31.07.2023

Fleischloserei: Österreichs erste vegane „Fleischerei“ musste schließen

Die Filiale in der Josefstädterstraße im 8. Bezirk in Wien wurde Mitte Juli geschlossen. Auch der Online-Supermarkt wurde eingestellt.
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(c) martinpacher

Vegane Weißwürste, Speck und Leberkäse sind nur ein paar der Kreationen, die von Gründerin Silke Bernhardt in ihrer Fleischloserei angeboten wurden. Die selbständige Fotografin ging ursprünglich im Juli 2021 mit ihrem Unternehmen an den Start und entschied sich dazu „vegane Fleischauerin“ zu werden. Bernhardt leistete damit hierzulande Pionierarbeit, wobei ihr Betrieb auch als erste vegane Fleischerei Österreichs bezeichnet wurde.

Fleischloserei ist vorerst Geschichte

Rund zwei Jahre nach dem Start ist mit der Fleischloserei nun vorerst Schluss. Wie Bernhardt auf der Website des Unternehmens schrieb, musste die Filiale in der Josefstädterstraße 47-49 im 8. Bezirk in Wien mit 15. Juli 2023 schließen. Zudem wurde auch der Online-Shop eingestellt, über den die pflanzlichen Wurstwaren und fleischloses Produkte bestellt werden konnten.

Zu den Gründen, warum die Fleischloserei schließen musste, machte die Gründerin auf ihrer Website allerdings keine Angabe. Auch eine brutkasten-Anfrage zu den Hintergründen bliebt bislang unbeantwortet. Auf der Website hieß es lediglich: „Wo und ob in den nächsten Wochen und Monaten die Fleischloserei Produkte erhältlich sein werden, präsentieren wir Euch in den nächsten Wochen hier auf der Homepage und in den Sozialen Medien.“

(c) brutkasten / martin pacher

Fleischloserei ab Herbst im „feinen Handel“

Ein Blick auf die Facebook-Seite der Fleischloserei verrät allerdings ein paar mehr Infos. Dort äußert sich die Gründerin auf Fragen von User:innen, warum der Laden und Online-Shop dicht machen musste, wie folgt: „Lief auch super, aber das Konzept ist zu Zeit und arbeitsaufwändig, es ging einfach nicht mehr“. Ob mangelnde Nachfrage oder zu starker Konkurrenz-Druck zur Schließung führten, ist vorerst nicht bekannt – mittlerweile produzieren nämlich auch große Fleischverarbeiter in Österreich vegane Produkte und zudem ging auch der Einzelhandel mit neuen rein pflanzlichen Shop-Konzepten an den Start.

Wie die Fleischloserei auf ihrer Facebook Seite schreibt, soll das Unternehmen jedoch weitergeführt werden: „Ab Herbst im feinen Handel“. Um welche Händler oder Verkaufsstellen es sich dabei handeln wird, ist vorerst allerdings noch offen. Dazu heißt es lediglich: „Im Gespräch sind auch Filialen, die von Partner:innen von uns betrieben werden.“ Ein Lokalaugenschein vor Ort in der Josefstädterstraße zeigt übrigens, dass derzeit das Inventar, wie die Frischkost-Vitrine, verkauft wird.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

Im KI-Boom werden immer mehr Server benötigt und diese produzieren viel Wärme. Die Abwärme zum Heizen zu benutzen, liegt also auf der Hand, ein großer Einwand ebenso: Der Bedarf an Heizwärme unterliegt für gewöhnlich starken saisonalen Schwankungen, jener an Rechenleistung nicht. Das Innsbrucker Startup Serwas Technologies will diese Diskrepanz mit seinem System auflösen – brutkasten berichtete erst im September über ein Pre-Seed-Investment für das Unternehmen.

„Wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird“

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben“, erklärt Serwas-Mitgründer Timo Berkmann. Das Startup kann so gleichzeitig Abwärme an Projektpartner und Rechenleistung an externe Unternehmen verkaufen.

Das Innenbecken im StuBay im Tiroler Stubaital | (c) StuBay

In einem Hallenbad in Innsbruck läuft das System bereits. Nun wurde mit dem Freizeitcenter StuBay im Tiroler Stubaital ein weiterer Partner präsentiert. Noch vor Jahresende sollen erste Server in der Anlage aufgebaut und in die bestehende Gebäudetechnik eingebunden werden. Die eigens entwickelte Kühltechnologie ermögliche es, die entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 °C nutzbar zu machen, ohne dass dafür eine zusätzliche Wärmepumpe benötigt werde, heißt es vom Startup.

Schrittweiser Ausbau im StuBay geplant

Nach der ersten Anbindung gemeinsam mit anderen beteiligten Fachunternehmen soll beim System im StuBay dann ein schrittweiser Ausbau erfolgen, „der sich am Wärmebedarf und den technischen Möglichkeiten des Freizeitcenters orientiert“. Mit dem weiteren Ausbau wolle man einen wachsenden Beitrag zur Wärmebereitstellung leisten.

Nach der erwähnten Pre-Seed-Finanzierung über knapp 300.000 Euro durch Gateway Ventures, Business Angels aus dem Pioneers Club und das MCI Innsbruck will Serwas zudem weiteres Kapital aufnehmen: Aktuell läuft eine Crowdinvestingkampagne des Startups.

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