27.01.2026
STARTUP INVESTMENT BAROMETER

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

Der österreichische Startup-Finanzierungsmarkt blieb auch 2025 unter Druck. Zwar kam es weiterhin zu zahlreichen Finanzierungsrunden, doch das dafür mobilisierte Kapital sank erneut deutlich. Vor allem großvolumige Wachstumsfinanzierungen blieben aus, internationale Investor:innen zogen sich weiter zurück.
/artikel/ey-oesterreich-rueckzug-internationaler-investorinnen-bremst-oesterreichs-startups
Startup-Investments in Österreich erreichen 2025 neuen Tiefpunkt (c) Visualisierung: brutkasten, Grafiken: Canva

Bereits im Dezember hatte EY in einer ersten Auswertung auf die anhaltende Schwäche des Marktes hingewiesen (brutkasten berichtete). Das nun veröffentlichte „EY Startup Investment Barometer Österreich 2025“ bestätigt diese Entwicklung mit finalen Jahreszahlen und liefert eine detaillierte Analyse der Dealgrößen, der Investorenstruktur und der Kapitalherkunft.

253 Millionen Euro Gesamtvolumen – Rückgang setzt sich fort

Insgesamt flossen 2025 253 Millionen Euro in österreichische Startups. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 56 Prozent. Damit sinkt das Investitionsvolumen bereits im vierten Jahr in Folge. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2021 waren es noch mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Auffällig ist, dass die Anzahl der Finanzierungsrunden nahezu stabil blieb. Mit 148 Deals wurden nur geringfügig weniger Abschlüsse gezählt als im Jahr davor. Der Rückgang ist damit klar volumengetrieben und nicht auf einen Einbruch der Aktivität zurückzuführen.

Keine einzige Finanzierungsrunde über 50 Millionen Euro

Ein wesentlicher Grund für das niedrige Gesamtvolumen ist das vollständige Ausbleiben großer Runden. 2025 wurde kein einziger Deal über 50 Millionen Euro registriert. Lediglich vier Finanzierungsrunden überschritten die Marke von zehn Millionen Euro.

In den Boomjahren hatten einzelne Mega-Deals die Statistik stark nach oben verzerrt. 2021 etwa wurden vier Abschlüsse mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro abgeschlossen. Diese Größenordnung ist inzwischen vollständig aus dem Markt verschwunden.

Internationale Investor:innen werden selektiver

Auch die Herkunft des Kapitals verdeutlicht den strukturellen Wandel. Nur noch rund ein Viertel des investierten Kapitals stammt 2025 aus rein internationalen Investor:innenrunden. In den Boomjahren lag dieser Anteil zeitweise deutlich höher, getragen von wenigen großvolumigen Growth-Finanzierungen.

Internationale Investor:innen agieren inzwischen deutlich selektiver und fokussieren sich stärker auf größere Märkte oder bestehende Portfolios. Neue Lead-Investments in kleineren Ökosystemen wie Österreich sind seltener geworden.

Heimisches Kapital stabilisiert den Markt

Parallel dazu gewinnt heimisches Kapital relativ an Bedeutung. 17 Prozent des Gesamtvolumens stammen aus rein österreichischen Investor:innengruppen, weitere 51 Prozent aus gemischten Konsortien mit in- und ausländischer Beteiligung. Besonders im Seed- und Early-Stage-Bereich sind österreichische Investor:innen weiterhin tragend.

Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine klare Grenze: Bei größeren Wachstumstickets stoßen heimische Kapitalgeber:innen strukturell an ihre Limits. Großvolumige Anschlussfinanzierungen lassen sich aus dem Inland kaum darstellen, was die Skalierung vieler Startups bremst.

Gemischte Konsortien dominieren, bleiben aber kleinvolumig

Den größten Anteil am Gesamtfinanzierungsvolumen machen 2025 gemischte Investorenkonsortien aus. Diese Co-Investments unterstreichen grundsätzlich die internationale Anschlussfähigkeit des Standorts, bleiben jedoch überwiegend kleinvolumig.

Ohne große Ankerinvestor:innen und ausreichend Wachstumskapital gelingt es nur eingeschränkt, Finanzierungsrunden in einer Größenordnung zu strukturieren, die internationale Expansion ermöglicht.

Wachstumskapital bleibt der zentrale Engpass

Laut EY funktioniert der österreichische Startup-Markt damit weiterhin in der Breite, stößt aber systematisch bei Wachstumskapital an Grenzen. Der Markt wird zunehmend von Business Angels, kleineren Venture-Capital-Fonds und Bestandsinvestor:innen getragen. Große internationale Growth-Fonds treten kaum mehr als neue Lead-Investoren auf.

„Das Problem ist nicht fehlendes Interesse, sondern fehlende Tiefe im Markt“, sagt Florian Haas, Head of Start-up bei EY Österreich. Ohne ausreichend Wachstumskapital bleibe Skalierung die Ausnahme und genau dort entscheide sich, ob aus Startups internationale Player werden.

Als zentrale Hebel nennt EY seit Jahren bekannte Faktoren: wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen, moderne Mitarbeiterbeteiligungsmodelle, weniger regulatorische Komplexität und vor allem die Mobilisierung institutionellen Kapitals. Eine Schlüsselrolle soll dabei der im Zuge des Industriestrategie angekündigte Rot-Weiß-Rot-Dachfonds spielen (brutkasten berichtete), der Kapital von Pensions- und Versicherungsfonds stärker in Venture Capital lenken soll.

Deine ungelesenen Artikel:
10.09.2026

Biogena-Holding startet mit fast einer halben Milliarde Euro Bewertung an Wiener Börse

Das Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Unternehmen Biogena startete mit der Holding Biogena Good Vibes heute im Direct Market Plus der Wiener Börse. Eine andere AG der Gruppe ist dort bereits seit 2020 gelistet.
/artikel/biogena-holding-startet-mit-fast-einer-halben-milliarde-euro-bewertung-an-wiener-boerse
10.09.2026

Biogena-Holding startet mit fast einer halben Milliarde Euro Bewertung an Wiener Börse

Das Salzburger Nahrungsergänzungsmittel-Unternehmen Biogena startete mit der Holding Biogena Good Vibes heute im Direct Market Plus der Wiener Börse. Eine andere AG der Gruppe ist dort bereits seit 2020 gelistet.
/artikel/biogena-holding-startet-mit-fast-einer-halben-milliarde-euro-bewertung-an-wiener-boerse
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

EY-Österreich: Rückzug internationaler Investor:innen bremst Österreichs Startups