10.08.2023

Google und Universal wollen KI-Deepfakes für Musik zulassen

Bisher haben auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Deepfakes in der Musikindustrie für Furore gesorgt. Nun scheinen die Labels ihren Kurs geändert zu haben.
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Foto: Unsplash/Oleg Ivanov

Wie cool wäre es für Fans, die Lieblingsmusiker:innen auf der eigenen Musik singen oder rappen zu lassen? Mit künstlicher Intelligenz ist das mittlerweile keine Meisterleistung mehr. Einige KI-Modelle können Stimmen sehr schnell und realgetreu imitieren. Schwierig wird es beim Urheberrecht. Geschützte Werke werden für das Training der KI-Programme genutzt und die Stimme der Künstler:innen ohne ihre Einwilligung eingesetzt.

Wie die Financial Times berichten, dürfte es künftig zumindest bei manchen Artists problemlos möglich sein. Demnach hat die Universal Music Group (UMG) mit Google Verhandlungen aufgenommen, um gemeinsam die Melodien und Stimmen für die Verwendung in KI-generierten Songs zu lizenzieren.

Tool für KI-Deepfakes

Sollte das Vorhaben nicht scheitern, könnte es ein Tool geben, mit dem man Musiker:innen „deepfaken“ kann. Allerdings können die Künstler:innen sich auch gegen die Einbeziehung in das System entscheiden. So können „Fans durch ein neues Level von nutzergesteuerten Inhalten ihren Held:innen das ultimative Kompliment machen… einschließlich neuer Coverversionen und Mash-ups“, wie Robert Kyncl, CEO von Warner Music, bei einem Treffen mit Investor:innen zitiert wird.

Dieser legitimierte und bezahlte Einsatz von KI dürfte Warner Music und UMG neue Einnahmequellen erschließen lassen. Welche und wie viele Stars ihre Stimme dafür bereitstellen werden, bleibt offen. Drake, der meistgestreamte Künstler des Planeten, würde mit seiner Zustimmung überraschen. Als im April ein KI-Deepfake Song von ihm und The Weeknd in kurzer Zeit Millionen Streams generierte, war er alles andere als erfreut. Universal forderte daraufhin alle Musikplattformen wie Spotify und Apple Music dazu auf, den Song zu löschen. Als später eine Coverversion von „Munch (Feelin´ U) der Rapperin Ice Spices mit Drakes Stimme auftauchte, schrieb er auf Instagram: „Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.“

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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