19.06.2019

Flughafen Wien wird als Plug & Play-Partner zum Startup-Hub

Die US-Innovationsplattform "Plug and Play" gründet in der Airport City Vienna einen eigenen Startup-Hub, das hat der Flughafen Wien heute, Mittwoch, bekannt gegeben. Der Hub soll als Headquarter für Mittel- und Osteuropa mit den Schwerpunkten "Smart Cities" sowie "Travel & Hospitality" dienen.
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Flughafen Wien
(c) Flughafen Wien AG

Den Flughafen Wien verbinden viele Menschen mit Urlaubs- oder Geschäftsreisen, jedoch nicht mit Startups. Dies könnte sich aber bald ändern. Wie die Flughafen Wien AG heute, Mittwoch, bekannt gegeben hat, gründet die US-amerikanische Investitions- und Innovationsplattform Plug and Play in der Airport City Vienna einen eigenen Startup-Hub.

Das in Kalifornien ansässige Unternehmen Plug and Play wurde im Februar 2006 von Saeed Amidi gegründet und hat sich darauf spezialisiert, Startups mit Investoren und namhaften Unternehmen zusammen zu bringen. Plug and Play war als Early-Stage-Investor unter anderem bei Google, PayPal und Dropbox beteiligt und bietet zudem weltweit „Accelerator-Programme“ an. In der Airport City soll das Headquarter für Mittel- und Osteuropa entstehen, wobei die Programmschwerpunkte laut der Flughafen Wien AG auf die beiden Themenbereiche „Smart Cities“ und „Travel & Hospitality“ gelegt werden.

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Eröffnung im Spätsommer

Die Räumlichkeiten für den Startup-Hub sollen ab Spätsommer 2019 im Office Park 3 zur Verfügung stehen. Dafür soll dort ein eigens konzipierter „Airport City Space“ mit zahlreichen, flexiblen Co-working-Flächen auf rund 700 Quadratmetern entstehen. „Für den wachsenden Wirtschaftsstandort Airport City Vienna schafft die Partnerschaft mit Plug and Play eine tolle win-win Situation, als global vernetzter Magnet für die kreativsten Köpfe, aber auch als Ideen- und Talentepool für etablierte Unternehmen“, so Günther Ofner und Julian Jäger, Vorstände der Flughafen Wien AG. 

(c) Flughafen Wien AG: Zur Präsentation der Pläne waren neben Vertretern aus Wirtschaft und Politik auch Plug and Play CEO und Gründer Saeed Amidi gekommen (2. von rechts)

Mit der Eröffnung eines neuen Bürogebäudes im Office Park 4 soll den Startups ab Mai 2020 ein zusätzliches Stockwerk zur Verfügung stehen. Die Co-Working-Fläche wird dann auf rund 2700 Quadratmeter erweitert.

Reisebranche revolutionieren

Die beiden Programme „Smart Cities“ und „Travel & Hospitality“ richten sich laut der Flughafen Wien AG an Startups, die auf innovative Stadtentwicklung setzen bzw. mit ihren Geschäftsideen die Reisebranche revolutionieren wollen. Startups, die sich für eine Teilnahme an den Programmen interessieren, sollen künftig zweimal pro Jahr bei sogenannte „Selection Days“ ausgewählt werden. Gründer können sich direkt bei Plug and Play Vienna oder auf der Homepage von Plug and Play bewerben.

Teil der globalen Plug and Play-Strategie

Für Saeed Amidi, CEO und Gründer von Plug and Play, ist der neu geplante Startup-Hub Teil einer größer angelegten Expansionsstrategie. „Für Plug and Play ist der Start in Wien ein wohlüberlegter Schritt, weil wir hier in der starken Partnerschaft mit dem Flughafen beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung unseres globalen Konzeptes vorfinden. Im Silicon Valley hat Österreich den Ruf, traditionelle Qualität mit Neuem zu vereinen. Ich freue mich auf viele neue Ideen, die wir aus Österreich in die Welt tragen können“, so Amidi


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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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