14.12.2021

„Rising Stars“: Das sind die aufstrebenden Fintechs aus Österreich und Deutschland

Der "Rising Stars 2021"-Report von Fintech Innovators rund um Florian Kandler gibt Einblick in die Fintech-Szene in Österreich und Deutschland.
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Rising Stars 2021, Fintech Innovators
Der "Rising Stars 2021"-Report von Fintech Innovators
kooperation

2021 dürfte ein Rekordjahr werden, was Fintech-Investments angeht. Alleine im zweiten Quartal gab es beispielsweise jeden zweiten Tag eine Finanzierungsrunde im dreistelligen Dollar-Millionenbereich. Seit dem kamen noch weitere spektakuläre Investments dazu – etwa die 800 Mio. Dollar schwere Runde von Revolut im Juli, das 900 Mio. Dollar Investment von N26 im Oktober oder in Österreich die 263 Mio. Dollar schwere Series-C-Runde von Bitpanda vom August. Doch auch abseits der großen Unicorns geschieht einiges – wie nun auch der jetzt veröffentlichte „Rising Stars 2021“-Report von Fintech Innovators rund um Florian Kandler zeigt.

Kandler ist seit Jahren ein fixer Bestandteil der heimischen Startup-Szene – ob als „Pitch Doktor“, als Ersteller des jährlichen Startup Reports oder als Autor des Buchs „Business Angels/Devils“. Mit dem „Rising Stars 2021“-Report widmet er sich nun der nächsten Generation an aufstrebenden Fintech-Startups aus Deutschland und Östereich.

Schwerpunkt auf Fintechs und Insurtechs, die nicht länger als fünf Jahre am Markt sind

Der Schwerpunkt des Reports liegt auf Fintechs und Insurtechs, die nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind und ihren Sitz in Deutschland oder Österreich haben. Diese konnten in einer mehrwöchigen Nominierungsphase für den Report vorgeschlagen werden – und wurden dann eingeladen, Daten und Fakten für den Report zur Verfügung zu stellen. Die darin enthaltenen Informationen wurden also von den Gründer:innen der Startups selbst geliefert und bestätigt.

„Wir laden die Gründer:innen dieser innovativen FinTechs und InsurTechs ein, Einblicke in ihr Business, ihre Erfolge und Pläne zu teilen. Damit wollen wir einerseits den jungen Gründer:innen helfen, noch mehr Aufmerksamkeit für ihre Innovationen zu bekommen. Und andererseits wollen wir damit allen anderen Teilnehmern unseres spannenden Ökosystems einen einzigartigen, jährlichen Überblick über die Newcomer und deren Technologien und geschäftlichen Entwicklungen geben“, erläuterte Kandler gegenüber dem brutkasten. Der Report ist dieses Jahr das erste Mal erschienen, soll nun aber jährlich veröffentlicht werden.

22 Startups aus Österreich

Im aktuellen Report sind 111 Startups dargestellt – 89 davon aus Deutschland, 22 aus Österreich. 94 davon fallen in den hauptsächlichen Betrachtungsfokus des Reports – sie sind bereits am Markt, aber noch nicht länger als fünf Jahre. Dazu kommen in zwei Spezialkapitel 7 Startups, die erst 2022 starten werden und 10, bei denen der Markt-Launch schon vor 2017 erfolgt ist. Berlin ist mit 27 Startups die am stärksten im Report vertretene Stadt. Auf Platz 2 folgt jedoch bereits Wien mit 11 Jungunternehmen. Dahinter rangieren Frankfurt am Main mit 10 Startups und München mit 9. Zweitbeste österreichische Stadt ist Linz mit zwei Unternehmen.

Die Kapitel des Reports orientieren sich am jeweiligen Marktlaunch der Startups: „Die Neuen“ sind jene, die erst 2021 gestartet sind – aus Österreich sind hier beispielsweise Brickwise, Mezzalite oder Sophia dabei. In der Kategorie der „Jungen“ befinden sich Startups, die in den Jahren 2018 bis 2020 auf den Markt kamen – aus Österreich etwa Coinpanion, Blockpit oder Cashy. Die „Etablierten“ sind dann jene Unternehmen, die 2016 oder 2017 gestartet sind, beispielsweise Savity, Credi2 oder Riskine. Im „Ausblick“ geht es noch um Startups, die erst 2022 ihren Marktlaunch geplant haben – hier sind jedoch keine österreichischen Unternehmen vertreten.

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Reploid, Biogena, Herosan
© Reploid - Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Mit dem Einstieg beim steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare setzte das Welser Scaleup Reploid bereits im Oktober 2025 einen Schritt im Bereich Heimtierfutter (wie brutkasten berichtete). Nun, konkret mit Ende Juni 2026, hat das Unternehmen die Beteiligung an dem steirischen Tiergesundheits- und Haustiernahrungs-Unternehmen von 34 % auf über 50 % aufgestockt.

Reploid treibt vertikale Integration voran

„Wir treiben die vertikale Integration konsequent voran und steigern damit die Effizienz der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig können wir den Konsumenten mehr und mehr innovative Produkte anbieten – vom Hundefutter über Dünger bis hin zu Bio-Edelpilzen aus Österreich“, sagt Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Seit dem Einstieg von Reploid im Herbst 2025 und der anschließenden Vertiefung der Zusammenarbeit hat sich Herosan in der Geschäftsentwicklung gesteigert, wie es heißt. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel auf 2,3 Mio. Euro. Mit Unterstützung der Reploid-Strukturen baute Herosan zudem die Vertriebsaktivitäten in der Schweiz und in Italien aus.

Der Zugang zu Insektenlarven von Reploid sowie zu Pilzmyzel der Reploid-Tochter Vitus GmbH, einem österreichischen Produzenten von Bio-Edelpilzen, habe die Lieferkette erweitert und stabilisiert. Mit dem Ausscheiden eines Altgesellschafters und der mehrheitlichen Übernahme durch Reploid verfüge Herosan nun über die Voraussetzungen für die weitere Geschäftsentwicklung, liest man in der Aussendung.

Auch Biogena steigt ein

Nach der Anteilsaufstockung von Reploid steigt auch die Biogena Management Holding GmbH mit 13,7 % bei Herosan ein. Die Gruppe ist unter der Marke Biogena Pets bereits im Bereich Tiergesundheit tätig, konkret mit Premium-Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde. Die restlichen 33,0 % der Gesellschaftsanteile an Herosan hält die PT26 Holding GmbH der beiden Gründer und Geschäftsführer Cornelia Pint und Daniel Taurer.

„Die ganzheitliche Betrachtung der Gesundheit war für mich einer der zentralen Beweggründe, Biogena und in weiterer Folge Biogena Pets zu gründen. Da auch Herosan diesen Ansatz verfolgt, freue ich mich über den gelungenen Einstieg bei diesem innovativen Unternehmen aus der Steiermark“, sagt Albert Schmidbauer, Founder und CEO der Biogena Group.

Daniel Taurer, Geschäftsführer und Mitbegründer von Herosan, ergänzt: „Bei Herosan haben wir in den letzten Jahren ein hochwertiges Produktsortiment rund um das Tierwohl entwickelt – nun gehen wir den nächsten Schritt. Mit Reploid und Biogena stehen starke Partner an unserer Seite, die unseren Wachstumskurs nicht nur unterstützen, sondern aktiv beschleunigen.“

Auf Basis von Reploid-Rohstoffen

Zudem wurde Alimentastic von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer als Vertriebsplattform für Food- und Konsumgüter aufgebaut und soll als Schnittstelle zwischen Herstellern und Lebensmittel-, Fach- und Großhandel fungieren. Im Juli 2026 übernahm Reploid von der Schmidbauer zuzurechnenden Akira Management Holding 25,1 % an Alimentastic und erhielt eine Option, die Beteiligung innerhalb von drei Jahren auf über 51 % zu erhöhen.

Zusätzlich hält bereits die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer 25,5 %, womit sich laut Firmenbuch 51 % der Anteile in dessen Einflusssphäre befinden. Alimentastic übernimmt unter anderem Produktentwicklung, Distribution und Vertrieb und soll künftig mehrere neue Produktlinien auf Basis von Reploid-Rohstoffen in Deutschland und Österreich in den Handel bringen; erste Listungen bei großen Supermarktketten sind bereits vereinbart.

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