08.09.2020

General Motors steigt mit 2 Mrd. Dollar bei Tesla-Herausforderer Nikola ein

Der Tesla-Herausforderer Nikola fiel bislang vor allem durch große Pläne auf. General Motors hat das Startup nun als Partner für einen geplanten E-Pickup gewählt.
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So soll der Nikola Badger aussehen, an dem nun gemeinsam mit General Motors gearbeitet wird
(c) Nikola: So soll der Nikola Badger aussehen, an dem nun gemeinsam mit General Motors gearbeitet wird

Tesla und Nikola teilen sich nicht nur den Namen des großen Erfinders Nikola Tesla. Die beiden Unternehmen haben auch eine Überschneidung bei der Zielgruppe. Der relativ junge, erst 2014 gegründete Tesla-Herausforderer Nikola ist freilich bei weitem noch nicht soweit wie der (trotz massivem Wertverlust in den vergangenen Tagen) inzwischen wertvollste Autokonzern der Welt. Und auch die grobe Ausrichtung ist etwas anders.

Nikola stach bislang hauptsächlich durch große Ankündigungen hervor – ernstzunehmende Produkte hat man noch nicht am Markt. Erst kürzlich machte das inzwischen dank SPAC börsennotierte Unternehmen etwa mit großangelegten Plänen zu wasserstoffbetriebenen LKW von sich reden. Und schon länger spielt das Startup im Wettrennen um den für den US-Markt so wichtigen ersten serienmäßigen E-Pickup-Truck mit.

General Motors soll den Nikola Badger auf den Boden bringen

Während Teslas Cybertruck-Pläne langsam konkrete Form annehmen, schaffte nun auch Nikola einen großen Schritt auf dem Weg zu seinem E-Pickup „Badger“. Denn dieser soll gemeinsam mit General Motors (GM) auf den Boden gebracht werden, das damit seine eigenen E-Pickup-Ziele erfüllen will. Der nach verkaufter Stückzahl weltweit drittgrößte Autokonzern steigt mit einem Aktiendeal beim E-Auto-Startup ein. Anteilsscheine im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar sollen dabei im Austausch für elf Prozent Unternehmensanteile den Besitzer wechseln.

Das E-Mobility-Startup hatte bereits bislang große strategische Investoren wie Bosch oder den italienischen Nutzfahrzeug-Riesen CNH Industrial. Die Aktie reagierte auf den Deal mit GM mit einer Kursexplosion. Die Aktie stieg zuletzt um gut 30 Prozent.

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Rendering der geplanten AI Heat Factory in Helsinki | (c) OnZero
Rendering der geplanten AI Heat Factory in Helsinki | (c) OnZero

Mit seinem Konzept, die Abwärme von Servern zum Heizen zu nutzen, ist das Wiener Unternehmen OnZero auch innerhalb Österreichs nicht alleine – brutkasten berichtete etwa über die beiden Tiroler Startups Serwas, das ebenfalls KI-Abwärme nutzt, und 21energy, das Bitcoin-Mining-Heizschwammerl für den Privatgebrauch anbietet. Das Projekt, mit dem OnZero nun an die Öffentlichkeit ging, hat aber eine andere Größenordnung.

AI Heat Factory in Finnland geplant

Die Rede ist von einer „AI Heat Factory“ in der finnischen Hauptstadt Helsinki mit einer jährlichen Wärmeproduktion von rund 525.000 Megawattstunden. Damit sollen nicht weniger als 70.000 Haushalte per Fernwärme beheizt werden. Gleichzeitig soll damit der große Bedarf an Rechenleistung für KI besser gedeckt werden. „Wir haben OnZero mit dem klaren Ziel gegründet, die Kosten für KI zu senken, indem wir eine leistungsstarke KI-Infrastruktur mit der effizienten Rückgewinnung und produktiven Nutzung von Serverwärme kombinieren“, erklärt Ali Siddiqui, CEO von OnZero.

Finnischer Partner Helen nutzt Server-Abwärme schon seit 2010

Das Wiener Unternehmen kooperiert für das Projekt, dessen Start für kommendes Jahr geplant ist, mit dem finnischen Energieunternehmen Helen. Dieses bringt Erfahrungswerte mit: Bereits seit 2010 nutzt man die Abwärme von Serverzentren für die Fernwärme. Im neuen Projekt will man gemeinsam bis zu 99 Prozent der Server-Abwärme durch ein wasserbasiertes System einfangen und nutzen, heißt es in einer Aussendung. „Unser Ziel ist es, die Energieerzeugung durch Verbrennung bis 2040 auslaufen zu lassen, und die Nutzung von Abwärme spielt eine wichtige Rolle dabei“, kommentiert Tuukka Toivonen, COO für Strategie und M&A bei Helen.

Investor und ehemaliger pakistanischer Botschafter in den USA als CEO

OnZero geht auf das von Alexander Dietrich und Vlado Stanic gegründete Wiener Startup Blockbase zurück, das auf Krypto-Mining aufbaute. Die beiden sind nach wie vor als Geschäftsführer des Unternehmens eingetragen. Dieses befindet sich aber mittlerweile über eine Holding überwiegend im Besitz ausländischer Investoren, die das C-Level stellen. CEO Ali Siddiqui hält über seine Gesellschaft den größten Anteil. Der Investor war unter anderem pakistanischer Botschafter in den USA. CFO ist der frühere Steyr-Motors-CFO Christoph Cerar, COO ist der internationale Manager Stephen Smith.

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AI Summaries

General Motors steigt mit 2 Mrd. Dollar bei Tesla-Herausforderer Nikola ein

  • Tesla und Nikola teilen sich nicht nur den Namen des großen Erfinders Nikola Tesla.
  • Die beiden Unternehmen haben auch eine Überschneidung bei der Zielgruppe.
  • Nikola stach bislang hauptsächlich durch große Ankündigungen hervor – ernstzunehmende Produkte hat man noch nicht am Markt.
  • Erst kürzlich machte das inzwischen dank SPAC börsennotierte Unternehmen etwa mit großangelegten Plänen zu wasserstoffbetriebenen LKW von sich reden.
  • Während Teslas Cybertruck-Pläne langsam konkrete Form annehmen, schaffte nun auch Nikola einen großen Schritt auf dem Weg zu seinem E-Pickup „Badger“.
  • Denn dieser soll gemeinsam mit General Motors (GM) auf den Boden gebracht werden, das damit seine eigenen E-Pickup-Ziele erfüllen will – der Autokonzern investiert zwei Milliarden US-Dollar.

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