26.07.2019

„#fahrlegal“: Free Now macht sich mit PR-Aktion über Uber-Pause lustig

Free Now (ehemals mytaxi), das Taxiservice-Joint Venture von BMW und Daimler will die gerichtlich erzwungene Pause für Uber in Österreich mit einer bissigen PR-Aktion für sich nutzen.
/artikel/freenow-pr-aktion-uber-pause
free now - daimler bmw joint venture vs. uber
(c) Free Now

Beim Taxiservice-Anbieter Free Now (vormals mytaxi) scheint man es, nach der gestrigen Meldung über die gerichtlich erzwungene Pause für Uber in Österreich, lustig zu haben. Relativ promt reagierte das Joint Venture von BMW und Daimler heute mit einer Aussendung, die mit bissigen Witzen, einem Meme (siehe unten) und Wortspielen auf eine Rabatt-Aktion aufmerksam macht. Unter dem Hashtag „#fahrlegal“ stellt man in der Headline klar: „Einhaltung der Gesetze ist Uberaus wichtig“.

+++ Vor Uber-Aus: Der “Erbfolgekrieg” hat schon begonnen +++

„Das sinkende Schiff verlassen“

„Keine Panik auf der Titanic! Für alle, die das sinkende Schiff verlassen, gibt es dennoch die Möglichkeit, digital zu bestellen und sicher ans Ziel zu kommen“, heißt es in der Aussendung weiter. Man zeige, „dass digitale Business Modelle auch legal herausragend funktionieren und nicht auf Kosten der Fahrer gehen müssen“.

Free Now - PR-Aktion zur Uber-Pause
(c) Free Now: Der Taxidienstvermittler liefert dazu noch diese Version des bekannten Memes

Rabattaktion für Free Now-App-User

Konkret wirbt man damit für eine Rabattaktion. Kunden können sich mit dem Gutscheincode „fuerdichda“ bis 4. August einen 50 Prozent-Discount auf eine in der App bezahlte Taxifahrt holen. Die Fahrer erhielten dabei natürlich das volle Entgelt. „Denn bei Free Now wird Fairness großgeschrieben“, schießt das Unternehmen in Anspielung auf häufig kritisierte Arbeitsbedingungen der Uber-Fahrer nach.

Hintergrund: Uber als Hauptkonkurrent

Der Taxiservice-Vermittler wurde erst kürzlich als Teil des größeren Mobility-Projekts „Your Now“ neu aufgestellt. Das BMW- und Daimler-Joint Venture operiert europaweit und will mit ähnlichen Qualitäten punkten, wie Konkurrent Uber. So bietet man in der App ebenfalls Bestellung, Preistransparenz, Angaben über Anfahrtszeit, Fahrer und Fahrzeug sowie Bewertungstools. Im Unterschied zu Uber setzt man aber auf Kooperationen mit lokalen Taxi-Unternehmen.

⇒ Zur Page des Taxivermittlers

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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