Das australische Unternehmen Good-Edi setzt auf essbare Behälter, um alle mit Polyethylen ausgekleideten Einwegartikel zu bekämpfen. Und das in zwei Varianten.
Der Weltkaffeeverbrauch 2020 bis 2021 erreichte ein physisches Volumen von 167,58 Millionen 60-kg-Säcken. Dies stellte die brasilianische Agrarforschungsgesellschaft „Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária“ (Embrapa) fest. Wer sich dafür interessiert, welche europäischen Länder am meisten dem Kaffekonsum erlegen sind, der wird divergierende Zahlen finden. Das „Zentrum für die Förderung von Importen aus Entwicklungsländern“ (CBI) reiht Deutschland vor Frankreich und Italien; die „National Coffee Association“ und die „Specialty Coffee Association of America“ hieven Finnland, Schweden und die Schweiz aufs Podest. Der „European Coffee Report“ hingegen meint, dass Deutschland, Italien und Belgien den höchsten Kaffeekonsum haben. Alles Rankings, die die Good-Edi-Founderinnen Aniyo Rahebi and Catherine Hutchins vermutlich kennen, auch wenn ihre Heimat auf der anderen Seite der Welt liegt.
Good-Edi als Alternative zu Polyethylen
Die beiden Australier sind überzeugt davon, dass ihr Kontinent Kaffee am meisten liebe und wissen, dass dort rund 2,7 Millionen Kaffeebecher täglich auf Mülldeponien landen. Deswegen beschlossen sie, ihre 20-jährige Erfahrung in der Lebensmittelverarbeitung zu nutzen und etwas Gutes zu tun.
„Es stellte sich heraus, dass es unser Schicksal war, dies mit einem essbaren Becher zum Mitnehmen zu tun“, sagen beide heute. „Es besteht kein Zweifel, dass Becher zum Mitnehmen praktisch sind. Aber wir waren schockiert, als wir erfuhren, dass in Australien täglich 2,7 Millionen Becher auf Mülldeponien landen. Das sind schätzungsweise eine Milliarde pro Jahr.“
Die Müllberge selbst erblickend hatten sie daher die Idee, einen Becher2Go zu entwickeln, den man essen kann. Hunderte Stunden in der Küche verbringend kam am Ende eine essbare, biologisch abbaubare und plastikfreie Alternative zu den üblichen, mit Polyethylen ausgekleideten Pappbechern für Kaffee heraus. Nämlich der normale „Edible Cup“ und der „Edible Chocolate Cup“.
(c) Good-Edi – Die beiden essbaren Kaffeebecher von Good-Edi.
Good-Edi sammelte im Jahr 2021 über eine Crowdfunding-Website rund 98.000 US-Dollar ein und produziert in einer Anlage nahe Melbourne täglich etwa 500 Becher für Kund:innen in ganz Australien.
40 Minuten lang knusprig
Das Produkt von Good-Edi eignet sich sowohl für heiße Getränke wie Kaffee und Tee als auch für kalte. Nach etwa 250 Rezeptanpassungen entwarfen die Gründerinnen eine Mischung aus Roggenmehl, Weizenkleie, Haferkleie, Zucker, Salz, Kokosnussöl und Wasser. Sie behaupten auf ihrer Website zudem, dass ihr Waffel-Behälter bei einer heißen Tasse Kaffee etwa 40 Minuten lang knusprig bleibt, bei einem kalten Getränk etwa acht Stunden lang nicht ausläuft und den ursprünglichen Geschmack nicht verändert. Good-Edi will in diesem Jahr die Produktion steigern und den Vertrieb international ausweiten.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
„Nächste Stunde ist Mathestunde“, ist vermutlich einer der gefürchtesten Sätze vieler Schüler:innen. Die Aufgaben sind oft schwierig und zermürbend. Da bietet es sich im Zeitalter von KI an, einen kurzen Prompt zu schreiben und Sekunden später wird die Lösung geliefert. Der Lerneffekt hält sich dabei bei vielen Schüler:innen in Grenzen. Hier setzt mathion.ai an.
Die KI von Founder Christoph Blizenetz liefert nicht fertige Lösungen, sondern chattet mit den User:innen und bringt sie so zum Ergebnis. Nach einem Pilotprojekt feierte die KI ihren Launch im vergangenen August. Sie ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich erhältlich.
Harvard: „KI-gestütztes Tutoring übertrifft aktives Lernen im Unterricht“
Unterstützung erhalten KI-Tutoren wie jene von Blizenetz von der US-amerikanischen Harvard Universität. Im Juni 2025 veröffentlichte sie eine Studie, laut der KI-gestütztes Tutoring aktives Lernen im Unterricht übertreffe. Studierende, die mit einem KI-Tutor arbeiteten, lernten „deutlich mehr in kürzerer Zeit“ als in einer Präsenzveranstaltung. Außerdem würden sich Schüler:innen stärker eingebunden und motivierter fühlen. Harvard betont die Wirksamkeit „einer breit zugänglichen KI-gestützten Pädagogik zur signifikanten Verbesserung der Lernergebnisse“ und erklärt, dass die Ergebnisse überzeugend für die breite Anwendung einer KI-gestützten Pädagogik sprechen.
ChatGPT bringt dir Fertigkeiten bei, „die einfach nicht stimmen“
Für Blizenetz kann nicht einfach eine beliebige KI zum Lernen verwendet werden. Als ehemaliger Nachhilfelehrer kennt er die Probleme, die auftreten können. „Eine Schülerin hat mittels ChatGPT, das war damals noch etwas Neueres, gelernt und sich dabei Fertigkeiten und Begrifflichkeiten angeeignet, die einfach nicht stimmen“, sagt der 21-Jährige und ergänzt: „Nicht, weil das Opus der Mathematik aus der KI bzw. der LLM falsch ist. Es ist einfach nicht so lehrplanbezogen, wie es nun einmal das Schulbuch aber auch eine Lehrkraft ist.“
Daher begann Blizenetz mit der Entwicklung von mathion.ai, das sich aktuell auf die fünfte bis zur achten Schulstufe fokussiere. Es sei aber ein Ausbau bis hin zu Matura geplant.
Das Programm baut auf einem sogenannten „sokratischen“ System auf. Es stellt User:innen immer wieder Fragen, bis jene die Lösung selbst erarbeitet haben. Mathion.ai möchte dadurch zum Nachdenken anregen.
Dabei kann mit der KI geschrieben als auch gesprochen werden. „Wir haben gemerkt, dass junge Menschen einfach lesefaul sind. Sie können oft einfach nicht mehr wirklich sachlich lesen und Informationen über Texte sauber aufnehmen“, erklärt der mathion.ai-Gründer. Der Text wird dabei nicht einfach vorgelesen, sondern erklärt, „wie es ein Mensch tun würde“.
Mathion.ai arbeite dabei nicht nur mit willkürlichen Inhalten, sondern mit einem standardisierten Lehrplan durch seinen Verlagspartner Lemberger, dessen Schulbuch „Genial! Mathematik“ von der fünften bis zur achten Schulstufe in mathion.ai eingefügt wurde. User:innen können Aufgaben aus diesen Büchern auswählen.
Lehrer:innen haben auf der anderen Seite die Möglichkeit über ein Verwaltungsportal ihren Schützlingen Inhalte zuzuweisen. „Da haben wir tausende Übungsaufgaben, die auch kapitelweise in Blöcke gezielt nach Themenbereichen zugewiesen werden können, zu den Schüler:innen und zu den Gruppen“, sagt Blizenetz. Zusätzlich können Lehrkräfte im Verwaltungsportal die Lernstände ihrer Schüler:innen einsehen und auch Inhalte erstellen: „Wir haben da einen eigenen Editor, wo, wie in einer PowerPoint, Textelemente, Dateien, interaktive Aufgaben gebaut und erstellt werden können.“ Der virtuelle Coach Tom führt anschließend durch den Kurs. Zusätzlich können von Lehrer:innen Aufgaben erstellt und zugewiesen werden.
Pädagog:innen durch KI zu ersetzen „ist auch gar nicht unser Ziel“
Wenn die KI bereits eigene Kurse halten kann, drängt sich naturgemäß die Frage auf, ob Lehrkräfte nicht ersetzbar sind. „Weder Lehrpersonen noch Pädagogen wird man durch KI in irgendeiner Art und Weise wirklich ersetzen können, das ist auch gar nicht unser Ziel“, stellt der TU-Student fest. Auch herkömmliche Nachhilfe sieht Blizenetz als sinnvoll an. Für ihn ist mathion.ai eine „Ergänzung“.
Es gebe auch die Möglichkeit für Nachhilifeinstitute, Inhalte einspielen zu können. „Als Schüler bzw. Schülerin habe ich den Unterricht mit der Lehrperson in der Klasse und im Nachhinein kann ich dann die Inhalte, gezielt mit den Aufgaben und dem Input der Lehrperson, weiter üben“, sagt Blizenetz.
Von B2C zu B2B
Mathion.ai kommt ursprünglich aus dem sogenannten Nachmittagsmarkt, in dem Eltern für ihre Kinder ein Abo abschließen. Allerdings möchte sich das Unternehmen nun im B2B-Bereich etablieren.
„Es ist einfach sehr schwierig, vor allem als österreichisches Unternehmen, in diesem B2C-SaaS-Bereich (Anm.: Software-as-a-Service-Bereich) wirklich standhaft zu werden“, erklärt Blizenetz. In Zukunft will sich mathion.ai auf Bildungsinstitute bzw. Bildungseinrichtungen fokussieren. Daher möchte der Gründer sein Unternehmen als zertifizierter Anbieter des Bildungsministeriums auf dem Markt etablieren. Das sei aber ein langer Weg. Mathion.ai befinde sich aktuell am Anfang des Genehmigungsverfahrens, ab September 2027 wolle man die Zertifizierung haben.
100 % eigenfinanziert
Das Unternehmen, offiziell bereits im Juli 2025 gegründet, kommt bisher ohne Investoren-Kapital aus und ist von Anfang an gebootstrappt. Blizenetz hat mathion.ai in Zusammenarbeit mit Weitsprung Solutions aufgebaut, das einen KI-gestützten Lerncoach anbietet. Bisher hat das Unternehmen noch keine Förderungen erhalten, allerdings laufe ein Förderantrag bei Netidee und ein FFG-Antrag für ein Forschungsprojekt werde aktuell erstellt.
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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Der Inhalt dieses Artikels trägt dazu bei, das Bewusstsein für den Umweltschutz zu erhöhen, indem er eine Alternative zu den herkömmlichen, mit Polyethylen beschichteten Pappbechern für Kaffee präsentiert, die oft auf Mülldeponien landen. Good-Edi bietet eine biologisch abbaubare und essbare Option, um die Menge an Abfall zu reduzieren, die durch den Kaffee-to-go-Konsum entsteht. Dies kann dazu beitragen, das Bewusstsein für den Klimawandel und den ökologischen Fußabdruck zu schärfen und andere Unternehmen dazu zu ermutigen, umweltfreundlichere Alternativen zu entwickeln.
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Der Artikel beschreibt, wie das australische Startup Good-Edi essbare Kaffee- und Schokoladenbecher als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Papp- und Plastikbechern herstellt. Durch ihr innovatives Produkt trägt das Unternehmen dazu bei, die Verschmutzung von Mülldeponien durch Milliarden von Einwegbechern weltweit zu reduzieren. Good-Edi hat durch Crowdfunding genügend Geld eingenommen, um die Produktion seiner essbaren Becher zu steigern und den Vertrieb international auszuweiten, was positive Auswirkungen auf die Wirtschaft des Unternehmens und der beteiligten Länder haben könnte.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
Dieser Artikel ist relevant für Innovationsmanager:innen, die nach umweltfreundlichen Alternativen suchen, um das Umweltbewusstsein ihres Unternehmens zu fördern. Die Gründerinnen von Good-Edi haben eine innovative Lösung entwickelt, um den Verbrauch von Einweg-Kaffeebechern und Plastikverpackungen zu reduzieren. Dies demonstriert das Potenzial für die Einführung nachhaltiger und innovativer Produkte und Dienstleistungen, um umweltbewusste Zielgruppen zu erreichen und gleichzeitig soziale und ökologische Auswirkungen zu minimieren.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?
Als Investor:in könnte dieser Artikel für Sie interessant sein, da das australische Startup Good-Edi eine innovative Alternative zu herkömmlichen Pappbechern für Warm- und Kaltgetränke entwickelt hat. Ihr essbarer Becher ist biologisch abbaubar und plastikfrei, was zur Lösung der wachsenden Umweltprobleme beitragen kann. Das Unternehmen konnte auch über eine Crowdfunding-Website eine beachtliche Summe an Investitionen sammeln und plant, die Produktion zu erhöhen und international zu expandieren.
Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
Als Politiker:in haben Sie möglicherweise ein Interesse an umweltfreundlichen und nachhaltigen Innovationen. Der Artikel beschreibt das Beispiel von Good-Edi, einem australischen Startup, das essbare Kaffeebecher als Alternative zu üblichen Pappbechern mit Polyethylenbeschichtung entwickelt hat. Diese Innovation bietet eine Möglichkeit, den Verbrauch von Pappbechern und Plastikabfall zu reduzieren. Als Politiker:in könnten Sie sich für ähnliche Initiativen in Ihrem Zuständigkeitsbereich, wie z.B. Förderung von Innovationen und Umweltschutz, engagieren.
Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?
Dieser Artikel behandelt ein wachsendes Umweltproblem, das durch den hohen Konsum von Kaffeebechern verursacht wird, und stellt eine innovative Lösung vor – essbare Becher. Das australische Startup Good-Edi produziert biologisch abbaubare und plastikfreie Kaffeebecher, die man essen kann und somit Müllberge vermeiden kann. Das Unternehmen hat bereits ein beträchtliches Interesse geweckt und sammelte über eine Crowdfunding-Website rund 98.000 US-Dollar ein. Somit erwägen auch andere Unternehmen, wie sie ihre Produkte umweltfreundlicher gestalten können, um der Umwelt gerecht zu werden.