09.04.2026
PERSONALIE

Fempreneur: Cristina Frint verstärkt Vorstand des Wiener Frauennetzwerks

Der Fempreneur Club verstärkt seinen Vorstand mit der international erfahrenen Unternehmerin, Philanthropin und Gründerin der Munay Group Cristina Frint. Mit diesem Schritt möchte die Organisation ihre strategische Ausrichtung auf globale Vernetzung, nachhaltige Wirkung und ein neues Verständnis von Leadership stärken.
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Fempreneur
© Fempreneur - Judith Niedl (l.) und Cristina Frint.

In einem wirtschaftlichen Umfeld, das zunehmend von Komplexität, Unsicherheit und strukturellem Wandel geprägt ist, stoßen klassische Führungsmodelle an ihre Grenzen. Leistungsdruck, Effizienzsteigerung und starre Hierarchien verlieren an Wirksamkeit – gefragt sind neue Ansätze, die den Menschen ebenso in den Mittelpunkt stellen wie wirtschaftlichen Erfolg. So denkt Judith Niedl, Gründerin des Fempreneur Club, und sieht darin einen grundlegenden Paradigmenwechsel im Entstehen. „Nachhaltiger Erfolg ist kein Resultat von Druck, sondern von der inneren Ausrichtung und Klarheit der Führungskraft“, sagt sie.

Fempreneur: Plattform für Wandel

Mit ihrem Konzept des „Success in Alignment“ beschreibt sie eine neue Logik von Erfolg, bei der „Resonanz zwischen Strategie, Unternehmenskultur und persönlicher Haltung“ zur zentralen Führungsaufgabe werde. Der Fempreneur Club fungiert dabei als Plattform für diesen Wandel und möchte als Raum für Frauen dienen, die Führung neu denken und gestalten wollen.

Mit Cristina Frint schließt sich jetzt eine Führungspersönlichkeit Fempreneur an, die diese neue Form von Leadership seit Jahren international lebt, heißt es per Aussendung. Ihre berufliche Laufbahn umfasst leitende Funktionen im Corporate- und Investmentbanking ebenso wie ihre Tätigkeit als Unternehmerin, Business Angel und Gründerin der Munay Group, die sich auf nachhaltige, wirkungsorientierte Projekte spezialisiert hat.

Darüber hinaus sitzt Frint in den Vorständen der Mompreneur Society sowie des Center for Advocacy and Global Growth (CAGG).

„Ich glaube zutiefst an die Mission, die Judith mit Fempreneur geschaffen hat. Frauen in Wirtschaft, Führung und persönlicher Entwicklung zu unterstützen, liegt mir sehr am Herzen – und dem Vorstand beizutreten fühlte sich wie eine natürliche Erweiterung dieses Engagements an“, sagt sie.

Expansion im Fokus

In ihrer neuen Funktion soll sich Frint insbesondere auf die internationale Expansion des Fempreneur Club, den Ausbau globaler Partnerschaften sowie die strategische Weiterentwicklung des Netzwerks konzentrieren. „Mein Ziel ist es, Türen für Kooperationen zu öffnen, Frauen über Kontinente hinweg zu vernetzen und Möglichkeiten zu schaffen, die sie sowohl beruflich als auch persönlich stärken.“

Frints Hintergrund im internationalen Bankwesen und ihre Arbeit mit globalen Organisationen haben in ihrer Laufbahn ihr Engagement geprägt, wirtschaftliche Beziehungen zwischen den USA, Lateinamerika und Europa zu fördern, soziale Verantwortung zu stärken und für den Schutz der Umwelt einzutreten.

Gemeinsames Ziel

Eine ihrer sich über neun Länder der Amazonasregion erstreckenden Initiativen ist „Corredor Creativo Amazónico„. Sie verbindet kreative Gemeinschaften, indigenes Wissen, kulturelles Erbe und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in einem gesamten transnationalen Ökosystem. Das Projekt wurde auf der COP30 vorgestellt.

Das nun gemeinsame Ziel von Niedl und Frint ist es, eine internationale Community aufzubauen, die Frauen stärkt, verbindet und ihnen neue Möglichkeiten eröffnet – unabhängig von Branche, Standort oder Karrierestufe.

„Führung bedeutet heute, Räume zu schaffen, in denen sich Potenziale entfalten können“, sagt Niedl. „Wenn die Energie der Führungskraft stimmt, folgt der wirtschaftliche Erfolg als logische Konsequenz.“

Frint ergänzt: „Wir müssen erkennen, dass wir nicht alles alleine schaffen müssen. Gemeinschaft ist der Schlüssel – sie ermöglicht es uns, zu wachsen, größer zu denken und echte Veränderung zu bewirken.“

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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