19.11.2020

Flugtaxis: Fliegen wir alle in fünf Jahren durch die Stadt?

Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Flugtaxis den Individualverkehr in Städten ergänzen. Die Investitionen in dieser Branche steigen, die ersten Passagierflüge werden innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet und für 2050 rechnet man mit 160.000 kommerziell fliegenden Vehikeln.
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Flugtaxis, eHang, Mobility, Roland Berger, Flugtaxi, Wien, China,
(c) EHang/FB - Im Vorjahr gab es in Wien bereits einen Testflug des autonomen Luftfahrzeugs "EHang 216"

Es sieht nach einem „mächtigen Badabumm“ aus, der Gesellschaften im Bereich Mobility in den nächsten Jahren und zwei bis drei Jahrzehnten erwartet. Noch ist es nicht soweit, dass Flugtaxis in „fünfter Element-Manier“ durch die Lüfte segeln, jedoch zeigen eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und andere Entwicklungen, dass kommerzielle Passagierdrohnen näher an der Realisierung dran sind, als vielleicht vermutet. Und der Markt scheint bereit.

2019 Flugtest in Wien

Die ersten Metropolen testen und planen bereits: In Guangzhou, China, werden seit 2018 Demoflüge durchgeführt, in Paris sollen ab 2024 erste Flugmaschinen Menschen transportieren und in Dallas, USA, stehen demnächst Testflüge auf dem Programm. Auch in Wien gab es 2019 einen Testflug des autonomen Luftfahrzeugs „EHang 2019“, im Zuge dessen das Vehikel in der Generali Arena mehrere Male aufstieg und sicher landete.

Flugtaxis mit Marktpotential von 90 Milliarden US-Dollar

Insgesamt wird erwartet, dass die Urban Air Mobility (UAM), die Ausweitung städtischer Transportsysteme in den Luftraum, bis 2050 ein Marktpotenzial von jährlich 90 Milliarden US-Dollar erreichen soll.

Bis 2050 160.000 kommerzielle Flugtaxis

„Wir schätzen, dass 2050 etwa 160.000 kommerzielle Flugtaxis in der Luft sein werden“, prognostiziert Manfred Hader, Partner bei Roland Berger: „Unternehmen, die heute Autos, Flugzeuge oder Helikopter produzieren, aber auch Neueinsteiger, können einen großen Markt erschließen, wenn sie sich in den kommenden Jahren entsprechend positionieren.“

Heute gibt es weltweit mehr als 110 städtische oder regionale Projekte zur Bereitstellung autonomer Lufttransportangebote. Die Hälfte davon stammt aus Europa. Startups und etablierte Unternehmen entwickeln Flugtaxis und Services für unterschiedliche Bereiche.

Investitionen leiden nicht an Corona

Selbst die Pandemie konnte der Entwicklung nicht ernsthaft schaden, wie Zahlen zeigen: In der ersten Hälfte 2020 summierten sich die Investitionen in Startups bei UAM auf 907 Millionen US-Dollar – deutlich mehr als im Gesamtjahr 2016 mit 40 Millionen US-Dollar.

„Rechtliche Hürden bald abbauen“

„Aktuell geben zwei Entwicklungen der Branche Auftrieb. Die Akzeptanz der Technologie in der Bevölkerung wächst mit jedem Testflug und die Regulierungsbehörden in Europa und den USA beschäftigen sich inzwischen so ernsthaft mit dem Thema, dass rechtliche Hürden in absehbarer Zeit überwunden werden können“, sagt Stephan Baur, Principal bei Roland Berger.

Drei Einsatzbereiche bei UAM

Beide Autoren der Studie haben Daten aus 1200 Großstädten erhoben und zu vier idealtypischen Städtearchetypen kumuliert. Sie kommen zu dem Schluss, dass sich für die Zukunft drei unterschiedliche Einsatzbereiche bestimmen lassen:

  • City-Taxis mit einer Reichweite von 15 bis 50 Kilometern
  • Airport-Shuttles mit derselben Reichweite
  • Intercity-Jets, die Distanzen von bis zu 250 Kilometern zurücklegen können.

Die Branche dürfte sich demnach etwa zu gleichen Teilen auf die Fertigung dreier unterschiedlicher Typen spezialisieren: City Taxi: 36%, Airport-Shuttle: 35%, Intercity-Jets: 29%.

Erste Anbieter ab 2025

„Bis 2050 werden die Flughafen-Shuttle- und Inter-City-Dienste den Löwenanteil unter sich aufteilen, etwa 90 Prozent der Einnahmen“, sagt Hader, der auch damit rechnet, dass bereits um 2025 herum erste Anbieter in den Markt drängen und diese Services anbieten werden: „In der Folge erwarten wir einen Übergang zu einem Premium-Modell des öffentlichen Verkehrs, bei dem die UAM-Dienste den heutigen Taxidiensten immer ähnlicher werden.“

Ganzes Ökosystem als Anhängsel von Flugtaxis

Vom 90-Milliarden-US-Dollar Marktpotential würden aber nicht nur die Hersteller von Flugtaxis profitieren. Ein ganzes Ökosystem entsteht rund um UAM. Der Markt, so der Glaube beider Autoren, wird sich infolgedessen weiter ausdifferenzieren und zu einer Reihe von unterschiedlichen Geschäftsmodellen in verschiedenen Segmenten führen.

„Es geht weit über Flugtaxis hinaus – der Markt wächst mit der Infrastruktur, wie beispielsweise Landeplätzen, Dienstleistungen, Flight-Operations, Ticket-Vermittlung und Reparaturen“, sagt Baur: „Wir gehen im Moment davon aus, dass die Hersteller der Flugtaxis – ähnlich wie es in der Automobilindustrie der Fall ist – anfangs den Markt dominieren werden. Auf jeden Fall müssen sich die Unternehmen in diesem neuen Ökosystem klar positionieren.“

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Festivalgelände bei der ViennaUP, sehr viele Menschen tummeln sich herum.
Die Homebase der ViennaUP beim Karlsplatz in Wien (c) Philipp Lipiarski

Das internationale Startup-Festival, die ViennaUP, konnte heuer auf über 14.000 Teilnehmende in fünf Tagen zurückblicken: Es gab über 65 Veranstaltungen in 43 unterschiedlichen Locations. Ein Großteil der Events war restlos ausgebucht. Das ist die erste Bilanz der Wirtschaftsagentur Wien, die das Startup-Festival initiiert hat und gemeinsam mit 45 Programmpartner:innen aus dem Startup-Bereich umsetzt.

ViennaUP mit über 1.000 CEOs

Zur Eröffnungsfeier waren über 1.000 CEOs, Gründer:innen, Investor:innen und Startup-Begeisterte aus der ganzen Welt ins Wiener Rathaus geströmt, um die Eröffnung der ViennaUP zu feiern und erste Kontakte zu knüpfen. Außerdem waren 28 internationale Delegationen in Wien zu Gast – etwa aus Indien, Korea sowie den CEE-Ländern.

Sie nutzten das Festival für Networking, um neue Märkte zu sondieren und Partnerschaften zu etablieren. Über das Startup Package Vienna der Wirtschaftsagentur Wien kam außerdem das Startup CheckEye aus der Ukraine nach Wien: Es nutzt KI, um Augenhintergrundbilder zu analysieren und Erkrankungen wie diabetische Retinopathie frühzeitig zu erkennen.

If you’re going to…

Zudem wurde für zwei Gründerinnen ein Traum wahr: Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner vom Wiener Deep-Tech-Startup factorymaker sicherten sich beim Startup World Cup ein Ticket ins Silicon Valley. Mit einer KI-gestützten Planungsplattform für die Industrie überzeugten sie die Jury. Die Gründerinnen werden nun Österreich beim globalen Finale in San Francisco vertreten und um den Hauptgewinn pitchen: Es winkt ein Investment von einer Million US-Dollar.

„Mehr als 14.000 Wirtschaftstreibende aus aller Welt haben die ViennaUP genutzt, um Wien als möglichen Standort zu erkunden und Kooperationen anzustoßen. Und wir sehen, das funktioniert: Allein 7,6 Millionen Euro an ausgelösten Investitionen durch angesiedelte Unternehmen im Vorjahr sind direkt auf die ViennaUP zurückzuführen“, sagt Barbara Novak, Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin. „Gleichzeitig zeigt die ViennaUP, worum es bei moderner Wirtschaftspolitik gehen muss: um Innovationen, die wirtschaftliche Stärke schaffen und gleichzeitig den Menschen dienen. Viele der Startups, die heuer teilgenommen haben, arbeiten genau an solchen Lösungen mit gesellschaftlichem Nutzen.“

ViennaUP mit Fokus auf Skalierung und Growth

Die ViennaUP setzte heuer einen Schwerpunkt auf Skalierung und Wachstum. Im Mittelpunkt standen Zukunftstechnologien wie KI und Healthtech, Impact- und Finanzierungsthemen. Formate wie der Connect Day, die Impact Days und die Female Founders Experience brachten Gründer:innen, Investor:innen, Unternehmen sowie Expert:innen unterschiedlicher Branchen zusammen.

Das Festival rückte heuer auch das Thema der digitalen Souveränität in den Fokus: Beim World Summit Awards Global Congress wurden digitale Lösungen präsentiert, die gesellschaftlichen Mehrwert schaffen und zeigen, wie Europa unabhängiger von großen globalen Plattformen werden kann. Mit dem KI-Startup mytalents schaffte es auch eine Wiener Innovation unter die weltweit 40 ausgezeichneten Projekte des World Summit Awards.

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AI Summaries

Flugtaxis: Fliegen wir alle in fünf Jahren durch die Stadt?

  • Es sieht nach einem „mächtigen Badabumm“ aus, der Gesellschaften im Bereich Mobility in den nächsten Jahren und zwei bis drei Jahrzehnten erwartet.
  • Die ersten Metropolen testen und planen bereits: In Guangzhou, China, werden seit 2018 Demoflüge durchgeführt, in Paris sollen ab 2024 erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas, USA, stehen demnächst Testflüge auf dem Programm.
  • Insgesamt wird erwartet, dass die Urban Air Mobility (UAM), die Ausweitung städtischer Transportsysteme in den Luftraum, bis 2050 ein Marktpotenzial von jährlich 90 Milliarden US-Dollar erreichen soll.
  • „Wir schätzen, dass 2050 etwa 160.000 kommerzielle Flugtaxis in der Luft sein werden“, prognostiziert Manfred Hader, Partner bei Roland Berger: „Unternehmen, die heute Autos, Flugzeuge oder Helikopter produzieren, aber auch Neueinsteige, können einen großen Markt erschließen, wenn sie sich in den kommenden Jahren entsprechend positionieren.“
  • Vom 90-Milliarden-US-Dollar Marktpotential würden aber nicht nur die Hersteller von Flugtaxis profitieren.

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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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