03.03.2022

GoStudent erweitert sein Führungsteam: Kernbichler als CLO und Mcintyre als CFO

Das EduTech-Unicorn GoStudent begrüßt Felix Kernbichler und Duncan Mcintyre im Leader-Team und wappnet sich für die nächste Wachstumsphase.
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Felix Kernbichler und Duncan Mcintyre
© GoStudent. Felix Kernbichler und Duncan Mcintyre

In Vorbereitung für die nächste Wachstumsphase besetzt Österreichs zweites Unicorn GoStudent zum Jahresbeginn seine Position als Chief Legal Officer (CLO) neu und ernennt zudem seinen ersten Chief Finance Officer (CFO). Beide bringen umfassende Erfahrung aus den Bereichen Mergers & Acquisitions (M&A) sowie Finanzierung mit.

Duncan Mcintyre als GoStudent-CFO

Der ehemalige Managing Director von Delivery Hero’s Investment Fond DX Ventures, Duncan Mcintyre, steigt als CFO ins Unternehmen ein. Hier übernehme er die Verantwortung für Fundraising sowie M&A-Aktivitäten bei GoStudent. „Ich bin begeistert, bei einem der spannendsten und am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen in Europa einzusteigen. Die Möglichkeit, ein weltweit führendes Unternehmen im Bildungssektor mit aufzubauen, ist einzigartig“, meint Mcintyre.

Er sei beeindruckt von der Kultur, den hochkarätigen Mitarbeiter:innen und der Hands-on-Mentalität, die die beiden Gründer und das Team bei GoStudent aufgebaut haben. Mcintyre bietet Expertise aus den Bereichen Finanzen und insbesondere M&A. Hierbei sammelte er Erfahrungen im Aufbau diverser Technologieunternehmen sowie im Startup-Bereich generell.

Felix Kernbichler als GoStudent-CLO

Für rechtliche Angelegenheiten beim österreichischen EduTech ist zukünftig Felix Kernbichler als CLO zuständig. Der Anwalt bringt mehrjährige Erfahrung, insbesondere aus den Bereichen Gesellschaftsrecht, M&A und Risikokapital mit. Bei GoStudent wird er vor allem die Beratung bei Akquisitionen und Finanzierungsrunden übernehmen. Bereits vor seiner Rolle als CLO bei GoStudent hat er seit 2018 während seiner Tätigkeit in einer österreichischen Anwaltskanzlei bei den Finanzierungsrunden und Akquisitionen des Scaleups beraten.

„Da ich aus einer Lehrerfamilie stamme, liegt mir hochwertige Bildung sehr am Herzen und ich weiß aus erster Hand, was sie bewirken kann. In Anbetracht des unglaublichen ungenutzten Potenzials im Bildungsbereich bin ich mir sicher, dass das außergewöhnliche Wachstum von GoStudent erst der Anfang war und noch viel mehr zu erwarten ist. Ich freue mich sehr darauf, mit einem großartigen Team zusammenzuarbeiten, um die globale Schule Nummer eins aufzubauen“, meint Kernbichler.

Auch Co-Founder Felix Ohswald zeigt sich erfreut darüber, Duncan Mcintyre und Felix Kernbichler an Bord zu haben. Sowohl Kernbichlers tiefgreifendes Wissen im Bereich Recht, als auch Mcintyres Erfahrung im Aufbau und Skalierung von Wachstumsunternehmen, sowie aus dem Finanzierungsbereich würden dazu beitragen, die Nr. 1 globale Schule zu bauen, ist Ohswald überzeugt.

Das 2016 von Felix Ohswald und Gregor Müller gegründete Startup bezeichnet sich als eines der weltweit führenden Anbieter für Online-Nachhilfe. Mit einer Bewertung von drei Milliarden Euro sei es das wertvollste EduTech-Unternehmen in Europa. Nach dem Abschluss der Serie D-Finanzierungsrunde im Jänner 2022 und zusätzlich zwei Firmenübernahmen im Februar 2022, bereitet sich GoStudent nun mit einer Erweiterung ihres Leader-Teams auf weitere Wachstumsschritte vor.

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A1 Group CEO Alejandro Plater und A1 Group CTO Alexander Kuchar | (c) A1 Group
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„Als sich das Internet durchgesetzt hat, gab es ‚Greenfield-Unternehmen‘ wie Google, die keine Legacy hatten und etablierte Unternehmen wie Microsoft, die sich transformieren mussten. Jetzt sind wir in der gleichen Situation. Während OpenAI, Anthropic und Co. etwas komplett Neues aufbauen, müssen die bestehenden Player, wie etwa auch wir, die Transformation schaffen“, sagt Alejandro Plater, CEO der A1 Group, am Rande des A1 ICT Summit. Und er fügt an: „Microsoft ist diese Transformation damals sehr gut gelungen. Wir wollen wie Microsoft sein.“

ICT als entscheidender Wachstumsmarkt

Mehr noch als um die Herausforderungen, die KI innerhalb des Konzerns mit sich bringt, geht es für die Gruppe dabei darum, dem Markt zu liefern, was gebraucht wird. Das große Schlagwort lautet ICT mit umfassenden Cloud- und KI-basierten Angeboten für Unternehmen. Von 2021 auf 2025 wuchs der Gruppenumsatz in dem Bereich von 285 auf 573 Millionen Euro – eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 19 Prozent. Was das mit dem KI-Boom zu tun hat, bringt Plater auf den Punkt: „Wir sind groß und haben die Möglichkeiten, schnell auf alle Entwicklungen zu reagieren. Viele Unternehmen sind klein und haben diese Möglichkeiten nicht. Das ist eine große Chance für uns.“

„Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl.“

Eine Rolle spielt dabei natürlich auch das aktuell große Thema Digitale Souveränität. „Souveränität heißt für uns in erster Linie: Du hast die Wahl. Es gibt mehrere Alternativen und du kannst entscheiden“, erklärt Alexander Kuchar, CTO der A1 Group. Das trifft vor allem auf den Cloud-Bereich zu, wo man mit der Tochter Exoscale ein eigenes Angebot mit Data-Centern an zahlreichen europäischen Standorten hat, gleichzeitig aber auch Angebote der US-Hyperscaler vertreibt. „Es kommt hier immer auf die konkreten Kundenbedürfnisse an, welche Variante die sinnvollste ist“, sagt der CTO.

In Sachen KI setzt A1 dagegen primär auf Open-Source-Modelle, also einen genuin souveränen Ansatz. Dass diese technologisch nicht mit den Frontier-LLMs der US-Giganten mithalten können, sieht Kuchar wenig problematisch. Die Entwicklung verlaufe verschoben, aber parallel. „Was die Frontier-Modelle heute können, werden die Open-Source-Modelle in kurzer Zeit können“, so der CTO. Entscheidend seien die tatsächlichen Bedürfnisse der Unternehmenskunden – und hier spiele etwa auch die Abwägung zwischen Performance und Kosten eine große Rolle. Die Wahl falle daher oft bewusst auf schwächere Modelle, die den spezifischen Zweck aber – günstiger – erfüllen.

Strategie: Leute vor Ort

CEO Plater sieht das Thema aus der Vogelperspektive: „Es geht nicht primär um die Technologie. Es geht um das Leadership in den Unternehmen.“ Entscheidend sei, wie die Technologie operativ ankomme und es gelinge, die ganze Organisation mitzunehmen. A1 setzt dabei auf Präsenz in seinen Märkten. „Es ist überraschend, wie unterschiedlich unsere Märkte sind. Wenn ein US-Player kommt, und den Unternehmen erklären will, wie sie ihr Business zu führen haben, wird das nicht funktionieren“, sagt Alexander Kuchar. Und Plater ergänzt: „Das ist unsere Strategie: Wir haben Leute vor Ort, die die Sprache sprechen. Wir haben Callcenter und Techniker, die zu einem kommen. Bei den Hyperscalern erreichst du niemanden.“

Dass die besagten Callcenter schon in absehbarer Zeit nicht mehr mit Menschen, sondern mit KI-Agenten besetzt sein werden, ist für den CEO gleichzeitig eine Selbstverständlichkeit: „Die KI passt sich sogar an den spezifischen Dialekt der Anrufenden an. Menschen können es damit nicht aufnehmen“, meint er. Und ob aber Kund:innen nicht dennoch mit echten Menschen sprechen wollen? „Man wird nicht erkennen, dass es eine KI ist“, so Plater, „bloß, wenn die Regulatorik vorschreibt, das schon bei Gesprächsbeginn kenntlich zu machen.“

Generell sei die Regulatorik auch etwas, das ihn beschäftige, sagt der CEO, konkret die Unterschiede zwischen den Ländern bzw. den Großregionen: „So viel ist klar: Die weniger regulierten bewegen sich schneller – im Positiven wie im Negativen – und die stärker regulierten bewegen sich langsamer – im Positiven wie im Negativen.“

„Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“

Ein großes damit verbundenes Thema ist die Sicherheit. „Wir arbeiten mit mehreren Strategien daran, die Cyber-Security stetig zu verbessern“, sagt dazu Plater. Erstens versuche man etwa, wo es gehe, zu vereinfachen. „Je weniger Systeme, Tools und Prozesse man hat und je simpler alles ist, desto einfacher ist es zu kontrollieren.“ Zweitens habe man eigene Teams, die ständig die neuesten Entwicklungen im Auge behielten und solche, die konstant Angriffe auf das eigene System simulieren, um Lücken zu finden. Auch hier sieht der CEO eine große Chance für die A1 Group, die CTO Kuchar benennt: „Wir bieten hier maßgeschneiderte Lösungen für KMU.“

Und wie sieht es mit den zuletzt vielfach kolportierten globalen Bedrohungsszenarien durch KI aus, die bis zur befürchteten Auslöschung der Menschheit gehen? „Ich bin nicht sehr fatalistisch bei dem Thema“, sagt Plater. Man müsse solche Szenarien schon in Perspektive setzen. „Was sind die tatsächlichen Möglichkeiten, die so drastisch sein könnten? Das ist für mich eher Science Fiction. Aber wer weiß, vielleicht irre ich mich.“

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