07.05.2024
FINTECH

Finabro: Gründer schafft nach Konkurs des österreichischen Fintechs Buyout

Finabro, das Wiener Insurtech, musste im Februar 2024 Konkurs anmelden. Nun gelang dem Founder und CEO Søren Obling der Buyout der Finabro Deutschland GmbH.
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Kryptowährungen sind kein Investment - betriebliche Altersvorsorge - Finabro-Gründer Sören Obling
(c) Finabro: Finabro-Gründer Søren Obling.

Das InsurTech-Unternehmen Finabro, das sich auf den Bereich der betrieblichen Altersvorsorge spezialisiert hat und im Februar Konkurs anmelden musste – brutkasten berichtete – befindet sich nun in einer Phase des Neustarts. Gründer und CEO Søren Obling konnte erfolgreich einen Buyout der Finabro Deutschland GmbH sowie der geistigen Eigentumsrechte durchführen. Dabei blieb Finabro Deutschland, das mehr als 80 Prozent des gesamten Geschäfts des FinTechs ausmacht, während des gesamten Prozesses operativ in Deutschland tätig.

Finabro mit Zuversicht in die Zukunft

Hintergrund der Insolvenz war, dass eine im Raum stehende Kapitalerhöhung in Millionenhöhe aufgrund von Uneinigkeiten innerhalb der Investorengruppe nicht wie erwartet umgesetzt werden konnte. Die Insolvenzanmeldung war daher unvermeidlich, so der Founder.

Aus dem Archiv: Finabro-Gründer Obling und COO Greilhuber über die nächste Wachstumsphase

Obling äußert sich heute jedoch zuversichtlich über die Zukunft des Startups: „Finabro verfügt über ein solides Fundament im deutschen Markt für betriebliche Altersvorsorge. Wir sind eines der führenden digitalen Unternehmen in einem Milliardenmarkt und ich sehe eine starke Zukunft für Finabro“, sagt er.

Angebot in Deutschland unverändert

Das Wiener Fintech strebt weiterhin danach, seinen Partnern und Kunden Dienstleistungen anzubieten und bleibt daher weiterhin fokussiert auf „hohe Servicequalität, innovative digitale Lösungen und hohe Kundenzufriedenheit“, wie es per Aussendung heißt.

„Das wichtigste Update ist wohl, dass sich an Finabros Angebot in Deutschland nichts ändert“, betont Obling. „Wir haben eine starke Marke, zufriedene Kunden und Partner sowie eine der besten Softwarelösungen geschaffen.“

Finabro-Founder: „Die bAV ist einzigartig“

Für den Founder gilt allgemein die Pensionskrise als eine der größten Herausforderungen unserer heutigen Generation. Die weltweit als erfolgreich geltenden Pensions-Systeme – hierzu zählt Obling Dänemark, Niederlande oder die Schweiz – hätten eine Gemeinsamkeit: Sie alle basieren auf einer Kombination aus einer starken staatlichen Pension sowie einer bedeutenden betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

„Die ‚bAV‘ ist einzigartig, weil sie das Potenzial hat, 90 Prozent der Bevölkerung zu erreichen und mit starken Förderungen eindeutig die attraktivste Pensionsvorsorge in Deutschland darstellt“, so Obling abschließend zur Zukunft von Finabro. „Wir wollen einen Beitrag leisten, vielen Menschen dabei zu helfen, für einen finanziell abgesicherten Ruhestand vorzusorgen.“

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Black Manta Capital Partners
© Black Manta Capital Partners - Alexander Rapatz, CEO von Black Manta Capital Partners.

Black Manta Capital Partners (BMCP), ein Luxemburger Unternehmen mit dem österreichischen Co-Founder Alexander Rapatz, das über eine Consulting-Unit in Wien verfügt, spezialisiert sich auf Tokenization-as-a-Service und regulierte Haftungsdach-Lösungen – brutkasten berichtete. Im Vorjahr launchte man den ersten tokenisierten Money Market Fund Europas; nun geht man mit der deutschen CanTra GmbH eine strategische Partnerschaft ein.

Black Manta Capital Partners: Zugang zu Sachwerten

Das Ziel ist es, Anlegern einen breiteren, regulierten Zugang zu hochkarätigen Sachwerten (Real-World Assets) zu ermöglichen. Dazu zählen bildende Kunst, Sammlerstücke, ikonische Immobilien, Musikrechte, Vermögenswerte aus der Film- und Entertainmentbranche sowie ausgewählte Opportunitäten aus der Sportwirtschaft. Zum Start bietet CanTra Zugang zu einer Anlagemöglichkeit, die an Francis Bacons „Three Studies for Portrait of George Dyer“ (1963) gekoppelt ist.

Im Rahmen der Partnerschaft agiert CanTra als vertraglich gebundener Vermittler („Tied Agent“) von BMCP – ausschließlich im Namen und auf Rechnung des BaFin-regulierten Wertpapierinstituts. BMCP stellt indes den regulatorischen Rahmen bereit, innerhalb dessen CanTra berechtigte Finanzinstrumente unter dem anwendbaren MiFID-II-Reglement vermitteln könne.

Tied-Agent-Modell

Die Zusammenarbeit wurde darauf ausgelegt, die komplementären Stärken beider Unternehmen zusammenzuführen: Die regulierte Infrastruktur von Black Manta Capital Partners zur Einbringung von Anlageangeboten in die europäischen Kapitalmärkte sowie den Fokus von CanTra, Anlegern den Zugang zu außergewöhnlichen Sachwerten zu kuratieren und zu eröffnen, heißt es konkret.

Das Tied-Agent-Modell von BMCP soll im Detail spezialisierten Unternehmen ermöglichen, ihre eigene Marke, ihr Leistungsversprechen und die direkte Kundenbeziehung zu bewahren, während sie regulierte Aktivitäten innerhalb eines etablierten europäischen Rahmens durchführen. Für CanTra bildet dies das regulatorische Fundament für eine Investorenplattform, die sich Anlageklassen widmet, die für Einzelinvestoren über konventionelle Finanzmärkte historisch nur schwer zugänglich waren.

„CanTra ist ein starkes Beispiel dafür, wofür unsere Tied-Agent-Infrastruktur entwickelt wurde. Eine spezialisierte Plattform kann sich voll und ganz auf ihre Asset-Expertise und ihr Investorenangebot konzentrieren, während sie innerhalb eines etablierten regulatorischen Rahmens agiert. Gemeinsam zeigen wir, wie Regulierung und Innovation Hand in Hand gehen können, um neue Anlagemöglichkeiten an den Markt zu bringen“, sagt Rapatz, CEO von Black Manta Capital Partners.

CanTra als Investorenschnittstelle

CanTra dient dabei als Investorenschnittstelle innerhalb des übergeordneten ARTEX-Ökosystems (Anm.: regulierte Handelsplattform und Finanzinfrastruktur für den fractionalisierten Markt von Kunstwerken), das spezielle Kompetenzen in den Bereichen Asset-Origination, Strukturierung, Emission, Vertrieb, Listing und Sekundärmarkthandel vereint.

Anleger können ab einem Mindestinvestment von 100 Euro über ein reguliertes digitales Wertpapier an dieser Opportunität teilhaben (vorbehaltlich der Berechtigung und der maßgeblichen Angebotsdokumentation). Weitere Anlagemöglichkeiten aus den Bereichen Sammlerstücke, Musikrechte, Film und Entertainment, ikonische Immobilien sowie Sportwerte sollen folgen.

„CanTra ist das Investor-orientierte Tor zur Welt, auf das unser gesamtes Ökosystem hingearbeitet hat. ARTEX hat die regulierte Marktinfrastruktur für außergewöhnliche Sachwerte geschaffen – CanTra bringt diese Chancen nun direkt zu einer breiteren Investorengeneration“, sagt Yassir Benjelloun-Touimi, CEO von ARTEX Global Markets. „Die Zusammenarbeit mit Black Manta Capital Partners ermöglicht es uns, dies innerhalb eines etablierten regulatorischen Rahmens zu tun, ohne Kompromisse beim Anlegerschutz und der institutionellen Infrastruktur einzugehen, die das Fundament unseres Modells bilden.“

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