01.08.2016

Finanzierung: Kredit aufnehmen oder Erspartes investieren

Powered by KWT - Eine Idee zu haben ist eine Sache, diese zu finanzieren eine andere. Sollen alle Ersparnisse investiert werden, oder nimmt man bei der Bank einen Kredit auf? Beim Durchrechnen der Optionen ist die Unterstützung durch einen Steuerberater eine enorme Hilfe.
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Eine Business-Idee in die Tat umzusetzen ist keine einfache Aufgabe. Da spielen viele Komponenten zusammen. Eine, noch dazu eine besonders komplizierte, ist die Finanzierung. Es stellen sich Fragen wie „Riskiere ich mein Erspartes?“, „Onlinekredit oder doch bei der Hausbank?“ oder „Was passiert wenn ich den Kredit nicht zurückzahlen kann?“.

Niemals ohne meinen Steuerberater Teil 2

Die Kapitalbedarfsplanung ist für Gründer essentiell. Sie betrifft schließlich nicht nur das Unternehmen, sondern auch die private Finanzsituation der Jungunternehmer. In einem ersten Schritt gilt es, den gesamten Kapitalbedarf zu berechnen. Erst danach sollte man sich Gedanken machen, wie dieser gedeckt werden kann. Wichtig ist auch, wofür man eine Finanzierung braucht:

  • Büroausstattung
  • Verkaufslokal
  • Wareneinkauf etc.

Je nachdem ist dann aus steuerlicher Sicht nämlich eine Abschreibung möglich, die die Steuerlast reduzieren kann. Nur in einem Gespräch mit einem Steuerberater lassen sich diese Fragen restlos klären, und das Unternehmensprojekt optimal aufsetzen.

Merke: Je nach Finanzbedarf und eigenen Möglichkeiten kann es absolut sinnvoll sein einen Kredit aufzunehmen. Grundsätzlich darf man aber nicht vergessen, dass Fremdkapital immer inklusive Zinsen und Spesen zurückgezahlt werden muss.

+++Mehr zum Thema: Ab wann braucht ein Startup einen Steuerberater+++

Kredit als Jungunternehmer – Vorteil oder Nachteil

Einerseits bieten manche Kreditinstitute spezielle Jungunternehmerkredite mit Vergünstigungen an, andererseits ist ein Kredit an einen Unternehmensgründer immer mit einem speziellen Risiko behaftet. Bereits als verlässlicher Kunde in einer Bank bekannt zu sein bzw. Kontakte zum „Geldgeber“ zu haben, ist auf jeden Fall von Vorteil.

Merke: Gründer müssen aber in jedem Fall damit rechnen, Fremdkapital nicht ohne Sicherheiten zu bekommen.

Im vorhinein bereits Kontakte zum “Geldgeber” zu haben, ist auf jeden Fall von Vorteil.

Kreditverhandlung bei der Bank

Wenn es darum geht einen Kredit auszuhandeln, ist eine gute Vorbereitung das Um und Auf. Ein solider und gut durchdachter Businessplan ist dafür die perfekte Grundlage. In die Planungsrechnung sollten auf jeden Fall alle (Rück-)Zahlungsmodalitäten wie Zinsen, Laufzeit oder Gebühren für Fremdkapital einfließen. Es ist äußerst hilfreich, diese Details vorab mit einem Steuerberater zu besprechen. Gemeinsam kann eine Art Checkliste für das Gespräch mit der Bank ausgearbeitet werden.

+++Mehr zum Thema: Die richtige Rechtsform+++

Risiken bei Kredit und Privatinvestment

Jede Investition ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Im Fall eines privaten Investments besteht vorrangig die Gefahr, sein gesamtes Erspartes zu verlieren und im Worst-Case ohne Reserven dazustehen.

Die Risiken eines Kredits:

  • Nebenkosten wie Gebühren o.Ä. vergessen
  • bei den Rückzahlungsbedingungen nicht genau informiert sein
  • Ein Familienmitglied übernimmt die Haftung für einen gewissen Betrag und diese wird schlagend etc.

Ein Steuerberater kennt alle diese Risiken und kann einen Gründer optimal auf alle Szenarien – egal ob positiv oder negativ – vorbereiten.

Förderinvestment bekommen

Die Kriterien von Förderstellen sind höchst unterschiedlich. Daher gilt es, die jeweiligen konkreten Bedingungen schon im Vorfeld zu studieren und diese bei der Suche und Auswahl möglicher Förderungen zu beachten. Ein Steuerberater bereitet den Gründer optimal darauf vor.

Kriterien der Förderstellen sind höchst unterschiedlich.

Was passiert wenn ich den Kredit nicht zurückzahlen kann

Das genaue Prozedere hängt sehr stark vom individuellen Vertrag und den vereinbarten Bedingungen ab. Dieser Vorgang sollte aber auf jeden Fall noch vor einem Abschluss von einem Steuerberater geprüft werden. Auf diese Weise können Gründer im Vorhinein allfällige Probleme einkalkulieren und sich einiges an Ärger ersparen.

Onlinekredit: Vor- und Nachteile

Grundsätzlich hängen die Konditionen für einen Kredit von der jeweiligen Bonität ab. Manche Online-Angebote locken mit besonders rascher Verfügbarkeit des benötigten Geldes. Gerade für Gründer erscheint das als eine sehr komfortable Chance. Bei genauer Prüfung der Gesamtkosten für den Kredit (Zinsen und Nebenkosten) kann man jedoch oft feststellen, dass diese weitaus höher sind als ein Vergleichsangebot einer Hausbank. Andererseits bieten Direktbanken oftmals günstigere Online-Kredite, da sie sich ein teures Filialnetz ersparen. Da bei Krediten aber oft nicht nur die Zinsen entscheidend sind, sondern beispielsweise auch Nebenkosten, Rückzahlungsmodalitäten, Vereinbarungen für den Fall, dass es bei der Rückzahlung Probleme gibt usw., ist eine genaue Prüfung durch einen erfahrenen Profi dringend zu empfehlen.

Online-Kredite locken mit besonders rascher Verfügbarkeit des benötigten Geldes.

Risikokapital

Um an (Risiko-)Kapital zu kommen, sollte man als Gründer aber auch noch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen: Business Angels, Venture Capital oder Crowdfunding sind diesbezüglich die gängigsten Varianten. Doch auch diese Optionen sind mit zahlreichen Vor- und Nachteilen verbunden. Beispielsweise können diese Finanzierungsformen – wie eigentlich alle Fragen der Finanzierung – erhebliche Auswirkungen auf Ihre steuerliche Situation haben. Ein Steuerberater hat das nötige Know How und die Expertise, um einen Jungunternehmer bestmöglich zu beraten und zu begleiten. Und somit auch das Risiko zu minimieren.

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V.l.n.r.: Peter Llewellyn-Davies (Präsident BIOTECH AUSTRIA), Lejla Pock (CEO Human.technology Styria), Marcus Hofer (CEO Standortagentur Tirol) © BIOTECH AUSTRIA

Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt  künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?

Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.

Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China

Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.

Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.

(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.

 Ein Champion, der nicht auswandern muss

Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“ 

(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).

Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt. 

Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen

Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds. 

Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.

Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.

Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.

Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht

Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.

Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.

Was es jetzt braucht

Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.

Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden. 

Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.


Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.

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