20.10.2025
AUSZEICHNUNG

EY Entrepreneur of the Year 2025: Diese Unternehmer:innen wurden ausgezeichnet

Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Österreichs Innovations- und Unternehmenslandschaft wurden beim 20. EY Entrepreneur Of The Year Award in Wien ausgezeichnet. brutkasten war am Freitagabend in der Hofburg vor Ort.
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Copyright: EY/Point of View

Bei der 20. Auflage des EY Entrepreneur Of The Year wurden am 17. Oktober in Wien herausragende Unternehmerpersönlichkeiten aus Österreich ausgezeichnet. Unter dem Motto „Shapers of the Future“ ehrte die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY Führungspersönlichkeiten, die mit Innovationskraft, nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlicher Verantwortung den heimischen Standort prägen. Heuer waren auch zahlreiche bekannte Gesichter aus der österreichischen Startup- und Innovationslandschaft unter den Preisträger:innen.

Die Sieger in den jeweiligen Kategorien

In der Kategorie „Dienstleistungen“ wurde Klaus Lässer, CEO der ILF Group, ausgezeichnet. Das in Rum bei Innsbruck ansässige Ingenieur- und Beratungsunternehmen beschäftigt mehr als 3.500 Mitarbeiter:innen und ist international in den Bereichen Energie, Umwelt, Wasser, Verkehr und Industrie tätig. Lässer führt das Familienunternehmen in zweiter Generation und wird Österreich beim EY World Entrepreneur Of The Year Award 2026 vertreten.

In der Kategorie „Innovation & Hightech“ setzte sich Andreas Fill vom oberösterreichischen Maschinenbauunternehmen Fill durch. Das Unternehmen mit Sitz in Gurten entwickelt Hightech-Anlagen für die Automobil-, Luftfahrt- und Bauindustrie und beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter:innen.

Die Kategorie „Nachhaltigkeit“ entschied Lukas Püspök für sich. Das burgenländische Energieunternehmen PÜSPÖK treibt seit Ende der 1990er-Jahre den Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich voran und betreibt Windkraft-, Photovoltaik- und Speicherprojekte im In- und Ausland.

Zum „Social Entrepreneur des Jahres“ wurde Hinnerk Hansen, Co-Founder und Geschäftsführer des Impact Hub Vienna, gewählt. Der Impact Hub unterstützt Startups, Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung sozialer und ökologischer Innovationsprojekte und zählt zu den zentralen Akteuren der heimischen Social-Entrepreneurship-Szene.

In der Kategorie „Start-ups“ erhielten Florian Wimmer und Gerd Karlhuber, Gründer des Linzer Scaleups Blockpit, die Auszeichnung. Das Unternehmen bietet eine Plattform zur automatisierten Erstellung von Krypto-Steuererklärungen und zählt mit über 350.000 Nutzer:innen zu den führenden europäischen Anbietern im Bereich RegTech. Die Gründer von Blockpit sind auch Sieger des EY Scale-up Award 2025, und wurden am Freitag beim Entrepreneur of the Year 2025 traditionsgemäß auch in der Kategorie „Start-ups“ ausgezeichnet. 

Den Sonderpreis der Generationen erhielt Thomas Welser von Welser Profile. Das Familienunternehmen aus Ybbsitz produziert seit den 1960er-Jahren rollgeformte Spezialprofile und beschäftigt heute über 2.400 Mitarbeiter:innen an Standorten in Österreich, Deutschland und den USA.


Die Preisträger:innen und Entrepreneur:innen des Jahres

Kategorie Dienstleistungen

  • Entrepreneur Of The Year: Klaus Lässer, ILF Group
  • Preisträger: Johannes Ferner, fiskaly
  • Preisträger: Roman Zauner und Andreas Beck, Zauner Group

Kategorie Nachhaltigkeit

  • Entrepreneur Of The Year: Lukas Püspök, PÜSPÖK
  • Preisträger: Paul Kolarik, Kolarik im Prater
  • Preisträger: Walter Kreisel, neeom

Kategorie Innovation & Hightech

  • Entrepreneur Of The Year: Andreas Fill, Fill
  • Preisträger: Alexander Windbichler, Anexia
  • Preisträger: Johannes und Roman Bock, BECOM

Kategorie Social Entrepreneur

  • Entrepreneur Of The Year: Hinnerk Hansen, Impact Hub
  • Preisträgerin: Gabriele Gottwald-Nathaniel, gabarage
  • Preisträger: Matthias Lovrek, Sindbad

Kategorie Start-ups

  • Entrepreneur Of The Year: Florian Wimmer und Gerd Karlhuber, Blockpit
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14.09.2026

„Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können“ – Flatwise will Immobilienmarkt aufmischen

Das Linzer Startup Flatwise will zeitaufwändige Tätigkeiten in der Immobilienverwaltung wie Mietanpassungen, Abrechnungen und Steuerunterlagen mit KI automatisieren. Schon vor dem offiziellen Marktstart setzen Vermieter:innen mit über 3.000 Wohnungen auf die Plattform, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview mit brutkasten erklärt.
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Das Flatwise-Gründertrio (v.l.) Marc Lindorfer, Edwin Schneider und Johannes Reichl © Flatwise

Wenn es nach Johannes Reichl, Edwin Schneider und Marc Lindorfer geht, ist Immobilienverwaltung bis heute vor allem eines: kleinteilig, zeitintensiv und von manuellen Abläufen geprägt. Genau hier wollen die drei Linzer mit ihrem Startup Flatwise ansetzen. Das Gründerteam entwickelt eine Software, die zentrale Aufgaben von Vermieter:innen, von Mietanpassungen über Betriebskostenabrechnungen bis zur Vorbereitung von Steuerunterlagen, mithilfe von KI-Agenten automatisieren soll. Bereits vor dem offiziellen Marktstart setzen laut Angaben des Startups Vermieter:innen mit insgesamt mehr als 3.000 Wohnungen auf die Plattform.

Von der Pilot- zur Marktphase

Das Team, das erst im August 2026 eine GmbH gegründet hat, hat sein Produkt in den vergangenen Monaten eng mit den ersten 100 Pilotnutzer:innen weiterentwickelt, mit Feedback, Interviews und echten Kund:innendaten, wie Mitgründer Johannes Reichl im Interview erklärt. Der Ansatz unterscheide sich damit von klassischen Proptech-Lösungen, die bestehende Prozesse lediglich digitalisieren: „Wir wollen Immobilienverwaltung nicht nur digitalisieren, sondern grundlegend neu denken. Immobilien sollen sich künftig weitgehend von selbst verwalten können. Vermieter:innen können durch die Software von Flatwise professionell vermieten, ohne dabei selbst Fachexpert:innen sein zu müssen“, so Reichl.

KI-Agenten im Einsatz

Konkret möchte Flatwise KI dort einsetzen, wo Verwaltungsprozesse sinnvoll automatisiert oder unterstützt werden können. Dazu zählen für das Team unter anderem die Vorbereitung und Berechnung von Mietanpassungen, die Unterstützung bei Betriebskostenabrechnungen sowie die strukturierte Aufbereitung von Finanz- und Steuerinformationen. Der KI-Agent verbindet dabei unterschiedliche Daten und Prozessschritte innerhalb der Software, bereitet relevante Informationen auf und unterstützt Vermieter:innen bei der weiteren Bearbeitung.

Der Weg zum Ökosystem

Im Schnitt verwaltet ein:e Flatwise-Nutzer:in laut Unternehmen aktuell rund zehn Wohnungen. Für Reichl zeigt sich dabei ein klares Bild der Branche: „Der Markt ist extrem fragmentiert, es gibt viele Anbieter, die eigentlich zusammenhängen müssten, aber kaum vernetzt sind.“

Dieses Nebeneinander will Flatwise auflösen und sich schrittweise zu einem Ökosystem entwickeln, das Vermieter:innen, Mieter:innen und Dienstleister:innen auf einer Plattform zusammenbringt. „Wir glauben daran, dass gute Vermieter:innen das Wohnen für alle besser machen. Flatwise soll es einfacher machen, gut zu vermieten“, heißt es dazu vom Gründungsteam.

Enterprise-Lösung in Arbeit

Flatwise richtet sich an Vermieter:innen mit Beständen zwischen einer und hundert Immobilien. Mittlerweile hätten sich aber auch Hausverwaltungen und Bestandshalter:innen mit deutlich größeren Portfolios gemeldet. Deshalb entwickelt Flatwise momentan ein Enterprise-Modell, das künftig gezielt auf die Anforderungen größerer Bestandshalter:innen und Hausverwaltungen eingehen soll, wie der Mitgründer im Interview erklärt.

Wachstum vorerst ohne Angels oder VCs

Trotz bestehender Investmentangebote will das Team bei der Finanzierung vorerst auf Förderungen und den eigenen Cashflow setzen. Rund 20 Angebote von Angels und Venture-Capital-Geber:innen sind laut Reichl bereits eingegangen. Aufgegriffen werden sollen sie frühestens, wenn erste Umsätze stehen. Für eine geplante Wachstumsphase ist jedoch in der ersten Jahreshälfte 2027 eine Finanzierungsrunde angedacht. Unterstützung erhält das Gründerteam zudem im Inkubatorprogramm von tech2b durch ein Advisory Board aus Immobilienexpert:innen und erfahrenen Unternehmer:innen.

Wissen als Türöffner

Um neue Kund:innen zu erreichen, setzt Flatwise zusätzlich auf einen eigenen Immobilienratgeber mit aktuell rund 160 Artikeln, der komplexe Themen rund um Immobilien und Wohnen laienverständlich aufbereitet. Bereits mehrere tausend Personen sollen die Inhalte monatlich lesen. Für Reichl ist das ein wichtiger Kanal, um Vertrauen aufzubauen und so langfristig neue Nutzer:innen für die Plattform zu gewinnen.

Im kommenden Jahr will Flatwise nach eigenen Angaben marktführend in Österreich werden. Mittelfristig ist auch eine internationale Expansion, etwa nach Deutschland, angedacht. Ein konkreter Zeitpunkt steht laut Reichl aber noch nicht fest.

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