19.06.2023

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

Über 150 Gäste feierten beim Demo Day der Future Wings Challenge beeindruckende Projektideen, für mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit, berichtet Future-Wings-Challenge-Projektleiter Dominik Hejzak in seinem Gastbeitrag.
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Die Gewinner der diesjährigen Futures Wings Challenge
Die Gewinner der diesjährigen Futures Wings Challenge | Foto: Future Wings Challenge
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  • Erfolgreicher Abschluss des dritten Durchgangs des Start-up Bildungsinkubators von TGW Future Wings, dem Sozialen Unternehmertum der TGW Welt.
  • Erneut wurden neun Projektideen begleitet, die sich für mehr Bildungsgerechtigkeit und faire Chancen für Kinder und Jugendliche einsetzen – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder dem Bildungsstand der Eltern.
  • Beim Demo Day am 7. Juni 2023 erhielten drei Projekte eine Startförderung in Höhe von je EUR 15.000.

Die Erfolgsgeschichte der Future Wings Challenge geht weiter. Beim größten Bildungsinkubator in Österreich setzen sich die Teilnehmenden für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Aus über 30 Bewerbungen wurden im Jänner 2023 neun Ideen ausgewählt, die mit ihren Projekten die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen verbessern wollen.

Dies wird durch ein viermonatiges Programm ermöglicht, das bei der Entwicklung und Umsetzung der Projektidee sowie der Gründung der Social Start-ups unterstützt. Das berufsbegleitende Programm bestand in diesem Jahr aus 20 Workshops sowie individueller Begleitung durch erfahrene Mentor:innen.

Der Höhepunkt der Future Wings Challenge war auch in diesem Jahr wieder der Demo Day am 7.6.2023, an dem über 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem Bildungssektor teilnahmen. Im Novum Wien hatten die zukünftigen Gründer:innen die Möglichkeit, ihre Projekte einer Fachjury zu präsentieren. Die drei Siegerprojekte, die weiterhin von TGW Future Wings in der Entwicklung und Umsetzung begleitet werden, erhielten eine Startförderung von jeweils EUR 15.000

Cyberchecker

Cyberchecker ist eine innovative Plattform, die Lehrkräften, Eltern und Kindern dabei hilft, die Herausforderungen der digitalen Welt zu bewältigen. Mit einem ganzheitlichen Ansatz bietet Cyberchecker umfangreiche Ressourcen, interaktive Workshops und informative Bücher an, um das Bewusstsein für den sicheren Umgang mit Social Media zu schärfen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Schulen und Eltern strebt Cyberchecker an, eine Kultur des Sicherheitsbewusstseins zu schaffen und eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Die Vision von Cyberchecker ist es, jedem, unabhängig von Hintergrund, digitalen und sprachlichen Kenntnissen, Sicherheit und Selbstvertrauen in der digitalen Welt zu ermöglichen.

Finess

„94 % der 15-jährigen Schüler geben laut OECD an, dass sie von ihren Eltern Informationen über Geldangelegenheiten erhalten, aber nur jeder zweite Erwachsene in Europa ist finanziell gebildet. Wie können wir Kinder unterstützen, die dieses Wissen nicht von zu Hause mitbekommen? Finess bietet eine Plattform, die Lehrkräfte dabei unterstützt, ihre Schüler mit ansprechendem Material wie Comics, Videos und Spielen zu unterrichten.“

Grow Trails

Grow Trails are treasure hunt games for teams (Schnitzeljagd) that focus on learning about critical thinking and subsequent self-development. Each game sets out an outdoors adventurous story in which players test their reasoning, with the goal to promote skills needed in the current era of information overload.

Players get to explore aspects of modern technology, such as AI and social media, while also experimenting with their own biases, to see how easily one’s judgement can go wrong if one is lazy to think. We aim to encourage the youth to explore critical thinking, and to use technology productively.

Der nächste Durchgang der Future Wings Challenge startet im Herbst 2024. Nähere Infos dazu gibt es auf der Future Wings Challenge Website.

TGW Future Wings

Als Teil der TGW Welt steht TGW Future Wings für soziales Unternehmertum. Jener Bereich, der innovative Bildungsprojekte wirkungsvoll initiiert, entwickelt und umsetzt, die den Fokus auf ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen legen. Ziel dabei ist es, der nächsten Generation den Weg in eine unabhängige und verantwortungsbewusste Zukunft zu ebnen. Seit 2007 wurden über TGW Future Wings mehr als 28 Millionen Euro in gemeinnützige Projekte investiert.


Über den Autor

Dominik Hejzsak, Projektleiter Future Wings Challeng

Dominik Hejzsak leitet die Future Wings Challenge. Als Innovationsmanager und Gründungsexperte hilft er angehenden Gründer*innen dabei, Vorhaben von der Idee in die Tat umzusetzen. In über 5 Jahren Erfahrung in Banken, Förderstellen, Startups und NGOs hat er dabei Projekte aus den verschiedensten Bereichen unterstützt.

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Ein Exit in Millionenhöhe – und trotzdem bleibt für die Gründer:innen kaum etwas übrig. Schuld daran können sogenannte Liquidation Preferences sein, die darüber entscheiden, wer beim Verkauf eines Startups bevorzugt wird. Rechtsanwalt Manuel Mofidian ordnet ein.
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Liquid Preference, Mofidian
© Armin Hubner/Canva - Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian.

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Für viele Gründer:innen sind 40-Stunden-Wochen ein Fremdwort und freie Wochenenden ein ferner Wunsch – sie opfern unzählige Arbeitsstunden und verzichten auf Gehalt, um ihr Startup aufzubauen. Doch am Ende dieses jahrelangen harten Einsatzes bleibt selbst bei einem vermeintlich erfolgreichen Millionen-Exit in manchen Fällen kaum etwas übrig. Der Grund kann in einer unscheinbaren Klausel des Beteiligungsvertrags liegen; einer Sonderregel für die Verteilung des Exit-Erlöses. Räumt man etwa späteren Investoren eine „Liquidation Preference“ ein, bedienen sich diese beim Verkauf zuerst. Die Realität sieht dann wie folgt aus: Während die Branche gratuliert, können die Gründer:innen und frühe Kapitalgeber trotz fließender Millionen fast leer ausgehen.

So ein Fall sorgte jüngst für Aufsehen, als Martin Granig, Gründer der Spar-App monkee.rocks, von einem Bekannten berichtete, der einen 15-Millionen-Exit hingelegt hatte. Der Founder meinte nach Glückwünschen bloß, der Exit hätte massiver sein müssen, „damit sich was ausgeht“ – hier hatte die Liquidation Preference gegriffen.

Was ist eine Liquidationspräferenz?

Die historischen Wurzeln der Liquidationspräferenz reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als US-Eisenbahngesellschaften und Banken Vorzugsaktien nutzten. In den 1950er- bis 1970er-Jahren adaptierte die VC-Branche das Modell und machte es im Silicon Valley zum Standard. Doch obwohl die Klausel omnipräsent ist, sorgt sie bis heute für Missverständnisse.

Der Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian bringt es auf den Punkt: „Eine Liquidationspräferenz ist kein gesetzlich definierter Begriff, sondern eine Klausel in einem Beteiligungsvertrag, die man im Einzelfall auslegen muss, aber häufig einem gewissen spezialisierten Marktstandard entspricht.“ Verankert wird sie in der Praxis meist im sogenannten Shareholders Agreement (kurz SHA, deutsch: Gesellschaftervereinbarung). Es geht dabei nicht um die prozentuelle Beteiligung an einem Startup, sondern um die harte Reihenfolge bei der Verteilung von echten Einnahmen (Proceeds) nach einem bestimmten Trigger-Event – im Normalfall dem Exit.

„Vereinfacht gesagt ist die Liquidationspräferenz eine vertraglich vereinbarte Erlösvorzugs-Regelung. Im Normalfall wird ein Verkaufserlös entsprechend den Beteiligungsquoten (pro rata) verteilt; das entspricht auch der gesetzlichen Grundregel. Für den Exit-Fall soll jedoch eine Sonderregel geschaffen werden; mit mitunter überraschendem Ergebnis: Wer etwa 20 Prozent der Anteile hält, aber 70 Millionen Euro investiert hat, kann bei einem Verkaufserlös von 70 Millionen Euro den gesamten Erlös erhalten – und das dank einer Liquidationspräferenz“, so Mofidian.

„Erst wenn die jeweilige Liquidationspräferenz erfüllt wurde, kommt die nächste liquidationspräferierte Gruppe zum Zug; sind alle Liquidationspräferenzen bedient, wird der Rest pro rata verteilt“, erklärt der Wirtschaftsanwalt das sogenannte „Wasserfallprinzip“. Reicht das Geld bei einem mittelgroßen oder kleinen Exit nicht aus, könnten all jene, die ganz unten im Wasserfall stehen, leer ausgehen.

„Ein Startup durchläuft typischerweise gewisse Phasen“, erläutert Mofidian. „So lassen sich die Investorengruppen ganz gut typisieren: Häufig startet man mit ersten Investoren, Business Angels, Family and Friends, teilweise noch Convertibles. Hier herrscht oft noch eine andere Logik als bei späteren Investmentrunden, wo beispielsweise VC-Fonds einsteigen. In diesen späteren Runden, den ‚Series‘, mit professionelleren neuen Investoren verschieben sich regelmäßig die Kräfteverhältnisse, was zu einer Anpassung der Verträge und der damit verbundenen Rechte führt.“

Das Multiple (X-Faktor) als wichtiger Hebel

Bevor man sich jedoch in rechtliche Details und konkrete Definitionen vertieft, muss man bei Liquidation Preference einen wichtigen Hebel verstehen: das Multiple (oder den X-Faktor). Diese Zahl legt fest, wie viel von seinem ursprünglichen Investment der Geldgeber beim Exit vorrangig – also vor der allgemeinen Verteilung nach Beteiligungsquoten – beanspruchen kann.

Das „1×-Multiple“ findet sich so häufig in den Verträgen, dass man dieses fast schon als Branchenstandard bezeichnen könnte. Das bedeutet: Der Investor holt sich zunächst exakt jene Summe zurück, die er in das Startup gesteckt hat. Komplex wird es, wenn Investoren in schwierigen Marktphasen höhere Multiples durchsetzen. Liegt der Faktor bei 1,5×, 2× oder gar 3×, bedeutet das, dass der Investor vorab – also vor der Verteilung nach Prozenten – ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals fordern kann. „Der Faktor hat mit der Beteiligungsquote nichts zu tun: Auch wer nur ein Prozent hält, kann eine fünffache Liquidationspräferenz vereinbart haben“, erklärt Mofidian. Hat ein VC-Fonds also beispielsweise zehn Millionen Euro bei einem 2×-Multiple investiert, zieht er beim Exit sofort 20 Millionen Euro als Liquidationspräferenz ab, bevor der nächste Gesellschafter auch nur einen Cent sieht. Das schmälert den Erlös für Gründer:innen und frühe Investor:innen – mitunter auch für andere, im Rang nachstehende Investorengruppen – dramatisch.

Participating vs. non-participating

Wenn der Faktor (das Multiple) bzw. damit verbunden die Höhe geklärt ist, regeln weitere Zusätze, wie genau ein Investor am restlichen Erlös beteiligt wird.

So gilt „non-participating“ als die üblichste Variante. Der Investor hat hierbei ein Wahlrecht: Er erhält entweder vorab seine Präferenz, also zum Beispiel sein 1×-Investment, zurück, oder er verzichtet auf diesen Vorabzug und nimmt stattdessen seine reguläre prozentuale Quote am gesamten Erlös. Demgegenüber steht „participating“: Diese investorenfreundliche Variante bezeichnet Mofidian als „Eierlegende Wollmilchsau“ – der Geldgeber bekommt zuerst sein Investment als garantierte Risikoprämie vorab ausbezahlt und partizipiert danach zusätzlich noch entsprechend seiner prozentualen Quote am verbleibenden Erlös-Topf; er wird also faktisch doppelt bedient.

Rangordnung – „Senior“ und „Pari passu“

Aus Sicht eines Investors spielt es zudem eine große Rolle, in welchem Rang seine Liquidationspräferenz eingeordnet wird. „Die Ränge drücken das Rangverhältnis der Liquidationspräferenzen zueinander aus. Nach dem Wasserfallprinzip wird grundsätzlich jeder vorrangige Rang vollständig bedient, bevor Erlöse an den nachfolgenden Rang verteilt werden“, erklärt Mofidian. „Reicht der Erlös auf einem Rang nicht, um alle dort angesiedelten Präferenzansprüche voll zu bedienen, wird typischerweise pro rata verteilt – meist im Verhältnis der jeweiligen Präferenzansprüche. Der genaue Schlüssel ist aber Vertragssache.“

Wird der Liquidationspräferenz eines Investors ein „Senior“-Rang eingeräumt, bedeutet das Vorrang gegenüber den zu diesem Zeitpunkt bestehenden bzw. den vertraglich bezeichneten Liquidationspräferenzen. „‚Senior‘ ist eine relative Rangangabe – man ist immer gegenüber jemandem vorrangig. Soll der oberste Rang gemeint sein, spricht man etwa von ‚most senior‘ oder ‚senior to all other liquidation preferences‘. Maßgeblich ist am Ende ohnehin die Verteilungsreihenfolge der Waterfall-Klausel selbst“, so der Anwalt. Vor später geschaffenen „noch vorrangigeren“ Rängen könne man sich durch einen Zustimmungsvorbehalt schützen; das könne allerdings künftige Finanzierungsrunden erschweren und sei auch unüblich.

Mofidian weiter: „Investor:innen vereinbaren häufig, dass ihre Liquidationspräferenz ‚pari passu‘ mit den Liquidationspräferenzen anderer Investor:innen oder Anteilsklassen rangiert – die betreffenden Präferenzen sind dann gleichrangig, keine wird vor der anderen bedient. Innerhalb derselben Anteilsklasse ist eine ausdrückliche Pari-passu-Regelung häufig nur deklaratorisch, sofern für alle Anteile dieselben Präferenzrechte gelten; sie kann jedoch in einigen Konstellationen auch klarstellende Bedeutung haben. Eine wesentliche Bedeutung entfaltet sie zwischen unterschiedlichen Anteilsklassen oder Finanzierungsrunden: Man kann etwa festlegen, dass die Liquidationspräferenzen einer Series A und einer Series B trotz unterschiedlicher Anteilsklassen auf demselben Rang stehen. ‚Pari passu‘ beschreibt also nicht die Anteilsklasse als solche, sondern das Rangverhältnis der jeweiligen Präferenzen“. Gleichrangigkeit bedeutet dabei nicht zwingend, dass auch die Höhe der Präferenzansprüche, die Multiplikatoren oder die sonstigen Investorenrechte identisch sind.

Die Rangordnung führt in der Praxis oft zu sogenannten Stacked Preferences (gestapelten Präferenzen). Faktisch gesehen kommt es dabei meist zum Prinzip „Last in, first out“: Der späteste Geldgeber (z. B. der Lead-Investor der Series C) sichert sich meist den höchsten Rang und holt sich beim Exit (nach Rückführung von Fremdkapital) als Allererster sein Geld aus dem Topf. Ist seine Präferenz bedient, darf sich die vorherige Series B aus dem verbleibenden Rest bedienen; und so weiter bis hinunter zur Series A. Häufig warten am Ende der Nahrungskette die frühen Seed-Investoren sowie Gründer:innen und Mitarbeiter:innen mit ESOP-Anteilen – ist der Exit-Erlös nicht hoch genug, ist der Topf leer, bevor sie erreicht werden.

„Eine der Schwierigkeiten bei Liquidation Preferences ist die Unschärfe der Begrifflichkeiten“, betont Mofidian an dieser Stelle und erklärt, warum es zu Streitereien unter den Beteiligten kommen könnte. Ein typischer Konfliktherd können Triggerdefinitionen sein: Was ist ein Exit? In einem „frühen“ Vertrag kann ein Exit anders definiert sein als im späteren Beteiligungsvertrag. Dazu kommen Side Letters bzw. in Investitionsdokumenten enthaltene Rechte, bei denen Widersprüche auftreten können. Liquidationspräferenzen können ein sinnvolles Instrument der Risikoverteilung sein – aber es kann zu unangenehmen Überraschungen kommen, weil die Beteiligten nicht jedes Szenario durchdenken und durchrechnen.

Die Schicksalsgemeinschaft der Frühphase

Oliver Holle, CEO des Seed-VCs Speedinvest, sieht die Debatte vor allem für die Frühphase pragmatisch: Dank klarer Standards (1×, non-participating) bilden frühe Kapitalgeber und Gründer:innen hier eine Schicksalsgemeinschaft im Sinne von „engsten Verbündeten“. Dramatisch wird es jedoch bei Wertberichtigungen in späten Runden, wenn sich die Ansprüche durch viel frisches Kapital massiv aufsummieren – die bereits erwähnten Stacked Preferences. Wie das in der Praxis aussieht, veranschaulicht Holle am E-Scooter-Anbieter Tier, dessen Preference-Stack nach mehreren Runden und Mergern auf fast eine Milliarde Euro angewachsen ist: „Das sind sie jetzt doch nicht mehr wert. Das heißt, wir haben das wahrscheinlich schon lange auf null abgeschrieben, und die Gründer auch, weil wir da kein Geld rausholen werden, auch wenn diese Firma für fünf-, sechs- oder siebenhundert Millionen Euro verkauft wird. Das ist also eine Realität, die wir absolut durchlebt haben.“ Und damit ist Speedinvest nicht allein.

Konflikte, Statistiken und eine mögliche Zukunft

Was konkrete Statistiken angeht, gibt es im DACH-Raum kaum belastbare öffentliche Marktdaten. Mofidians subjektiver Praxisbeobachtung nach kommen Liquidationspräferenzen jedoch in fast jedem Deal vor, sind ein von Investoren erwarteter Standard und in ihrer Grundform kaum wegzuverhandeln.

Aufgrund globaler Krisen brauchten viele Startups zuletzt jedoch Bridge-Finanzierungen. Um ihre Bewertungen hochzuhalten („Vanity Valuation“), akzeptierten Gründer:innen oft harte Konditionen. Mofidian kann sich vorstellen, dass es in Zukunft aufgrund dieser Dynamik zu Konflikten kommen könnte: „Aufgrund von Brückenfinanzierungen könnten Liquidationspräferenzen wahrscheinlich jetzt relevanter werden, weil wir jetzt einige Senior-Investoren sehen, die zu sehr guten Terms eingestiegen sind, darunter auch Verkaufsrechte. Wenn du in den letzten Jahren investiert hast, und das zu einer vermeintlich guten Bewertung, mit starken Terms, und dir viele Rechte geholt hast, jetzt aber daran zweifelst, dass eine neue Runde zu einer höheren Bewertung realistisch ist, dann pushst du möglicherweise in den Exit. Und das machst du wahrscheinlich nur, weil du eine Liquidationspräferenz, vielleicht sogar mit einem ‚Über-Eins-Faktor‘, hast“, zeichnet Mofidian eine mögliche Zukunft für die heimische Szene. „Ich kann mir vorstellen, dass die Logik, die Liquidationspräferenzen und anderen damit funktionell verbundenen Terms zugrunde liegt, dazu führt, dass der eine oder andere Investor sagt: ‚Ich nutze jetzt meine vertraglichen Möglichkeiten, dränge auf den Exit und hole mir lieber mein Investment 1,5-fach plus ein bisschen extra vom verbleibenden Erlöstopf. Das macht mehr Sinn, als nur darauf zu hoffen, dass es noch eine Runde zu einer viel höheren Bewertung gibt – und selbst wenn sich das so großartig entwickelt, was nicht sicher ist, steht der nächste Investor vermutlich nach dem Last-in-first-out-Prinzip mit seiner Präferenz wieder vor mir.‘“

Der Anwalt ergänzt: „‚Drängen‘ heißt in diesem Kontext: Wenn dieser Investor – etwa in Kombination mit anderen Investoren – starke Drag-Along-Rechte hat, kann er den Verkauf auch gegen den Willen der Founder rechtlich erzwingen.“ Dies gelte selbst dann, wenn die Founder die Bewertung als zu niedrig empfänden und aufgrund der Liquidation Preference leer ausgingen.

Trotz dieser Konsequenzen betont Mofidian nachdrücklich, dass man das Thema auch aus der Investorenperspektive betrachten muss: Die Liquidationspräferenz sei per se nichts Böses und in der Praxis völlig in Ordnung, wenn man sie korrekt verwendet. „Man muss diese Klauseln verstehen, durchrechnen und verschiedene Szenarien durchspielen, damit böse Überraschungen ausbleiben“, sagt der Jurist.

Secondaries als mögliches Instrument

Für Gründer gilt laut dem Experten eine wichtige Regel: Man sollte sich niemals nur auf eine möglichst hohe Firmenbewertung fixieren, wenn die Vorzugsrechte der Investoren im Gegenzug gefährlich stark ausgeprägt sind. Mofidian rät, das Term-Sheet stets als bewegliches Gesamtsystem zu betrachten.

Anstatt Deals aus reiner Angst vor einem Null-Ausstieg kategorisch platzen zu lassen, empfiehlt der Anwalt, allenfalls ungünstigere Liquidationspräferenzen durch andere Mechanismen auszugleichen. Dazu zählen klug verhandelte Drag-Along- und Tag-Along-Rechte. Wenn der Druck allerdings über die Jahre extrem hoch wird, seien Secondaries ein mögliches Tool: Durch den vorzeitigen Verkauf eines kleinen Teils der eigenen Anteile an spätere Investoren könnten Gründer bereits auf dem Weg zum Exit etwas Geld auf dem Privatkonto sichern.

„Das ist jedoch nicht gern gesehen und auch in Österreich oder im DACH-Raum relativ unüblich, aber es passiert“, sagt Mofidian. „Nach ein paar Jahren Arbeit kann man in so einem Fall sagen: ‚Ich habe eine ordentliche Netto-Summe auf meinem Konto. Das erlaubt mir zumindest, mit freiem Kopf weiter an meiner Vision zu bauen.‘“

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Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Inhalt des Artikels hat positive gesellschaftspolitische Auswirkungen, da die Future Wings Challenge dazu beiträgt, die Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Einkommen oder dem Bildungsstand ihrer Eltern zu verbessern. Die bereitgestellte Startförderung für die drei Siegerprojekte sowie das viermonatige Programm unterstützen die Gründer:innen dabei, ihre Social Start-ups im Bildungsbereich zu entwickeln und umzusetzen, um letztendlich mehr sinnvolle Bildungserfahrungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Somit trägt die Future Wings Challenge dazu bei, soziale Ungleichheiten im Bildungswesen zu verringern und den Weg für eine unabhängige und verantwortungsbewusste Zukunft junger Menschen zu ebnen.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Dieser Artikel behandelt den erfolgreichen Abschluss des dritten Durchgangs der Future Wings Challenge, dem Bildungsinkubator von TGW Future Wings, einem sozialen Unternehmertum in Österreich. Das Programm unterstützte neun Projektideen, die sich für Bildungsgerechtigkeit und faire Chancen für Kinder und Jugendliche einsetzen. Durch eine Startförderung in Höhe von je EUR 15.000 konnten drei Projekte weitergeführt werden. Dies zeigt, dass investieren in soziales Unternehmertum dazu beitragen kann, die Gesellschaft zu verbessern und Bildungsgerechtigkeit zu fördern.

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in ist es wichtig, stets über neue und innovative Projekte informiert zu sein, die sich für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzen. Der Future Wings Challenge Bildungsinkubator bietet hierbei eine Plattform, um genau solche Projekte zu unterstützen und zu fördern. Der dritte Durchgang des Programms wurde erfolgreich abgeschlossen und die Gewinnerprojekte erhielten eine Startförderung, um ihre Ideen weiterentwickeln und umsetzen zu können. Ein Blick auf die vorgestellten Projekte, wie Cyberchecker, Finess und Grow Trails, kann auch inspirierend sein und neue Ideen für eigene innovative Bildungsprojekte liefern.

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in könnte der Bildungsinkubator Future Wings Challenge in Österreich von Interesse sein, da hier innovative Bildungsprojekte gefördert werden, die sich für mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche einsetzen. Der erfolgreiche Abschluss des dritten Durchgangs und die finanzielle Unterstützung der drei Siegerprojekte könnten ein Indikator für vielversprechende Start-ups sein, die in Zukunft eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz haben könnten.

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in ist es wichtig, sich in den Bereich der Bildungsgerechtigkeit zu engagieren und innovative Projekte, die einen Beitrag dazu leisten, zu unterstützen. Der Future Wings Challenge Bildungsinkubator in Österreich setzt sich genau für diese Ziele ein und begleitet neun Projektideen zur Verbesserung der Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen durch Bildung, unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Als Unterstützer:in solcher Initiativen können Politiker:innen einen wichtigen Beitrag zur Schaffung einer chancengerechteren Gesellschaft leisten.

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Der Bildungsinkubator „Future Wings Challenge“ in Österreich fördert Start-ups, die sich für mehr Bildungsgerechtigkeit und faire Chancen für Kinder und Jugendliche einsetzen. In diesem Jahr begleitete das Programm neun Projekte, die das Bewusstsein für den sicheren Umgang mit sozialen Medien schärfen, finanzielle Bildung fördern und kritisches Denken bei jungen Menschen fördern. Der Höhepunkt des Programms war der Demo Day, bei dem die drei erfolgreichsten Projekte eine Startförderung von jeweils EUR 15.000 erhielten. TGW Future Wings zielt darauf ab, der nächsten Generation den Weg zu einer unabhängigen und verantwortungsbewussten Zukunft zu ebnen.

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

  • Teilnehmende an der Future Wings Challenge
  • Lehrer:innen, Eltern und Kinder
  • Politiker:innen
  • Wirtschaftsvertreter:innen
  • Mitarbeiter:innen von TGW Future Wings
  • Die Gründer:innen der Siegerprojekte Cyberchecker, Finess und Grow Trails

Future Wings Challenge: Der Bildungsinkubator in Österreich

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Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

  • TGW Future Wings
  • Cyberchecker
  • Finess
  • Grow Trails

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