Wiener Startup Transpaygo geht Partnerschaft mit Ripple ein
Das in Wien ansässige FinTech Startup Transpaygo hat sich auf internationale Zahlungstransfers für Klein- und Mittelunternehmen spezialisiert. Das Unternehmen ist nun mit Ripple eine Partnerschaft eingegangen und nutzt als einer der ersten Payment-Dienstleister für grenzüberschreitende Geldtransfers die neue Blockchain-basierte Ripple-Technologie xRapid.
Das Wiener FinTech-Startup Transpaygo, 2012 von Mirko Kinigadner gegründet, hat sich auf internationale Zahlungstransaktionen für Klein- und Mittelunternehmen spezialisiert. Zudem können Privatkunden über die Transpaygo-Plattform Fonmoney digitale Banküberweisungen aus Europa ins Ausland tätigen und weltweit Prepaid-Handyguthaben aufladen. Wie nun das Unternehmen mitteilte, geht Transpaygo für seine internationalen Geldtransfers eine Partnerschaft mit Ripple und dessen neuen Zahlungssystem xRapid ein.
Wie Transpaygo mitteilte, hätte das Startup die Ripple-Technologie bereits für Transfers nach Mexiko und auf die Philippinen eingesetzt. Das Blockchain-Verfahren biete eine Alternative zum herkömmlichen SWIFT-Verfahren, um Transaktionsinformationen- und Transaktionsstatus zu übermitteln.
Das Verfahren verzeichne in einer Kettenstruktur Transaktionsblöcke mit Miniverträgen, die zu jeder Zeit von beiden Transaktionspartnern abrufbar und unveränderbar seien. Dadurch könne Transpaygo eine rasche Übersicht über das Zahlungssystem gewährleisten. „Dank Ripple können wir die vielversprechenden Märkte Mexiko und die Philippinen auf ganz neue Art und Weise für den Geldtransfer erschließen. In dieser Kooperation sehen wir die Zukunft: noch sicherere und günstigere Geldtransfers ins Ausland. Und das in wenigen Minuten.“, so Kinigadner.
Kryptowährung als Zwischenwährung für einfachen Umtausch
Der Informationsaustausch und die Nachverfolgbarkeit bei internationalen Transaktionen werde laut Kinigadner immer wichtiger. Ein Transfer mit Ripple ist innerhalb weniger Minuten durchführbar und verkürze dadurch die Dauer eines Auslandstransfers erheblich. Zudem werde die Kryptowährung als Zwischenwährung in Zukunft für vereinfachte Umtauschmöglichkeiten zwischen Währungen sorgen, die nicht so oft gehandelt werden. Schlussendlich würde dies zu einer Kostenreduktion beitragen, so Kinigadner.
Bereits über 200 Partnerschaften
Kinigadner ist überzeugt, dass die von Ripple genutzte Technologie der Blockchain einen großen Einfluss auf die Zukunft internationaler Transfers mit Wechselkurse haben werde: „In der Finanzbranche wird viel über Blockchain diskutiert, doch das Potenzial wird bisher noch nicht genutzt. Das ändern wir jetzt.“ Anfang Jänner gab Ripple auf dem firmeneigenen Blog bekannt, dass das Unternehmen mit mittlerweile über 200 Finanzdienstleistern Partnerschaften eingegangen ist.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.
Strategiearbeit im Fokus
Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.
(c) Ruiz Cruz
Mehr Role Models?
Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”
Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.
Die Frage des Budgets?
Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”
(c) Ruiz Cruz
Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.
Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.
Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen
Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.
Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.
Verbündete in der Politik?
Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
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