29.05.2020

FuckUp Nights: TV-Version von Puls 4 nach drei Folgen auf Herbst verschoben

Die beliebten FuckUp Nights aus der Startup-Szene werden nach nur drei Ausstrahlungen auf Puls 4 in den Herbst verlegt. Ein Umstand den "Mr. FuckUp Nights" Dejan Stojanovic gerade in der aktuellen Situation bedauert.
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FUckUp Nights, FuckUp Show, Matthias Strolz, Dejan Stojanovic, Izdebski, DiTech, Techbold
(c) Puls 4/ Gerry Frank - Die "FuckUp-Show" auf Puls 4 wurde nach drei Sendungen wieder eingestellt.

Seit sechs Jahren finden in Österreich die „FuckUp Nights“ statt. Darin erzählen Entrepreneure dem Publikum von ihren größten Misserfolgen und daraus resultierende Learnings. Ein wichtiger Beitrag, der in der Startup-Szene eine Scheiterkultur etabliert, die sich von der oft zitierten Neid- und Häme-Gesellschaft positiv abzugrenzen versucht. Und zeigt, dass Scheitern zum Erfolg dazugehört. Ursprünglich stammt die Idee aus Mexiko und wurde dort zum ersten Mal 2012 veranstaltet. Nun findet sie in über 300 Ländern statt.

Strolz als Moderator der FuckUp Nights im TV

In Österreich steckt Dejan Stojanovic, Autor und Speaker, hinter dem Format, das er seit 2014 organisiert. Die „FuckUp Nights“ erwiesen sich die letzten Jahre als dermaßen erfolgreich, dass sogar das TV darauf aufmerksam wurde. Puls 4, der Sender, der bereits mit Startup-bezogenen Shows wie „2 Minuten 2 Millionenen“ aufgefallen ist, schnappte sich die Rechte und konnte sogar Ex-Neos-Politiker Matthias Strolz als Moderator dafür gewinnen. Nach nur drei Ausstrahlungen gab es in der Szene Gerüchte, dass die Sendung abgesetzt wird. Dies erwies sich als falscher Alarm, allerdings mit einem kleinen Haken.

Fortsetzung im Herbst

Auf Nachfrage bei Puls 4 heißt es in einem Statement: „Die ‚Puls 4 Fuck Up Show‘ wurde nicht abgesetzt. Die ersten drei Folgen wurden in den vergangenen Wochen ausgestrahlt, die weiteren drei werden voraussichtlich im Herbst auf Puls 4 zu sehen sein. Darüber hinaus sind die Folgen online auf  puls4.com abrufbar“.

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Zum genauen Grund über die Herbst-Verlegung heißt es weiter: „Aufgrund der aktuellen Situation mussten wir einige Produktionen und Ausstrahlungen verschieben, so auch ‚Bussi Fussi‘ und die wöchentliche ‚Arabella Kiesbauer Show‘, die FuckUp-Show oder auch das Puls 4 Highlight The Masked Singer Austria“.

Fuckup NIghts Vienna
(c) Sven Peter Wuttej Photography – Fuckup Nights Vienna Gründer Dejan Stojanovic plant neues Format.

Nicht fürs Fernsehen geschaffen

Vergim Bekirovski, seit heuer „Head of Media Sales“ bei DocLx und Sprecher der Folge 5 der FuckUp-Show sieht die TV-Entwicklung kritisch. Er sagt: „Es gibt zehn Staffeln ‚Das Geschäft mit der Liebe‘ und die FuckUp-Show wird nach drei Folgen aus dem Programm genommen. Eine Sendung, bei der es um Inhalte und ‚Learnings‘ geht. Manche Formate sind wohl einfach nicht fürs Fernsehen geschaffen“.

Failure Talks im Aufbau

Für Fans der Nacht des Scheiterns gibt es allerdings positive Neuigkeiten. Dejan Stojanovic arbeitet aktuell an einem neuen Online-Format namens Failure Talks, das einen internationalen Touch mit sich bringen soll. „Aus Österreich hinaus“, sagt der Entrepreneur und kündigt international erfahrene Gäste an.

FuckUp Nights im Juli?

Die FuckUp Nights selbst sollen bald wieder weitergehen. „Während dem ‚Lockdown‘ mussten wir sie ruhen lassen. Wir hoffen aber, dass sie im Juli wiederkehren“, sagt Stojanovic.

Thematisierung vom Scheitern in Corona-Krise wichtig

Die Entscheidung des Senders, sein Liebkind als TV-Format aus dem Programm zu nehmen und in den Herbst zu verlegen, empfindet er als schade. Der „Scheiter-Experte“ wäre, wie er zugibt, gerne mehr in die Ausführung der Sendung involviert gewesen und zeigt sich darüber ebenso enttäuscht wie über das zwischenzeitliche Ende: „Gerade jetzt, wo viele Menschen mit den wirtschaftlichen Corona-Folgen zu kämpfen haben, wäre es wichtig das Scheitern zu enttabuisieren. Und den Leuten Mut zu machen.“ Sein Beitrag dazu wird bald folgen.


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Chris Müller steht vor einer Präsentation und redet in ein Mikro. (c) Tobias Zachl
Chris Müller bei der Präsentation von Horizont Steyr. (c) Tobias Zachl

„Je komplexer die Welt um uns herum wird, desto mehr sehnen wir uns nach Orten, die die Menschen schon lange prägen“. Mit dieser Vision startet Chris Müller von CMb.industries gemeinsam mit der Stadt Steyr in das neue Projekt Horizont Steyr. Bekannt ist Müller in der Szene vor allem seit seinem erfolgreichen Projekt der Tabakfabrik in Linz, wo heute einer der wichtigsten Startup-Treffs Österreichs anzufinden ist.

„Wie bei der Tabakfabrik, von den Tabakwaren hin zu rauchenden Köpfen, soll in Steyr ein Ort der Unfreiheit zu einem Ort der Freiheit werden“, so der Plan. Auf dem Areal in der Berggasse befand sich im 17. Jahrhundert ein Kloster, bevor die Räumlichkeiten rund 200 Jahre lang als Gefängnis dienten.

Sollte das Projekt den Gemeinderat im Herbst passieren, wird 2029/2030 mit der Fertigstellung von Horizont Steyr gerechnet.

Zuerst war es ein Kloster, dann über 200 Jahre ein Gefängnis. Müller plant nun einen Startup-Hub. (c) Tobias Zachl

Milieu aus Industrie, Infrastruktur und Verständnis

„Die Stadt Steyr kommt mit einem industriellen Erbe“, hebt Müller den Standort hervor. „Hier kommt ein Milieu zusammen aus Industrie, aus Infrastruktur, aus Mobilität, Nachhaltigkeitsthemen, aus Internationalität und auch aus der Fachhochschule. Hier muss man einfach innovativ sein.“ Der Standort ist vor allem durch Leitbetriebe wie BMW, AVL List, BMD, SKF und Steyr Automotive bekannt.

Auf dem rund 3.000 Quadratmeter großen Gelände rund um die Berggasse sollen künftig Büros, Coworking-Spaces und Begegnungszonen für Startups sowie junge Unternehmen entstehen, wie brutkasten bereits berichtete. Gemeinsam mit Tp3 Architekten will Chris Müller die alte Immobilie zu einem „Ort der Begegnung und der Entwicklung von Zukunftsprojekten“ umgestalten und damit auch den Wirtschaftsstandort Steyr stärken.

„Unsere Orte sind kuratierte Orte“

Müller versteht den zukünftigen Hub als eine Produktionskette. „Wir haben uns gedacht, wir nehmen Wände weg und verbinden die einzelnen Gebäude, wir bringen die Freiheit hinein“, so der Projektentwickler. Im letzten Trakt der Gebäudereihe befindet sich das alte Theater der Stadt. Diesen Ort sieht Müller als zukünftigen Präsentationsraum mit einem Fassungsvermögen von 300 Menschen.

Eines der wichtigsten Learnings, die der Oberösterreicher aus seinem Projekt der Tabakfabrik in Horizont Steyr mitbringt, ist das Schaffen kuratierter Orte. Im Vordergrund stünde nicht die reine Vermietung von Büros, es ginge vielmehr um das Zusammenspiel der einzelnen Firmen. „Wir fragen nach den Bedürfnissen der Interessent:innen, was sie brauchen, aber natürlich auch, was sie sich von diesem Ort erwarten. Wir nehmen nicht alle rein, nur weil sie bezahlen.“

Das alte Theater könnte für zukünftige Präsentationen und Talks genutzt werden. (c) MecGreenie

Bereits 70 Prozent vorvermietet

Laut Angaben von Müller sind bereits 70 Prozent der Räumlichkeiten vorvermietet, für knapp 2.000 Quadratmeter der Fläche sind bereits Letters of Interests unterschrieben worden. Müller erwähnt dabei, dass ständig neue Anfragen kommen.

Für Interessierte an den Räumlichkeiten gibt es hier mehr Informationen.

Das Projekt Horizont Steyr soll von CMb.industries gemeinsam mit den Tp3 Architekten umgesetzt werden. (c) Raffael Portugal
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FuckUp Nights: TV-Version von Puls 4 nach drei Folgen auf Herbst verschoben

  • Seit nun mehr sechs Jahren finden in Österreich die „FuckUp Nights“ statt.
  • In Österreich steckt Dejan Stojanovic, Autor und Speaker, hinter dem Format, das er seit 2014 organisiert.
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