19.06.2020

Von Facebook entfernt: Trump schaltete 88 Ads mit „Nazi-Symbol“

Facebook entfernte großflächig Werbekampagnen des "Trump Make America Great Again Commitee", mit der Begründung, sie enthielten Nazi-Symbolik. Twitter labelte indessen ein von Donald Trump gepostetes Video als "manipulated media".
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Donald Trump vs. Twitter - Facebook & Nazi-Symbol
(c) wikimedia commons / Luke Harold: Donald Trump-Ballons gefüllt mit heißer Luft

Nachdem Twitter sich inzwischen in einer gewissen Regelmäßigkeit mit dem US-Präsidenten Donald Trump anlegt, kam nun auch von Facebook eine ungewöhnlich scharfe Aktion gegenüber Beiträgen des Präsidenten und anderer hochrangiger Republikaner bzw. ihnen nahe stehender Gruppen. In einer vom „Trump Make America Great Again Commitee“ bezahlten Kampagne wurden laut der politischen Whatchdog-Organisation Media Matters for America genau 88 Ads geschalten, die ein „Nazi-Symbol“ enthalten. Facebook entfernte diese mit Bezug auf seine „policy against organized hate“.

Rotes Dreieck: Antifa- oder Nazi-Symbol?

Konkret handelt es sich bei dem Symbol um ein rotes Dreieck, dessen Spitze nach unten zeigt. Dieses wurde in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten zur Kennzeichnung politischer Häftlinge genutzt. Auch die Zahl 88 ist bekanntlich ein bei Neo-Nazis weit verbreiteter Code. In den gelöschten Ads wettern Trump, Vizepräsident Mike Pence und weitere jeweils mit dem selben Text gegen einen „Mob“ der Antifa im Zuge der „Black Lives Matter“-Demonstrationen. Die links-gerichteten Aktivisten werden dabei u.a. als „terroristische Organisation“ bezeichnet, die ganze Städte zerstören würden. Es sei „absoluter Wahnsinn“.

Seitens den Organisatoren der Trump-Kampagne heißt es dazu über den Twitter-Account @TrumpWarRoom, das verwendete Symbol werde von der Antifa selbst regelmäßig genutzt. Zudem handle es sich um gängiges Emoji. Bei Facebook will man das nicht gelten lassen und sagt gegenüber dem Magazin TechCrunch: „Unsere Politik verbietet es, das Symbol einer verbotenen Hassgruppe, um politische Gefangene zu identifizieren, ohne Kontext zu verwenden, in dem das Symbol verurteilt oder diskutiert wird“.

Twitter mit nächstem Schlag gegen Trump

Auch seitens Twitter gab es zuletzt eine weitere Warn-Kennzeichnung eines Trump-Tweets, die Aufsehen erregte. Diesmal klassifizierte der Kurznachrichtendienst ein vom US-Präsidenten gepostetes Video als „manipulated media“.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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AI Summaries

Von Facebook entfernt: Trump schaltete 88 Ads mit „Nazi-Symbol“

  • Nachdem Twitter sich inzwischen in einer gewissen Regelmäßigkeit mit dem US-Präsidenten Donald Trump anlegt, kam nun auch von Facebook eine ungewöhnlich scharfe Aktion gegenüber Beiträgen des Präsidenten und anderer hochrangiger Republikaner bzw. ihnen nahe stehender Gruppen.
  • In einer vom „Trump Make America Great Again Commitee“ bezahlten Kampagne wurden laut der politischen Whatchdog-Organisation Media Matters for America genau 88 Ads geschalten, die ein „Nazi-Symbol“ enthalten.
  • Facebook entfernte diese mit Bezug auf seine „policy against organized hate“.
  • Konkret handelt es sich bei dem Symbol um ein rotes Dreieck, dessen Spitze nach unten zeigt.
  • Seitens den Organisatoren der Trump-Kampagne heißt es dazu über den Twitter-Account @TrumpWarRoom, das verwendete Symbol werde von der Antifa selbst regelmäßig genutzt.
  • Bei Facebook will man das nicht gelten lassen und sagt gegenüber dem Magazin TechCrunch: „Unsere Politik verbietet es, das Symbol einer verbotenen Hassgruppe, um politische Gefangene zu identifizieren, ohne Kontext zu verwenden, in dem das Symbol verurteilt oder diskutiert wird“.

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