01.04.2021

Future of Retail: Worauf Online-Shops jetzt setzen sollten

Welche Tools, Methoden und Trends können auch kleineren Online-Shops einen Vorteil im Rekordwettbewerb verschaffen?
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Überbrückungskredit der Bawag PSK
(c) Adobe Stock / BullRun
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Der Onlinehandel hatte bereits vor der Coronakrise ein massives Wachstum erlebt – und dann kam die Pandemie. Laut den kürzlich veröffentlichten Daten des U.S. Retail Index von IBM hat der abrupte Wechsel zu Quarantäne- und sozialen Distanzierungsmaßnahmen den Aufstieg des E-Commerce um etwa fünf Jahre beschleunigt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musste der Handel schnell agieren, um digitale Schaufenster einzurichten und Omnichannel-Marketingfähigkeiten zu entwickeln. Auch österreichische Händler mussten teilweise über Nacht umsatteln und mittlerweile gibt es zahlreiche regionale Initiativen und Förderschienen, die Millionen Euro für die Digitalisierung des heimischen Handels bereitstellen.

Individuelle User Experience umsetzen

Obwohl sich das globale E-Commerce-Wachstum verlangsamen wird, bevor es 2022 wieder anzieht, befinden sich die E-Commerce-Umsätze auf einem Allzeithoch, berichtet der Onlineshop-Betreiber Shopify. Gerade für kleinere und regionale Händler stellt sich also die Frage: Wie kann ich in einem nun überfüllten Onlinemarkt gefunden werden? Dazu sind Kenntnisse über die digitale Customer Journey unerlässlich.

„User erwarten heute eine individuelle Experience – aber wie lässt sich diese am besten umsetzen? Mit den richtigen Methoden kann man relevante Audiences finden und personalisiert ansprechen und mit Machine Learning 1:1 Personalisierungen realisieren“, sagt Sophie Kubec von e-dialog, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Nina Huber auf der Google Analytics Conference (GAcon) am 13. April erklärt, wie man diese Personalisierung für Online-Shops am besten angeht. Weitere Themen an dem Vormittag sind personalisierte Produktempfehlungen und die Optimierung und Verwaltung von Ads-Kampagnen.

Rekordwettbewerb im E-Commerce

Ausgaben für das Digital Advertising – dem Treiber für Onlineumsätze – erreichen weltweit Rekorde mit stark steigender Tendenz. Laut Statista wurden die Ausgaben für digitales Marketing in Deutschland um 10,2 Prozent angehoben, in der Schweiz um 9,4 Prozent und in Österreich sogar um 12,4 Prozent. Siegfried Stepke, Gründer von e-dialog und Initiator der Konferenz GAcon, berichtet: „Der Rekordwettbewerb im E-Commerce treibt die Kosten für die Neukundengewinnung in die Höhe. Viele neue Wettbewerber sind nicht in der Lage, ihre Customer Journey zu analysieren und Customer Experiences zu schaffen. Dabei können sich Marken mit einem umfassenden Omnichannel-Erlebnis einen Vorteil verschaffen.“

Google-Manager analysieren aktuelle Trends

Im Onlinehandel müssen aber auch Weiterentwicklungen der Google Marketing Platform und Aktualisierungen im Consent Management beachtet werden, um Ziele zu erreichen. Ebenso gewinnt Data Science und Machine Learning laufend an Bedeutung. Welche Trends und Technologien die Zukunft von Retail in den kommenden Jahren bestimmen, schildert auf der GAcon Johan Eriksson, der bei Google Northern Europe den Bereich Measurement & Analytics leitet.

Daneben widmet sich das Event unter Anderem dem Status von Google Analytics 4 für Business Insights und Strategien zum datengetriebenen Marketing. Mit Bootcamps, der Conference Week und den Tool Trainings bietet die GACon 2021 Anwendern eine Plattform zum Wissensaufbau sowie Entscheidern einen Überblick über die digitalen Trends für ein erfolgreiches Onlinegeschäft.

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easyvegan Pixelrunner FireStart P4 Therapeutics - Insolvenzen
(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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