07.12.2021

Europa hat jetzt acht Krypto-Unicorns

2021 war ein gutes Jahr für europäische Krypto-Startups. Österreich schafft es gleich zwei Mal in die Top 10 der Deals.
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Christian Trummer, Paul Klanschek und Eric Demuth haben ein Unicorn geschaffen
Christian Trummer, Paul Klanschek und Eric Demuth haben ein Unicorn geschaffen | © Bitpanda

2021 war ein besonders starkes Jahr für Krypto-Startups in Europa. Das zeigen die Zahlen des aktuellen „State of the European Tech“-Reports von Atomico, der auf Zahlen von Dealroom und einer Umfrage basiert. Insgesamt gibt es in Europa nun acht Krypto-Unicorns, von denen fünf 2021 die Schwelle des Bewertung von 1 Milliarde Dollar überschritten haben.

Österreich gleich zweimal in den Top 10 der Krypto-Deals

Zu Bitfury (2011 gegründet, seit 2019 Unicorn), Blockchain.com (2011 gegründet) und Chainalysis (2014 gegründet, seit 2020 Unicorn) gesellten sich heuer Dfinity, Sorare, Ledger, Celsius Network und Bitpanda aus Österreich. Die zehn größten Finanzierungsrunden europäischer Krypto-Startups haben es 2021 auf ein Volumen von insgesamt 3,2 Milliarden Dollar gebracht.

Zwei Startups haben es sogar mit gleich zwei Finanzierungsrunden in die Top 10 2021 geschafft: Neben Bitpanda gelang das auch der britischen Genesis Digital Assets. Im Bereich Seed und Series A ist die Zahl der Deals in Europa von 83 Runden 2020 auf 126 Runden 2021 gestiegen. Noch größer ist dieser Sprung allerdings in den USA, wo sich die Zahl der Deals heuer auf 230 mehr als verdoppelt hat.

Die 10 größten Finanzierungsrunden europäischer Krypto-Startups 2021 © State of European Tech
Die 10 größten Finanzierungsrunden europäischer Krypto-Startups 2021 © State of European Tech

Europas Krypto-Startups dürften heuer besonders das Interesse von US-Investoren geweckt haben. Bei Runden in der Größenordnung von 20 Millionen Dollar bis 50 Millionen Dollar kam 2021 mehr als die Hälfte des Kapitals aus den USA. Bei Runden von 50 bis 100 Millionen Dollar waren es immer noch fast 30 Prozent des gesamten Kapitals.

Seedcamp ortet großes Potenzial in CEE

„2022 dürfte ein spannendes Jahr für Krypto werden, da Web3-Anwendungen zunehmend in Mainstream-Plattformen wie Discord oder Twitter eingebettet werden“, wird Seedcamp-Partner Sia Houchangnia in dem „State of European Tech“-Report zitiert. „CEE hat mit Unternehmen wie Ramp Network oder Tenderly eine enorme Dichte an Web3-Talenten, und ich freue mich darauf, die nächsten Spitzenreiter aus dieser Region zu finanzieren“.

Anteil den US-Investoren an Investments in europäische Krypto-Startups haben © State of European Tech / Dealroom
Anteil den US-Investoren an Investments in europäische Krypto-Startups haben © State of European Tech / Dealroom
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Easelink
© Luxshare - (v.l.) Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink und Harvey Yuan, General Manager Luxshare.

2022 schloss das Grazer Startup Easelink eine 8,3 Millionen Euro schwere Series-A-Finanzierungsrunde ab, der im Oktober 2024 ein 1,5 Mio. Euro-Investment von Verbund X Ventures folgte. Im November 2025 gründete man die Matrix Charging Interest Group (MCIG), eine Branchenkooperation zur Standardisierung der „Matrix Charging Technologie“, die vom österreichischen High-Tech-Unternehmen entwickelt wurde. Dem folgte heuer eine Kooperation mit SEG Automotive – brutkasten berichtete. Nun hat man in China den ersten Technologie-Lizenzpartner gewinnen können.

China gilt als der weltweit größte Markt für Elektromobilität und war für Easelink schon immer von zentraler strategischer Bedeutung – siehe 2018. Für die Industrialisierung und Bereitstellung von Matrix Charging verlangen die spezifischen Anforderungen des chinesischen Automobilmarkts einen Local-for-Local-Ansatz. „Mit Luxshare gewinnt Easelink einen dedizierten Lizenznehmer für China – ein weiterer Schritt in der Strategie, in allen wichtigen Automobilmärkten Lizenz- und Industrialisierungspartner für Matrix Charging aufzubauen“, liest man in der Aussendung. Die Partnerschaft hat bereits zu konkreten Marktaktivitäten geführt: Beide Unternehmen arbeiten an ersten OEM-Projekten (Original Equipment Manufacturer), um die Technologie in künftige Fahrzeugplattformen zu integrieren.

„Wir sehen großes Potenzial in unserer Zusammenarbeit mit Easelink, die es uns ermöglicht, neue Kundensegmente im Bereich der automatisierten Abrechnung zu erschließen. Darüber hinaus sind wir uns der entscheidenden Rolle bewusst, die die Standardisierung neuer Schnittstellen spielt, und setzen uns daher in der ‚Matrix Charging Interest Group‘ für die entsprechenden Standardisierungsbemühungen ein, um Interoperabilität und eine breite Marktakzeptanz sicherzustellen“, sagt Harvey Yuan, General Manager von Luxshare.

„Wachsende Präsenz in China“

Die Zusammenarbeit baut auf Luxshares Erfahrung auf, gemeinsam mit führenden internationalen Technologieunternehmen Produkte zu industrialisieren und „in großem Maßstab“ zu fertigen. Gleichzeitig wird Easelink sein lokales Team in China weiter ausbauen, um die technische und projektbezogene Zusammenarbeit mit Luxshare und chinesischen OEMs eng zu begleiten.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit einem global so bedeutenden Unternehmen wie Luxshare – einem komplementären Partner mit starkem Engineering-Know-how“, sagt Hermann Stockinger, Gründer & CEO Easelink. „Gemeinsam konzentrieren wir uns darauf, Kunden in China vor Ort zu betreuen und Matrix Charging in bestehende Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie zu integrieren. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein für unsere wachsende Präsenz in China und ein zentraler Baustein unserer Mission, den globalen Industriestandard für automatisiertes Laden zu setzen.“

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