19.04.2021

25,6 Millionen Euro: Export-Förderung „go-international“ wird bis 2023 verlängert

Für die Internationalisierungsoffensive go-international stellt das Wirtschaftsministerium 25,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die neuen Fördermittel sind bis 2023 veranschlagt.
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go international
Die Neuauflage wurde heute im Rahmen einer Betriebsbesichtigung der Incus GmbH in der Seestadt Aspern präsentiert | ©Hartberger

Die Internationalisierungsoffensive go-international unterstützt seit 2003 österreichische Unternehmen bei ihrer internationalen Geschäftstätigkeit. Bisher konnten laut Wirtschaftsministerium insgesamt 36.800 österreichische Unternehmen gefördert werden. Im Zuge der Initiative wurden in der Vergangenheit auch Startups unterstützt – der brutkasten berichtete.

25,6 Millionen Euro für „go-international“

Der Startschuss für die letzte Förderperiode der „go-international“ Initiative liegt mittlerweile rund zwei Jahre zurück. Damals wurde der Fördertopf mit rund 25,6 Millionen Euro gefüllt, wobei der Förderzeitrum bis zum Frühjahr 2021 lief und 9.500 Unternehmen unterstützt wurden.

Die Initiative soll nun für zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert werden, das gaben am Montagvormittag Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer im Rahmen einer Betriebsbesichtigung der Incus GmbH in der Seestadt Aspern bekannt.

Insgesamt stehen wieder 25,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Internationalisierungsoffensive go-international wird dabei aus Mitteln des Wirtschaftsministeriums finanziert.

Thematische Schwerpunkte von „go-international“

Das Programm der Offensive wurde, wie schon bei der letzten Ausschreibung, in Kooperation zwischen den Fachabteilungen des Wirtschaftsministeriums und der Aussenwirtschaft Austria, die für Umsetzung und Durchführung der Maßnahmen verantwortlich ist, zusammengestellt.

Thematische Schwerpunkte der aktuellen Ausschreibung bilden laut Schramböck die Bereiche Innovation und Technologie, Wertschöpfungsketten und Digitalisierung. „Jedes Unternehmen, das internationalisieren möchte, hat Zugang zur Förderung“, so Schramböck gegenüber dem brutkasten.

Die Leistungen von go-international umfassen unter anderem Beratungen, Veranstaltungen, Information und Direktförderungen. Direktförderungen können für den internationalen Markteintritt, für digitale Internationalisierung, für Ausbildung oder für Projektgeschäfte beantragt werden. „In der neuen Periode liegt ein besonders starker Fokus auf Direktförderungen – eine unbürokratische Ko-Finanzierung, die den Unternehmen direkt zugutekommt“, so Schramböck und Mahrer.

Warenexporte sind um 7,5 Prozent zurückgegangen

Im Zuge der Präsentation der neuen Ausschreibung nahm Wirtschaftsministerin Schramböck unter anderem Bezug auf die Corona-bedingten Exportrückgänge. „Die Warenexporte sind in der Coronakrise, um 7,5 Prozent zurückgegangen. Allerdings sehen wir, dass die Exportmärkte wieder wachsen – allen voran China und die USA“, so Schramböck.

Aktuell beträgt die Exportquote laut Schramböck 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zudem hängt jeder zweite Arbeitsplatz am Export. Im Exportranking belegt Österreich weltweit aktuell den siebten Platz.

Neue Wachstumsmärkte Asien und Afrika

Zu den wichtigsten Exportmärkten für Österreich zählt nach wie vor das Nachbarland Deutschland mit einem Exportvolumen von 43,3 Milliarden Euro. Platz 2 belegen die USA mit 9,3 Milliarden und Platz 3 Italien mit 8,8 Milliarden Euro an Exportvolumen.

Wie Mahrer im Rahmen der Präsentation von „go-international“ betonte, sollen künftig verstärkt neue Wachstumsmärkte erschlossen werden. Als Beispiel führte er den asiatischen bzw. süd-ostasiatischen Raum und Afrika an. Dabei handelt sich laut dem WKO-Präsidenten um Märkte mit einem enormen Wachstumspotential, da diese Länder in den nächsten Jahren massiv in die Digitalisierung investieren werden. „Wir wollen an die Erfolge des Jahres 2019 wieder anschließen. go-international ist hierfür der Turbo, um in den kommenden ein bis zwei Jahren in Bezug auf den Export die 150-Milliarden-Euro-Grenze zu durchbrechen“, so Mahrer.


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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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