studienkreis und erweitert stationäres Angebot

Das Wiener EduTech-Unicorn verlautbart seine bislang größte Übernahme. Studienkreis kontrolliert den Markt für stationäre Nachhilfe im deutschsprachigen Raum und ist auch in Österreich mit LernQuadrat vertreten.
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Felix Ohswald von GoStudent
Mit digitalem und Präsenzunterricht will Felix Ohswald den Wachstumskurs von GoStudent verteidigen.

Weniger Wachstum als ursprünglich erwartet, sorgte auch bei GoStudent im September für einen größeren Jobabbau (brutkasten berichtete). Drei Monate später lässt das Wiener Unternehmen mit positiven Nachrichten aufhorchen: GoStudent übernimmt Studienkreis, den Marktführer für standortbasierte Nachhilfe im deutschsprachigen Raum, von IK Partners. In den letzten zwölf Monaten übernahm GoStudent bereits das Wiener Startup Fox Education, Seneca Learning (UK) und die Tus Media Gruppe (Spanien). Der Kauf von Studienkreis ist die bislang größte Übernahme.

Der bereits 1974 gegründete Studienkreis ist Deutschlands größtes Nachhilfeunternehmen mit bundesweit über 1.000 Lernzentren. Seit 2012 ist das Unternehmen auch in den Bereich des Online-Lernens vorgestoßen. 2018 übernahm Studienkreis selbst mit LernQuadrat einen österreichischen Nachhilfe-Player im stationären Bereich. Mit der Kombination von Offline-Nachhilfe mit Online-Diensten und eigens entwickelten digitalen Tools verfolgt Studienkreis die Vision, ein vollständig integriertes Lernerlebnis zu entwickeln.

Darum setzt GoStudent auf stationäre Nachhilfe-Center

Mit der Übernahme beschleunigt GoStudent die gemischte Lern­strategie mit digitalem und stationärem Angebot. „Über 1,5 Millionen Online-Nachhilfeeinheiten werden jeden Monat bei GoStudent gebucht, aber wir glauben, dass die Zukunft des Lernens hybrid ist. Durch die Kombination von Online- und Offline-Angeboten entsteht ein Omnichannel-Modell, das Familien maximalen Nutzen bringt und eine Barriere für Wettbewerber darstellt“, erklärt Felix Ohswald, CEO und Co-Founder von GoStudent.

„Mit der heutigen Ankündigung bietet GoStudent nun ein komplettes Spektrum an Lernlösungen für jeden Schüler:innentyp und jedes Budget an. Zusätzlich zu unserem Kernangebot, dem 1:1 Online-Nachhilfeunterricht, bieten wir alles von Freemium-Produkten bis hin zu Gruppenunterricht an. Es ist diese erfolgreiche Kombination, die unser zukünftiges Wachstum vorantreiben und gleichzeitig die Rentabilität steigern wird“, führt er weiter aus.

Der EduTech-Markt wächst weiter

Damit kommt es zur weiteren Konsolidierung am fragmentierten europäischen Nachhilfemarkt. Der weltweite Markt für Online-Nachhilfe, der noch im Jahr 2020 auf 145 Milliarden Euro geschätzt wurde, wird bis 2026 voraussichtlich einen Wert von 269 Milliarden Euro erreichen. Diese Übernahmen ermöglichten es GoStudent, in das Feld der auf Künstliche Intelligenz basierten Lerninhalte vorzustoßen. Ebenso wurde damit der Zugang zu Tutor:innen sowie dem Markt verbessert und erweitert, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens.

„Seit unserem ersten Treffen war klar, dass die beiden Unternehmen die Leidenschaft und die Überzeugung teilen, dass die Zukunft des Lernens hybrid ist, und wir glauben, dass Technologie der Schlüssel dazu ist. Die Position von GoStudent in der Online-Welt, zusammen mit unserer starken Marke und unserem Standort in Deutschland, wird eine Blaupause für den Aufbau individueller, dynamischer Lernpfade schaffen, sodass jede Schülerin und jeder Schüler nicht nur ihre Noten verbessern, sondern auch ihr volles Potenzial ausschöpfen können“, fügt Lorenz Haase, CEO von Studienkreis, hinzu. „Wir freuen uns sehr, Teil dieser nächsten Wachstumsphase zu sein.“ Studienkreis wird unter seinem derzeitigen Führungsteam eigenständig weiterarbeiten.

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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