09.04.2024
HEALTH

Flextrainer: Dieses Gerät soll bei Arthrose helfen

Erwin Sturmair hat den Flextrainer entwickelt, um seine Schmerzen zu bekämpfen. Nach den ersten Erfolgen folgten mehrere Kleinserien.
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Flextrainer
(c) Flextrainer - Erwin Sturmair mit dem ersten Seriengerät des Flextrainers.

Arthrose ist zu einer Volkskrankheit geworden. Laut dem Österreichischem Gesundheitsbericht von 2022 leiden rund 13 Prozent der heimischen Bevölkerung an Arthrose (rund 973.000 Personen). Einer davon ist Erwin Sturmair, ein 75-jähriger Maschinenbautechniker aus dem Innviertel, der die Schmerzen an seiner linken Hüfte nicht länger ertragen wollte und zur Selbsthilfe griff: „Vor vier Jahren habe ich, zunächst für den Eigenbedarf, ein einfaches auf dem Expander-Prinzip beruhendes Gerät entwickelt, den Flextrainer.“

Flextrainer-Prototyp machte Erfinder schmerzfrei

Nach einer Operation der rechten Hüfte wurde bei Sturmair auch an der linken Hüfte Arthrose festgestellt. Um dem Leidensweg einer neuerlichen Operation zu entgehen, fand der pensionierte Techniker bei Recherchen heraus, dass eine Dehnung des Gelenks durch sanftes Strecken die Arthrose-Schmerzen lindern kann.

„Daraufhin habe ich einen Prototyp gebaut und fünf Monate später war ich schmerzfrei“, sagt Sturmair, der sein ganzes Berufsleben bei der Maschinenbaufirma Wintersteiger verbracht hatte, viele Jahre davon als Leiter der Entwicklungsabteilung. „Das Erfinden neuer technischer Lösungen war schon immer meine große Leidenschaft. Das ist bis heute so.“

Als Medizingerät zugelassen

Die nächsten drei Geräte erhielten Freunde kostenlos. Es folgten mehrere Kleinserien mit insgesamt 35 Stück, von denen 30 verkauft wurden. Kürzlich gelang ein weiterer wichtiger Schritt: Der Flextrainer, bisher als Trainingsgerät auf dem Markt, wurde als Medizingerät zugelassen und dürfe laut Erfinder damit auch mit seiner Wirkung bei Arthrose beworben werden.


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V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe
V.l.: Philipp von Lattorff, Johanna Pirker, Georg Kopetz und Dietrich Haubenberger bilden die Arbeitsgruppe "Science to Business" von Forwit | (c) Johannes Zinner

Die Verhandlungen zur gemeinsamen europäischen Gesellschaftsform EU Inc. bewegen sich langsam auf die Zielgerade zu. Mitsprache haben dabei nicht nur die EU-Kommission, die bereits im März ihren Entwurf vorlegte, und das EU-Parlament, das letztlich über das Regelwerk abstimmen wird, sondern auch der Rat der EU, also die Regierungen der Mitgliedstaaten. In der zweiten Reihe machen zudem einige mächtige Interessensvertretungen, etwa mehrere nationalstaatliche Notariatsverbände, ihren Einfluss geltend.

Eines zeichnet sich dabei bereits klar ab: Die Verhandlungen laufen auf einen Kompromiss hinaus, wie brutkasten bereits analysierte. Bereits der Kommissionsentwurf war eine im Vergleich zu den ursprünglichen Forderungen der im Startup-Umfeld formierten Initiative „EU-INC“ abgespeckte Version. Dass es in den Verhandlungen zu Abänderungen im Sinne der Initiative kommt, ist höchst unwahrscheinlich. Vielmehr stehen Streichungen zentraler Punkte im Raum, die für die Initiative zum Kern des Vorhabens zählen.

„Once in a generation-Chance für Österreich und Europa“

Diese adressiert nun auch die Arbeitsgruppe „Science to Business“ des österreichischen Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (Forwit) in einem offenen Brief an mehrere österreichische Regierungsmitglieder. Der Arbeitsgruppe gehören TTTech-Gründer Georg Kopetz, Informatik-Professorin Johanna Pirker, Neurologe Dietrich Haubenberger und Philipp von Lattorff, Aufsichtsratsvorsitzender des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, an.

Die EU Inc. sei eine „once in a generation-Chance für Österreich und Europa“, heißt es im offenen Brief. Während die Bundesregierung mit der strategischen öffentlichen Beschaffung und der Errichtung eines Dachfonds bereits zwei „kritische Schwachstellen“ im Wissenstransfer in Österreich angehe, könne dies gemeinsam mit der EU mit der EU Inc. auch beim Thema Skalierung „schlagkräftig“ gelingen.

Regierung soll sich für zentrales Handelsregister und Mitarbeiter:innenbeteiligung einsetzen

Zwei aus Sicht von Forwit dafür maßgebliche Elemente der EU Inc., nämlich ein zentrales europäisches Handelsregister und eine standardisierte Mitarbeiter:innenbeteiligung, würden aber aktuell drohen, im Zuge der Verhandlungen gestrichen zu werden. Ersteres brauche man, damit es sich bei der EU Inc. tatsächlich um einen europäischen Standard handle, zweiteres, damit europäische Wachstumsunternehmen im Wettbewerb um Talente bestehen könnten. Zudem betont die Forwit-Arbeitsgruppe auch die Möglichkeiten, die die neue Gesellschaftsform KMU im Allgemeinen bieten könne.

Entsprechend fordert sie die Regierungsmitglieder im offenen Brief konkret dazu auf, sich in den Verhandlungen für das zentrale Handelsregister und die Mitarbeiter:innenbeteiligung einzusetzen, ebenso wie für die freie Wahl des Registrierungssitzes, den Zugang für alle Unternehmen und die Geltung des lokalen Arbeits- und Steuerrechts. Und zudem „die EU Inc. als Bestandteil der Umsetzung der Industriestrategie 2035 zu erachten und in der Folge entsprechend mitzugestalten.“ Man stehe den Adressat:innen und der gesamten Bundesregierung „für eine Vertiefung und Begleitung der österreichischen Position selbstverständlich zur Verfügung.“

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