11.07.2019

Gegenwind für Facebooks Libra: Bitcoin-Kurs bricht wieder ein

Fed-Chef Jerome Powell hatte sich am Mittwoch äußerst skeptisch gegenüber Facebooks Digitalwährung Libra geäußert. Anleger reagierten daher unsicher, weshalb der Bitcoin-Kurs Federn lassen musste.
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(c) fotolia /peshkova

Gestern hatte der Kurs der Digitalwährung Bitcoin nach einem Höhenflug zum Monatsanfang die Marke von 13.000 Dollar geknackt, nun folgt die Ernüchterung: Der Preis für ein Bitcoin sank seit vergangener Nacht um rund 2000 Dollar und liegt am Donnerstagnachmittag bei rund 11.7000 Dollar. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf etwa 208 Milliarden Dollar.

Auch andere Kryptowährungen haben im Lauf des Donnerstags deutlich an Wert verloren. Die folgende Tabelle von CoinMarketCap zeigt die Kurse von Donnerstagnachmittag, circa 16 Uhr.

Name Marktkapitalisierung Preis

Volumen

(24 Std)

Umlaufversorgung

Veränderung

(24 Std)

BTC
Bitcoin
$208,481,069,450 $11704.79 $34,648,418,913 17,811,600 BTC -9.94%
ETH
Ethereum
$29,188,135,831 $273.16 $12,185,725,296 106,854,447 ETH -11.20%
XRP
XRP
$14,306,395,078 $0.336094 $2,724,065,516 42,566,596,173 XRP * -14.21%
LTC
Litecoin
$6,437,032,069 $102.80 $5,355,116,920 62,614,462 LTC -12.60%
BCH
Bitcoin Cash
$6,179,582,653 $345.51 $2,550,083,311 17,885,575 BCH -16.65%
EOS
EOS
$4,304,349,151 $4.66 $4,119,561,201 922,766,992 EOS * -18.98%
BNB
Binance Coin
$4,259,912,125 $30.17 $288,122,686 141,175,490 BNB * -6.84%

Marktbeobachter sehen vor allem die Gewinnmitnahme nach dem jüngsten Höhenflug als Grund dafür, dass der Wert des Bitcoin in so kurzer Zeit wieder stark nachgelassen hat. Andere Experten glauben aber auch, dass der jüngste Fall mit dem gleichen Faktor begründet werden kann wie der vorherige Aufstieg: Facebooks geplante Digitalwährung Libra.

Fed skeptisch gegenüber Libra: Bitcoin verliert

Denn Libra, welche im Jahr 2020 bereits an den Start gehen soll, hatte zuletzt die Phantasie der Krypto-Anleger beflügelt und diese dazu gebracht, in Bitcoin und andere digitale Assets zu investieren. Noch ist allerdings längst nicht alles in trockenen Tüchern: Unter anderem hat die US-Notenbank Fed eine eigene Arbeitsgruppe geschaffen, die sich mit dem Projekt Libra befasst.

+++Kommentar: Bitcoin – die FOMO ist zurück+++

Und die Regulierer zeigen sich äußerst skeptisch, wie durch jüngste Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch klar wurde. „Libra wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Geldwäsche, Verbraucherschutz und finanzieller Stabilität auf,“ sagte er bei der halbjährlich stattfindenden Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses: Unter anderem gebe es auch systemische Bedenken aufgrund der Reichweite von Facebook. Ohne zufriedenstellende Antworten von Facebook gegenüber den Aufsichtsbehörden könne das Projekt Libra nicht weiterkommen, stellt Powell außerdem klar.

Eben diese Skepsis der Währungshüter sorgte auch bei Anlegern für Unbehagen, weshalb sie ihre Bitcoins wieder verkauften. Eine ähnliche Entwicklung hatte es zuletzt Ende Juni gegeben, als der Bitcoin-Kurs ebenfalls einen Höhenflug erlebte – nur um kurz danach sogar unter die Marke von 10.000 Dollar zu fallen.

Video-Talk zu den Entwicklungen um Facebooks Libra

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Mit Ignite Ventures ist die WU eine von fünf Hochschulen, die im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative eigene Beteiligungsstrukturen aufgebaut haben. | (c) BOAnet_LC

Österreichs Hochschulen sollen als Quelle neuer Unternehmen an Schlagkraft gewinnen. Im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative unterstützt das Austria Wirtschaftsservice (aws) dafür ausgewählte Hochschulen mit einer Anschubförderung von insgesamt 1,5 Millionen Euro beim Auf- und Ausbau professioneller Ausgründungs- und Beteiligungsstrukturen, die internationalen Standards entsprechen.

Finanziert wird die Förderung aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (Fonds Zukunft Österreich), die Projektlaufzeit beträgt rund drei Jahre. Ziel ist es, akademische Spin-offs frühzeitig auf Gründungs- und Skalierungstauglichkeit vorzubereiten und damit jene strukturelle Lücke zu schließen, die Österreich im internationalen Vergleich seit Jahren aufweist.

Was die einzelnen Häuser vorweisen

Die BOKU University begleitet mit der hundertprozentigen Tochter Connective Base GmbH Spin-offs und Startups aus dem universitären Umfeld vom ersten Prototyp bis zum Exit. Im ersten Jahr wurden gemeinsam mit internationalen Expert:innen die rechtlichen und strukturellen Grundlagen für einen professionellen und raschen Ausgründungs- und Investmentprozess geschaffen. Erste Beteiligungen und Spin-offs befinden sich laut Aussendung bereits in Umsetzung.

An der JKU wurde im September 2025 die JKU Technology Transfer GmbH (TTG) gegründet. Als Teil des House of Research and Innovation (HoRI) entwickelt sie Schutzrechts- und Verwertungsstrategien, initiiert Kooperationen mit Unternehmen und begleitet Forschende auf dem Weg zum Spin-off.

Das 2024 gegründete MedLifeLab der Medizinischen Universität Innsbruck begleitet Wissenschaftler:innen und Gründer:innen in den Bereichen Life Sciences, MedTech und BioTech von der Idee bis zur marktreifen Lösung, von Technologietransfer und IP-Management bis zu Unternehmensgründung und Finanzierung. Über Bildungsangebote und Community Building soll ein Ökosystem entstehen, das Tirol regional und international vernetzt.

Die TU Wien hat mit NOCTUA Science Ventures gemeinsam mit Speedinvest einen eigenen Spin-off-VC-Fonds aufgebaut. Er soll mehr als 40 österreichische Spin-offs finanzieren und bis Ende 2026 ein Zielvolumen von bis zu 25 Mio. Euro erreichen. Bis dato wurden über 200 österreichische Spin-offs gesichtet und evaluiert. Über die technischen Hochschulen der TU Austria als Gesellschafter und Partner soll eine tiefe Verankerung in den Universitäten sichergestellt werden.

WU Ignite Ventures setzt bereits am sogenannten „Ignite Moment“ an. Gründer:innen erhalten bis zu 50.000 Euro Pre-Seed-Kapital in zwei Tranchen über ein gründerfreundliches SAFE-Instrument, dazu Zugang zum WU-Netzwerk und eine Alumni-Co-Investment-Plattform. Drei Investments wurden bereits getätigt, zudem startete gemeinsam mit VC-Partnern ein VC Analyst Program für WU-Studierende.

Tipp der Redaktion

brutkasten hat sich dem Thema akademische Ausgründungen im vergangenen Jahr in der Serie From Science to Business gewidmet und dabei beleuchtet, wie aus Forschung heraus Unternehmen entstehen und welche Strukturen es dafür braucht.

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