11.08.2021

Scaleups haben noch weniger Frauen in Führungspositionen als Börsen-Konzerne

Ein Vergleich der Frauenanteile bei Führungspositionen in deutschen Unicorns und DAX-Konzernen zeigt ein insgesamt schlechtes Bild in Sachen Gleichstellung.
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Frauenanteil in Unicorns und Konzernen gering
(c) Adobe Stock / Elnur

Wer denkt, dass relativ junge, innovative Unternehmen den großen Konzernen in Sachen Diversity voraus sind, irrt zumindest in einem entscheidenden Aspekt: Beim Thema Gleichstellung von Frauen sieht es mitunter sogar schlechter aus. Für Deutschland zeigte das nun die Agentur Spreefreunde mit einer Auswertung der Frauenanteile in den Führungsetagen sämtlicher deutscher Unicorns und der DAX 30-Konzerne. Demnach sind nur 13 Prozent der Führungspositionen in den 28 Scaleups mit Milliardenbewertung mit Frauen besetzt. Demgegenüber stehen rund 18 Prozent weibliche Vorstände in den Börsen-Konzernen.

Eine deutsche Unicorn CEO, eine DAX 30 Vorstandsvorsitzende

Konkret sitzen 154 Männer und 23 Frauen in den Managements der Unicorns. An der Spitze gibt es 27 männliche CEOs und 18 männliche Co-CEOs. Die einzige weibliche CEO ist Petra von Strombeck, die seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze von NEW WORK SE (ehem. XING) steht. Bei 15 der Scaleups hat keine Frau eine Führungsposition inne. Bei den DAX 30-Unternehmen sind 34 von 194 Vorstandsmitgliedern Frauen. Weibliche Vorstandsvorsitzende gibt es ebenfalls nur eine – und das erst seit Mai dieses Jahrs: Bélen Garijo beim Pharmakonzern Merck. Vier der Börsen-Konzerne haben gar keine Frauen im Vorstand. Die Deutsche Regierung plant indessen derzeit fixe gesetzliche Frauenquoten für die DAX-Vorstände.

Österreich: Noch deutlich niedrigerer Frauenanteil bei Börsen-Unternehmen

In Österreich ist der Frauenanteil in den Vorständen der börsennotierten Unternehmen übrigens noch erheblich niedriger: Im Herbst vergangenen Jahres betrug er laut einer Aufstellung gerade einmal 7,3 Prozent und war damit sogar rückläufig im Vergleich zum Jahr davor. 14 von insgesamt 191 Vorstandsmitgliedern der 58 Börsen-Unternehmen waren mit Stichtag 1. August 2020 Frauen. In 45 Unternehmen gab es nicht einmal eine einzige Frau im Vorstand. Immerhin drei wurden dafür von Frauen geführt: Elisabeth Stadler bei der Vienna Insurance Group, Herta Stockbauer bei der BKS Bank und Karin Trimmel beim Kräuterlikörhersteller Gurktaler.

Nachdem Österreich gegenwärtig nur zwei Unicorns hat, ist freilich keine Repräsentatitivität gegeben. Der Vollständigkeit halber: Die CEOs und Co-CEOs beider heimischen Milliarden-Scaleups sind männlich. Bei Bitpanda sind zwei von acht C-Level-Positionen weiblich besetzt, bei GoStudent ist es eine von vier – das ergibt immerhin eine glatte Quote von 25 Prozent.

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Rendering der geplanten AI Heat Factory in Helsinki | (c) OnZero
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Mit seinem Konzept, die Abwärme von Servern zum Heizen zu nutzen, ist das Wiener Unternehmen OnZero auch innerhalb Österreichs nicht alleine – brutkasten berichtete etwa über die beiden Tiroler Startups Serwas, das ebenfalls KI-Abwärme nutzt, und 21energy, das Bitcoin-Mining-Heizschwammerl für den Privatgebrauch anbietet. Das Projekt, mit dem OnZero nun an die Öffentlichkeit ging, hat aber eine andere Größenordnung.

AI Heat Factory in Finnland geplant

Die Rede ist von einer „AI Heat Factory“ in der finnischen Hauptstadt Helsinki mit einer jährlichen Wärmeproduktion von rund 525.000 Megawattstunden. Damit sollen nicht weniger als 70.000 Haushalte per Fernwärme beheizt werden. Gleichzeitig soll damit der große Bedarf an Rechenleistung für KI besser gedeckt werden. „Wir haben OnZero mit dem klaren Ziel gegründet, die Kosten für KI zu senken, indem wir eine leistungsstarke KI-Infrastruktur mit der effizienten Rückgewinnung und produktiven Nutzung von Serverwärme kombinieren“, erklärt Ali Siddiqui, CEO von OnZero.

Finnischer Partner Helen nutzt Server-Abwärme schon seit 2010

Das Wiener Unternehmen kooperiert für das Projekt, dessen Start für kommendes Jahr geplant ist, mit dem finnischen Energieunternehmen Helen. Dieses bringt Erfahrungswerte mit: Bereits seit 2010 nutzt man die Abwärme von Serverzentren für die Fernwärme. Im neuen Projekt will man gemeinsam bis zu 99 Prozent der Server-Abwärme durch ein wasserbasiertes System einfangen und nutzen, heißt es in einer Aussendung. „Unser Ziel ist es, die Energieerzeugung durch Verbrennung bis 2040 auslaufen zu lassen, und die Nutzung von Abwärme spielt eine wichtige Rolle dabei“, kommentiert Tuukka Toivonen, COO für Strategie und M&A bei Helen.

Investor und ehemaliger pakistanischer Botschafter in den USA als CEO

OnZero geht auf das von Alexander Dietrich und Vlado Stanic gegründete Wiener Startup Blockbase zurück, das auf Krypto-Mining aufbaute. Die beiden sind nach wie vor als Geschäftsführer des Unternehmens eingetragen. Dieses befindet sich aber mittlerweile über eine Holding überwiegend im Besitz ausländischer Investoren, die das C-Level stellen. CEO Ali Siddiqui hält über seine Gesellschaft den größten Anteil. Der Investor war unter anderem pakistanischer Botschafter in den USA. CFO ist der frühere Steyr-Motors-CFO Christoph Cerar, COO ist der internationale Manager Stephen Smith.

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