09.03.2017

„Live Bildereinrahmungen“ – Frameshore verpasst Bildern einen neuen Look

Ob Kunstliebhaber oder nicht, oftmals haben Menschen ihre Bilder jahrelang in Rollen zu Hause liegen, schlichtweg weil der passende Rahmen fehlt. Das Wiener Startup Frameshore eröffnet beim Einrahmungsprozess ganz neue Möglichkeiten und will somit die Freude an Bild und Rahmen wieder aufleben lassen.
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Frameshore will die Freude an Bild und Rahmen wieder neu aufleben lassen. (c) Frameshore

Ein schönes Bild zu kaufen oder auch zu machen ist eine Sache, es dann aufzuhängen eine andere. Tixo und Nägel will man dem Bild nicht antun, ein Rahmen wäre schön, aber welcher? Frameshore fertigt Bilderrahmen per Hand und vereinfacht das Auswahlverfahren erheblich. Das Startup eröffnet am Dienstag den 14.3.2017 seinen Pop-up Store in der Kaiserstraße 76 im 7. Bezirk.

Live-Einrahmen: mit Bild vom Bild in den Shop

(c) Frameshore

Kunden können mit dem Bild selbst, oder mit einem Bild vom Bild in den Shop kommen, wo der Rahmen „live angepasst“ wird. „Vor Ort werden Polaroid-Fotos von den Bildern angefertigt. Wir legen verschiedene Leerrahmen (Rahmen ohne Inhalt) über die Polaroids und können dazu verschiedene Passepartouts ausprobieren. Das kommt beim Kunde sehr gut an, weil man sofort sieht, welche Rahmen und welche Passepartouts am besten zum Bild passen“, erklärt Bernhard Thalhammer, Co-Founder und CFO von Frameshore. Dieses „Rahmen-Fitting“ kann auch auf der Website ausprobiert werden. Das Startup übernimmt auch den Druck von Bildern. Wenn gewünscht werden auch Spiegel, Schlüsselbretter oder sonstige Dinge eingerahmt.

„Unsere Vision ist es, die Tradition des Einrahmens in die Moderne heben.“

150 Jahre Einrahmungserfahrung

Die Idee zu dem Projekt hatte Moritz Wohlleb, er ist in 5. Generation Rahmenmacher und kann somit auf insgesamt fast 150 Jahre Einrahmungserfahrung zurückgreifen. „Es geht darum, das alte Handwerk über die neuen Kommunikationskanäle, die sich während der vergangenen Jahre durchgesetzt haben, den Menschen wieder näher zu bringen“, sagt Thalhammer. Die Rahmen beziehen die Jungunternehmer größtenteils von Familienbetrieben aus Italien, Spanien und Österreich. Finanziert hat sich Frameshore bisher zur Gänze aus Eigenmitteln.

Redaktionstipps

1500 Leisten für Alfred, Erich und Adele

(c) Frameshore

Die verschiedenenRahmen tragen unterschiedliche Vornamen. Das soll allerdings keine Anlehnung an ein großes schwedisches Möbelhaus sein: „Für uns ist das Einrahmen eine sehr persönliche und individuelle Sache, weil jedes Bild unterschiedlich ist. In unserer aktuellen Kollektion haben wir ca. 30 Rahmen, die wir aus einem Pool von über 1.500 verschiedenen Leisten ausgewählt haben. Somit war es für uns wichtig, diesen Rahmen Namen zu geben um sie von der anonymen Masse mit generischen Artikelnummern abzuheben“, sagt Thalhammer. Die unterschiedlichen Rahmen kosten, je nach Größe, zwischen 49 und 124 Euro.


Bei der Shop-Eröffnung werden unter anderem Kunstwerke von Banksy, David R. Smyth und Litto ausgestellt, die es auch zu erstehen gibt.


Brutkasten Gewinnspiel für Frameshore Rahmen

Frameshore verlost im Zuge ihrer Pop-Up Store Eröffnung einen Insta-Rahmen inkl. Fotodruck im Wert von 49 Euro. Was ihr dafür tun müsst? Einfach bis 31. März 2017 ein Mail an [email protected] mit dem Betreff „Brutkasten Gewinnspiel“ schicken und schon seid ihr dabei. Die Verlosung findet live auf Instagram statt.

Hard Facts zur Eröffnung

  • Frameshore Pop-up Store GRAND Opening
  • 14.3. von 17.00 – 22.00
  • Kaiserstraße 76, 1070 Wien
  • Wir präsentieren unsere neue Framewall mit gerahmter Kunst von u.a. Banksy, David R. Smyth und Litto
  • Event auf FB und Details zum Programm: https://www.facebook.com/events/269690546785328/
  • Der Eintritt ist frei. Getränke und Snacks werden serviert – auf 130 qm Kunst und Bilderrahmen genießen

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Tina Ruseva ist Unternehmerin und Autorin und spricht am HR Inside Summit über „Soft Work“ | © Ammy Berent

Wenn KI die standardisierbare Arbeit übernimmt, bleibt für Menschen das, was die Unternehmerin und Autorin Tina Ruseva „Soft Work“ nennt. Sie spricht am HR Inside Summit, der am 14. und 15. Oktober in der Wiener Hofburg stattfindet. Im brutkasten-Interview erklärt sie vorab, warum Kontrolle als Führungsprinzip ausgedient hat und was Unternehmen jetzt verändern müssen.


brutkasten: Sie sprechen am HR Inside Summit über „Soft Work“. Was ist die Kernthese?

Tina Ruseva: Ausgangspunkt ist die Arbeitsteilung, die wir aus der Industrialisierung kennen. Arbeit hatte eine feste Beschreibung, und an der Maschine hatte es keine Bedeutung, wer die Aufgabe übernimmt. Das ist die Hard Work. Maschinen sind genau in solchen Aufgaben sehr gut und werden sie in den nächsten Jahren zum großen Teil übernehmen. In den Bürojobs von heute gibt es aber viele Aufgaben, bei denen man das Endergebnis nicht kennt: Welchen neuen Markt müssen wir erschließen? Wie antworten wir auf eine neue Krise? Diese Aufgaben sind diffuser, deswegen „soft“. Was für uns an Arbeit bleibt, können wir nur dann gut machen, wenn wir das wollen. Effektives Wirtschaften hängt heute von der intrinsischen Motivation der Beteiligten ab.

Ein gutes Beispiel ist der Customer Support. Wenn jemand nur Dienst nach Vorschrift macht und sein Skript abliest, ist diese Person ersetzbar, weil diese Arbeit bald besser von einem Automaten gemacht wird. Wir automatisieren, was wiederholbar ist, und können dann von Mensch zu Mensch klären, was diesmal besonders ist und zum ersten Mal auftritt.

Wer den Begriff hört, denkt sofort an Soft Skills. Wo liegt der Unterschied?

Wir haben Führung sehr lange etwas generisch als Soft Skill abgehakt, also als Kommunikation und persönliche Gespräche. Soft Work ist für mich ein größerer Begriff. Er beschreibt das gesamte Umfeld, in dem sich Führungskraft und Mitarbeitende befinden. Dazu habe ich ein Framework definiert: SOFT steht für Synergien, Offenheit, Fairness und Technologie. Wir müssen wiederholbare Tätigkeiten automatisieren, damit überhaupt Zeit bleibt für all das, was wir heute so gut wie nicht machen.

Wie geht eine Führungskraft vor, die sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt?

Führung ist eine Frage der Komplexität, deshalb führen wir sehr selten große Teams direkt. Studien sagen, dass ab 2028 rund ein Achtel der Arbeit mit KI-Agenten erledigt wird. Wenn alle meine Mitarbeitenden ihr eigenes digitales Team haben, gibt es unendlich viel mehr Aufgaben und Abstimmungsaufwand. Hinter jedem herzugehen, alles abzuhaken und alles zu kontrollieren, wird einfach unmöglich. Vertrauen, Augenhöhe und Selbstführung sind deshalb kein Wunschdenken, sondern unsere Zukunft. Wir müssen uns jetzt überlegen, wie wir Mitarbeitende befähigen, ihre eigenen digitalen Teams zu kontrollieren. Dazu braucht es auch Technologie.

Gibt es Unternehmen, die das schon anwenden?

Das bekannteste Beispiel unter den deutschen Großkonzernen ist Bosch, weil dort die mittlere Managementebene komplett abgeschafft wird. Dadurch kommt mehr Verantwortung bei den einzelnen Mitarbeitenden an. Ein neueres Beispiel ist Stripe. Das Unternehmen hat sehr viel in KI investiert und fast das gesamte Management-Team abgebaut. Es gibt nur noch Leadership und Teams, und vor allem Ingenieur:innen sollen experimentieren können. Stripe hat in einem Podcast von a16z erzählt, dass es dadurch 200 bis 300 innovative Produkte in einem Jahr auf den Markt bringt.

Allerdings ist KI eine Art Verstärker für die Unternehmenskultur. In einer Muss-Kultur, in der wir nur auf den KPI schauen, bekomme ich durch Automatisierung nur noch schneller mehr vom Gleichen. In Will-Kulturen, in denen alle bereit sind, ihre Ideen preiszugeben und anderen zu helfen, können Automatisierung und KI zu wirklich neuen Ergebnissen führen.

Es geht also nicht mehr darum, erledigte Aufgaben zu messen, sondern die Wirkung?

Von Effizienz zu Effektivität. Heute können wir alle in zehn Sekunden einen LinkedIn-Post rausschießen. Die Anzahl der Posts war sehr lange eine gängige Marketingkennzahl. Die To-do-Liste für die Mitarbeitenden war eine Anzahl von Dingen und nicht deren Qualität. Man schreibt einen Post aber ganz anders, wenn man wirklich Wert darauf legt, dass die Nachricht durchkommt. Das ist der Unterschied zwischen KI-generierten Texten und guten Autor:innen.

Den Begriff New Work gab es schon vor dem KI-Hype. Wie hat sich die Szene verändert?

Der Begriff ist mit der Pandemie explodiert. Viele haben ihn missbraucht, einfach für moderne Führung oder für tolle Büromöbel. Als die Krise kam, wurde das Konzept vielerorts für gescheitert erklärt. Trotzdem ist für alle klar: There is no going back. Wir können nicht mehr so führen wie früher. Dienst nach Vorschrift und Kontrolle verschwenden die Ressourcen von Unternehmen, besonders in der Krise. Gleichzeitig haben wir es mit Menschen zu tun, die Angst um ihre Hypotheken, ihren Status und ihr Büro haben. Da gilt es, eine Lösung nach vorne zu finden. Ob man das Soft Work oder New Work nennt, ist nicht wichtig.

Auch bei uns arbeiten nicht alle gleich schnell mit KI. Wie schafft man Alignment in einer Organisation?

Bisher hieß Alignment: Alle bekommen ihre To-dos, und wenn die erledigt sind, gibt es Alignment. Was wir heute alignen müssen, sind aber keine Pflichtaufgaben mehr. Wofür ich KI nutze, muss ich niemandem erzählen. Ich definiere dafür vier Kriterien. Erstens müssen wir Silos in Synergien umwandeln, also Dialog möglich machen, wo keiner stattfindet. Im Onboarding heißt das, nicht nur eine fertige Checkliste bereitzustellen, sondern auch zu fragen: Was willst du in den ersten zwei Monaten lernen? Wen willst du kennenlernen? Zweitens geht es von Orthodoxie zu Offenheit, weg von „So haben wir das immer gemacht“, zum Beispiel mit einem Mitarbeiterbeirat. Drittens Fairness: Wenn ich weiß, dass ich als Frau immer weniger verdienen werde als ein Mann, kaufe ich dieses Wir irgendwann nicht mehr ab und behalte meine Ideen für mich. Das Allerwichtigste ist Technologie. Ohne sie sind all diese Veränderungen zum Scheitern verurteilt, sobald die zuständige Person andere Prioritäten hat. Technologie macht Regeln und Policies nachhaltig. Wir müssen festlegen: Mit welchem Tool werden die Gehälter erfasst? Wie sammeln wir Kompetenzen? Wie setzen wir digitales Feedback um? Das spart allen Zeit, und diese Zeit haben wir dann dafür, miteinander zu reden.

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