05.08.2025
KOOPERATION

European Forum Alpbach 2025 – Programm-Highlights für die Innovations-Community

Zwischen KI, Kryptoregulierungen und Startup-Investments zeigt das European Forum Alpbach, welche Strategien der Kontinent für die Zukunft braucht. brutkasten gibt einen Überblick über die spannendsten Sessions für Entscheider:innen im Innovationsbereich.
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Schauplatz des Europäischen Forums Alpbach - mit Blick auf den Ort Alpbach. Ein asphaltierter Platz, Menschen versammelt umgeben von modernem Glas und grünen Almwiesen.
Das Europäische Forum Alpbach wird Schauplatz zukunftsweisender Diskussionen (c) EFA-Matteo-Vegetti

Das European Forum Alpbach (EFA) verwandelt das Tiroler Bergdorf heuer wieder in das internationale Ideen-Labor Europas. Unter dem Jahresthema „Recharge Europe“ diskutieren Vordenker:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vom 16. bis 29. August 2025 darüber, wie Europa seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und zugleich seine Werte bewahren kann.

Bereits im Mai haben wir einen ersten Blick auf das Programm geworfen. Jetzt, kurz vor dem Start, tauchen wir tiefer ein und stellen die Programmpunkte vor, die für Innovations- und Tech-Enthusiast:innen besonders spannend sind. Auch brutkasten wird in diesem Jahr wieder als Medienpartner vor Ort berichten.


OneHealth als zukünftiges Innovations-Ökosystem neu denken – Hike (Euregio Days)

19. 8., 09:00–12:00 | CCA – Liechtenstein-Saal & Outdoor

Im Rahmen dieses Hikes begeben sich die Teilnehmenden auf einen inspirierenden „Innovations-Spaziergang“, der neue Perspektiven auf OneHealth-Ansätze als Innovationsökosysteme eröffnet. In einem begleiteten Prozess des „Lernens aus der Zukunft“ wird das Verständnis des OneHealth-Konzepts hinterfragt und erweitert. Durch kurze Impulse, Reflexionen in der Natur, kreative Übungen und interdisziplinären Austausch entstehen zukunftsweisende Ansätze für OneHealth aus einer Ökosystem-Perspektive.

Speakers: Thomas Fundneider, Birgit Hochenegger-Stoirer, Caroline Schober, Franz-Markus Peschl, Evelyne Selberherr, Günter Weiss, Hannes Schuler

Mehr zu dieser Session findet ihr hier.

Hinweis: Die Teilnahme am Modul Euregio Days ist kostenlos möglich!

AI, Innovation & Risk: Shaping the Future of Business Locations – Panel (Euregio Days)

19. 8., 14:00–15:00 | CCA – Liechtenstein-Saal

Fortschritte in KI definieren Innovation und Risiko neu. Das Panel fragt, welche Faktoren einen „future-ready“ Wirtschaftsstandort ausmachen und ob Unternehmen auf das Kommende vorbereitet sind.

Speakers: Stefania Milan, Clemens Wasner, Bastian Burger

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

Hinweis: Die Teilnahme am Modul Euregio Days ist kostenlos möglich!

AI, Productivity and Europe’s Role: Can Europe Afford to Be Cautious? – Hike

24. 8., 14:00–16:30 | Start: Bus Turning Area

Während einer Wanderung diskutieren Expert:innen, ob Europas regulative Vorsicht mit den rasanten KI-Entwicklungen in den USA und China Schritt halten kann und welche wert-basierten Strategien Produktivitätswachstum ermöglichen. Bei starkem Regen weicht die Gruppe in die Volksschule aus.

Speakers: Philip Meissner, Cédric Villani, Chloe Touzet, Ana Simic

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

Co-Creating Paths to Unlock Startup Investment for Systemic Challenges – Workshop

25. 8., 09:00–12:00 | CCA – Hayek-Saal

Anhand realer Beispiele werden innovative Finanzinstrumente vorgestellt, um Startups mit systemischem Impact den Kapitalzugang zu erleichtern. Teilnehmende identifizieren Lücken, bewerten funktionierende Modelle und entwickeln gemeinsam Ideen für ein inklusiveres Impact-Finance-Ökosystem.

Speakers: Tonderayi Prosper Mageza, Kai Wagner, Alexandra Nitzlader, Stefan Germann

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

Innovation Through Design – Workshop

25. 8., 14:00–17:00 | Schulhäusl

Gemeinsam mit dem Design-Kollektiv DING werden mithilfe künstlerischer Methoden neue, lösungsorientierte Ansätze für nachhaltigen Wohlstand erarbeitet.

Speakers: Stephanie Kneissl, Franz Ehn

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

Simplify to Scale: Unlocking European Competitiveness through Better Regulation – Panel

26. 8., 15:00–16:30 | CCA – Loggia

„Smart Regulation“ soll Bürokratie abbauen, KMU entlasten und Investitionen anziehen. Unterstützt von Amazon diskutieren Führungskräfte konkrete Schritte, um das 25-%-Entlastungsziel der EU umzusetzen.

Speakers: Sabine Herlitschka, Bruno Liebhaberg, Rocco Bräuniger, Natascha Fürst, Dejan Jovicevic, Sepp Schellhorn.

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

From Seed to Peak: Walking the Startup Lifecycle – Hike

27. 8., 09:00–12:00 | Start: CCA Terrace

Die Route spiegelt die Startup-Phasen (Pre-)Seed, Growth und Exit wider und endet mit einem Round-Table-Lunch auf dem Alpengasthof Rossmoos. Wanderschuhe und Wasser sind erforderlich; bei schlechtem Wetter steht ein Shuttle bereit.

Speakers: Rocco Bräuniger, Hannah Wundsam, Elisabeth Zehetner

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.

European Digital Sovereignty in Times of Geopolitical Competition – Discussion

28. 8., 14:00–15:00 | CCA – Schrödinger-Saal

Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen diskutiert die Runde, wie Europa technologische Unabhängigkeit sichert und gleichzeitig seine Werte wahrt. Die Session wird mit der Wordly-App live übersetzt und transkribiert.

Speakers: Alexandra Geese, Francesca Bria, Hermann Hauser, Maurizio Poletto, Ana Simic

Mehr zu diesem Programmpunkt findet ihr hier.


Praktische Hinweise

Ob Gründer:in, Forscher:in oder Policy-Maker – Alpbach 2025 bietet den Rahmen, um Ideen in konkretes Handeln zu übersetzen. Wir sehen uns auf 1.000 Metern Höhe!

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Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus bildeten die Führungsspitze von Tractive und sind nun auch bei Traxit an Bord | (c) Tractive
Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus bildeten die Führungsspitze von Tractive und sind nun auch bei Traxit an Bord | (c) Tractive

Schon davor, aber spätestens im März dieses Jahres wurde Tractive zu einer der ganz großen Startup-Geschichten des Landes. Mit 900 Millionen US-Dollar (rund 770 Millionen Euro) erzielte das oberösterreichische PetTech diesen Frühling bekanntlich den vermutlich größten Startup-Exit in der heimischen Geschichte. Käufer war das durchaus umstrittene italienische Unternehmen Bending Spoons, das wenige Monate nach der Übernahme, seinem üblichen Vorgehen entsprechend, einen Stellenabbau umsetzte (brutkasten berichtete).

Schon zuvor war – ebenfalls dem Playbook des Mailänder Konzerns folgend – der überwiegende Großteil des Führungsteams ausgetauscht worden. Dieses arbeitet nun aber in einem durchaus außergewöhnlichen Schritt geschlossen an einem neuen Projekt, das heute offiziell launcht: Traxit.

Hurnaus und 18 Leadership-Mitglieder melden sich mit neuem Projekt zurück

Alle 18 Mitglieder des Leadership-Teams zum Zeitpunkt des Exits sowie ein weiteres ehemaliges Leadership-Mitglied sind im neuen Unternehmen an Bord. Tractive-Gründer und Ex-CEO Michael Hurnaus wird damit seiner Aussage gegenüber brutkasten aus dem Mai, er werde sich sechs Monate lang nur Familie und Freizeit widmen, nicht ganz gerecht.

Mit Traxit startet nun ein Early-Stage-Investmentvehikel – zunächst mit einem niedrigen siebenstelligen Kapitalbetrag. „Wir haben alle Kapital eingebracht“, sagt Maria Rupprechter im Gespräch mit brutkasten. Die ehemalige Chief of Staff von Tractive übernahm gemeinsam mit Bernhard Trauner, ehemaligem VP Finance, die Geschäftsführung von Traxit.

„Können wirklich alle Aspekte abdecken“

Vergeben werden sollen von Traxit Tickets zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Unternehmen. Im Fokus stehen dabei Early-Stage-Unternehmen, die bereits erste Umsätze erzielen. Doch natürlich geht es nicht nur um Kapital, sondern auch und vor allem um Expertise für die Startups. „Durch die Breite unseres Teams mit der Erfahrung aus einem sehr erfolgreichen Scaleup können wir wirklich alle Aspekte abdecken“, sagt Rupprechter. Zu den Erfahrungen aus allen Führungsbereichen von Tractive kommen dabei auch Berufserfahrungen aus ehemaligen Jobs, etwa bei anderen Startups und Scaleups oder Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Trivago, Zalando und KPMG hinzu.

Maria Rupprechter übernahm gemeinsam mit Bernhard Trauner die Geschäftsführung von Traxit | Foto bereitgestellt

Diese Expertise einzubringen, wolle man sich „nicht nur auf die Fahnen schreiben, sondern den Startups dann auch wirklich zur Verfügung stehen“, so die Co-Geschäftsführerin. Entsprechend gebe es auch von allen 19 Traxit-Gründer:innen das Commitment, Zeit für die Portfolio-Startups aufzuwenden – nicht nur in Sparring-Calls und Workshops, sondern auch bei konkreten strategischen Fragen und operativen Herausforderungen.

Pay-it-forward-Philosophie

„Wir wollen für Gründerinnen und Gründer der Angel Investor sein, den wir uns selbst am Anfang gewünscht hätten“, kommentiert Michael Hurnaus in einer Aussendung zum Launch. „Gleichzeitig hatten wir bei Tractive das große Privileg, gerade in unseren frühen Jahren außergewöhnlich viel Unterstützung aus dem österreichischen Startup-Ökosystem zu bekommen. Die Runtastic-Gründer und Hansi Hansmann haben uns nicht nur Kapital gegeben, sondern waren für uns mit Erfahrung, Kontakten und konkretem Rat da. Auch später waren Gespräche mit anderen Gründerinnen, Gründern und Scaleup-Führungskräften oft unglaublich wertvoll. Mit Traxit möchten wir genau diese Form der Unterstützung weitergeben.“

Vier Investments bereits in Signing-Phase

Die ersten vier Investments von Traxit sind bereits unter Dach und Fach – eines in Oberösterreich, eines in Wien, eines in Deutschland und eines im Vereinigten Königreich. Weitere Details könne man aktuell noch nicht verraten, weil man sich jeweils in der Signing-Phase befinde, sagt Rupprechter. Alle aktuellen Deals kommen dabei aus dem Netzwerk – konkret über Michael Hurnaus. „Unser Dealflow wird generell aus dem Netzwerk kommen. Jedes Mitglied kann Vorschläge einbringen“, erklärt die Co-Geschäftsführerin. Entschieden werde darüber dann „pragmatisch, schnell und auf kurzem Wege“ im internen Investment-Komitee.

Im Fokus stehen werden dabei „Geschäftsmodelle mit Consumer-Fokus, wiederkehrenden Umsätzen, Hardware-plus-Subscription-Modellen sowie Unternehmen aus dem PetTech- und Haustierbereich“. Gleichzeitig will Traxit aber auch „bewusst einen relevanten Teil der Investments“ in Österreich tätigen. „Entscheidend ist dabei natürlich, ob wir eine Opportunity sehen und auch, ob wir glauben, dass wir einen Beitrag über Geld hinaus leisten können“, sagt Rupprechter.

Denn, wie Hurnaus sagt: „Wir haben über viele Jahre gemeinsam Tractive aufgebaut, Probleme gelöst, Fehler gemacht, Chancen genutzt und sehr viel gelernt. Jetzt gemeinsam in großartige Unternehmerinnen und Unternehmer zu investieren und sie ein Stück ihres Weges zu begleiten, fühlt sich wie eine sehr natürliche Fortsetzung dieser gemeinsamen Reise an.“

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