13.02.2020

Facebook Dating blitzt bei irischer Datenschutzbehörde ab

Der Start von Facebook Dating wird sich in Europa auf "unbestimmte Zeit" verschieben. Die irische Datenschutzbehörde hat dem US-Konzern vorerst einen Strich durch die Rechnung gemacht.
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Facebook Dating
(c) Facebook / Konzeptfotos der App

Pünktlich zum Valentinstag wollte Facebook mit seiner neuen Dating-Funktion auch in Europa starten. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Grund: Nach Einschreiten der irischen Datenschutzbehörde hat Facebook den europaweiten Start der Dating-Funktion auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Als Grund nannte die Behörde, dass sie der US-amerikanische Konzern zu spät über den Start des neuen Dienstes informiert hätte. Facebook informierte die Behörde erst Anfang des Monats über seine Pläne.

Inspektion bei Facebook

Wie die irische Zeitung Irish Independent berichtet, wurde zudem am vergangenen Montag eine „Inspektion“ bei Facebook in Dublin durchgeführt und die nötigen Unterlagen eingesammelt. Die irische Datenschutzbehörde ist in der Europäischen Union für Facebook zuständig, da Facebook auch sein europäisches Headquarter in Irland hat.

Von Seiten Facebook heißt es zum vorläufigen Stop: „Der Launch von Facebook Dating ist uns sehr wichtig – wir nehmen uns deshalb noch etwas mehr Zeit, um das Produkt für Europa vorzubereiten. Wir haben umfassende Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre vorgenommen sowie die Datenschutz-Folgenabschätzung vor dem geplanten Start in Europa abgeschlossen und diese mit der irischen Datenschutzbehörde (IDPC) geteilt, als sie angefordert wurde.“

 

Facebook Dating
(c) Facebook / Konzeptfotos App

Facebook Dating Funktionen

Europäische Singles müssen sich also noch gedulden. Derzeit steht die Funktion lediglich Nutzern aus den USA und weiteren 19 Ländern zur Verfügung.

Über die Facebook Dating können Nutzer ein eigenes Dating Profil anlegen, wobei ihnen aufgrund von gemeinsamen Interessen und Aktivitäten potentielle Dating-Partner vorgeschlagen werden. Ausgenommen sind davon die eigenen Facebook-Freunde – außer sie werden als „heimlicher Schwarm“ gekennzeichnet.

Über die Dating-Profile lassen sich keine Fotos, Weblinks oder Videos verschickten, jedoch können Fotos von Instagram eingebunden werden. Zudem ist es möglich Nutzer zu blockieren oder zu melden. Ob dies der irischen Datenschutzbehörde ausreicht, wird sich zeigen.


=> mehr über die Funktion

* Der Artikel wurde um eine Stellungnahme von Facebook ergänzt.

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Nemja Klincov und seine Frau stehen in einem Frühstücksraum, beide halten ein Kind auf dem Arm.
Familienvater Nemanja Klincov entwickelt Plappi aus familiären Gründen. (c) Nemanja Klincov

Die Idee für Plappi, die KI-gestützte Sprachhilfe für Kinder, kommt dem Wiener Nemanja Klincov im Alltag. „Ich habe zwei Kinder und möchte ihnen meine Muttersprache Serbisch beibringen, meine Frau spricht Deutsch mit ihnen. Als Vater, Ehemann und Unternehmer kommt die Zeit allerdings oft zu kurz und ich merke, wie die Sprachbildung bei den Kindern leidet. Plappi entstand aus genau dieser Frustration. Nicht um mich zu ersetzen, sondern um die Zeit dazwischen zu nutzen. Damit mein Kind auch dann meine Sprache hört und übt, wenn ich gerade nicht kann.“

Klincov ist in der Gründerszene nicht neu. Durch sein erstes Startup BReact (brutkasten berichtete) erhält der Founder die KI-Expertise, die er für Plappi benötigt: „Wir haben diese ganze Expertise, zur KI und auch zur Datensicherheit, in den letzten fünf Jahren aufgebaut. Alles, was wir über BReact lernen, ist ein Grundbaustein für Plappi.  Für uns ist es extrem wichtig, dass keine Daten abfließen können und kein KI-Training betrieben wird.“

Eltern legen die Themen selbst fest

Wenn man ein Plappi-Gerät bekommt, kann man als Elternteil über eine App Lehrpläne und Themen festlegen. „Man kann beispielsweise den Namen des Lieblingstiers angeben, den Namen der besten Freunde, was im Alltag passiert, und man kann Plappi auch auf Themen sensibilisieren oder Wörter eingeben, die gelernt werden sollen. Das Gerät orientiert sich dann an dem, was die Eltern vorgegeben haben, und fordert die Kinder auch aktiv auf, zu antworten. Wir haben kein anderes Spielzeug gefunden, das Kinder proaktiv auffordert zu kommunizieren“, so Klincov.

„100 Prozent Made in Europe“

Für den Vater steht vor allem eines im Vordergrund: Der Datenschutz der Kinder. „Unser oberstes Gebot ist, ausschließlich Offline-KI-Modelle zu benutzen. Was die Kinder sagen, wird nicht für Werbung oder KI-Training genutzt. Wir haben uns auch angesehen, welches Rechenzentrum in Europa keinen amerikanischen oder chinesischen Gesellschafter dabeihat, damit alles 100 Prozent Made in Europe ist. Ich will als Vater auch nicht, dass die Daten meiner Kinder an amerikanische Konzerne abfließen“, erklärt der Founder.

Welches KI-Modell am geeignetsten ist, will Klincov gemeinsam mit 100 Eltern noch testen. Warum der Founder sich sicher ist, dass Kinder überhaupt mit KI-Spielzeugen interagieren sollten, erzählt er im Interview: „An Silvester waren wir bei Freunden. Als ich gesehen habe, wie sechs kleine Kinder von zwei bis fünf Jahren mit einer Alexa gesprochen und interagiert haben, war für mich klar: Das wird funktionieren, auch ohne Display oder Screen.“

Plappi soll es in dieser Ausführung für Kinder und ein anderes Modell für Jugendliche geben. (c) Plappi

Bereits 120 Menschen auf der Warteliste

Wenn Plappi auf den Markt kommt, soll es 90 Euro kosten und auf einem Abomodell für 9,90 Euro pro Monat basieren. Die Lernenden bekommen dann jeden Monat neue Lehrpläne erstellt, „denn Plappi versteht ja, welche Vokabeln die Kinder schon können und welche Wörter gut gelernt worden sind. Und deshalb ist es notwendig, dass es ein Abomodell ist, weil diese Lehrpläne angepasst werden. Und je nach Alter und Kind wird es dann mitwachsen“.

Klincov wartet zurzeit auf Förderungsgenehmigungen, für 2027 sei der Markteintritt geplant. Auf der Warteliste stehen derzeit 120 Menschen. Eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter wird am 24. Juni gelauncht.

Zukunftspläne

„Mein Wunsch ist wirklich, dass meine Kinder fließend meine Sprache sprechen können. Ich hoffe, dass Plappi eines Tages ein Must-have in jedem Haushalt mit Kindern ist. Wir sehen einfach ein Riesenmarktpotenzial, wenn allein schon wegen des Unterrichtsfachs Englisch 95 Prozent der Kinder zur Zielgruppe werden“, blickt der Founder in die Zukunft. Das Ziel sei, dass auf lange Sicht nicht nur Kinder mit Migrationsbiografie Plappi nutzen. 

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